EierlegendeWollmilchSau_blo

  Ihr habt von dem Tier bestimmt auch schon gehört, oder? Und bestimmt habt auch ihr schon danach gesucht. Einen Sportwagen, der auch zum Umzug taugt. Eine Kamera mit allen Möglichkeiten einer Spiegelreflex aber klein, leicht und ohne Wechselobjektive. Ein maßgeschneiderter Anzug von der Stange. Einen bequemen Ohrensessel mit Lehnen, der aber nicht viel Platz wegnimmt. Ich könnte noch einige Beispiele aufführen. Google wirft bei der Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau 499.000 Ergebnisse dafür aus. Bilder gibt es in Hülle und Fülle. Bei Google Maps kann man den Routenplaner bemühen. Bücher sind darüber geschrieben worden. Ja, auch ich bin schon mal auf der Suche nach dem Viech, obwohl ich es ja besser wissen müsste. Gefunden habe ich es aber noch nicht. Und schade, auch bei Unterwegs ist es nicht im Programm, obwohl sich unsere Einkäufer alle erdenkliche Mühe geben. Sicher, wir haben Multifunktionsjacken, Multitools, Multifuel Kocher – aber (jetzt kommt der Haken), auch diese Produkte sind nicht für alle Zwecke, die man sich denken kann, gleich gut geeignet. Zu unterschiedlich sind die Ansprüche von Wanderern und Extrembergsteigern, Winter- und Sommerurlaubern, Fernreisenden und Campingurlaubern. Damit ihr genau das findet, was ihr braucht, stehen wir mit unserer Beratung zur Verfügung. Auf ihren zahlreichen Reisen sammeln unsere Mitarbeiter Erfahrungen, die sie an euch weitergeben können. Das können sowohl positive als auch negative Erfahrungen sein, aber auch davon könnt ihr natürlich profitieren. Nicht zuletzt finden diese Erfahrungen auch Einfluss auf die Sortimentsgestaltung bei Unterwegs.

Nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen

Spatz

Man sollte sich nicht immer für den Extremfall rüsten wollen. Meine Erfahrung ist, dass der Extremfall äußerst selten auftritt und dass es summa summarum besser sein kann, einmal nicht so gut ausgerüstet zu sein, dafür aber mit dem Produkt die anderen hundertmal bestens bedient zu sein.     Beispiel: Schuhe. Auch wenn ihr euch z. B. mit dem Gedanken tragt, in Zukunft vielleicht mal eine Gletschertour zu machen, für Tageswanderungen ist ein steigeisenfester Schuh eher ungeeignet. Er ist schwerer und rollt nicht so gut ab, wie ein Leichtwanderschuh. Damit könnte euch eventuell der Spaß am Wandern ganz genommen werden, dann fällt auch die Gletschertour ins Wasser. Manchmal ist aber auch der etwas festere Schuh mit besserer Passform die richtige Wahl. Mit dem lässt sich dann auch eine Trekkingtour bewältigen. Probiert die Schuhe in Ruhe an, ihr werdet den Unterschied merken. Die eierlegende Wollmilchsau ist ein Schuh, der leicht ist und eine hohe Sohlenstabilität hat, dabei aber hervorragende Abrolleigenschaften hat, nicht zu hoch ist, aber eine super Gelenkunterstützung bietet, steigeisentauglich natürlich, im Sommer kühl, im Winter warm hält – fällt euch noch was ein? Beispiel: Rucksack. Wer mehrtägige Wanderungen mit viel Gepäck plant oder auf Weltreise geht, der sollte sich nach einem großen Rucksack umschauen. Für Tageswanderungen ist ein Trekkingrucksack nicht tauglich. Er hat deutlich mehr Gewicht und verführt dazu, mehr mitzunehmen, als man benötigt. Mit einem vernünftigen Wanderrucksack, in dem man die Marschverpflegung und eventuell benötigte Kleidung unterbringen kann, macht es richtig Spaß zu laufen. Wenn euch hier schon der Spaß verdorben wird, rückt die Trekkingtour in weite Ferne. Rucksäcke gibt es in verschiedenen Rückenlängen oder sie sind verstellbar, auch hier gilt: aufsetzen und ausprobieren. Die eierlegende Wollmilchsau: ein Rucksack, der extrem leicht ist, das Volumen dem Einsatzzweck anpasst, mit einem Tragesystem, das sowohl für Trekkingtouren als auch für leichte Wanderungen optimal ist, gut belüftet ist, aber einen festen Sitz am Rücken hat. Die Hersteller arbeiten dran. Beispiel: Schlafsack. Viele unserer Kundinnen und Kunden haben Angst, nachts im Schlafsack zu frieren. Ich muss ja zugeben, das ist auch eine sehr unangenehme Vorstellung. Trotzdem solltet ihr euch die Frage stellen, für welchen Einsatzzweck ihr den Schlafsack braucht. Sonst stellen wir euch die Frage. Damit wir wissen, was ihr benötigt. Ein bisschen Reserve ist ja o.k., wer jedoch die Wintervariante für den Sommer wählt, wird zwar nicht frieren, aber ziemlich sicher schwitzen. Es sei denn, man nutzt den Schlafsack nur zum drauf liegen. Ich erinnere mich an meine Wanderung im Grand Canyon, als ich mit einem 2kg schweren Schlafsack durch die Gegend gelaufen bin, nur um bei 20°C Nachttemperatur darauf zu liegen. Beim Abstieg in den Canyon war es noch nicht so schlimm, aber beim Aufstieg (das sind, glaube ich, 1400 Höhenmeter), habe ich mich schwarz geärgert. Es ist lange her, damals war ich noch jung und unerfahren. Wenn jedes Gramm zählt, dann ist ein überflüssiges Kilo ganz besonders ärgerlich. Das habe ich nach der Tour schnell geändert und mir einen leichten Daunenschlafsack gegönnt. Der existiert immer noch und ich habe in ihm noch nicht gefroren. Ihr könnt euch an der Europäischen Norm EN 13537 orientieren, die gibt euch einen guten Anhaltspunkt über die Temperaturbereiche bei Schlafsäcken. Die eierlegende Wollmilchsau ist schnell zusammen gefasst: warm im Winter, kühl im Sommer, kleines Packmaß und leicht, leicht, leicht. Diese Beispiele lassen sich auch für Bekleidung, Zelte und Zubehör finden. Sie verdeutlichen, dass ihr durch gute Beratung viel Ärger, aber auch Geld sparen könnt. Und eine Ausrüstung habt, die genau auf eure Bedürfnisse abgestimmt ist.

Die Kirche im Dorf lassenDie Kirche im Dorf lassen

Wenn ich euch bisher von extremer Ausrüstung für leichte Touren abgeraten habe, so rate ich natürlich auch davon ab, extreme Sachen mit der Ausrüstung für leichte Touren zu machen. Die Sachen für eine Trekkingtour lassen sich nicht in den Wanderrucksack quetschen. Das Tragesystem eines leichten Rucksacks ist auch nicht für großes Gewicht ausgelegt. Mit dem Sommerschlafsack und langer Unterwäsche könnt ihr im Schnee unangenehme Nächte verbringen. Der Halbschuh taugt weder für den Gletscher noch für die Trekkingtour. Bei einer Wanderung in Neuseeland ist einer aus unserer Gruppe mit Halbschuhen auf Tour gewesen und hatte 15kg Gepäck auf dem Rücken. Er ist umgeknickt und hat den Rest des Weges im Helikopter der Luftrettung zurückgelegt. So etwas braucht keiner. Abgesehen davon, dass ich das 3-Mann Zelt von ihm aufgeladen bekam. 🙁 Ich habe natürlich Verständnis dafür, dass man für eine einmalige Unternehmung (oder eine Unternehmung, die bei Gefallen dann doch fortgesetzt werden soll) sich nicht so ausrüstet, als würde man jedes Jahr die Achttausender stürmen. Viele möchten auch nicht so viel Geld dafür ausgeben. Aber bei anspruchsvollen Unternehmungen braucht man auch die entsprechende Ausrüstung. Und die kostet, zugegeben, etwas mehr. Sie erspart euch aber eventuell auch viel Ärger. Wenn ihr aufgrund schlechten oder fehlenden Equipments eine Tour abbrechen müsst, werdet ihr euch in den ….. beißen. In einem Blog habe ich vor kurzem einen Artikel zur Bodenständigkeit gelesen, in dem zu lesen war, dass man für “normale” Outdoor-Unternehmungen keine Hightech – Ausrüstung braucht. Das stimmt. Außer ein paar Unannehmlichkeiten wie Blasen an den Füßen und durchnässter Bekleidung ist nicht unbedingt was zu befürchten. Da stand aber auch, dass man in sicherheitsrelevanten Fragen keine Kompromisse eingehen sollte. Das sehe ich genau so. Deshalb schreiben wir fachgerechte Beratung bei Unterwegs GANZ GROß. Wir haben den Anspruch, dass ihr nicht nur mit dem Gefühl, das richtige Equipment zu haben, das Geschäft verlasst, sondern, dass ihr auch nach eurer Tour noch der gleichen Ansicht seid.   Titelbild: Friedrich Graf     bluesign_outdoorDas “bluesign® product” Label ist immer häufiger an den Produkten unserer Hersteller zu finden. Ich möchte deshalb hier versuchen, dem bluesign® System etwas auf den Grund zu gehen und euch näher zu bringen, was damit gemeint ist.

 

Das bluesign® System

Das bluesign® System kümmert sich um die nachhaltige Produktion von Textilien unter Berücksichtigung von
  • Ressourcenproduktivität
  • Immissionsschutz
  • Gewässerschutz
  • Arbeitssicherheit / Gesundheitsschutz
  • Verbraucherschutz
Ziel des bluesign© System ist die Verfolgung dieser fünf Prinzipien auf allen Ebenen entlang der gesamten textilen Herstellungskette. Das heißt für uns Verbraucher nicht nur ein möglichst unbelastetes Produkt zu kaufen, sondern gleichzeitig zu wissen, dass es möglichst umweltschonend und unter Berücksichtigung der Arbeitssicherheit hergestellt ist. Das bluesign® System setzt also an der Wurzel an und sorgt dafür, dass schon die einzelnen Komponenten die Kriterien des Systems erfüllen (Input Stream Management).  

Die Werkzeugkiste des bluesign® Systems

bluetool (bluesign technologies, internes Bewertungstool)
bluesign blue-tool

bluesign® bluetool

Mit Hilfe eines Filters können Chemielieferanten feststellen, ob die von ihnen angebotenen Produkte die Anforderungen des Systems erfüllen. Entsprechen die Materialien den Kriterien des bluesign® system, werden sie als “bluesign® approved” klassifiziert und wandern in den         bluefinder (Datenbank für den Hersteller)
bluesign blue-finder

bluesign® bluefinder

Diese Suchmaschine enthält die chemischen Produkte, die “bluesign® approved”  sind. Sie bietet den Herstellern textiler Produkte sowie Accessoires eine Datenbank, in der die zugelassenen Stoffe aufgeführt sind. Die Suchmaschine wird immer auf dem aktuellen Stand gehalten und hält auch die textilbezogenen EHS (Environment, Health & Safety)-Informationen bereit. Entsprechen die textilen Stoffe und Accessoires den Kriterien des bluesign® Systems, werden sie als “bluesign® approved“ zertifiziert und gehen in den     blueguide (Datenbank für den Markenhersteller)
bluesign blueguide

bluesign® blueguide

Im blueguide werden die bluesign® approved Komponenten aufgelistet und Informationen über die Hersteller sowie über Umweltverträglichkeit, Arbeits- und Gesundheitsschutz bereitgestellt. So findet der Markenhersteller schnell Informationen und Materialien, die für seine Produkte passend sind.         bluesign® screening Bevor ein Textil- oder Accessoireshersteller sich zum Systempartner qualifizieren und zertifizierte Produkte anbieten kann, durchläuft er ein sogenanntes Screening. Aus diesem umfangreichen Prozess, in welchem die fünf Prinzipien Ressourcenproduktivität, Immissionsschutz, Arbeitssicherheit, Gewässerschutz und Verbraucherschutz betrachtet werden, resultiert ein Maßnahmenkatalog, welcher vom Hersteller implementiert werden muss. Nach erfolgreicher Umsetzung können seine Produkte zertifiziert werden. Ein erneutes Screening erfolgt alle 3 Jahre.   bluesign® system partner Systempartner sind Lieferanten, die bluesign® zertifizierte Produkte anbieten (Chemische Industrie, Textil- und Accessoireshersteller) sowie Marken oder Händler.   Die verschiedenen Labels der Systempartner noch mal zusammengefasst Das Endprodukt der Chemielieferanten ist bluesign® approved und erscheint im bluefinder. Das Endprodukt der Textil- und Accessoireshersteller, die Materialien aus dem bluefinder verarbeiten, ist bluesign® approved und erscheint im blueguide. Marken und Händler, die Materialien aus dem blueguide verarbeiten und dessen Produkt den Kriterien des bluesign® Systems entsprechen, werden mit dem Label bluesign® approved product ausgezeichnet. Wenn eine Marke nicht als Systempartner zertifiziert ist, kann sie trotzdem bluesign®approved Komponenten verarbeiten. Diese Produkte sind dann nicht als bluesign® approved product deklariert.   Soziale Verantwortung bluesign® Systempartner verpflichten sich, die Grundsätze des UN Global Compact einzuhalten. “Corporate Social Responsibility” (CSR) ist nicht Teil des Zertifizierungsprozesses, jedoch werden bereits existierende andere Labels, wie zum Beispiel die Fair Wear Foundation (siehe mein Beitrag im Elchblog ), mit berücksichtigt.   Ich hoffe, dass ihr jetzt einen kleinen Überblick habt, was bluesign technologies macht und was das Label an euren Produkten bedeutet. Wer mehr erfahren möchte, der kann sich auf der Bluesign Website näher informieren. Sicher kennt ihr das auch nur allzu gut: euer Lieblingskleidungsstück ist plötzlich kaputt. Es hat einen Riss, ein Loch oder eine geöffnete Naht. Oder nehmen wir mal eure geliebten Wanderschuhe. Sie gingen mit euch, wortwörtlich, durch dick und dünn und irgendwann kommt der Tag, an dem sie ein schlechtes Sohlenprofil aufweisen. Aber gleich wegschmeißen? Auf keinen Fall! In dem folgenden Beitrag möchte ich euch ein paar Tipps an die Hand geben, wie ihr länger Freude an eurer Ausrüstung habt und dadurch gleichzeitig euren ökologischen Fußabdruck positiv gestalten könnt. Reparatur leicht gemacht
Reparieren ist oft ganz einfach

Reparieren

Die “Flickschusterei” hat zwar einen schlechten Ruf, doch wenn man das Wort auseinander nimmt, dann macht es durchaus Sinn. Für kleinere Risse und Löcher bei Jacken, Zelten, Liegematten etc. findet ihr in unserem Shop Reparaturmaterial, mit dem der Schaden leicht selbst zu beheben ist. Und selbst bei Brandlöchern durch Funkenflug oder auch dem ein oder anderen Riss vom Stacheldrahtzaun, kann euch eine Änderungsschneiderei vor Ort sicher weiter helfen. Bestenfalls habt ihr sogar jemanden in eurem Bekanntenkreis, der mit der Nähmaschine umgehen kann. Und für schwierigere Fälle haben außerdem viele unserer Hersteller einen Reparaturservice. In diesem Fall, könnt ihr jederzeit gerne in unseren Filialen vorbeischauen und meine Kollegen auf die entsprechenden Möglichkeiten ansprechen. Und was das Thema Wanderschuhe betrifft, die meisten von ihnen lassen sich jederzeit neu besohlen. Bei hochwertigen Schuhen lohnt sich diese Investition auf jeden Fall. Außerdem hat es den entscheidenden Vorteil, dass ihr eure Lieblingsschuhe bereits eingelaufen habt. Denn eine Neubesohlung ist billiger als ein neuer Schuh und du weißt genau, dass der Schuh passt.
Wiederverwenden - jemand anders wird sich freuen

Wiederverwenden – jemand anders wird sich freuen

Reuse – Wieder- oder Weiterverwenden

“Es passt mir nicht mehr” – die bösen Kalorien haben das Kleidungsstück über Nacht enger genäht! Sicher kennen einige von euch auch diese Situation nur allzu gut! Auch wenn es euch noch so schwer fällt, euer Lieblingskleidungsstück nicht mehr tragen zu können… Hört euch erst einmal um, ob das gute Stück noch einem Freund oder einem Bekannten gute Dienste leisten könnte. Es wäre zu schade, es gleich in die Tonne zu hauen. “Es gefällt mir nicht mehr” – jeder Geschmack ändert sich im Laufe der Zeit. Es kann Monate oder sogar Jahre dauern. Doch irgendwann könnt ihr eine bestimmte Farbe oder ein gewisses Muster einfach nicht mehr sehen. Glaubt mir, ich kann ein Lied davon singen manches ist zwar unverwüstlich, aber einfach out. Auch hier gilt wieder: Nicht sofort weg damit, sondern erst einmal umhören, ob sich nicht doch noch jemand über das gute Stück freuen könnte. Und wenn es nur für die Gartenarbeit gut ist 🙂 “Es funktioniert nicht mehr” – jedenfalls nicht mehr so, wie ihr euch das vorstellt. Sei es eure Alpinjacke, die in die Jahre gekommen und verschlissen ist oder auch ein Messer, dass seine Schärfe verloren hat. Solltet ihr ein absoluter Outdoorfan sein und eine neue und weitaus funktionellere Jacke mit einem noch robusteren Material eure Wahl sein, dann heißt das nicht gleich, dass eure Freunde oder Bekannten damit nichts anfangen können. Ganz im Gegenteil! Vielleicht ist eure Jacke nicht mehr robust genug für einen langen Trekkingeinsatz, aber für einen Hundespaziergang reicht es sicher allemal! Und zur Not sucht ihr euch einfach einen Secondhand-Laden um die Ecke. Für viele Bekleidungs- oder Ausrüstungsteile gibt es jemanden, der es noch gebrauchen kann. Hör dich um und gib es weiter.
recyceln - Rohstoffe wieder verwerten

recyceln – Rohstoffe wieder verwerten

Recycle

Man sieht es der Ausrüstung vielleicht nicht an, doch besteht heutzutage immer mehr aus recyceltem Material. Und der Trend nimmt zu. Das Recycling einer Funktionsjacke ist jedoch gar nicht so einfach, wie das einer PET Flasche. Im Gegensatz zu der Flasche, bestehen die einzelnen Elemente von Funktionsbekleidung (Reißverschlüsse, Verstärkungen, Futterstoff, Füllung) oftmals aus verschiedenen Stoffen. Für ein echtes Recycling muss man die verschiedenen Materialien wieder voneinander trennen. Es gab schon früh Initiativen von Herstellern, die den Gedanken des Recyclings aufgegriffen haben. Diese Initiativen scheiterten aber leider an der mangelnden Resonanz der Kunden. Es gab kaum jemanden, der seine alte Jacke zurückbrachte, um sie dem Recycling zuzuführen. Vielleicht waren die Hersteller auch einfach ihrer Zeit voraus? Solltet ihr eine alte Jacke haben, die ihr nicht mehr benötigt oder eine Ausrüstung besitzen, die einfach nicht mehr das hält, was sie mal versprach, dann wendet euch ruhig an den jeweiligen Hersteller und fragt nach, wie ihr die Sachen am besten und einfachsten recyceln könnt. Einige Firmen haben dafür Programme, die anderen müssen sich dann etwas überlegen, sofern die Nachfrage größer wird. Einer unserer Hersteller, Patagonia, ist in diesem Thema schon einmal ganz weit vorne. Mit seiner Patagonia Common Threads Initiative” zeigt das Unternehmen, dass es durchaus möglich ist, solch ein Konzept erfolgreich in die Tat umzusetzen. Wir verkaufen Qualitätsausrüstung, da wir davon überzeugt sind, dass es für alle Seiten umso nachhaltiger ist, je länger ein Produkt hält. Für die Lebensdauer ist allerdings noch ein entscheidender Aspekt von großer Bedeutung: Die richtige Pflege verlängert die Lebensdauer eurer Sachen. Wartet also nicht so lange, bis gar nichts mehr geht. Weitere Pflegetipps findet ihr außerdem auf unserer Homepage und hier auf unserem Elchblog. Wie sieht es bei euch aus: habt ihr eure Ausrüstung schon mal repariert, wiederverwendet, recycled? Habt ihr noch gute Ideen für uns oder andere? Über Kommentare freuen wir uns immer sehr. Bei Unterwegs gibt es echt harte Mädels und Jungs. Welche, denen das Abenteuer ins Gesicht geschrieben ist. Die ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen sind. Früher gehörte ich auch mal dazu. Kein Weg zu weit, kein Fluss zu reißend, kein Pass zu steil, kein Berg zu hoch – na gut, den Himalaya jetzt mal beiseite gelassen. Die Ausrüstung war natürlich spartanisch, schließlich musste ich alles schleppen – bestenfalls auf dem Fahrrad transportieren – aber auch das will gefahren werden. So bin ich wirklich viele Jahre unterwegs gewesen.
Mein Zelt mit Stehhöhe und großer Apsis – das Großzelt oben werde ich vielleicht in 10 Jahren brauchen

Mein Zelt mit Stehhöhe und großer Apsis – das Großzelt oben werde ich vielleicht in 10 Jahren brauchen

Heute ist das alles anders. Heute wird das Auto beladen und ab gehts. Nicht, dass ich dem Zelten abtrünnig geworden wäre, ich kann mir nach wie vor keine bessere Art des Urlaubs vorstellen. Aber die  Therm-a-Rest ist 3,5cm dicker und ich nehme das Kopfkissen von zu Hause mit. Nur der Daunenschlafsack ist noch der gleiche wie vor 25 Jahren. Der wird auch noch ein bißchen halten. Das Zelt hat Stehhöhe – ihr werdet das kennen, wenn man sich im Zelt auf dem Rücken liegend in die Hose reinquält – das geht hier bedeutend besser. Die große Apsis, in die Tisch und Stühle reinpassen, ist ideal um Schlechtwettertage ohne Lagerkoller zu überstehen.  
Outdoor Sessel und Campingtisch

Outdoor Sessel und Campingtisch schonen den Rücken

Tischtuch und Kerzen - wir haben alles dabei

Tischtuch und Kerzen – wir haben alles dabei

Ich sitze auch nicht mehr auf dem Boden oder auf der Liegematte, sondern im Campingstuhl. Der Teller steht nicht mehr auf dem Schoß sondern auf dem Tisch, Tassen und Töpfe gleichermaßen, das Klappbesteck ist dem Haushaltsbesteck gewichen.     Eigentlich ist alles so wie früher nur bequemer, luxuriöser. Wenn ich passende Bäume finde, kann ich meine Hängematte aufhängen – die ist auch immer dabei – und die Seele baumeln lassen.       Candlelight Dinner – auch das kriegen wir hin. Das praktische Wachstuch und die bunten Untersetzer sind zwar nicht wirklich romantisch, aber bei Kerzenschein sieht doch gleich alles anders aus. Hier werden allerdings die Vorbereitungen für ein französisches Mittagessen mit Baguette und leckerem Käse getroffen. Da wir uns um Gewicht und Volumen unseres Essens ja keine Gedanken machen müssen, schlendern wir auch gerne über Wochenmärkte und kaufen frische Sachen ein.
Frisch gerösteter Kaffee aus aller Welt

Frisch gerösteter Kaffee aus aller Welt

Diese runden Courgette schmecken fantastisch

Diese runden Courgette schmecken fantastisch

Selbstgemachte Marmelade – liebevoll drapiert

Selbstgemachte Marmelade – liebevoll drapiert

Kuehlschrank

Der Kühlschrank liefert kalte Getränke und frisches Essen

Und wo lagern wir alle diese Delikatessen? Richtig, ich habe mir einen Kühlschrank zugelegt. Vorbei die Zeiten, in denen wir mit feuchten Handtüchern über der Ortlieb-Faltschüssel versuchten, die Butter davon abzuhalten flüssig zu werden. Ganz zu schweigen von dem Versuch, auf gleiche Weise die Getränke kalt zu bekommen. Die einzige Möglichkeit bestand darin, dass man einen Platz in der Nähe eines kühlen Baches fand, in den man die Flaschen reinhängen konnte. In meinem Kompressor-Kühlschrank könnte ich sogar Eiswürfel zubereiten – mache ich aber nicht, der restliche Inhalt würde ja mitgefrieren. Links in der Ecke seht ihr übrigens meinen Trangia Kocher – den hatte ich auch schon vor 30 Jahren mit und brauche ihn immer noch zum Kaffee kochen – siehe mein Beitrag im Elchblog: Der beste Cappuccino unterwegs
Der Primus Njord Doppelflammer

Der Primus Njord Doppelflammer

  Vom einflammigen Trangia Kocher habe ich auf den Doppelflammer “Njord” von Primus gewechselt. Wie ihr seht, passt da auch mal eine größere Pfanne drauf. Für den Topf mit Nudelwasser ist auch noch Platz. Gegenüber anderen Doppelflammern hat der Njord Vorteile in Gewicht und Packmaß und ich kann die gleichen Kartuschen verwenden wie für meine Lampe und den Gaseinsatz für den Trangia.
Ich mache mich auf den Weg

Ich mache mich auf den Weg

          Damit ihr jetzt nicht glaubt, dass ich meinen Urlaub nur mit Völlerei verbringe, hier der Beweis. Für eine Tageswanderung bin ich immer zu haben, zumal wenn das Wetter so gut ist wie dieses Jahr. Im Loire-Tal habe ich sehr abwechslungsreiche Touren gefunden, von dem eher flachen Loire-Tal Radweg (den habe ich mir für die nächste Radtour schon mal vorgemerkt, Infos bekommt ihr hier: loire-radweg.org/) bis zu Teilstücken des  GR3 – Weitwanderwegs.       Impressionen von unterwegs
Kulturlandschaft – aber schön

Kulturlandschaft – aber schön

   
Sonnenblumen - überall zu finden

Sonnenblumen – überall zu finden

Der Loire-Tal Radweg

Der Loire-Tal Radweg

 
Ach ja: Schlösser gibt es natürlich auch in Hülle und Fülle. Und am Ende des Weges wartet die reich gedeckte Tafel – womit wir wieder beim Essen wären 😉
Tafeln wie Gott in Frankreich

Die reich gedeckte Tafel – Lohn für die Mühen des Tages

Gleich vorweg sei gesagt: Dieser Beitrag richtet sich nicht an Wanderer oder Hiker, die auf leichtes Gepäck achten müssen. Aber bereits als Radfahrer würde ich darüber nachdenken, das Mehr an Gepäck auf mich beziehungsweise auf mein Fahrrad zu nehmen. Ich zeige euch jetzt, wie ich auch unterwegs mein Lieblingsgetränk zubereite.
Mehr braucht man nicht für den Kaffeegenuss

Mehr braucht man nicht für den Kaffeegenuss

Darf ich vorstellen (von links): Espressokanne, Milch, Kocher, Aufschäumer, Glas, Espresso, Brennstoff. Ich benutze einen Trangia Kocher mit Gasbrennereinsatz. Für die Espressokanne kommt bei mir also noch der Trangia Kocherstern dazu.
Der Espresso duftet schon jetzt

Der Espresso duftet schon jetzt

Zuerst kommt Wasser in die Schraubkanne, dann kommt das Espressopulver in den Siebeinsatz.
Der Trangia Kocher mit Kocherstern

Der Trangia Kocher mit Kocherstern

       
los geht’s

los geht’s

  Espressokanne auf den Kocher stellen…
der Kaffee ist schon mal fertig

der Kaffee ist schon mal fertig

       
Der Milchtopf

Der Milchtopf

  Fehlt noch die Milch…aber Vorsicht: die Mich sollte nicht zu heiß sein –   ich benutze immer das “Fingerthermometer”.
Mein “Fingerthermometer”

Mein “Fingerthermometer”

Nur für richtige Schaumschläger

Nur für richtige Schaumschläger

                    Mit einem handelsüblichen Aufschäumer kann man richtig Welle machen
Die Vereinigung von Kaffee und Milch

Die Vereinigung von Kaffee und Milch

  Jetzt kommt der perfekte Milchschaum in den perfekten Espresso im perfekten Urlaub im perfekten Urlaubsland..    
Das französische Frühstück ist fertig!

Das französische Frühstück ist fertig!

              Man muss ja im Urlaub nicht auf alles verzichten 😉   Für die Wanderer: Es geht auch mit löslichem Espresso in heißer Milch – mit Milchpulver habe ich es allerdings noch nicht probiert, wer damit Erfahrung hat, der sollte sich melden. Früher war alles besser. Früher sind wir ins Sauerland gefahren, um den “Fels anzufassen”. Mit Zelt, übers Wochenende und abends Lagerfeuer. Dann kamen die Falken. Diese – zugegebener Maßen – schützenswerten Vögel suchten sich ausgerechnet die schönste Kletterwand als Nistplatz aus. Vorbei war es hier mit dem Klettern.  So einige Klettergebiete im Sauerland sind auch heute während der Brutzeit von Uhu und Falke gesperrt.
Klettern und Erholung im Landschaftspark Duisburg s

Klettern und Erholung im Landschaftspark Duisburg

Heute ist alles besser. Heute sind wir in kürzester Zeit in unserem Klettergebiet. Wir können Klettern ohne Ende und uns nach getaner “Arbeit” bei einem entspannten Grillabend erholen. Nachdem Mauern und Brückenpfeiler als erste Möglichkeiten für unser urbanes Klettern herhalten mussten, gibt es nun für uns im Ruhrgebiet einen fast vollständigen Ersatz für das Klettererlebnis am echten Fels. Ausgerechnet im “Kohlenpott” steht heute die größte Outdoor-Kletteranlage Deutschlands, der “Klettergarten Emscherpark” im renaturierten Landschaftspark Duisburg Nord. Zunächst entdeckten einige Kletterer das Terrain für sich, 1990 übernahm die DAV Sektion Duisburg die Betreuung und den Ausbau der Anlage. Stück für Stück arbeiteten viele freiwillige Helfer an den verschiedenen Routen. Zum Teil sind diese mit Hilfe aufgeschraubter Klettergriffe gebaut, zum Teil wird die Struktur der erodierten Wände genutzt. Gerade dieser Umstand macht das Klettern spannend. Hier ist nicht wie in einer Kletterhalle Griff an Griff geschraubt und du weißt wo es langgeht. Hier musst du dir den Weg selber suchen. Der Schwierigkeitsbereich von 2 – 9 deckt sowohl die Ansprüche von Anfängern als auch von Profis ab. “Schweine im Weltall”, “Schluss mit Lustig”, “Schiss vorm Riss” – das sind nur einige Namen der Routen, die davon zeugen, dass es abseits der Griffe jede Menge selbst zu entdecken gibt. Jeder Erstbegeher kann “seine” Route selbst benennen. Inzwischen gibt es circa 400 Kletterrouten – Langeweile ist also ausgeschlossen. Alle Routen sind übrigens ausschließlich im Vorstieg zu begehen. Wenn ihr glaubt, dass euch der Regen einen Strich durch die Rechnung macht: Ein Sektor ist überdacht – da gibt es also keine Ausrede wegen des Wetters. Die aktuellen Topos vom Klettergarten gibt es hier
Klettern im Landschaftspark

Klettern im Landschaftspark

Kopfüber

Kopfüber

                  Alpine Vorbereitung Der Klettergarten bietet aber nicht nur den Freikletterern ein ideales Gelände, auch für die Vorbereitung auf alpine Unternehmungen ist er bestens geeignet. Abgesehen von Kraft und Geschicklichkeitstraining gibt es einen Klettersteig mit zum Teil sehr schwierigen Abschnitten (die sich aber – zum Glück – auch umgehen lassen).   Via Ferrata Monte Thysso elchblog_klettersteig             An der großen Nachfrage nach Gurten, Klettersteigsets und Helmen in unseren Unterwegs-Läden merken wir, wie populär das Klettersteiggehen ist. Oft wird es als die einfachere Art des Kletterns angesehen, weil die Route ja entsprechend gesichert ist. Doch lass dich nicht täuschen: Manche Klettersteige, die als einfach eingestuft sind, entpuppen sich als gefährlich. In Italien war ich auf einem “Via Ferrata” unterwegs, der auch ohne Ausrüstung zu machen sein sollte. Was für erfahrenen Alpinisten (ich zähle nicht dazu) leicht zu bewältigen ist, kann für “Otto Normalverbraucher” ein Risiko darstellen. Umso besser ist es, dass es im Landschaftspark die Möglichkeit gibt, sich mit Ausrüstung und Sicherungstechnik vertraut zu machen. Der Klettersteig “Via Ferrata Monto Thysso” wird ständig verbessert und erweitert. Neuigkeiten, Topos und viele Fotos findet ihr hier   Drytooling-Anlage
Drytooling-Anlage – der neueste Coup im Klettergar

Drytooling-Anlage – der neueste Coup im Klettergarten

Wo kann man außerhalb der Alpen schon Spaltenbergung und den Gebrauch von Steigeisen und Eispickeln trainieren? Ihr ahnt es schon. An Holzbalken kann man sich nach oben “pickeln”, ein frei aufgehängter Holzbalken bietet eine besondere Herausforderung. Die Spaltenbergung ist für alle Alpinisten, die sich in entsprechendes Gelände begeben, ein Muss.  
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  Für die, die jetzt Lust bekommen haben, mal selbst an die Wand zu gehen: Die DAV Sektion Duisburg bietet im Klettergarten auch entsprechende Kurse an. Das Kursprogramm findet ihr hier Der Landschaftspark hält neben dem Klettergarten auch noch einige andere Überraschungen bereit: Hochseilparcours, Tauchen im größten Indoor-Tauchgewässer Europas, Wanderwege, Radwege……. Ein Besuch lohnt sich also auch für Nichtkletterer.
und abends mit Beleuchtung…eine Lichtinszenierung des britischen Künstlers Jonathan Park taucht das alte Hüttenwerk in ein faszinierendes Meer von Licht und Farbe. Hier: “das Krokodil”

und abends mit Beleuchtung…eine Lichtinszenierung des britischen Künstlers Jonathan Park taucht das alte Hüttenwerk in ein faszinierendes Meer von Licht und Farbe. Hier: “das Krokodil”

    Mehr Infos zum Landschaftspark: www.landschaftspark.de Dank an Horst Neuendorf, der die Fotos zur Verfügung gestellt hat. Fotos © Horst Neuendorf, außer “das Krokodil”
Gut gekleidet in die Oper g

Gut gekleidet in die Oper

Verona, 28°C und Regen. Wir sitzen zu fünft im VW-Bus und warten darauf, dass der Regen aufhört damit wir in die Freiluft-Oper in der Arena di Verona gehen können. (Ja, auch Outdoorler sind an Kultur interessiert). Die Scheiben im Bus beschlagen. Mir ist heiß. Mein Hemd wird allmählich feucht. Da hilft nur noch eins: raus! Mein erster Gedanke ist, mich mit freiem Oberkörper in den warmen Regen zu stellen. Mein zweiter Gedanke: ich könnte doch mal meine Gore-Tex Active Shell Jacke auf ganz andere Art und Weise testen. Ob die bei diesen Bedingungen auch noch funktioniert? Ich bin skeptisch, ob das Mountain Equipment Firefox Jacket (für 329,95 Euro) auch bei dieser Hitze noch gut Wasserdampf durchlässt. Immerhin braucht man ein gewisses Temperaturgefälle von innen nach außen. Also raus aus dem Bus und rein in die Jacke. Ohne Hemd versteht sich. Schließlich will ich auch mal den “next to skin” Tragekomfort des 3-Lagen Laminates testen. Und tatsächlich! Es trägt sich äußerst angenehm. Jetzt noch die Unterarm-Reißverschlüsse und die netzgefütterten Taschen auf. mehr geht nicht. Allmählich trocknet meine Haut. Hey, meine Haut trocknet! Bei 28°C Außentemperatur geht tatsächlich ordentlich Schweiß durch die Membran. Natürlich weiß ich, dass der Wasserdampfdurchlass bei Active Shell extrem hoch ist. Ich hatte ja einen Grund mir die Jacke zuzulegen. Aber jetzt werden meine Erwartungen doch tatsächlich übertroffen. Das hätte ich nicht erwartet. Mein Oberkörper ist jetzt so trocken, dass ich mein weißes Hemd (man will in der Oper einen guten Eindruck machen) wieder anziehen kann. So langsam lässt der Regen nach, der Veranstaltung stehtt wohl nichts mehr im Wege. Das ist auch gut so, bei Dauerregen bräuchten wir viel Geduld. Bevor man das Geld zurück bekommt, können schon mal ein paar Stunden vergehen.
Das Firefox Jacket zusammengepackt

Kleines Packmaß – die Jacke passt ohne Probleme auch in den Tagesrucksack

Eigentlich könnte ich die Jacke jetzt wieder einpacken. Bei dem kleinen Packmaß passt sie sogar in die Handtasche meiner Frau. Aber der Himmel ist immer noch leicht bedeckt und meine Frau ist der Ansicht, dass ich meine Klamotten gefälligst selbst tragen sollte. So sind sie, die Frauen 🙂 Auf dem Weg zur Arena säumen Regenschirm und -Cape Verkäufer die Straßen. Mit mir können die heute kein Geschäft machen. Hoch erhobenen Hauptes gehe ich an ihnen vorbei. Ich gebe ja zu, dass ein Regenschirm heute auch eine gute Alternative wäre, aber man hat ja auch seinen Stolz, oder? Trotzdem wird der Umsatz für ein warmes Essen und mehr reichen, die Touristen stehen Schlange und sind dankbar, überhaupt einen Regenschutz zu haben. Dabei lockert der Himmel weiter auf. Als wir Sitzplätze auf den Steintreppen in der Arena gefunden haben, packe ich erstmal das Sandwich aus, das ich auf dem Weg noch ergattert habe. Bei gutem Wetter finden sich viele Opernbesucher schon früher ein und machen Picknick. Während der Vorstellung ist es jedoch Mucksmäuschenstill. Die Akustik in der Spielstätte ist so gut, dass man ein Husten überall hören kann. Deshalb beeile ich mich ein bisschen, die Alufolie vom Sandwich zu entfernen um gleich nicht unangenehm aufzufallen.
Kleines Packmaß, geringes Gewicht - so stelle ich mir eine Jacke vor.

Kleines Packmaß, geringes Gewicht – so stelle ich mir eine Jacke vor.

Die Jacke kommt jetzt in den Rucksack. Im Tausch mit dem Sandwich wird er nur leichter. Don Giovanni beginnt. Wir sitzen ziemlich weit hinten und sind froh, wenigstens ein kleines Fernglas dabei zu haben. Ansonsten hätten wir gar keine Chance etwas zu sehen. Die Atmosphäre ist wirklich einmalig! Wir sitzen unter freiem Himmel. Langsam aber sicher wird es dunkel und auf der Bühne läuft die Vorstellung. Die Oper ist allerdings nicht  ganz nach meinem Geschmack und erscheint mir sehr lang. Die Vorstellung zieht sich und zieht sich und nimmt gar kein Ende. Eigentlich geht es ja hier nicht um die Oper sondern um die Jacke und die gefällt mir immer besser. Ach so, habe ich schon erwähnt, dass ich das Firefox Jacket auch zum Wandern und Rad fahren trage? Dafür habe ich sie mir ja eigentlich auch zugelegt. Und hier leistet sie mir verdammt gute Dienste. Das einzige, was mich ein bisschen ärgert ist, dass ich nicht noch ein gewartet habe, um die neue Farbe zu kaufen; Das limegreen gefällt mir außerordentlich gut. Wie ihr seht, kann ich die Jacke nur empfehlen.   naehstrasse_tatonka_vietnam Schlechte Arbeitsbedingungen, mangelnder Brandschutz, Kinderarbeit – Nachrichten, die immer wieder durch die Medien gehen. Ist meine Outdoor-Ausrüstung auch davon betroffen? Dieser Frage konnte ich bei einem unserer Lieferanten, der Firma Tatonka, beim Besuch der  Produktionsstätten in Vietnam nachgehen. 2011 startete Tatonka das open factory Projekt, es ermöglicht interessierten Besuchern, sich die Fabrik in Ho Chi Minh City (Saigon) anzuschauen. Als Händler konnte ich bereits davor  bei meiner Vietnam-Reise Einblick nehmen. Insofern ist der Titel “neulich in Vietnam” nicht ganz richtig – klingt aber gut. Ganz kurz zu mir: ich bin seit über 30 Jahren in der Outdoor-Branche, seit März arbeite ich bei Unterwegs in Duisburg. Mein Motto: my tent is my castle. Auf Fernreisen wie nach Vietnam nehme ich aufgrund der fehlenden Campingplätze doch mal ein Zimmer in einem Hostel.
Das Mountech Werk in Saigon

Das Mountech Werk in Saigon

Mountech Bei Mountech Co. Ltd. werden die Tatonka Produkte gefertigt. Mountech ist eine Tochter der Tatonka GmbH, was die Kontrolle der Produktion deutlich einfacher macht. Die gängigen Klischees von der Billigproduktion in Asien passen hier nicht. Die Produktionshalle ist groß und hell. Nähmaschinen (ich entdecke auch deutsche Fabrikate) rattern in der Nähstraße, trotzdem kann man sich noch verständigen ohne zu schreien. Mein Erscheinen sorgt für eine gewisse Heiterkeit, ich weiß nicht, ob es sich um Verlegenheit gegenüber dem Besucher oder um Belustigung über die “Langnase”, wie wir Europäer genannt werden, handelt. Ich lächele einfach freundlich zurück, das kann ja kein Fehler sein. Als “altem Schweden” ist es mir in Saigon generell etwas zu warm, trotz der Ventilatoren an der Decke ist es in der Fabrikation nicht wirklich kühler. Immerhin, die gute Absicht erkenne ich an. Außer mir scheint auch keiner unter der Temperatur zu leiden. An der Produktionslinie werden die Teile aus dem Zuschnitt zum Endprodukt zusammen genäht. Interessant, mal so eine Produktion zu verfolgen. Nach einem Arbeitsschritt wandert das Werkstück einen Platz nach hinten bis am Ende der Kette das fertige Produkt steht.  
Die Kantine bei Mountech

Die Kantine bei Mountech

Mittagspause Die vietnamesische Küche ist frisch und vielfältig. In der werkseigenen Kantine von Mountech bleibt es mir erspart, an Kreaturen wie Schlangen oder Krokodilen vorbei zu gehen, die in manchen Restaurants meiner Meinung nach nur den Zweck haben, das gute Essen umso mehr zu würdigen. Das kostenfreie Mittagessen ist auch ohne dieses Ritual hervorragend. Wenn es nach mir geht, wird bei unterwegs.biz sofort ein vietnamesischer Koch eingestellt. Danach gibt es erst mal eine Siesta. Die Mittagspause dauert eine Stunde, da bleibt noch Zeit für eine Ruhepause. Das gilt aber nur für die Beschäftigten, nicht für mich.  
Produktionsvorbereitung bei Mountech

Produktionsvorbereitung bei Mountech

  Verwaltung und Produktionsvorbereitung Ich muss mir jetzt die Verwaltung ansehen. Immerhin ist es hier klimatisiert, ansonsten sind es halt Büros, nichts Überraschendes. Aufschlussreich finde ich die Informationen über gewerkschaftliche Organisation und innerbetriebliche Mitbestimmung sowie über Arbeits- und Brandschutzmaßnahmen. Schon bei meinem Besuch treffe ich auf Arbeitsbedingungen, die ich so nicht erwartet habe. Inzwischen ist Mountech TÜV-zertifiziert, was zeigt, dass hohe Standards erfüllt werden.
Der Wohlstand wächst - früher standen hier Fahrräder

Der Wohlstand wächst – früher standen hier Fahrräder

Fazit Es ist jetzt nicht so, dass ich mich unbedingt auf eine Stelle als Näher bewerben möchte,  gemessen an unseren Verhältnissen ist die Arbeitszeit länger und der Urlaub kürzer. Und selbst wenn, hätte ich bei meinen Fähigkeiten an der Nähmaschine wohl keine Chance. Aber die Produktionsbedingungen haben mich positiv beeindruckt. Transparenz ist ja ein gängiges Schlagwort und mit dem open factory – Projekt schafft Tatonka Transparenz.      
"Uncle Ho" im Gewerkschafts- und Versammlungsraum

“Uncle Ho” im Gewerkschafts- und Versammlungsraum

            Wenn ihr mehr erfahren wollt, könnt ihr euch hier informieren: http://www.openfactory.tatonka.com/ Dass Fjällräven bei seinen Produkten einen eher klassischen Stil bevorzugt ist ja bekannt. Aber mit der Numbers Kollektion gehen sie wieder bewusst „back to basics“. Wie zu den Anfangszeiten haben die Artikel dieser Serie einfach wieder Nummern und keine Namen, wie das heute ist (wie zum Beispiel die Hose „ Karla“). Dem Gründer Ake Nordin zu Ehren werden einige Anfangsmodelle jetzt in begrenzter Stückzahl wieder produziert. Die Nummer gibt an, wie viele Nachfahren dieses Produkt bis heute hat. So ist der Rucksack No.21 zum Beispiel zwanzig mal in veränderter, weiterentwickelter Form erschienen. Der Rucksack No.21 und Duffel No.4 sind also in ihrer Ursprungsform wieder zum Leben erweckt worden. Hergestellt aus dem neuen und noch robusteren G1000 Heavy Duty sind die beiden nahezu unkaputtbar. Für mich waren das genug Argumente um die beiden “Newcomer” zu meinen ständigen Begleitern zu machen. Ein „must-have“ für jeden Fjällräven-Fan. Also schnell das Lieblingsstück aussuchen.   In der heutigen Wegwerfgesellschaft spielt das Thema Recycling eine immer größer werdende Rolle. Doch die meisten haben bei diesem Thema eigentlich nur Abfall im Kopf. Was genau heutzutage alles recycelt wird, wissen die Wenigsten. Vor kurzem noch belächelt, schafft es eine Firma, dass diese neue Art des Recycling inzwischen Marktfähig ist. Kannst Du dir vorstellen eine Jacke aus alten Plastikflaschen zu basteln? Nein? Die Firmen Unifi und der Stoff- Hersteller Polartec schon und präsentieren ein textiles „Take-Back Programm“ mit dem Namen „Repreve“. Wie funktioniert das Ganze fragt man sich nun. Bei diesem Recycling-Vorgang werden verschiedenste, auf Polyester basierende Stoffe zu Granulat verarbeitet und eingeschmolzen. Diese Masse wird im folgenden Arbeitsschritt heiß durch eine Lochmaske gepresst, kühlt nach Austritt ab und wird so zu einem Faden, der 8 Mal dünner ist als ein menschliches Haar. Dieses Material kann nun zu Garn gesponnen werden, wie es sonst auch bei „frisch“ produzierten Kunstfasern der Fall ist. Durch dieses Verfahren wurden nun allerdings 6 elementare Arbeitsschritte, und vor allem der Einsatz von Rohöl eingespart. Bei der Produktion von Repreve wird so für 1 Pfund (ca. 0,45 kg) der Energieaufwand von etwa 72,7 Liter Gasolin eingespart. Anders gesagt besteht 1 Pfund Repreve Garn aus etwa 27 Wasserflaschen. Unvorstellbar! Wenn man sich vor Augen führt, dass jedes Jahr mehr als 21 Milliarden Kunststoffflaschen auf Mülldeponien eingehen, ist das schon ein beachtlicher Beitrag. Dabei erfüllen die produzierten Fasern sogar den bekannten Oeko-Tex Standard 100. Die von Polartec produzierten Stoffe finden sich inzwischen bei nahezu allen großen Outdoor Marken wieder: Ob Patagonia, Marmot oder TheNorthFace, alle haben inzwischen die riesigen Vorteile des „Recycling-Stoffes“ zu schätzen gelernt. Zwar nimmt dieser Stoff aktuell nur ein Bruchteil der Gesamtproduktion ein, die Tendenz ist aber – auch auf Grund der Ressourcenknappheit – stark steigend. Wer einmal sehen möchte, welche Footprints seine Kleidung hinterlässt, kann sich auf der Patagonia Homepage z.B. anschauen, wie viel CO2 Emission durch Herstellung und Transport entstanden ist. http://www.patagonia.com/eu/deDE/footprint/index.jsp HyVent ist eine hochwertige, wasserdichte und atmungsaktive  Polyurethan (PU) Beschichtung mit einer Wassersäule von 25.000mm auch nach mehreren ( ca 20) Waschungen. Sie besteht aus mehreren Schichten,wobei jede Schicht ihre eigene Funktion hat. 1.Schicht: Mikroporen  halten Wassermoleküle ab und lassen Dampf durch. 2.Schicht: Große Poren sorgen für eine erhöhte Atmungsaktivität 3. Schicht: Schützt die Mikroporen und gewährleistet eine dauerhafte Wasserdichtigkeit HyVent wird zu zweilagigen Materialien verarbeitet,d.h. die Beschichtung wird innseitig auf das Außenmaterial aufgebracht und durch ein separates Innenfutter aus Mesh oder Taft geschützt. Atmungsaktivität 10.000/m²/24h Pibella, die Urinierhilfe für Frauen Die Zeiten, eine Urinella selber basteln zu müssen, sind vorbei. Mit dem Modell Pibella Travel kann “Frau” problemlos unterwegs im Zug, auf Raststätten, Zeltplätzen oder Restaurants die WC-Anlagen ohne Berührung des WC-Ringes benützen. Auch auf Auslandsreisen, im Urlaub oder im Auto ist die Pibella Travel ein sehr kleiner, praktischer und dabei sehr hygienischer Begleiter. Das Schwierigste ist bei der ersten Anwendung das Entspannen. Nachher weiß “Frau”, wie einfach es funktioniert. Die perfekte Urinierhilfe wird vom Teenager bis zur Oma geschätzt.