Wollt ihr euch eine neue Outdoorjacke, ein Zelt oder eine Regenhose anschaffen, dann kann euch schon mal der Begriff „Wassersäule“ begegnen. Nur, was ist das und wofür brauche ich eine Wassersäule eigentlich?

 

Hier erst einmal die genaue Definition: Die Wassersäule ist eine Maßeinheit, die die Dichtigkeit von technischen Geweben angibt. Um diesen Wert zu ermitteln, wird ein Zylinder von 10 cm Durchmesser auf den zu testenden Stoff gesetzt und mit Wasser gefüllt. Nach welcher Füllhöhe innerhalb von 24 Stunden die ersten Wassertropfen durch den Stoff drücken, bestimmt den Wert der Wassersäule in Millimetern.


Wassersäule in der Praxis

Das heißt, für eine Wassersäule von 1.000, kann man 24 Stunden lang ein 1 Meter hohes Rohr mit Wasser gefüllt auf einen Stoff setzen, ehe das Wasser durchtropft. Das könnte man dann schon als „ziemlich dicht“ bezeichnen, bei einer Jeans bräuchte man das gar nicht erst versuchen. In der Praxis bedeutet das zum Beispiel, dass beim Sitzen auf nassem Untergrund eine Wassersäule von 2.000 mm, und am Knie sogar eine von 4.800 mm auf das Bekleidungsgewebe drückt. Somit gelten Materialien für Funktionsbekleidung ab einem Wert von 4.000 mm WS als wasserdicht. Bei Oberzelten ab 1.500 mm und Zeltböden ab 2.000 mm WS.

Wassersäule - wasserdichte Haglöfs Couloir Q Jacke

Wichtig für ein Bekleidungsstück ist allerdings nicht nur die Wassersäule, sondern vor allem die Qualität der Beschichtung oder der Membran, was die Robustheit und Abriebfestigkeit angeht. Außerdem verlängert die richtige Pflege die Lebensdauer der regendichten Bekleidung. Wie ihr eure Funktionsbekleidung richtig pflegt und wascht, haben wir euch auf unserem Blog zusammengefasst.

Wann ist also eine hohe Wassersäule wichtig?

Sie ist dann wichtig, wenn ein hoher Druck auf das Material ausgeübt wird. Bei einer Jacke wäre es beispielsweise dann der Fall, wenn ein schwerer Rucksack getragen wird, um auch im Bereich des Schultergurtes eine Wasserdichtigkeit zu gewährleisten (zum Beispiel beim Couloir Jacket von Haglöfs, 28.000 mm WS). Beim Laufen oder Rad fahren durch den Regen ist also allein die Höhe der Wassersäule nicht maßgebend. Da gibt es wichtigere Faktoren, wie die schon genannte Qualität der Membran und die Passform.

Passend zur kalten Jahreszeit erfahrt Ihr im Folgenden, wie Ihr Eure Kleidung richtig imprägniert und wascht. Das ist wichtig und wird meist zu sehr vernachlässigt. Ihr habt Euch für den Herbst einen neue Regenjacke gekauft oder Eure alte Lieblingsjacke schreit mal wieder nach einer Wäsche? Dann solltet Ihr Nachstehendes unbedingt beachten.
 

Waschen

Outdoor-Jacken immer im Schonwaschgang bei 30°C waschen (das reicht völlig aus) und keinesfalls schleudern. Durch den Schleudergang leidet auf Dauer nämlich die wasserabweisende Membran Eurer Jacke. Jacken sollten je nach Verwendung ein bis drei Mal im Jahr gewaschen werden, auch wenn sie noch nicht „dreckig“ erscheinen, denn Salzkristalle, die durch Schwitzen entstehen, oder Staub und Schmutz setzen sich in den Poren im Stoff fest und die Jacke verliert dadurch an Atmungsaktivität. Holt Euch fürs Waschen am besten ein spezielles Waschmittel (z.B. das Fibertec Pro-Wash) und benutz auf keinen Fall Waschpulver (enthält Schleifpartikel) oder Weichspüler (verstopft die Poren).
 

Imprägnieren

Nach ein paar Wäschen ist allerdings auch die Imprägnierung rausgewaschen und muss erneuert werden, damit kein Wasser durchdringen kann. Es gibt zwei Möglichkeiten, Eure Kleidungsstücke zu imprägnieren. Die leichtere Variante ist, das Imprägniermittel einfach einzuwaschen. Hier gibt es das beispielsweise das Fibertec Green Guard Wash-in, das dazu noch ökologisch vollkommen unbedenklich ist. Ihr könnt aber auch zum Nikwax TX Direkt Spray-on greifen und, wie der Name schon sagt, die Jacke rundherum einsprühen. Bei Baumwolljacken sind das altbekannte Fjällräven Grönland Wachs oder der Fibertec Cotton Guard zu empfehlen. In allen Fällen ist eine Wärmebehandlung notwendig, um die Imprägnierung zu aktivieren. Ganz easy ist natürlich, die behandelte Jacke einfach in den Trockner zu schmeißen. Wenn kein Trockner vorhanden ist, reicht auch ein Fön aus.
 

Wolle und Daunen

Für Wolljacken empfehlen wir Euch, ein Spezial-Wollwaschmittel zu benutzen. Hier gibt es z.B. das Fibertec Wool Wash. Normale Waschmittel enthalten zu viel Seife, die das wichtige Wollfett (Lanolin) herauswäscht und die Wolle verfilzen lässt (kennt Ihr sicher …). Wolle darf nicht zu heiß gewaschen werden, also schaut mal nach, ob Eure Waschmaschine ein Wollwaschprogramm hat, dann seid Ihr (fast) auf der sicheren Seite. Habt Ihr eine Daunenjacke? Damit die Daune ihre Bauschkraft und somit ihre Isolationsfähigkeit behält, wascht Ihr sie am Besten mit Fibertec Down Wash. Das reinigt die Daunen schonend und Ihr könnt auch gleich Euren Daunenschlafsack mitwaschen. Geheimtipp: Gegen Klumpenbildung der Daunen helfen ein bis zwei Tennisbälle im Wäschetrockner (nicht im Fön!).
 

Wenn Ihr diese Tipps berücksichtigt, werdet Ihr umso länger was von Eurer Jacke haben und sie lässt Euch niemals im Regen stehen.