Habt ihr demnächst einen Urlaub geplant, bei dem Ihr eure Ausrüstung einige Tage lang selber transportieren wollt? Eure Ausrüstung ist bereits top, aber ein paar Kilo weniger auf euren Rücken könnten euch nicht schaden? Wie ihr auf die Schnelle überschüssige Pfunde verlieren könnt, erfahrt ihr in diesem Beitrag. Viel Spaß!           Bevor ich euch gleich ein bisschen was darüber berichte, wie ihr manche Qualen auf Touren vermeiden könnt, muss ich zunächst einmal eingestehen, dass ich selbst noch keinerlei große Erfahrungen mit Hüttentouren, Bergsteigen oder auch langen Wanderungen gesammelt habe. Lediglich auf dem Gymnasium und während einer Kirchenfreizeit war ich mal einen Tag lang von morgens bis abends unterwegs. Da ich euch also nichts vormachen möchte, habe ich mich einfach mal bei meinem Kollegen Jan schlau gemacht.   Über Jan Jan gehört seit bereits über 20 Jahren zu unserem Team. Er klettert, paddelt, wandert, geht auf Ski- und Wintertouren oder düst auch gerne einfach mal mit seinen Rädern durch die Gegend. Darüber hinaus probiert er ständig Neues aus, was ihm irgendwann den Spitznamen Mr. Equipment einbrachte. Ob ihr das jetzt glaubt oder nicht, aber er hat einen ganzen Keller voll mit Ausrüstung, mit der er für sämtliche Gebiete gerüstet ist.       Warum ist gerade er der richtige Ansprechpartner? Weshalb ich mich gerade an Jan gewendet habe, liegt daran, dass er schon seit er denken kann von sämtlichen Materialien fasziniert ist. Er hat bei Fragen hinsichtlich unserer Produkte immer eine Antwort parat und weiß aus eigener Erfahrung, worauf es bei Kleidung und Ausrüstung in den unterschiedlichsten Situationen und Gebieten ankommt. Für ihn ist „Ultraleicht“ kein kurzfristiger Trend, sondern vielmehr eine Lebenseinstellung. Jan’s erste lange Tour mit dem Rad Während seiner ersten langen Fahrradtour sind ein Freund und er im Alter von 13 Jahren mit dem Gedanken losgefahren, richtig viele Kilometer zurückzulegen. Diercke Schulatlas, Zirkel eingestellt Start Wilhelmshaven Das Ziel: Bodensee Und fertig war die Reiseplanung! Seiner Mutter war damals saubere Bettwäsche und für jeden Tag eine frische Unterhose wichtig. Jan hatte sich jedoch bereits zu dieser Zeit eine andere Priorität in den Kopf gesetzt: Hauptsache alles passt in seine beiden kleinen Nylontaschen 🙂   Seine Packliste: ·         Zwei Paar Socken ·         eine Unterhose ·         eine Jogginghose ·         einen Pullover ·         zwei T-Shirts (außer der Radbekleidung am Körper)   Zum Schlafen in der Jugendherberge oder beim Bauern im Stroh hatte er einen Jugendherbergsschlafsack. Wozu brauchte er also Bettwäsche? Egal ob 2 Tage oder auch 3 Wochen…Jan sammelte von Tour zu Tour mehr Erfahrungen und stellte schnell folgendes fest:   Der Umfang und Bedarf von Bekleidung und Material wird bei längerem Aufenthalt in einer Klimaregion nicht größer!“ (Jan von Unterwegs)   Auf seiner ersten langen Rucksacktour war er dann rückblickend allerdings sehr überfordert. Ganz gleich, ob er sich in Gebieten mit über 30°C befand oder ob ein unbekannter Wandergletscher hinter einer Ecke lauerte, er war für sämtliche Situationen und Witterungsbedingungen gerüstet und hatte für jeden Fall etwas dabei Also Equipment satt im Rucksack aber kaum Platz für’s Essen… Seitentaschen und ein höhenverstellbares Deckelfach am Rucksack schafften Platz aber irgendwie keine Linderung beim Gewicht. Was dann passierte, bezeichnet Jan als geradezu reaktionär…   „Ich fiel quasi auf der anderen Seite vom Pferd. Alles wurde ultraleicht. Überall wurde an der Ausrüstung gefeilt, optimiert und immer mehr wurde weggelassen. Schlafen im Biwaksack war toll, aber 2 Wochen bei Dauerregen? Na ja, da ist ein Zelt schwerer aber auch komfortabler. Meine Erfahrung: Es gibt nicht: So ist es richtig! Im Nachhinein bist Du immer in der Lage zu sagen: “Hätte ich…!“  (Jan von Unterwegs)   Ultraleicht ist eben immer nur dem Einsatzzweck entsprechend.   Die Anforderungen an Outdoorausrüstung steigen mit diesem Trend… Der Trend hin zu sehr leichter Outdoor-Ausrüstung setzt sich immer weiter fort. Wenn bei der Outdoor-Ausrüstung Schnelligkeit, Leistung und sportliche Herausforderung im Vordergrund stehen, können bereits 100g viel ausmachen. Ganz egal, ob Kleidung, Schuhe oder auch Rucksäcke und Zelte… alles soll immer leichter und bequemer sein und noch dazu atmungsaktiv und absolut wasserdicht. Leichtigkeit und Performance in allen Ausrüstungsbereichen ist daher nach wie vor das beherrschende Thema in der Outdoor-Branche.   Was Ihr nicht mindestens einmal am Tag braucht ist überflüssig… Achtet beim Packen vor allem darauf, ob die Dinge, die ihr mitnehmen wollt überhaupt für eure Tour notwendig sind. Sicherlich werdet ihr erst nach eurer Tour verstehen, weshalb ich euch auf diesen Punkt noch einmal hinweise. Auch Jan hat schon oft die Begegnung mit anderen Wanderbegeisterten gemacht, die sich einigen Ärger über viel zu voluminöse Schlafsäcke, Isomatten oder auch Monsterrucksäcke mit einem viel zu schweren Eigengewicht hätten ersparen können.   Was sind die klassischen Gewichtsfresser? Sicherlich denkt ihr bei dieser Frage gleich an Kleidung, Nahrung und Rucksäcke, Isomatten oder auch Zelte. Allerdings ist auch der beliebte Kleinkram nicht im Gewicht zu unterschätzen. Gerade die Dinge, die auf den ersten Blick nichts zu wiegen scheinen und kaum Platz im Rucksack einnehmen, können eine große Last auf längeren Touren werden, da sich ihr Gewicht summiert. Denkt daher ruhig darüber nach, wie ihr zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könnt. So kann eine dünne Reepschnur beispielsweise Schnürsenkel, Packriemen oder auch eine Wäscheleine ersetzen. Wiederum dient euch ein Schweizer Messer nicht nur als nützliches Werkzeug, sondern noch dazu als praktischer Küchenhelfer.   Schnell trocknende Sachen bevorzugen… Bevor ihr euch für eine Jacke, ein bestimmtes Zelt, eine Isomatte oder Ähnliches entscheidet, informiert euch erst einmal genau über das grundsätzlich vorherrschende Wetter in der Gegend, in der ihr euren Urlaub plant. Vielleicht regnet es dort besonders häufig oder auch so gut wie nie. Sollte der zweite Fall zutreffen, dann lasst eure Regenjacke gleich zu Hause und packt eure Softshelljacke in euren Rucksack. Aber auch generell solltet ihr darauf achten, dass ihr schnell trocknende Sachen bei euch habt. Also, beispielsweise besser keine Baumwolle Gepäck haben.   Die Lust am Weglassen entdecken und das Gepäck auf das Wesentliche reduzieren… Sicherlich wird es euch anfangs schwer fallen, einige Dinge zu Hause zu lassen, die ihr an sich gerne dabei hättet. Auch ich neige dazu lieber zu viel als zu wenig für kurze Trips mitzunehmen. Schließlich könnte das Wetter ja umschlagen oder ich könnte stolpern und meine Kleidung dabei versauen. Bei kleineren Trips ist das auch gar kein Problem, den Kofferraum mit Koffern oder Reisetaschen, Isomatten etc. zu füllen. Auf mehrtägigen Reisen kann die überschüssige Last jedoch schnell zur Herausforderung für euch werden.   5 Tipps um schnell überschüssige Pfunde loszuwerden Hiermit ist nicht gemeint, dass ihr jetzt noch schnell vor eurem nächsten Trip eine Blitzdiät durchführen sollt. Es ist viel einfacher als ihr vielleicht denkt… Zum Abschluss also noch ein paar persönliche Tipps von Jan. 1.      Denkt nicht alltagsmäßig! Eher, was kann ich womit abdecken. Brauche ich eine Gabel, oder reicht dafür nicht auch der Löffel? 2.      Beschäftigt euch mit den Dingen, die Ihr mitnehmt. Experimentiert, hebt die Rucksäcke hoch und tragt sie kurz durch die Gegend. Wenn es euch zu schwer ist, dann reduziert das Gewicht in der Vorbereitung und steigert es dann langsam. 3.      Konserven und Gläser vermeiden. Besser: dehydrierte Nahrung, z.B.Nudeln 4.      Schnickschnack und unnötiges Zubehör zu Hause lassen 5.      Nüsse und Studentenfutter haben ein besonders gutes Gewicht-Kalorien-Verhältnis – perfekte Energienahrung für unterwegs!   Spätestens am Ende eurer Tour werdet ihr feststellen, dass ihr einige Dinge in eurem Rucksack vermutlich kein einziges Mal benötigt habt. Lernt aus dieser Erfahrung und schreibt euch ruhig auf, welche Dinge es waren, die ihr nicht oder so gut wie nie genutzt habt. Beim nächsten Mal lasst ihr diese einfach weg und reduziert eure Ausrüstung bewusst auf das Wesentliche. Euer Rücken wird es euch danken und ihr werdet euch umso mehr auf euer Abenteuer und die tolle Aussicht freuen können, wenn ihr mit Leichtigkeit längere Strecken bezwungen und Berge erklommen habt. Generell gilt: Einfach ausprobieren und aus den Erfahrungen lernen. Ich wünsche euch denn mal viel Spaß beim Experimentieren 😉 Eure Dori von Unterwegs     Ance steht derzeit vor einer ähnlichen Herausforderung, wie ich, als ich mich neulich auf die Suche nach einem passenden Schlafsack begeben habe. Allerdings ist sie bereits bestens ausgestattet und benötigt für ihre nächsten Touren lediglich noch ein neues Zelt. Ihr altes Möhrchen hat nämlich schon so einige Abenteuer hinter sich. Daher ersehnt sich dieses schon sehr nach seinem wohlverdienten Ruhestand. Da Ance (Hüttentour in Kärnten) bei Unterwegs immer eine Menge um die Ohren hat und bislang noch nicht so wirklich die nötige Zeit finden konnte, sich ausführlich über einen möglichen Nachfolger ihres bisherigen treuen Begleiters zu informieren, habe ich mich für sie einfach mal über diverse Zelte in unserem Sortiment informiert. Weil ich mir in diesem Zusammenhang gleich dachte, „Zelte“ sei ein weiteres interessantes Thema für unseren Elchblog, möchte ich euch meine neu gewonnenen Erkenntnisse natürlich nicht weiter vorenthalten 🙂 Bevor ich mich in den Store begeben habe, habe ich erst einmal etwas in unserem Onlineshop (www.unterwegs.biz) recherchiert, um zu sehen, wie groß die Auswahl ist und was es nicht alles gibt. Da mir einige Begriffe und technische Details auf Anhieb gar nichts sagten, erstellte ich mit Ance erst einmal eine kurze Checkliste mit den Anforderungen, die sie persönlich an ein neues Zelt stellt:   Ance’s neues Zelt sollte haben:
  • 2 Eingänge
  • es sollte nicht mehr als 3 kg auf die Waage bringen
  • genügend Platz für zwei Personen bieten
  • Das Verhältnis von Innenzelt und Vorraum sollte 50/50 betragen
  • Sie wünscht sich außerdem einen wettergeschützten Bereich zum Kochen
  • Keine Stehhöhe erforderlich
  All diese Punkte mögen euch jetzt zwar völlig selbstverständlich erscheinen. Aber grundsätzlich kann ich es euch nur wärmstens ans Herz legen, euch vor jedem Besuch in einem Fachgeschäft erst einmal Gedanken darüber zu machen, was ihr eigentlich genau wollt. Denn es sind meist Kleinigkeiten, an die ich persönlich vor meinem Gespräch mit Jens nie gedacht hätte, die aber entscheidend bei eurer Wahl sein könnten. So solltet ihr euch zum Beispiel fragen, ob ihr in euren Zelt nur schlafen oder auch kochen und stehen wollt? Wollt ihr ein kuscheliges Zelt, in das ihr zu zweit gerade so hineinpasst, wenn sich eure Hinterteile in das Innenzelt drücken oder wollt ihr lieber auch noch etwas Luft zum Atmen und Strecken haben?     2 Aufbau Varianten Fahrt ihr zum Beispiel sehr gerne mal in Gebiete mit einem sehr unbeständigen Wetter, bietet sich eher ein kombiniertes System an, während ihr in den richtig schönen, sonnigen und heißen Gegenden wiederum mit einem getrennten System gut beraten seid. Getrennter Aufbau Bei einem getrennten System gibt es immer ein separates Innenzelt sowie ein Außenzelt, das einfach für den zusätzlichen Schutz über das Innenzelt geworfen wird. Der Vorteil… hierbei besteht somit vor allem darin, dass das Außenzelt jederzeit schnell und einfach von dem Innenzelt genommen und das Zelt somit richtig gut durchgelüftet werden kann. In richtig heißen Gegenden kann daher Stauwärme reduziert werden, wenn die Sonne ordentlich auf euer Zelt scheint. Der Nachteil… eines solchen Zeltes ergibt sich wiederum daraus, dass immer erst das Innenzelt aufgebaut werden muss, bevor das wasserdichte Außenzelt drüber geworfen werden kann. Diese Eigenschaft ist in typischen Schlechtwettergebieten natürlich nicht wirklich vorteilhaft.   Kombinierter Aufbau Die zweite Aufbauvariante von Zelten ist der kombinierte Aufbau. Wie es euch der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich hierbei um ein Zelt, bei dem Innen- und Außenzelt miteinander verbunden sind und gemeinsam aufgebaut werden müssen, bevor wir darin nächtigen können. Befestigt sind die Innenzelte hierbei in der Regel über Knebel- oder auch  Klippverschlüsse. Der Vorteil dieser Variante… liegt ganz klar darin, dass nur ein Arbeitsschritt nötig ist, um Innen- sowie Außenzelt auf die Beine zu stellen. Außerdem kann (muss aber nicht) das Innenzelt bei Regen vom Außenzelt getrennt werden und somit trocken in der Tasche verstaut werden. Angler nutzen diese Eigenschaft beispielsweise gerne, da sie bei ihrem Sport lediglich einen Wetterschutz, nicht aber das Innenzelt benötigen. Nachteil: Allerdings gibt es auch hierbei wieder zwei Seiten der Medaille: So ist ein solches Zelt in Schlechtwettergebieten natürlich eine feine Sache. Für die richtig heißen Gegenden ist dieses Zelt aber eher weniger geeignet, da sich unter der Plane des Außenzeltes sehr schnell Stauwärme und entwickeln kann. Also sind solche Zelte in diesen heißen Gebieten eher nur etwas für leidenschaftliche Saunagänger :b     Aber zurück zu der Suche nach einem neuen Zelt für Ance…. Mit Ance’s Checkliste und dem Chaos von neuen Begriffen und Zelttypen in meinem Kopf ging ich also zu unserem Store nach Wilhelmshaven und traf dort auf Jens. (Jens auf der Überholspur) Obwohl derzeit eine Menge bei uns los ist, da wir uns ja mitten in der Ferienzeit befinden, war er so freundlich und klärte mich in Ruhe über die verschiedensten Modelle auf. Da Ance noch nicht festgelegt hatte, welche Zeltart sie bevorzugt und ich neugierig war, was es nicht alles auf dem Markt gibt und worin genau die wesentlichen Unterschiede liegen, erläutere er mir diese. Angefangen bei einem Kuppelzelt bis hin zu einem Firstzelt.   Was ist was? All diese Begriffe waren mir natürlich vollkommen neu. Vor allem konnte ich mir unter „Firstzelt“ pauschal erst einmal rein gar nichts vorstellen. Aber fangen wir am besten von vorne an. Grundsätzlich gilt, dass zum Beispiel alle Zeltarten anhand ihrer Basiskonstruktion erkennbar sind. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Zelttypen   Tunnelzelte So ist ein Tunnelzelt beispielsweise schnell durch seine typische Form zu identifizieren. Wie ihr euch es jetzt vielleicht schon denken konntet, ergibt sich diese Form durch das wie ein Tunnel konstruierte Gestänge eines solchen Zelttyps. Kuppelzelte (Iglu) Dass es sich um ein Kuppelzelt oder auch Igluzelt handelt, ist ebenfalls an der Form des Zeltes erkennbar. Hier kreuzt sich das Gestänge des Zeltes in der Mitte. Was außerdem sehr typisch für ein solches Zelt ist, ist der Giebel, der quasi ein Dreieck vor dem eigentlichen Zelt erzeugt. Ein solcher Giebel oder auch Apsis ist besonders praktisch, da hierunter problemlos Ausrüstung verstaut werden kann, ohne dass diese nass wird. Firstzelte Firstzelte sind auch bekannt als Hauszelte und zeichnen sich wiederum durch eine zentrale Mittelstange aus (siehe Wikipedia Abbildung). Tipis und Geodäten Wie ihr es dem Link hin zu Wikipedia entnehmen könnt, gibt es auch noch Tipizelte und Geodäten. Diese habe ich mir jedoch nicht genauer angesehen. Ein Tipizelt hatte Ance allerdings auch schon von vorneherein ausgeschlossen. Allerdings wollt ihr sicherlich trotzdem wissen, was typisch für ein Geodät und für ein Tipizelt ist? Ich kann euch schon einmal so viel verraten: Ein Geodät ist sehr windstabil, da sich sein Gestänge an mehreren Stellen des Zeltes überkreuzt. Ein Tipizelt ist vor allem bekannt für seine Pyramidenform und eine zentralen Trägerstange in der Mitte des Zeltes, die auch Stehhöhe ermöglicht.  Ein Beispiel ist auch dieses Zelt der Firma Jack Wolfskin Jack Wolfskin Diamond Tarp für 249,95 €. Ebenfalls typisch für Tipizelte ist ihr Material, das in der Regel aus Baumwolle (Polycotton) besteht. Der Vorteil hierbei liegt darin, dass Baumwolle quasi atmungsaktiv ist und dass sie Kondensfeuchtigkeit aufnimmt und somit durch die entstehende Verdunstungskälte für ein angenehmes Klima im Zelt sorgt. Noch dazu sind diese typischen Tipizelte (Kote/Jurte/Indianerzelt) gegenüber Funkenflug deutlich weniger empfindlich als es bei silikonisierten oder auch aus Polyester bestehenden Zelten der Fall ist.   Hybridkonstruktionen Natürlich gibt es auch Mischkonstruktionen; so genannte Hybridkonstruktionen, die die verschiedenen Basiskonstruktionen in einem Zelt vereinen. So gibt es beispielsweise Zelte, die auf Anhieb wie ein typisches Kuppelzelt wirken und die auf den zweiten Blick zudem noch tunnelförmige Elemente besitzen (siehe Abbildung – Tunnelgestänge beim Eingang). Ein Beispiel hierfür ist unter anderem das Hilleberg Saitaris für 1.349,95 €. Gleichzeitig gibt es auch Zelte, die eigentlich wie ein Kuppelzelt aussehen, die jedoch auch noch eine durchgängige Firststange besitzen. Diese Konstruktion trifft zum Beispiel auch auf das Hilleberg Staika für 845,95€ zu.   Nach der Theorie folgt die Praxis ;)unterwegs.biz, Das erste Zelt, das mir Jens zeigte, war das folgende Modell:   Dieses Modell steht übrigens auch in unserem Store in Wilhelmshaven. Daher konnte ich mir das gute Stück auch gleich einmal näher anschauen. Neben dem bereits erwähnten Giebel, besitzt dieses Igluzelt zwei Eingänge – einer vorne und einer hinten. Dadurch ist es jederzeit möglich dieses Zelt ordentlich durchzulüften und die Warme Luft aus dem Zelt heraus zu bekommen. Da Ance nach einem Zelt sucht, das zwei Eingänge hat, spricht diese Eigenschaft schon einmal für das Lempo 2 🙂 Darüber hinaus sollte Ances neues Zelt wandertauglich und somit nicht allzu schwer sein. Da dieses Zelt 3550g auf die Waage bringt und ein kompaktes Packmaß von Ø18 x 53cm hat, passt es also noch ganz gut zu ihrer Checkliste 😉 Was dieses Zelt außerdem mit sich bringt sind Schnüre in einer auffälligen, roten Farbe, in denen auch gleich reflektierende Fäden integriert wurden. Hierdurch ist es deutlich einfacher diese auch im Dunkeln mit einer Taschenlampe bewaffnet zu finden. Noch dazu hat das Lempo 2 zwei Absiden, die durch eine kurze Firststange steiler aufgestellt werden können und Ance somit Platz für Ihre Ausrüstung und zum Kochen bieten. Die letzten interessanten Daten dieses Zeltes ergeben sich aus den Angaben der Wasserdichtigkeit des Außenzeltes sowie die des Bodens:
  • Wassersäule Außenzelt: 3000mm
  • Wassersäule Boden: 8000mm
  Apropos Wassersäule…. Da ich jetzt ja schon des Öfteren von der „Wassersäule“ (hier die genaue Definition) gehört habe, sprach ich Jens also auch auf diesen Punkt an. Er meinte, eine hohe Wassersäule sei zwar schon ein wichtiges Indiz für die Wasserdichtigkeit des Außenzeltes eines Zeltes, aber es käme letztendlich immer auf die entsprechenden Materialien an, aus denen ein Zelt besteht und mit denen ein Zelt beschichtet ist.   So könne ein silikonbeschichtetes Zelt, wie das Modell Vela 1 UL für 369,95 € (siehe Abbildung links) beispielsweise gerade einmal mit einer Wassersäule von 1500mm (Außenzelt) gekennzeichnet worden sein und dennoch deutlich wasserdichter sein als ein Zelt mit einer 10.000er Wassersäule.   Wie kann das sein? Bei diesem silikonbeschichteten Zelt ist die Höhe der Wassersäule nicht entscheidend für seine Wasserdichtigkeit, da das  Abperlverhalten des Stoffes, durch die Silikonisierung entscheidend dazu beiträgt. Dank dieser hochwertigen Beschichtung ist das Zelt übrigens auch sehr leicht und wiegt gerade einmal 1500g. Auch das Packmaß von 40 x 10cm überzeugt. Der Boden sollte immer eine hohe Wassersäule haben Während das Außenzelt des Vela 1 lediglich eine Wassersäule von 1500 hat, so bietet der Boden dieses Zeltes 10.000mm Wassersäule. Ihr solltet grundsätzlich immer darauf achten, dass der Boden eures Zeltes eine hohe Wassersäule aufweist. Interessant, aber nix für Ance Da es sich bei dem Vela 1 UL um ein 1Personenzelt handelt, habe ich mich darüber nicht weiter schlau gemacht, aber als Beispiel eignet sich dieses Modell auf jeden Fall. 🙂 Auf der Suche nach einem passenden Zelt für Ance, fiel mir in unserem Store in Wilhelmshaven auch das folgende Modell ins Auge: Grönland 3 für 339,95 € Jens meinte gleich, dieses Zelt sei zwar nichts für Ance, da es ihrer Checkliste nach zu groß und etwas zu schwer sei, aber neugierig war ich ja dennoch.   Und wo ich schon einmal da war… 😉 Seinem strahlenden Gesicht zufolge konnte ich mir schon fast denken, dass er dieses Zelt bereits für sich selbst ins Auge gefasst hatte. Und genau so ist es auch. Jens zeigte mir also begeistert seinen persönlichen Favoriten, den er erst vor wenigen Wochen in unserem Geschäft in der Nordseepassage selbst aufgebaut hatte. Das Besondere an diesem Zelt: Es ist ein sehr geräumiges Tunnelzelt mit einigen Lüftungsöffnungen und zwei Eingängen (frontal als auch seitlich). Natürlich war ich nun neugierig, wie geräumig das Zelt wirklich ist. Wie ihr seht haben Jens und ich den Test gemacht und uns einfach mal in dieses Zelt hinein gelegt. Sowohl unsere Füße (zugegeben, ich bin nicht gerade die Größte :b ) als auch unsere Körper hatten genügend Platz. Wie ihr es auf dem Foto sehen könnt, gefällt uns beiden dieses Modell sehr gut. Und auch nach vorne hinaus hatten wir noch genug Luft. Das Schöne an diesem Zelt ist vor allem der große Ausgang, der komplett geöffnet werden kann und auch sehr gut für die geschützte Aufbewahrung eurer Ausrüstung ist. Auch zum Kochen ist hier genug Platz. Also ja vielleicht doch etwas für Ance???     Was Jens mir außerdem noch zeigte, waren die Schnüre im Inneren des Zeltes, die ich eigentlich nie großartig beachtet hätte. Er meinte, diese seinen zwischenzeitlich ganz praktisch, da daran beispielsweise eine Lampe gehangen werden könne. Gesagt getan… Hier also Jens.. stolz wie Oskar „Ich habe Licht gemacht“. Leider ist dieses Foto recht unscharf, aber vorenthalten wollte ich euch diesen Blick trotzdem nicht 🙂       Zu den technischen Werten Das Außenzelt des Grönland 3 bietet eine Wassersäule von 8000mm und dessen Boden 10.000 mm und sein Packmaß liegt bei 55 x 39 x 13cm. Das Packmaß ist übrigens kein Indiz dafür, wie groß das eigentliche Zelt ist, nachdem es zusammen gefaltet wurde, sondern gibt lediglich an, wie groß das Packmaß inklusive dem Gestänge ist. Das Grönland 3 bringt übrigens 4000g auf die Waage und kam auch daher nicht für Ance in Frage. Allerdings gibt es auch noch das Grönland für zwei Personen und dieses wiegt 3.450g. Somit kam die 2Personen Variante für mich in die engere Wahl für Ances neues Zelt 🙂   Das Finale Allerdings war ich noch nicht am Ende meiner Recherche. Nachdem ich Ance meine Rechercheergebnisse präsentiert hatte, machte sie sich noch einmal auf die Checkliste aufmerksam und vor allem auf die Punkte „2 Eingänge“ sowie „Platz zum Kochen“. Zwar gefiel ihr das Grönland schon einmal sehr gut, aber sie meinte, ihr sei es wichtiger, etwas weniger Gewicht mit sich rumschleppen zu müssen, als so viel Platz und so eine große Apsis zu haben, wie es bei dem Grönland der Fall ist. Als ich dachte, ich sollte besser aufgeben und ihr die finale Recherchearbeit überlassen, entdeckte ich das Venus der Firma Exped für 499,95 €  (3200g) sowie dessen ultraleichte Alternative Venus II UL (2400g) für 549,95 €. Nachdem ich mir die Artikelbeschreibung dieses Zeltes in unserem Shop durchgelesen und mich erneut bei Jens darüber informiert hatte, zeigte ich Ance dieses und schilderte ihr die folgenden Details, die sie schließlich voll und ganz überzeugten:
  • Mischung aus First- und Tunnelzelt, das durch diese Hybridkonstruktion nahezu selbst stehend ist
  • viel Platz im Innenzelt und viel Platz für Gepäck in den Apsiden
  • bei der 2Personen Variante ist einer der Vorräume extra groß
  • beide Innentüren sind vollständig zu öffnen
  • regulierbare Eingangshauben
  • die Hauben sind gegenüberliegend, so dass auch bei Regen eine gute Belüftung erreicht wird
Ance meinte außerdem, sie investiere dann doch lieber 50 € mehr und habe dann aber deutlich weniger Ballast auf ihrem Rücken. Das kann ich nur allzu gut nachvollziehen 🙂   Und zum Abschluss noch ein Video dieses Zeltes auf Youtube. Bis zum nächsten Mal 🙂 Eure Dori von Unterwegs  

Im Juli war es wieder einmal so weit: Wandern mit den Osnabrücker Freunden stand auf dem Plan. Dieses Mal hatte Nancy die Tour selbst zusammengestellt. Da wir einmal die Osnabrücker Hütte besuchen wollten (schließlich sind einige von uns auch in der DAV Sektion Osnabrück Mitglied), wurde die Tour um diese Hütte herum geplant. Im schönen Kärnten gelegen gab es viele Auswahlmöglichkeiten, aber am Ende haben wir uns für folgende Tour entschieden:
 

  • 1. Tag: Ankunft in Gmünd und gemütlicher Start mit 3-4 Stunden gemächlicher Wanderung von Malta zur Gmünder Hütte (1187m)
  • 2. Tag: von der Gmünder Hütte zur Kattowitzer Hütte (2320m), mit optionaler Besteigung des Großen Hafner (3076m)
  • 3. Tag: von der Kattowitzer Hütte zur Osnabrücker Hütte (2032m) über die Kölnbreinsperre (1903m)
  • 4. Tag: von der Osnabrücker Hütte zur Kölnbreinsperre, über die Schwarzhornseen durch das Kleinelendtal

 

Bei der Planung ist der Tourenplaner von Outdooractive sehr hilfreich, dort bekommt ihr für jede Etappe ein ein Höhenprofil, eine Karte im Maßstab 1:25.000 und zusätzlich nützliche Tipps. Die Anmeldung in der Community ist kostenlos und schnell gemacht.
 

1. Tag

  • Pflügerhof (alternativ Gemeindehaus Malta) - Gmünder Hütte
  • Länge: 7,5 km
  • Höhenmeter: 642m bergauf, 297m bergab
  • Dauer: 3 Stunden

 

Da wir unterschiedlichste Anfahrtswege hatten, haben wir als Treffpunkt Samstag, 10 Uhr, in Gmünd ausgemacht. Der Plan: nach der langen Nachtfahrt zusammen frühstücken, am Startpunkt die Autos abstellen, umziehen und los. Bevor wir uns zum Frühstück treffen, möchten zwei von uns noch schnell in den DAV eintreten. Wie der Zufall es will, ist die erste Vorsitzende der DAV Sektion Osnabrück gerade in Gmünd, sitzt mit Ihrem Kollegen vom OEAV beim Frühstück und intensiviert die seit Jahren bestehende Partnerschaft der beiden Sektionen. Sie ist auch überaus hilfsbereit. Per Telefon und Fax bekommen Annette und Maic eine vorläufige Mitgliedschaft, so dass sie sowohl Versicherung als auch Vergünstigungen auf den Hütten direkt nutzen können. Vielen Dank für die unkomplizierte Unterstützung an Melanie Grimm!
 

Nun aber auf zum Frühstück, die anderen warten schon! Meine Empfehlung: Bäckerei Jury, zentral im Ort gelegen, nach Wunsch belegte Brötchen, leckerer Kaffee, und vor allem: super nette Bedienung inklusive Wetterauskunft. Letztere ist leider nicht so berauschend: ab dem späten Vormittag Dauerregen. Das glauben wir aber erst, als wir am Gemeindehaus in Malta, dem Nachbarort von Gmünd und unser Startpunkt, unsere Autos abstellen und es anfängt zu tröpfeln, während wir uns umziehen. Das Tröpfeln entwickelt sich dann ziemlich schnell zum angekündigten Dauerregen. Kurzentschlossen steigen wir in den Postbus und verlegen unseren Startpunkt zum Pflügerhof, somit haben wir unsere Strecke um einige Kilometer verkürzt. Als Einstieg sind dann die 7,5 km mit 642 Höhenmetern bergauf und 297 Höhenmetern bergab für uns doch relativ übermüdete Wanderer genau richtig.
 

Wir setzen unsere Kapuzen auf, ziehen unseren Rucksäcken die Regenschutzhüllen über und machen uns frohgemut auf den Weg. Zunächst geht es auf einem befestigten Rad/Wanderweg gemächlich entlang dem Malta-Fluss und der Malta Hochalmstraße bergauf. Es ist genügend Luft übrig, um alle Neuigkeiten auszutauschen, denn wir haben uns schon länger nicht mehr gesehen. Nach einer Stunde versiegen die Unterhaltungen. Das Prasseln des Regens auf unsere Kapuzen wird lauter, weil der Regen intensiver wird. An der Mautstelle überqueren wir die Straße und nun geht es endlich auf einem schönen Pfad durch den Wald, weg von Verkehr und befestigtem Weg. Trotz des Dauerregens ist die Stimmung gut. Beim Hinweisschild auf den Bienenlehrpfad tönt es von hinten: "Was lernen denn die Bienen hier?" Es riecht nach Waldboden, der Regen fällt auf das Blätterdach der Bäume, findet seinen Weg aber auch bis zu uns. Mittlerweile ist alles nass, denn auch wenn die Jacken wasserdicht sind, hermetisch abschließen tun sie nicht und so rinnt das Wasser oben in den Kragen oder sammelt sich am Jackensaum. Aber was soll's? Spaß macht es trotzdem.
 

Nach drei Stunden kommen wir an der Gmünder Hütte an. Diese liegt auf 1187m an der Mautstraße und ist dementsprechend keine einsame Berghütte, sondern eher ein Gasthaus, das auch ein paar Betten hat. Dass es keine DAV-Hütte im ursprünglichen Sinn ist, merken wir, als uns die nette Wirtin erklärt, dass es keinen Trockenraum gibt. Hm, wohin nur mit all den nassen Klamotten??? Wir breiten uns einfach auf dem gesamten Flur im 2. Stock aus, nutzen das Treppengeländer und jeden Nagel in der Wand, um unsere Sachen zum Trocknen aufzuhängen. Und hoffen, dass alles bis zum nächsten Tag schon wieder trocken sein wird. Es dauert ein bisschen, bis wir alle sieben die winzige Dusche genutzt haben und schön trocken gerubbelt in der Gaststube sitzen. Dort lassen wir uns dann die Kärntner Spezialitäten schmecken. Lecker!
 

2. Tag

  • Gmünder Hütte - Kattowitzer Hütte
  • Länge: 6,4 km
  • Höhenmeter: 1527m bergauf, 8 m bergab
  • Dauer: 3 Stunden, 20 Minuten
  • Optional: Besteigung Großer Hafner, zusätzlich ca. 3,5 Stunden

 

Nach einem leckeren Frühstück starten wir am nächsten Tag um kurz vor 9 Uhr. Alle Sachen sind trocken, bis auf die Schuhe. Tolles Gefühl, in die noch nassen kalten Schuhe einzusteigen. Egal, nach den ersten paar Metern merken wir davon schon nichts mehr. Es geht ein kurzes Stück an der Straße entlang und dann führt der Weg rechts über einen Bach in den Wald. Hier geht es in Serpentinen recht steil bergauf. Das Herz pocht, es ist doch immer noch eine ungewohnte Beanspruchung der Muskulatur. Außerdem ist es ja auch noch recht früh am Tag. Wenigstens ist es trocken, auch wenn es recht bewölkt ist.
 

Ab und an schafft es die Sonne durch die Wolken und beglückt uns mit wärmenden Strahlen. Nicht dass uns kalt wäre. Bei der ansehnlichen Steigung geraten wir doch schon ordentlich ins Schwitzen. Nach ca. 1 Stunde geht der Weg in einen Forstweg über, der nun nicht mehr so steil, sondern moderat bergauf führt. Da können wir uns etwas erholen. Die Bäume lichten sich und wir haben tolle Ausblicke auf die Berge ringsherum. Ab und zu tröpfelt es aus den Wolken, aber die paar Tropfen können uns nach der gestrigen Regentour nicht mehr schockieren. Wir passieren die Untere und die Obere Maralm, machen an letzterer noch eine kurze Brotzeit und gelangen irgendwann ans Ende des Forstwegs. Dort findet sich ein großer Stapel mit Holzscheiten und ein Schild, auf dem sinngemäß steht: "Wer auf der Kattowitzer Hütte eine warme Suppe essen möchte, der bringe einen Holzscheit mit." Jeder nimmt einen Scheit in die Hand oder befestigt ihn am Rucksack.
 

Dann geht es noch einmal richtig steil in Serpentinen eine halbe Stunden hoch zur Hütte. Dort werden wir mit einem heißen Kaffee mit (mit dem Schneebesen) aufgeschäumter Milch verwöhnt. Lecker!
Wir stärken uns mit einem Energieriegel und machen uns auf den Weg zum Großen Hafner. Der Hüttenwirt warnt: es kann oben vereist sein! Wir schauen ihn etwas ungläubig an, denn gerade scheint hier doch die Sonne und es sind gefühlte 20 Grad!
 

Je höher wir steigen, desto trüber und kälter wird es. Zwar kommt die Sonne manchmal durch, aber irgendwann sind wir in den tiefhängenden Wolken. Den Gipfel sehen wir nicht mehr und als es dann auf den Grat geht, auf dem wir letzten Höhenmeter zurücklegen müssten, sehen wir, dass der Hüttenwirt recht hatte: die Felsen sind tatsächlich vereist und es hängen Eiszapfen herunter. Wir beschließen umzudrehen. Auch so haben wir noch einige Höhenmeter geschafft und tolle Aussichten genießen können.
 

Wieder an der Hütte angekommen, lassen wir uns das Radler schmecken. Im Waschraum gibt es eine schöne Überraschung: es gibt zwar keine Dusche, aber das Wasser, das aus dem Wasserhahn kommt, ist lauwarm! Welch ein Luxus! Nachdem wir uns frisch gemacht haben, lassen wir uns im urigen Gastraum nieder. Es sind noch eine vierköpfige Familie und eine Zweierguppe da, mehr nicht. Die Speisekarte ist übersichtlich, aber bereits am Nachmittag hatte es lecker nach frisch zubereiteten Speisen gerochen. Wenn man Glück hat, steht auch Kaiserschmarrn auf der Karte. Ist das der Fall, kann ich nur sagen: zuschlagen!!! Erna, die Pächterin der Hütte, hat dafür wirklich ein Händchen, super lecker! An diesem Abend sitzen wir lange zusammen, spielen Uno, schnacken mit dem Wirt und trinken auch mal einen Zirbenschnaps. Der schmeckt ein bisschen so, wie ein guter Sauna-Aufguss riecht. Hüttenruhe ist um 22 Uhr, und um 21.55 Uhr sagen wir den Wirtsleuten gute Nacht.
 

3. Tag

  • Kattowitzer Hütte - Osnabrücker Hütte
  • Länge: 13,3km
  • Höhenmeter: 603m bergauf, 890m bergab
  • Dauer: 3-4 Stunden
  • Optional: Wanderung zum Brunkarsee

 

Als ich um halb sieben morgens mit meinem Kaffee vor der Hütte stehe und die Morgenruhe der Berge genieße, zeigt das Thermometer 1 Grad Celsius an und das Barometer "sehr schön". Frisch, aber sonnig, schön! Nach dem Frühstück starten wir gemächlich.
 

Es geht erst einmal bergab, und das auf ziemlich schmalen und dabei sehr matschigen Pfaden. Hier ist Vorsicht geboten, denn schnell rutscht man seitlich ab. Teilweise fühlen wir uns auch in die Kindheit zurückversetzt, denn manchmal fühlt es sich an wie Hinkepinke - so hüpfen wir von Stein zu Stein. Auch ein großes Geröllfeld überqueren wir. Das macht mir besonders viel Spaß.
 

Dann kommt die Kölnbreinsperre in Sicht. Das ist die höchste Staumauer Österreichs und sie ist wirklich imposant. Natürlich ist sie auch ein Ausflugsziel, so sind wir auf einmal wieder inmitten der Zivilsation. Holländer, Familien und Senioren tummeln sich hier. Nach einer kurzen Getränkepause wandern wir mit allen anderen am Stausee entlang. Der ist mal tiefblau, mal türkis, je nach Tiefe und Sonneneinstrahlung. Irgendwann werden die Spaziergänger auch weniger und wir starten den Endspurt. Der Weg zieht sich ganz schön. Es ist eine "Autobahn", aber am Ende kommt noch mal ein Anstieg. Durch die schwierige Wegbeschaffenheit des ersten Teils haben wir nun doch länger gebraucht, als geplant. Die optionale Wanderung zum Brunkarsee nehmen wir nun nicht mehr in Angriff. Stattdessen lassen wir uns das Radler und die Schorle auf der Osnabrücker Hütte in der Sonne schmecken. Zusammensitzen, schnacken, oder auch mal nichts sagen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen gehört auch zu unseren Wandertagen. Einfach schön!

4. Tag

  • Osnabrücker - Schwarzhornseen - Kölnbreinsperre
  • Länge: 14,7km
  • Höhenmeter: 982m bergauf, 1083m bergab
  • Dauer: 5 Stunden

 

Anstatt denselben Weg zurückzugehen (der dazu ja auch noch recht unspektakulär ist) folgen wir dem Rat des Hüttenwirts der Kattowitzer Hütte und nehmen den Weg über die Schwarzhornseen durch das Kleinelendstal. Das bedeutet noch einmal richtig Höhenmeter. Und die haben es in sich! Direkt nach dem Start geht es steil bergauf, es wird sogar ein bisschen kraxelig und wir müssen auch schon mal unsere Hände zur Hilfe nehmen. Schön, dass in unserer Gruppe jeder sein eigenes Tempo bestimmen kann, niemand wird gehetzt oder gebremst. Beim Warten auf die Gruppe haben wir ja auch immer die Möglichkeit, das Panorama zu genießen. Einfach schön, wie entspannt alles zugeht.
 

Ja, der Aufstieg ist heftig, wir werden jedoch mit wunderschönen Ausblicken belohnt. Die Schwarzhornseen sind einfach fantastisch. Sowohl der untere als auch der obere Schwarzhornsee spiegeln den blauen Himmel mit den Schäfchenwolken. Nach dem wir den oberen See passiert haben, geht es noch einmal steil hoch zur Zwischenelendscharte, danach haben wir "nur noch" den Abstieg vor uns. Der ist sehr abwechslungsreich, führt mal über schmale Pfade und auch mal über große Blockschuttfelder, bei denen man genau hinschauen muss, wo man seine Füße hinsetzt. Inmitten dieser rauen Bergwelt entdecken wir kleine, wirklich sehr hübsche blau blühende Pflänzchen. Immer wieder sind wir erstaunt, dass hier oben noch etwas blüht. Zu Hause gegoogelt weiß ich jetzt: es ist Frühlingsenzian. Spannend auch, dass wir zwei recht große Schneefelder passieren müssen. Gut, dass wir Wanderstöcke dabei haben, denn der Schnee ist richtig rutschig und an einigen Stellen sinken wir auch recht tief ein.
 

Etwas weiter unten kommen uns nun auch einige Wanderer entgegen. Die Rundtour von der Kölnbreinsperre durch das Kleinelendtal zu den Schwarzhornseen ist ein Naturlehrweg und natürlich auch wegen der spektakulären Aussichten recht beliebt. Wir haben die Uhr im Blick, denn der Bus, der uns zurück nach Gmünd nimmt, fährt um 15.15 Uhr. Das schaffen wir jedoch locker. Wir haben sogar noch Zeit für eine gesunde Pommes. Davon hatte Til, mit 15 Jahren der jüngste in unserer Gruppe, schon stundenlang geschwärmt.
 

In Gmünd angekommen freuen wir uns über unsere bequemen Betten und die Duschen auf den Zimmern. Bevor wir diese aber ausgiebig nutzen, treffen wir uns auf ein Willkomens-Bier auf dem Marktplatz der Künstlerstadt. Kaum sitzen wir auf den Bänken, fängt es auch schon an zu regnen. Wie der Start, so das Ende.
 

Mein Fazit: tolle, abwechslungsreiche Wanderung in Kärnten, die auch Kondition und Trittsicherheit fordert. Durch die Möglichkeit, von den Hütten immer noch einen Gifpel oder einen See zu erwandern, ist die Wanderung auch gut geeignet für Gruppen, die ein unterschiedliches Leistungsniveau haben.
 

Mein Tipp: Wenn noch Zeit ist, lohnt sich ein Bummel durch die vielen Gallerien von Gmünd. Fotoausstellungen, Skulpturen, abstrakte Kunst und für Autofans das Porschemuseum; für jeden Geschmack ist etwas dabei.
 

Meine Packliste:

  • lange Wanderhose
  • kurze Wanderhose
  • bequeme Hose für abends
  • Schlafanzug (da kann man auch das Shirt für den nächsten Tag anziehen)
  • Wanderstiefel
  • Hüttenschuhe/Badelatschen
  • warme Socken für abends
  • Waschlappen (haben nicht unbedingt immer eine Dusche)
  • T-Shirts/Funktionsshirts fürs Wandern
  • 1-2 Langarmshirts
  • Fleecejacke
  • Regenjacke
  • Blasenpflaster
  • Duschzeug
  • Wandersocken
  • Sonnenbrille
  • Mütze/Cap/Tuch
  • Hüttenschlafsack
  • Sonnencreme
  • Mückenschutz
  • ein kleines Buch oder ein Kartenspiel
  • genug Bargeld - keine Kartenzahlung!
  • Alpenvereinsausweis und Pass
  • Outdoorhandtuch
  • Handschuhe (gegen Kälte, helfen aber auch gegen Stahlsplitter von Drahtseilen an gesicherten Stellen)
  • Getränkeflasche
  • ein paar Nüsse, Energieriegel, Trockenobst für tagsüber
  • Stirnlampe oder Taschenlampe (wer will schon nachts die Treppe runterfallen, nur weil er mal zur Toilette muss?)

 
Auf der Unterwegsseite mit Reiseberichten könnt auch Ihr von Euren Reisen und Outdoor-Erlebnissen berichten. Wenn Euer Bericht es auf die Seite schafft, belohnen wir das mit einem Einkaufsgutschein im Wert von 50 Euro!
 

Weitere Fotos von meiner Wanderung im schönen Kärnten findet Ihr im Fotoalbum auf unserer Facebook-Seite.

Kennt ihr das? Ihr seid mit eurem Partner bei Freunden oder Verwandten eingeladen oder wollt in naher Zukunft zu einem Oldtimer Treffen oder demnächst einige Tage Zelten und braucht für diesen Trip aber erst einmal einen geeigneten Schlafsack?
 

Welche Ansprüche sollte ein Schlafsack erfüllen?

Ihr wollt euch natürlich wohl darin fühlen, er sollte weder zu dünn, noch zu dick, nicht zu schwer und gleichzeitig nicht zu sperrig in eurem Rucksack oder eurem Koffer sein? Gleichzeitig wollt ihr darin aber auch nicht frieren? Darüber hinaus wollt ihr vielleicht an die Küste, die sehr bekannt für ihre frische Brise und ihr unbeständiges Wetter ist.
 

Lange Rede kurzer Sinn…
 

Ihr sucht also quasi nach einer Eier legenden Wollmilchsau, die all eure Anforderungen erfüllt und noch dazu euren finanziellen Rahmen nicht sprengt? Mein Mann und ich hatten vor erst vor kurzem dasselbe Problem. Neben all den bisher aufgezählten Punkten, war es uns außerdem noch wichtig, zwei Schlafsäcke zu einem zu machen und somit einen XXL Schlafsack zu kreieren.
 

Auf der einen Seite wussten wir ganz genau, was wir wollten, aber auf der anderen Seite, war uns noch gar nicht bewusst, welche qualitativen Unterschiede es eigentlich bei der großen Auswahl von Schlafsäcken gibt.
 

Da wir demnächst raus ins Freie wollen und mein Mann jedoch erst einmal noch auf See ist, hab ich mich also einfach mal alleine in unseren Unterwegs - Store in der Nordseepassage begeben und mich dort über einige Modelle schlau gemacht. Anfangs war ich ehrlich gesagt wieder einmal etwas überfordert mit der großen Auswahl.
 

Nachdem ich schnell festgestellt hatte, dass ich wirklich keinen blassen Schimmer davon zu haben schien, worauf ich bei dem Kauf eines qualitativ hochwertigen Schlafsackes achten muss, fing ich also bei „0“ an. Zum Glück half mir Torsten von Unterwegs dabei, das Chaos in meinem Kopf zu beseitigen und schließlich sogar meinen persönlichen Favoriten aus der Masse zu wählen.
 

Zunächst versuchten Torsten und ich erst einmal gemeinsam herauszufinden, was ich eigentlich will. Die männliche Fraktion unter euch denkt jetzt sicher „Das typische Frauenproblem“. Das dachte sich vermutlich auch Torsten und daher fiel seine erste Wahl für mich vermutlich auf einen Schlafsack, der speziell auf die weiblichen Bedürfnisse zugeschnitten ist:

 

Dieser Schlafsack ist ein 3-Jahreszeiten Kunstfasersack, der etwas kürzer (geeignet bis 1,75m), auf die weibliche Anatomie geschnitten (siehe Foto vom Größenvergleich) und zudem am Fußbereich besonders warm ist, da er dort eine extra Portion Kunstfasern besitzt. Das Außenmaterial besteht aus reinem Polyamid und er ist von innen kuschelig weich, wie der Hersteller es nennt „ultrasoft“. Darüber hinaus bringt er 1,5kg auf die Waage und besitzt ein Packmaß von 42 x 24cm. Natürlich benötigt die weibliche Variante auch noch die entsprechende Farbe und auch dieser Punkt geht an den Starlight II Women.
 

An letzter Stelle könnte es für euch vielleicht noch interessieren, dass der Fußbereich eine spezielle Form hat. Der Hersteller Mountain Equipment nennt diesen Bereich „Shark's Toe Foot Design“. Durch einen quasi korkenförmigen Fußbereich erlaubt dieser Schlafsack eine natürliche Position eurer Füße. Außerdem besitzt dieses Modell eine Kapuze mit integriertem Kordelzug, da über unseren Kopf die meiste Wärme verloren geht.
 

Im Folgenden auch noch einmal die Temperaturangaben des Herstellers, die beim Kauf sicher auch eine große Rolle spielen:

  • Comfort: +3°C
  • Limit: -2°C
  • Extreme: -17°C

 

Was bedeuten diese Angaben?

Diese Frage habe ich Torsten auch gestellt und nun weiß ich, dass diese Werte seit 2005 der EN Norm 13537 entsprechen. Diese unterscheidet auch zwischen dem unterschiedlichen Wärmeempfinden von Mann und Frau. Die drei Werte ergeben sich durch die Grenze des Komfortbereiches, die untere Temperaturgrenze sowie durch den unteren Extremwert, bei dem es in der Kälte kaum auszuhalten ist.
 

Torstens erste Wahl sprach mich zwar schon an, aber das Richtige war es einfach noch nicht. Sicherlich kann es den meisten Frauen nie warm genug sein und vor allem „kalte Füße“ sind ein nicht gerade seltenes Thema innerhalb unseres Freundeskreises... Allerdings bin ich dann doch eher ein typischer Warmblüter und kann es gerade an den Füßen nie kühl genug haben. Also ging meine Suche erst einmal weiter… Armer Torsten. 😛

Die XXL Suche

Da mein Mann und ich uns in den Kopf gesetzt hatten, einen Schlafsack zu kaufen, der uns ein XXL Kuschelvergnügen bieten sollte, ging ich mit Torsten also weiter auf die Suche. Es können bei Unterwegs zwar fast alle Modelle zu einem großen Schlafsack integriert werden (achtet bitte auf die Angaben RV rechts und RV links), aber ich fand in unserem Store dennoch diesen riiiiiesen großen Kunstfaser Schlafsack:
 

Space 2 von Deuter, 109, 95€ (Größe XL)

  • Comfort: 6°C
  • Limit: 1°C
  • Extrem: -14°C

 

Torsten nahm mir allerdings schnell meine Euphorie und erklärte mir, dass dieses Modell zwar sicherlich eine feine Anschaffung sei, die Isolation bei der Größe des Schlafsacks für mich jedoch eher kritisch zu betrachten wäre. Je größer ein Schlafsack vom Volumen zum Verhältnis meiner Körpergröße sei, desto mehr Energie müsste ich aufwenden, um diesen auch wirklich warm zu bekommen.
 

Es ist nämlich so...
 

Je schöner ein Schlafsack sich den eigenen Konturen anschmiegt, desto besser kann die Wärmeisolierung erfolgen. Auch wurde meine Idee „zerstört“, dass wir uns in einem gekoppelten Schlafsack gegenseitig wärmen könnten, wenn es draußen unangenehm kalt ist. Durch die Kopplung entsteht offensichtlich ein großes Volumen und in der Mitte wiederum quasi ein Windkanal. Aus diesem Grunde, erhielt ich von Torsten den Rat, lieber allein im Schlafsack zu liegen, sollte es draußen besonders kalt sein.
 

Davon abgesehen sei dieses XL Modell von deuter ohnehin eher etwas für geschlossene Räume und daher keine gute Wahl für Übernachtungen in der Kälte. Stattdessen sei er wunderbar geeignet für Übernachtungen bei Freunden, auf einem Segelboot, im Wohnwagen oder ähnliche Situationen. Noch dazu hat dieser Sack ein XL Packmaß von 20 x 40 x 28cm und bringt ein Gewicht von 2520g auf die Waage.
 

Rechts übrigens ein Foto von dreien der hier erwähnten Schlafsäcke - nur noch einmal zur Veranschaulichung der Größenverhältnisse. 😉 Auf diesem Foto seht ihr auch noch einmal die unterschiedliche Größe und Form des Starlight II Women.

Da ich den Schlafsack allerdings auch ab und an alleine benötige und somit viele Argumente gegen dieses Modell sprachen, schaute ich mich also erst einmal weiter um...
 

Als nächstes zeigte Torsten mir einen Klassiker, der sich vor allem in der Ferienzeit einer großen Beliebtheit bei Unterwegs zu erfreuen scheint. Die Rede ist hierbei von den beiden Modellen Mountain Equipment Classic 300 und 500.
 

Der größte Unterschied zwischen diesen beiden Modellen liegt vor allem in den unterschiedlichen Temperaturangaben. Während der Classic 300 wirklich eine gute Wahl für die warmen und sommerlichen Temperaturen ist, bietet der Classic 500 die entsprechende Wärme bei kühlen Temperaturen.
 

Classic 300 von Mountain Equipment (ab 189,95 €),  820 g

  • Comfort: +7°C
  • Limit: +3°C
  • Extrem: -12°C

 

Classic 500 von Mountain Equipment (ab 229 €), 1.080g

  • Comfort: 2°C
  • Limit: -4°C
  • Extrem: -20°C

 

Ansonsten tun sich die beiden Schlafsäcke nicht viel in Ihrer Ausstattung. Beide sind ausgestattet mit 90/10 Daune mit einer Fillpower von mindestens 675cuin und beide besitzen einen „3-D-Wärmekragen“. Ein solcher Kragen verhindert, dass Wärme verloren geht und bietet euch daher noch einen zusätzlichen Schutz gegen die Kälte. Außerdem haben auch beide diesen speziellen Fußbereich (siehe Foto) wie die der Starlight II Women.
 

Ich muss gestehen, dass mich die 300er Variante gleich auf Anhieb am meisten ansprach. Zumal mein Mann und ich nicht allzu oft in den Genuss kommen, in einen Schlafsack zu schlüpfen und im Freien zu schlafen und wenn dann auch eher nur in der warmen Jahreszeit. Somit fiel meine Wahl schon einmal nicht auf das 500er Modell, sondern auf die 300er Variante. Ein weiterer Pluspunkt ergab sich für mich für dieses Modell, da es mit einem weiteren Schlafsack kombinierbar ist. Somit steht unserem XXL Kuschelschlafsack nun nix mehr im Wege. 😉
 

Was spricht noch für den Classic 300?
 

Als ich die Preisschilder der beiden Modelle näher betrachtete, sprang mir gleich das schwarze, runde Schild mit der weißen Aufschrift Down Codex ins Gesicht. Als ich Torsten darauf ansprach, erklärte er mir, dass die Herkunft der Daune bei Mountain Equipment sowie der Weg von der Produktion hin zur Füllung der Schlafsäcke nachvollziehbar und Tierschutz konform sein. Immer mehr Hersteller bemühen sich darum, einen ähnlichen Ansatz zu verfolgen und die anderen sollten sich hieran gerne ein Beispiel nehmen.
 

Ich finde den Ansatz von Mountain Equipment sehr vorbildlich und daher gibt von meiner Seite aus auch hierfür einen Pluspunkt für den Classic 300. Eigentlich wusste ich jetzt bereits, dass ich das richtige Modell für uns gefunden hatte. Allerdings war ich ja nun einmal bereits im Geschäft und neugierig auf eine hochpreisige Variante. Vor allem interessierte es mich, was eine hochwertige von einer sehr hochwertigen Qualität unterscheidet.
 

Zuletzt zeigte mir Torsten also einen den folgenden Daunenschlafsack des Herstellers Yeti:
 

V.I.B 250 von Yeti (ab 269,95 €), 560g

  • Comfort: 9°C
  • Limit: 5°C
  • Extrem: -9°C

 

Das Besondere an diesem Schlafsack ist vor allem das erstaunlich geringe Gewicht (angefangen bei 560 g), das geringe Packmaß (angefangen bei 24 x 10cm) sowie die hochwertigen Daunen im Innern des Sackes (Crystal Down™ 95/5, 800+ cuin). Auch dieses Modell ist mit einem weiteren kombinierbar. Auf dem Foto könnt ihr auch noch einmal das kleine Packmaß sehen.

Was unterscheidet eine billige von einer hochwertigen Qualität?

  • Bei Kunstfaserschlafsäcken gibt es unterschiedliche Qualitäten der Watte und der Verarbeitung der Nähte (Schindel, Dachziegel, Thermogenäht)
  • Bei Daunensäcken unterschiedliche Qualitäten der Daune und der Kammern (Trapez, Box, H-Kammern und V-Kammern)
  • Außerdem gilt für Daunenschlafsäcke: Je billiger die Füllung, desto mehr Federn. Dabei sorgen gerade die Daunen für eine gute Wärmeisolierung
  • Für alle gilt: Ein hochwertiger Schlafsack sollte atmungsaktiv sein und nicht aus Baumwolle bestehen, da Baumwolle Feuchtigkeit aufnimmt und sie nicht nach Außen trägt.

 

Welche Modelle euch persönlich interessieren, hängt natürlich von eurem eigenen Geschmack, dem entsprechenden Verwendungszweck sowie von eurem Geldbeutel ab. Eines gilt jedoch für alle und das ist die richtige Pflege, die für eine lange Haltbarkeit eures treuen Begleiters sorgt.
 

Stopfen, nicht rollen
 

Schlafsäcke sollten nie eingerollt, sondern immer in ihre passenden Packsäcke gestopft werden. Mir persönlich macht das Stopfen auch gleich noch mehr Spaß. Ich kann mich noch zu gut dran erinnern, wie mühselig es damals war, die Schlafsäcke auf einer Schulfreizeit sorgfältig zu falten, die Kapuze einzuschlagen und dann den ganzen Sack im gerollten Zustand in den entsprechenden Packsack zu bekommen. Man dachte ja schließlich, so sei es richtig.
 

Schlafsäcke leicht und locker lagern
 

Wusstet ihr eigentlich, dass Schlafsäcke lediglich für den Transport komprimiert verstaut werden sollten? Das war mir vorher ehrlich gesagt auch nicht bewusst. Daher lagen unsere alten Schlafsäcke bislang auch immer gestopft in ihren Packsäcken. Ich kannte das auch nicht anderes von unseren Freunden. Aber man lernt ja nie aus und auch diesen Tipp habe ich von Torsten aufgeschnappt: Schlafsäcke sollten zu Hause immer leicht und locker aufbewahrt werden. Entweder in einem Mesh-Aufbewahrungssack (siehe Foto) oder einfach in einem allen Bettbezug. Wird ein Schlafsack permanent komprimiert, also zusammen gestopft oder gerollt gelagert, verliert er an Bauschkraft und somit auch an Leistung, die wir nachts dann doch sehr vermissen könnten.
 

Bei unserer neuen Eroberung ist ein solcher Mesh-Sack sogar schon mit im Paket.
 

Waschen nur mit Vorsicht zu genießen
 
Was das Waschen betrifft, ist hierbei folgendes zu beachten: So wenig, wie möglich und so viel, wie nötig. Sicherlich ist es wichtig, dass ihr beim Benutzen entstandene Salze und Schmutz durch einen Waschvorgang aus dem Sack entfernt. Allerdings ist anschließend zu beachten, dass viele Modelle ein Vielfaches ihres eigenen Gewichtes an Flüssigkeit aufnehmen und an einigen Stellen reißen könnten. Um diese Szene zu vermeiden, lasst ihr die Schlafsäcke am besten sogar professionell reinigen.
 

2 Tipps am Schluss
 

  1. Habt ihr euch schon mal gefragt, weshalb euch trotz eines kuscheligen Schlafsackes noch kalt ist, wenn ihr darunter keine Isomatte liegen habt?
    Das liegt daran, dass ein guter Schlafsack seine Leistung erst vollkommen entfalten kann, wenn ihr auch eine entsprechende Unterlage unter euch liegen habt. Denn sowohl Daunen als auch Kunstfasern können nicht isolieren, wenn sie zusammen gedrückt werden. Die entscheidende Isolation wird daher von der Isomatte übernommen.Eine Isomatte erfüllt also nicht nur den Zweck, euch eine weiche Unterlage zu bieten und euren Rücken zu schonen, sondern sie unterstützt noch dazu die Leistung eures Schlafsackes.
  2. Mögt ihr es nicht, nackt in euren Schlafsäcken zu liegen?
    Dann denkt bitte daran Kleidung aus Fleece, Seidenpyjama (z.B. von Cocoon) oder Merinowolle (hier mehr Infos) zu tragen und Baumwolle zu vermeiden, da diese die Feuchtigkeit nicht weitergibt und somit unangenehme Verdunstungskälte in eurem Schlafsack entstehen kann, die euren Schlaf trotz toller Isomatte und trotz eines noch so hochwertigen Schlafsackes an eurem Schönheitsschlaf hindern könnte.

 

So, das war es auch erst einmal wieder von meiner Seite.
 

Bis bald! Eure Dori von Unterwegs 🙂