Ende März diesen Jahres bin ich zur Mountainbikerin geworden. Naja, zumindest habe ich da mein Mountainbike erstanden. Über meine ersten Erfahrungen und das 24 h Rennen am Alfsee als MTB Frischling hatte ich hier ja schon berichtet. Dass als erster großer Ausflug dann die Alpen in diesem Sommer folgen sollte, hat sich irgendwann um Pfingsten herauskristallisiert. Mein allerbester Freund Maic, der an der Küste Kroatiens Urlaub machen wollte, hatte die Idee, einen Teil der Reisestrecke mit dem Rad zu bewältigen. Ein paar Kollegen wollten mit und als er mich gefragt hat, ob ich Interesse habe, habe ich gleich ja gesagt, natürlich ohne Genaueres zu wissen. Von wo aus starten wir? Wie viele Tage sind wir unterwegs?  Wie sehen die einzelnen Etappen aus? All das waren Fragen, die noch offen waren. Mein erster Gedanke war sowieso: Bis August habe ich ja noch jede Menge Zeit zum Trainieren… Mit der Zeit hat sich die Gruppe immer weiter verkleinert. Aus verschiedenen Gründen bestand unsere MTB-Gruppe am Ende aus Maic und mir.  Auch erst eine Woche vor dem Start stand die endgültige Route fest. Eigentlich waren alle Etappen für sich schon eine Herausforderung. einen besonders anstrengenden Eindruck haben der 2. und 3. Tag gemacht (1971 und 1844 Höhenmeter bei 68,6 km und 62,2 km), und natürlich waren die rund 300 km an den letzten beiden Tagen auch happig. Das alles dann in Kombination mit allen anderen Tagen, da hatte ich gehörig Respekt. Unser Mittel, um die Etappenziele auch zu erreichen: Schon mal alle Unterkünfte buchen, dann MUSS man ankommen ;-).   1. Tag – Eingewöhnung mit lockeren 1358 Höhenmetern und 57,43 km Nach der Nachtfahrt von Osnabrück nach Österreich haben wir früh morgens im strömenden Regen in Schladming eine gemütliche Bäckerei gefunden, wo wir erst einmal üppig gefrühstückt haben. Der Kaffee war sehr lecker, aber richtig wach gemacht hat er uns nicht. Die Augen sind müde geblieben und auch der Geist war noch recht träge. Wir haben uns mit dem Frühstück Zeit gelassen, in der Hoffnung, dass der Regen zumindest etwas nachlässt. Gleich bei miesem Wetter zu starten, war nicht gerade verlockend. Unsere Wünsche wurden erhört, gegen 9 Uhr hörte der Regen auf und wir haben die kurze Strecke nach Gleiming, unserem Startpunkt, noch im Auto zurückgelegt. Auf einem Parkplatz haben wir uns dann in die Radklamotten geschält und nochmal die Rucksäcke und Räder gecheckt. An die Radrucksäcke mit ca. 8,5 kg Gewicht (ohne Wasser in den Trinklasen) mussten wir uns erstmal gewöhnen. Die ersten 8 km Straße mit sanftem Anstieg waren zum Einfahren prima geeignet. Der anschließende Schotterweg, ebenfalls mit angenehm moderater Steigung, führte durch Wiesen an kleinen Ferienhütten vorbei.  Nach zwei Stunden kamen wir an der Vögeialm an, die bei Sonnenschein nun zum Verweilen einlud. Wir haben einen Erdbeer-Trinkjoghurt und einen hervorragenden Apfelstrudel genossen.
Von Gleiming nach St. Magaretehen

Von Gleiming nach St. Magarethen, verschnaufen tut gut!

Diese Stärkung war auch notwendig, bevor es nun in steilen Serpentinen einen Schotterweg hoch ging. Hier musste ich nun das erste Mal schieben, im Nachhinein würde ich sagen, dass es sicher einerseits die Müdigkeit, andererseits aber auch ein zu schnelles Tempo waren, die mir zugesetzt haben. “Wer sein Rad liebt, der schiebt”… das hat sicher schon jeder mal gehört. War aber nur ein kurzes Stück und ich konnte bald wieder aufsteigen. Die nächste Erholungspause haben wir uns dann in der Oberhütte am See gegönnt, leckerer gespritzter Hollersaft und ein kleines Nickerchen auf der Bank haben uns erfrischt. Aber mich anscheinend nicht genug, da ich mich gleich beim Losfahren nicht weit von der Hütte hingelegt habe. Hatte irgendwie vergessen, dass ich ja Klickschuhe anhabe. Die Schadenfreude der Gäste war mir sicher ;-). Am idyllischen See entlang führte der Weg nun kurz über eine Wiese und endete an einem Zaun. Hier stand ein Schild: Biken verboten! Hm, was nun? Und wieso steht so eine Info nicht schon unten am Berg? Naja, wir hatten unsere Route geplant und zurück und um den Berg herum war einfach keine praktikable Alternative. Wir haben unsere Räder über den Zaun gehoben und sind dem Leonhardsweg (einem gekennzeichneten Wanderweg) trotz Verbotsschildern gefolgt. Der Eigentümer brauchte sich aber keine Sorgen zu machen: dieser Weg war so steil, schmal und mit so vielen Felsstufen versehen, dass wir gar nicht darüber nachgedacht haben, es mit dem Fahren zu versuchen. Nach ungefähr 2 km Schiebestrecke sind wir wieder auf einen Schotterweg gestoßen, auf dem wir uns dann wieder auf die Bikes schwingen konnten. Wir haben dann noch ein paar kleine Dörfer passiert, bis wir auf dem Murradweg gelandet sind. Unsere Unterkunft, den Landgasthof und Biobauernhof Löckerwirt, haben wir gegen 16 Uhr erreicht, die herzliche Begrüßung war super und das Ankommerbier schmeckte fantastisch! Das Menü abends war köstlich und als wir gegen halb neun ins Bett gingen, war es zwar noch nicht dunkel, aber einschlafen konnten wir sofort. War wohl doch sehr wenig Schlaf die Nacht davor.   2. Tag – ein Hammertag mit 1976 Höhenmetern und 68,75 km Das Frühstück beim Löckerwirt war top, unschlagbar der Topfkuchen mit Nüssen, Zimt und Rosinen! Im Nieselregen haben wir uns um 9 Uhr auf die Räder geschwungen, der Regen hat jedoch schon bald nachgelassen und wir konnten unsere Regenjacken wieder ausziehen. Zunächst ging es relativ entspannt stetig die Straße hinauf bis nach Schönfeld. Langläufern wird dieser Ort sicher bekannt sein, jetzt im Sommer war hier aber eher weniger los. Trotzdem haben wir nach einer kurzen Abfahrt auf schlecht geteerter Straße, die wir natürlich OHNE Helm absolviert haben, weil die Abfahrt uns überrascht hat, einen Gasthof gefunden, wo es frische Buttermilch gab. Hier hatten wir schon an die 800 Höhenmeter geschafft. Die Abfahrt, die nun kam, war wunderbar. Neu geteerte Straße, gutes Sicherheitsgefühl, weil wir nun MIT Helm unterwegs waren und wenig Verkehr. Laufen lassen ist das Motto. Laut unseres Garmin-Gerätes war die Spitzengeschwindigkeit 60,2 km/h. Das ist schon ein kleiner Geschwindigkeitsrausch ;-). In Kremsbrücke war der tiefste Punkt erreicht. Mit dem Wissen, dass nun noch weitere 1100 Höhenmeter folgen würden, sind wir zunächst einer schmalen Straße gefolgt, die dann in einen Schotterweg überging. Dieser führte zunächst in sehr angenehmer Steigung bergauf. Dabei blieb es aber nicht und es wurde immer steiler. Maic war nach der zweiten Riegelpause bald meinem Blick entschwunden.
Nach dem 2. Anstieg des Tages, 1933 Höhenmeter

Nach dem 2. Anstieg des Tages, 1933 Höhenmeter

Motiviert haben mich die Hinweisschilder auf die Littl-Alm, mit dem Gedanken an ein erfrischendes Getränk habe ich mich die steilen Serpentinen hinaufgearbeitet. Leider war diese Alm dann aber nicht bewirtschaftet, sodass die ersehnte Pause nur kurz ausgefallen ist. Dann ging es noch einmal steil bergauf. Am höchsten Punkt musste nun aber mal festgehalten werden, was wir bis dahin geschafft hatten. Dann ging es 10 km schön bergab, Schotterwege in Serpentinen, wo man nicht nur auf den Untergrund, sondern auch auf Kuhherden achten musste. Rücksichtnahme ist hier natürlich angesagt.  Im Zielort Radenthein angekommen waren wir dankbar, dass der Metzgerwirt ausgeschildert war und mitten im Ort lag. Das Ankommerbier hat auch hier vorzüglich geschmeckt. Beim Einchecken haben wir uns gefragt: Werden die Biker eigentlich absichtlich immer im obersten Stockwerk untergebracht, weil die Wirte denken, dass man sportlich ist? Ist ja theoretisch auch richtig, aber mit 1976 Höhenmetern in den Muskeln wäre Erdgeschoss auch mal ganz schön ;-).   3. Tag – mit 1811 Höhenmetern und 68,81 km ein weiterer Hammertag Morgens haben wir vom Metzgerwirt noch jeder einen Granatstein geschenkt bekommen, der uns auf unserem weiteren Weg beschützen und uns Glück bringen sollte. Das ist eine schöne Geste gewesen und selbstverständlich haben Maic und ich den Rest der Tour sehr gut auf den Stein aufgepasst und halten ihn jetzt weiter in Ehren. Der Weg führte uns zunächst an einer relativ befahrenen Straße bergauf nach Bad Kleinkirchheim. Die meiste Zeit hatten wir einen getrennten Radweg zur Verfügung, sodass die vorbeirauschenden Autos keine Gefahr waren. In dem Ort führte die Route auf dem Display plötzlich ganz gerade den Berg hinauf und wir mussten feststellen, dass die Menschen, die die Route zusammengestellt hatten, anscheinend die Gondel hoch zur Kaiserburg genommen haben. Pfffft, geht ja gar nicht! Der Ticketverkäufer in der Bergbahn war zwar enttäuscht, dass er uns keine Karten verkaufen konnte, hat uns aber sehr gut beschrieben, wie wir den Einstieg in den Forstweg finden, auf dem man auch mit dem Rad den Gipfel erreichen kann. Die 500 Höhenmeter hatten es dann auch ganz schön in sich.  
Almdudler und Sitzcreme, zwei unverzichtbare Produkte

Almdudler und Sitzcreme, zwei unverzichtbare Produkte

Es ist ein gutes Gefühl oben einen Almdudler und eine Gulaschsuppe zu genießen mit dem Wissen, dass man den Gipfel aus eigener Kraft bewältigt hat. Nachdem wir unsere T-Shirts unter dem Handfön getrocknet und noch einmal Popo-Creme nachgelegt hatten, sind wir “noch eben” zum Gipfelkreuz hochgefahren, bevor es dann einen kurzen aber knackigen Trail bergab ging, der uns auf einen Schotterweg geführt hat, der in Serpentinen weiter ins Tal hinab ging. Irgendwann trafen wir auf eine Landstraße, die mal hoch, mal runter Richtung Villach führte. Es gab noch ein paar Probleme, den richtigen Weg Richtung Faak am See zu finden, dabei ging es teilweise noch mal richtig steil bergauf. Hier wäre eventuell eine Karte auch hilfreich gewesen. Wir sind uns aber sicher: Wir haben nicht den kürzesten Weg, aber die am wenigsten befahrenen Straßen genommen. In Faak am See haben wir einen kleinen Tourismusschock erlitten, plötzlich waren sehr viele Menschen unterwegs, die auch auf Radler keine Rücksicht nehmen. Wieso nicht einfach auf dem Radweg zu fünft nebeneinander herspazieren? Das Gute war, dass wir an einer Waschanlage vorbeigekommen sind, wo wir unsere Räder super bequem mit dem Hochdruckreiniger vom Dreck befreien konnten. Um zu unserer Unterkunft in Latschach zu gelangen, mussten wir noch einen letzten steilen Anstieg bewältigen, aber mit dem Wissen, dass wir uns abends in der Sauna erholen können, haben wir auch das noch geschafft. Im Hotel empfing uns folgender Kalenderspruch von Albert Schweitzer, der 100%ig zu unserer Tour passte:Motto

4. Tag – Auf nach Slowenien!

WarnschilderAb diesem Tag hatten wir die Tour mit dem bike gps Tourenplaner geplant, wo es bereits zwei Trans-Slowenien Touren mit super ausgearbeiteten GPS Daten und sehr detaillierten Etappenbeschreibungen gibt. Zunächst über eine Straße und dann über einen angenehm zu fahrenden Schotterweg ging es ca. 1000 Höhenmeter bergauf bis zum Annahüttensattel. Verfahren konnte man sich hier nicht, denn überall, wo es Abzweige vom Schotterweg gab, standen Bike-Verbotsschilder. Was nicht mehr in unser Reisegepäck gepasst hat, war ein slowenisches Wörterbuch, aber die Warn- und Verbotsschilder haben wir fast immer auch so verstanden. Was aber angeleinte Seehunde mitten im Wald zu suchen haben sollten, haben wir nicht verstanden ;-).

Nach dem Annahüttensattel ging es erst einmal wieder bergab, erst auf einem kurzen Trail, dann wieder auf einem Schotterweg. Die lange Abfahrt hat ein traumhaftes Panorama in die südlich gelegenen julischen Alpen geboten, es gab tiefe Schluchten links und rechts vom Weg und einige finstere Tunnel. Ohne Licht war hier das Motto: laufen lassen, Finger an den Bremsen und locker bleiben.

Nach fast 900 Höhenmetern Abfahrt kamen wir im Savatal wieder auf die Hauptstraße, von der jedoch nach kurzer Zeit der Radweg abzweigte. Hier kamen uns einige Rennradfahrer entgegen, die den gut asphaltierten Radweg als Trainingsstrecke nutzten. Es ging noch einmal bergauf zum kleinen Örtchen Zgornja Radvona, von wo dann ein flach abfallender Schotterweg nach Bled führte. Hier konnten wir ordentlich Gas geben. Die schwer bepackten Radwanderer, die mit weitaus dünnerer Bereifung unterwegs waren, haben uns da schon recht neidisch hinterhergeschaut…

Bled haben wir nach 55,53 km und 1346 Höhenmetern erreicht und unsere Hintern waren froh, aus dem Sattel zu kommen.

5. Tag – Ein bisschen Schwund ist immer!

Morgens tat Maic und mir alles ein bisschen weh, aber die entspannte Runde um den See in Bled war ein gutes Aufwärmprogramm. Die Route führte nun zunächst eine Straße hoch, 12 % Steigung ist ja schon gar nicht so wenig, aber als dann auf einem Schild 18% angezeigt wurden, waren die 12 % dann Pipifax. Links ging es dann in einen Schotterweg, der sich über 7 Kilometer hinzog. ZauberwaldEs war recht neblig. Einer von uns meinte: es ist wie im Zauberwald, der andere sagte: Das ist doch nur Schei… Nebel! Soso! Wir kamen an kleinen, verwunschenen Hütten vorbei, ohne Menschen zu begegnen. Später treffen wir so einige, wir vermuten, dass sie Pilze sammeln waren. Was sollten sie sonst an diesen verlassenen Stellen mitten im Wald machen? Gemäß der Beschreibung haben wir dann gut aufgepasst und die Straße verlassen, um einem Trail zu folgen. Der Spaßfaktor war hoch, bis der Trail dann super matschig wurde. Richtig gut fahren konnten wir den Trail nicht und wir waren froh, dass wir nicht im Matsch stecken geblieben sind. Matschtrail

 Wir kamen an kleinen Ansammlungen von Hütten vorbei, zwischen denen Rinder grasten. Diese ließen sich gar nicht aus der Ruhe bringen und blieben einfach mitten auf dem Weg stehen. Ich hatte ziemlichen Respekt vor einer Mutterkuh mit zwei Kälbern (man hat ja schließlich schon die wildesten Geschichten gehört) und musste mir von Maic anhören: Geh einfach dran vorbei, die schläft doch fast! Ja, is klar… Um auch mal den Maic von vorne ins Bild zu bekommen (die normale Ansicht ist ja seine Rückseite), bin ich hier schon mal vorausgefahren.Maic-mal-von-vorne Bei der nächsten langen Abfahrt merkte ich dann: Ganz schön zugig um die Augen. Ich hatte meine Sonnenbrille zum Fotografieren abgenommen und sie lag wohl noch auf dem Baumstumpf, wo ich sie abgelegt hatte. So ein Mist. Aber den ganzen Weg zurück und BERGAUF zu fahren, um die Brille zu holen, das war es mir nicht wert. Am See Bohinjska Jezero sind wir auf einen Kanuverleih gestoßen, der auch einfache Sonnenbrillen verkaufte, die sich aber im Lauf der Tour nicht besonders bewährt hat. Die Gläser waren zu dunkel und beschlugen viel zu schnell, wenn ich beim bergauf fahren ins Schwitzen kam. An dem Tag brauchte ich eh keine Sonnenbrille mehr, da es bedeckt war und es kurz vor unserer Ankunft in Nemski Rovt anfing zu regnen. 6. Tag – Der schönste Trail Sloweniens Auf Tag 6 hatten wir uns schon seit dem Start (und eigentlich auch schon vorher) gefreut, denn schon der Name “Zaubertrail” verheißt viel Fahrspaß! Im Netz haben wir vom perfekten Flow gelesen und waren dementsprechend gespannt. Selbst die Ankündigung, dass man vorher wirklich leidensfähig sein muss, da der Trail schwer zu erreichen ist, sollte uns nicht abschrecken. Nach einem besorgten Blick nach draußen gleich nach dem Wachwerden war eins schon mal klar: Das Wetter war auf unserer Seite. Es war zwar bedeckt und nicht gerade warm, aber wieder trocken, nachdem es sich wohl in der Nacht ausgeregnet hatte. Die Frage, wie nach der regnerischen Nacht die Bodenbeschaffenheit sein würde, würde uns der Trail dann später beantworten. Wir sind zunächst die wenig befahrene Straße angenehm bergauf gefahren, bevor wir dann an einem Abzweig auf einen Schotterweg abbogen. Dank der guten Beschreibung fanden wir nach weiteren 330 Höhenmetern auch den Einstieg in die Schiebepassage. Hinter Gestrüpp sind wir auf einen schmalen Waldpfad gestoßen, der relativ zugewachsen war. Gar nicht so einfach, sich da ohne große Blessuren durch Dornengestrüpp und Brennnesseln zu schlängeln. Die nassen Steine sah man auch nicht besonders gut, aber egal, was tut man nicht alles für den Spaßfaktor? Und dann lag er vor uns, der Anfang des Zaubertrails:
Zaubertrail

Zaubertrail

Es ist hoffentlich verständlich, dass wir während der Abfahrt nicht besonders viele Fotos gemacht haben. Die hat viel zu viel Spaß gemacht, als dass wir viele Pausen machen wollten. Von Maic sind gar keine dabei, da er einfach viel zu schnell war. Aber ich hoffe, dass ihr mir glaubt, wenn ich sage, dass der Trail spitzenmäßig war. 5 km bergab, erst schmal, dann ein bisschen breiter und später wieder schmal, besser könnte man einen Trail gar nicht anlegen. Und dieser alte Militärtrail ist von allein so gut, ohne dass ihn jemand großartig pflegt. auf-dem-TrailNach diesem Fahrspaß sind wir dem Schotterweg gefolgt, der moderat bergauf bis zu einer Straße führte. Diese war noch einmal ganz schön anstrengend, sie ging sehr steil bergauf und es war mittlerweile recht warm. Diesen Teil bin ich zu schnell hochgefahren, ohne großartige Pausen, denn hier waren sie: nervige Fliegen, die uns bisher erspart geblieben waren. Diese Viecher waren einfach unerträglich! An einem Bauernhof vorbei ging es über eine Wiese, die an sich gar nicht so schwierig zu fahren war, man musste aber schon ein wenig Schwung haben. Da hat mich dann der zu schnell gefahrene Anstieg eingeholt und gestraft. Ein kurzer Kreislaufeinbruch mit etwas Atemnot hat uns trotz Fliegenattacke zu einer kurzen Pause genötigt. Entspannte-TrailsWenig später kamen wir in einem Waldstück an ein wirkliches Hindernis. Hier war der Weg komplett abgerutscht. Im steilen Gelände ging es unterhalb des nicht mehr vorhandenen Weges so steil bergab, dass ein Fehltritt fatal hätte enden könnte. Da wir auf den GPS Karten keine alternativen Routen finden konnten, half es nichts: hier mussten wir lang. So stand es auch in der Beschreibung. Maic hat sich ein Herz gefasst und ist gleich mit dem Bike in der Hand losgegangen. Seine Aussage: “Ist gar nicht so schlimm wie es aussieht” war teilweise richtig. Ohne Fahrrad hätte ich es auch nicht so schlimm empfunden. Wir haben das Hindernis überwunden und wenig später noch eine weitere gefährliche Stelle gemeistert. Danach entspannte sich die Strecke und wir konnten feine Wiesenwege, schmale Asphaltpisten und Schotterwege genießen. Auf diesem Streckenabschnitt waren außer unserer Route keinerlei Wege hinterlegt und so mussten wir einige Male umdrehen, da wir zu spät erkannten, dass der von uns genommene Weg der falsche war. Im Grunde genommen nicht schlimm, aber muss der falsche Weg immer so steil sein, dass es auch richtig anstrengend ist, ihn wieder zurückzufahren????
Helmfrisur

coole Helmfrisur

Naja, im Endeffekt sind wir dann auf dem recht steil abfallenden Trail in Labinje angekommen, dort kann man sich noch ein altes Partisanenlazarett aus dem 2. Weltkrieg anschauen. Hier wurden verwundete Widerstandskämpfer versorgt ohne Gefahr zu laufen, von den Nazis entdeckt zu werden. Von hier aus ging es entspannt hinab nach Cerkno, unserem Zielort. Am Ende waren es 41,95 und 1621 Höhenmeter, wir waren ganz schön geschafft und haben uns im Supermarkt dann unser Ankommerbier genehmigt. Mit der Helmfrisur konnte man sich ja sonst nirgends sehen lassen ;-).   7. Tag – nickelige Steigungen und 240 Höhenmeter extra für eine Pizza Die ursprüngliche Etappe der Trans Slovenia Route führt nach Idrija. Dort hatten wir leider keine Unterkunft gefunden, sodass wir auf ein B&B in Spodnja Idrija ausgewichen sind. Dies war 8 km von Idrija entfernt, so hatten wir eine kurze Etappe von knapp 30 km und nur 1120 Höhenmetern vor uns. Aber so locker, wie das klang, war die Etappe dann gar nicht, denn die Anstiege hatten es alle irgendwie in sich. Ich war ganz schön am Ende, vielleicht steckte mir aber auch der vorherige Tag noch ein bisschen in den Knochen.
Praktische Armlinge und Beinlinge

Praktische Armlinge und Beinlinge

Das Wetter war etwas durchwachsen, immer mal wieder hat es geregnet und wir mussten uns ständig an- oder ausziehen. Wir sind dann kurz vor Idrija aus der Route ausgestiegen und haben mithilfe von Google Maps den Weg zum B&B Na Kluk gefunden. Die sehr freundliche und hilfsbereite Anamarija hat uns herzlich empfangen und hatte eine gute Nachricht für uns. Das Paket mit den Slicks, das wir vorab schon dorthin geschickt hatten, war angekommen. So haben wir dort bei einem leckeren Bierchen unsere Bereifung gewechselt, denn für die letzten zwei Tage und 300 km war Straße geplant. Den Namen der Slicks: Kojak fand ich übrigens äußerst gelungen ;-). Danach sind wir auf Anamarijas Empfehlung in den nächsten Ort gefahren, um mit einer leckeren Pizza unsere Reserven wieder aufzufüllen. Der Ort war nur 4 km entfernt, aber: es ging nur bergab. Und das hieß: nachher mit vollem Bauch und eigentlich lustlos wieder bergauf zurück zum B&B. Von den 240 Höhenmetern hatte Anamarija uns vorsichtshalber nichts erzählt. Später meinte sie: “Wieso, ihr seid doch sportlich!” 8. Tag – 160 Kilometer, so verrückt wie es klingt Extra für uns wurde das Frühstück schon um 7 aufgetischt. Wir wollten so viele Kilometer schaffen wie möglich und daher früh los. Wir hatten unsere Rucksäcke erleichtert, alles Überflüssige ins Paket, das die Wirtin netterweise für uns nach Deutschland schicken wollte, gesteckt, damit das Gewicht auf dem Rücken und somit auf den Gesäßknochen so gering wie möglich wird. Wir hatten wenig befahrene Straßen geplant, nur ab und zu mussten wir kurze Strecken auf der Bundesstraße fahren, wo man deutlich gemerkt hat, dass Samstag und somit Anreisetag war. Kurz vor der Grenze nach Kroatien war natürlich viel los und am Grenzposten hat uns die Dame, die unsere Ausweise kontrolliert hat, streng darauf hingewiesen, dass wir ja auf der LKW Spur über die Grenze wollten. Auf unser Argument, dass es ja keine extra Spur für Fahrradfahrer gibt, haben wir keine Antwort erhalten.
Po Entlastung

Po Entlastung

Wir wollten “irgendwann nach Rijeka” vom Hinterland auf die Küstenstraße wechseln. Dass sich das so lange hinziehen würde, hatten wir nicht geahnt. Und auch damit, dass es in den Dörfern so gar keine Einkehrmöglichkeiten gibt, hatten wir nicht gerechnet. So mussten wir uns mit Keksen, Riegeln und M&Ms über Wasser halten. Apropos Wasser: Davon hatten wir ja auch nicht besonders viel mit, weil wir unsere Trinkblasen nicht befüllt hatten, zu viel Gewicht. Unsere Idee “An jeder Tanke kann man Wasser kaufen” wäre gut gewesen, wenn es denn mal etwas mehr Tankstellen gegeben hätte. Nach ungefähr 100 km dachte ich, dass meine Po-Schmerzen auf keinen Fall noch schlimmer werden könnten. So oft wie möglich stehen war die Devise. So haben wir uns dann vorangekämpft.   Die Stimmung war trotz allem gut: Windschatten       auch wenn die Hangbefestigung das ausgesagt hat, was wir manchmal gedacht haben:PUH Als wir dann endlich auf die Küstenstraße stießen, war es ein kleiner Kulturschock. Nach all der Zeit, in der wir durch wirklich einsame und ruhige Gegenden gefahren sind, brummten hier auf einmal ein Auto und Motorrad nach dem anderen an uns vorbei. Klar, das ist DIE Ferienregion, aber müssen die alle so rasen und vor allem so dicht an uns vorbeiknallen? Nach 160 km waren wir auf jeden Fall der Meinung, dass es für den Tag reicht. 162,7 km, 1539 Höhenmeter und 8 Stunden, 23 Minuten Zeit im Sattel. Wie schon gesagt: verrückt! Über eine Agentur haben wir noch ein einfaches Zimmer gefunden. Nach dem Duschen sind wir noch was essen gegangen und haben zumindest einen Teil der 5464 verbrauchten Kalorien wieder reingefuttert. In dieser Nacht hätten wir beide wie Tote geschlafen, wenn nicht ein Kühlschrank draußen auf dem Flur ein unsagbar nerviges Quietschgeräusch gemacht hätte. Wir waren kurz davor den Stecker zu ziehen, hätten uns damit aber sicher keine Freunde gemacht…   9. Tag – “nur” noch 130 Kilometer bis zum Ziel
Der Maic an der Küste

Der Maic an der Küste

Am nächsten Tag ist es uns beiden sehr schwer gefallen, sich mit dem wunden Hintern auf den Sattel zu setzen. Die Küstenstraße wurde, je weiter wir gen Süden fuhren, immer ruhiger was den Verkehr anging, aber nicht, was das Auf und Ab anging. Immer wenn wir gedacht haben, dass es nun schön lange bergab oder zumindest mal horizontal gehen würde, kam nach der nächsten Kurve schon wieder eine Steigung. Von weitem sahen sie alle sanft aus, aber dann musste ich doch fast immer vorne auf das kleine Ritzel wechseln, während Maic viele Anstiege flott im Wiegeschritt genommen hat.       Auch am letzten Tag war der angestrebte Schnitt 20 km/h. Den hatten wir am Tag vorher fast erreicht und der sollte nun auf jeden Fall das Ziel sein. Wir haben uns mächtig ins Zeug gelegt, aber auch nicht vergessen, ab und an mal ein Foto zu machen. Es war heiß, ca. 29 Grad, und als wir nach 18 Kilometern dieses Schild gesehen haben:
Das Ziel vor Augen

Das Ziel vor Augen

hat das die Etappe nicht leichter gemacht. 114 Kilometer, die wir ab da rückwärts gezählt haben. Von unseren Poschmerzen abgelenkt haben uns die immer wieder schönen Aussichten aufs Meer und die sich ständig verändernde Landschaft auf der Landseite. Diese beiden letzten Etappen waren für mich ein wirklich harter Kampf. Aber als wir dann gegen 16 Uhr in Starigrad Paklenica ankommen, waren wir stolz wie Oskar. Es ist erstaunlich, was man alles schaffen kann:
Ziel erreicht

Ziel erreicht

Hier noch einmal alle Daten vom Garmin pro Etappe. Zusammengefasst: Übersicht 676 km und 13544 Höhenmeter, plus die 8 km und 240 Höhenmeter für die Pizza am 7. Tag. Mein Fazit:
  • Ich würde so eine Tour jederzeit wieder machen.
  • Es ist nicht besonders schlau, sich sowohl Schuhe als auch Sattel kurz vor so einer Tour neu anzuschaffen. Obwohl: Scheuerstellen an den Füßen lenken von den Poschmerzen ab 😉
  • Murphy’s Law beim Radeln: Man sieht den ganzen Tag kein Auto, aber wenn, dann tauchen sie immer an der steilsten und engsten Stelle auf!
  • Es ist gut, so eine Tour mit sehr guten Freunden zu machen, so kann man sich auch über die Befindlichkeiten (Poschmerzen etc.) ohne Scheu austauschen!
  • Auch wenn man mit Nichtschnarchern unterwegs ist: Ohrenstöpsel lohnen sich immer.
Ich freue mich schon auf die nächste Tour!   Hier noch eine kleine Galerie mit Impressionen von der Tour:   In Hintertux eröffnen Freunde von mir im November seit einigen Jahren die Skisaison. Von wunderbaren Wanderungen im Sommer hatte ihnen Alex, der Chef ihres Stammhotels, schon öfter vorgeschwärmt. Und dieses Jahr im Juli war es dann soweit. Alex hat sich Gedanken gemacht und uns eine Rundwanderung mit 3 Hüttenübernachtungen zusammengestellt. Er bietet seinen Gästen im Sommer auch selbst immer Wandertouren an und kennt die Zillertaler Berge wie seine Westentasche. Selbstverständlich haben wir nach der langen Nachtfahrt erst einmal im Hotel Eden eingecheckt, um uns bei Kaffee und Kuchen und in der Sauna mit Naturschwimmbecken auszuruhen. Das vorzügliche 6-Gänge-Menü und das umfangreiche und leckere Frühstück am nächsten Tag haben wir ausgiebig genossen. Mit dem erhöhten Kalorienverbrauch der nächsten Tage im Hinterkopf, hat das ein oder andere Schmankerl mehr reingepasst. 1. Tag: Tux – Lizumer Hütte
Stoankasern_Buttermilch

Buttermilch und Käseplatte auf der Almkäserei

Bei strahlendem Sonnenschein haben wir uns nach dem obligatorischen Foto vor dem Start auf den Weg gemacht. Laut der Track-Daten sollte die Etappe 8,8 km lang sein mit 1125 Höhenmetern. Es sollte stetig bergauf gehen, über die Junsalm hinauf zum Junsjoch, mit 2484 m der höchste Punkt dieser Etappe. Auf dem Weg liegt die Stoankasern, eine Almkäserei, wo man, wenn man gerade zur richtigen Zeit dort ist, dabei zuschauen kann, wie der leckere Almkäse hergestellt wird. Außerdem gibt es dort frische Buttermilch und leckere Käse-Probierplatten, genau das richtige für die erste Pause! Aufgrund der hohen Temperaturen haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, lieber keinen Käse mitzunehmen.      
Junsjoch 2484 m

Junsjoch 2484 m

Frisch gestärkt ging es nun zunächst über einen Schotterweg in sanften Serpentinen, dann weiter über schmale Wanderpfade durch saftig grüne Wiesen hinauf zum Junsjoch. Oben angekommen nutzten wir die Pause nicht nur zum Nüsschen futtern sondern auch zum Fotografieren. Es ist immer wieder schön, den ersten Weitblick über die Berge zu genießen und die frische Bergluft einzuatmen. Die Blumenvielfalt der Wiesen ist uns hier besonders ins Auge gefallen, so bunte Almwiesen haben wir selten gesehen. Nach dem Junsjoch ging es dann stetig wieder bergab in Richtung Lizumer Hütte. Von weitem denkt man zunächst es ist ein kleines Dorf, jedoch befinden sich in der Nähe der Hütte Kasernen, die nicht nur vom Österreichischen Heer genutzt werden. Hier führen auch die Nachbarn Übungen durch. In der Woche nach unserem Besuch wurden zum Beispiel Belgier erwartet. So kann es sein, dass bestimmte Areale von Zeit zu Zeit für Wanderer gesperrt sind. Informationen dazu erhält man bei den Hüttenwirten. Wir jedenfalls hatten Glück und konnten uns dort frei bewegen.
Torsee

Füße kühlen im Torsee

  Bei der Ankunft an der Lizumer Hütte war es noch sehr früh. Nachdem wir unsere Bettenlager bezogen und einen leckeren Schokoladenkuchen verputzt hatten, haben wir uns mit etwas leichterem Rucksack auf den Weg zum Torjoch gemacht. Schneller als erwartet hatten wir das Joch erreicht (muss wohl an der Energie vom Schokokuchen gelegen haben) und sind dann noch weiter zum Torsee gewandert. An einer Stelle mit etwas weniger Mücken haben wir erst einmal die Füße ins kühle (nein eiskalte!) Nass gesteckt. Auch wenn die Wanderschuhe noch so bequem sind, ist das einfach herrlich! Wieder an der Hütte angekommen, waren dort mittlerweile auch weitere Wanderer eingetroffen. Und eine Jugendgruppe… diese hat von der resoluten Hüttenwirtin dann auch gelernt, was das Wort “Hüttenruhe” eigentlich bedeutet 😉   2. Tag Lizumer Hütte – Weidener Hütte
Hippoldspitze

Querfeldein

Der zweite Tag war laut unserem Tourenplaner Alex eigentlich eine eher einfachere Wanderung bei der wir aber “die schöne Hippoldspitze” mitnehmen können, wenn wir noch ein paar Höhenmeter machen wollen. Alex hatte die Tour im Kompass Webportal geplant und uns die jeweiligen Etappen ausgedruckt. Wie Anfänger haben wir gedacht: das reicht, da ist ja alles drauf. Dieser Tag sollte uns eines besseren belehren. Nach einer Gehzeit von ca. einer Stunde haben wir am Wegesrand eine Gruppe von einheimischen Frauen getroffen. Die wollten “einmal kurz auf die Hippoldspitze” gehen, sind dort vom Weg abgebogen und eine Bergwiese hochgewandert. Es stand dort kein Schild oder sonst ein Hinweis, aber es gab Markierungen. “Immer hinterher!” haben wir gedacht und sind munter drauflos marschiert. Und obwohl wir nach relativ kurzer Zeit schon keine Markierungen mehr gefunden haben, haben wir uns nicht von unserem Vorhaben abbringen lassen. Den Gipfel (und die Einheimischen) immer im Blick sind wir querfeldein den Berg hochgestapft, auch wenn wir immer wieder festgestellt haben, dass die angeblichen Wege wohl eher die Trampelpfade von Rindern sind.  Auch das ziemlich steile und dabei lockere Geröllfeld sind wir irgendwie kreuz und quer hochgekraxelt. Geschafft haben wir es, und wurden mit einem grandiosen Blick belohnt. Und nun komme ich zurück auf die Geschichte mit dem Ausdruck aus dem Kompass-Portal. Dort oben gab es zwar Schilder, aber auf keinem stand unsere Zielhütte. (Später haben wir herausgefunden, dass die Weidener Hütte auch Nafinghütte genannt wird, ich meine mich zu erinnern, dass das eventuell auf einem der Schilder stand…. hm). Nebenan gab es noch einen weiteren Gipfel und wie es danach weiterging, konnten wir nicht wirklich gut erkennen. Für eine korrekte Orientierung hätten wir natürlich eine Wanderkarte benötigt (die wir sonst bisher IMMER dabei hatten). Da wir uns nicht sicher waren und auch plötzlich niemand mehr da war, den wir hätten fragen können (die einheimischen Wanderinnen waren jedenfalls verschwunden), haben wir uns dann entschlossen, denselben Weg wieder zurückzugehen, da wir von dem Weg, auf dem wir ursprünglich unterwegs waren, wussten, dass es der richtige ist. Gesagt, getan. Den Weg 250 Höhenmeter unter uns im Blick sind wir wieder abgestiegen und haben unseren Weg dann weiter fortgesetzt. Ungefähr eine Stunde später kamen uns doch tatsächlich die einheimischen Damen entgegen! Die waren genauso verwundert wie wir. “Ihr hättet oben einfach über den anderen Gipfel gehen können, dann wärt ihr jetzt schon bei der Hütte und müsstet nicht alle Höhenmeter nochmal erklimmen”. Aha! Ein paar Minuten später kam dann auch das Schild “Hippoldspitze, 15 Minuten”.  Naja… die hier haben andere Wanderer dafür dann auch nicht gesehen:
Wer seid ihr denn?

Wer seid ihr denn?

  3. Tag: Weidener Hütte – Rastkogelhütte Der 3. Tag stand ganz im Zeichen des Rastkogel mit seinen 2762 m Höhe. Alex hatte schon so sehr von dem Panorama dort oben geschwärmt, dass wir ganz schön neugierig waren, ob der Rastkogel hält, was man sich von ihm verspricht. Das Wetter war wie bestellt, Sonnenschein und beste Sicht. Der Rastkogel ist einer der höchsten Gipfel in den Tuxer Alpen und die Wanderung dort hinauf wird als mittelschwer angegeben. Wir machten uns auf den Weg und genossen wieder einmal die farbenfrohen Wiesen. Selbst der Kammweg hoch oben ist noch von Blumen gesäumt, das sieht man eher selten. Nach einem stetigen Aufstieg erreichen wir den Rastkogel und wundern uns, dass hier schon ganz schön viel los. Das erklärt sich aber schnell, denn von Feldberg aus fährt eine Bahn, von der aus es dann nicht mehr ganz so weit ist bis auf den Rastkogel. Zum Glück ist es nicht überfüllt und wir können ganz in Ruhe das Panorama genießen. Der Rastkogel wird seinem Ruf als idealer Aussichtsberg gerecht: die Gletscher des Tuxer Hauptkamms, die Stubaier Alpen und die gesamte Karwendelkette entlang des Inns kann man von hier aus betrachten.
Panorama und Bergspaß

Panorama und Bergspaß

Na gut, hier auch noch ein Panorama:Rastkogel_2

 
Kleiner Gilfert mit Friedenssymbol

Kleiner Gilfert mit Friedenssymbol

Auf dem Weg weiter zur Rastkogelhütte kam uns wieder die Aussage von Alex in den Sinn: wenn ihr noch nicht müde seid, solltet ihr kurz vor der Hütte noch einen kleinen Abstecher zum Kleinen Gilfert machen. Der Weg dorthin ist etwas ganz Besonderes. Dort werden die Weltreligionen mit Zeichen dargestellt und oben auf dem kleinen Gilfert befindet sich ein Friedenssymbol, welches die Weltreligionen vereint. Durchaus sehenswert. Laut Alex sollte es ein Katzensprung sein. Wir haben uns auf den Weg gemacht und immer wieder gedacht, dass das Symbol sicherlich hinter der nächsten Biegung oder hinter der nächsten Kuppe zu sehen sein wird. Der Weg hat sich ziemlich lang hingezogen. Irgendwann haben wir dann das Symbol in weiter Ferne gesehen. Und obwohl keiner von uns besonders religiös oder spirituell angehaucht ist, haben wir uns natürlich entschlossen, nun auch noch den Rest des Weges zu bewältigen. Oben angekommen hatten wir wieder mal einen tollen Ausblick, da es aber mittlerweile recht windig und somit frisch geworden war, haben wir uns nicht lange dort oben aufgehalten. Der Weg zurück war derselbe, allerdings schien er uns jetzt sehr viel kürzer. Manchmal ist das komisch.   4. Tag Abstieg nach Tux
Abstieg

In den Wolken

  Am nächsten Morgen mussten wir dann doch einmal unsere Regenjacken anziehen. Für zwei Stunden waren wir in den tiefliegenden Wolken unterwegs. Es war ja “nur” der Abstiegstag, aber von wegen Abstieg, wir mussten doch noch einige Höhenmeter bergauf machen. Den Spruch vom letzten Jahr: “Es geht immer nur an den Höhenlinien entlang, ehrlich!” haben wir an dem Tag auch mehrfach gehört. Für die 25 km haben wir einige Stunden gebraucht. Die Vesper im Hotel Eden war uns jedoch Ansporn genug. Die Gedanken an Salat und Brot, leckeren Kuchen und Cappuccino und die Aussicht auf den entspannenden Sauna-Aufenthalt haben uns angetrieben. Was uns auch angetrieben hat, waren die penetranten Fliegenschwärme, die nach dem Regen im feuchten Wald auf uns gewartet haben. Wieso müssen die Viecher einem eigentlich immer um den Kopf schwirren? Die Pausen unterwegs waren dementsprechend kurz. Im Hotel Eden angekommen haben wir uns dann aber richtig verwöhnen lassen, die oben erwähnte Vesper, Sauna und abends ein leckeres 6-Gänge-Menü in lockerer und familiärer Atmosphäre waren der krönende Abschluss eines wunderbaren Wanderurlaubs. Und hier noch eine kleine Bildergalerie:   Den Entschluss, beim 24h-MTB-Rennen am Alfsee mitzumachen, hatte ich schon getroffen , bevor ich überhaupt ein Mountainbike besessen habe. Ehrlich gesagt gingen meine Gedanken in die Richtung: der Alfsee liegt zwischen Oldenburg und Osnabrück. Plattes Land, das kann ja nicht so schwierig sein. Radfahren kann ich, also klar, ich komplettiere das 6er-Team! (Die angekündigten 160 Höhenmeter pro 12 km-Runde habe ich erstmal ignoriert). Der Unterschied zwischen Radfahren und Mountainbiken Als ich dann stolze Besitzerin meines Bikes war, stand erstmal die Gewöhnung an die Klickpedalen auf dem Programm. Wie komme ich schnell aus den Dingern raus, wenn was Unvorhergesehenes passiert? Auch die Sorge, dass ich ganz einfach vergesse, dass ich fest mit den Pedalen verbunden bin und dann beim Halten an der Ampel einfach umfalle und als völliger Trottel da stehe, schwirrte irgendwie in meinem Hirn herum. Da hilft nur eins: sich vertraut machen und das Herausdrehen üben, üben und nochmal üben! Am besten gleich in Verbindung mit Balanceübungen. Das Radel kennenzulernen, wie es sich verhält und wie es reagiert ist grundlegend, um Vertrauen aufzubauen. Zugegeben, als ich all das in einem Mountainbikebuch für Anfänger gelesen habe, habe ich im Stillen gedacht: Ist das alles nicht ein bisschen übertrieben? Ich fahre doch seit ca. 37 Jahren Fahrrad. Dass das aber so gar nicht dasselbe ist, wie schmale Singletrails, Spitzkehren in steilem Gelände oder enge Schotterpisten zu bewältigen, habe ich sehr schnell gemerkt. Ich als MTB-Anfängerin war vor dem Rennen zweimal im Gelände unterwegs. Im Teutoburger Wald habe ich die erste Tour absolviert und habe großen Respekt vor Spitzkehren entwickelt. Die blauen Flecken an den Beinen haben mich noch lange daran erinnert, dass ich hier unbedingt noch üben muss. Das habe ich auch fleißig getan. Sonntags auf einem Parkplatz bei mir um die Ecke habe ich das Langsamfahren und Stehen ohne abzusteigen geübt, habe um eine Trinkflasche immer engere Kreise in super langsamem Tempo gedreht und habe auf der Bordsteinkante das Fahren auf schmalen Pfaden simuliert. Am Pfingstwochenende war ich dann mit Freunden im Spessart unterwegs, habe einiges dazu gelernt und habe auch mal drei Tage hintereinander ordentlich Höhenmeter erradelt. Hier ging es neben dem Verfeinern der Technik auch darum, zu schauen, ob mein Hintern das ohne Murren mitmacht oder ob ich mich am zweiten Tag schon gar nicht mehr auf den Sattel setzen mag. Schließlich ist das Ziel eine Alpenüberquerung in 7 oder 8 Tagen, da sollte das mit dem Hintern und dem Sattel schon ein gutes Zusammenspiel sein. Das Rennen
Unser Team mit dem einfachen Namen Die 6

Die 6: Stefan, Carsten, Maic, Betreuer Tobi, ich, und Sponsor Carsten

  Nun stand am letzten Wochenende dann das Rennen vor der Tür. Am Samstag Mittag hat sich unser Team zum ersten Mal getroffen, zumindest waren 4 Fahrer und ein befreundeter Physiotherapeut schon da, zwei Teammitglieder mussten zunächst noch arbeiten und sind dementsprechend später zu uns gestoßen.         Die Wettervorhersage war eigentlich gut; Samstag sollte der Regen ab mittags aufhören. Pünktlich zum Start um 14 Uhr gab es jedoch noch mal einen richtig fetten Regenguss, der zum Glück dann in leichtes Tröpfeln übergegangen war, als ich als zweite Fahrerin dann in der Wechselzone stand. Bis zu diesem Zeitpunkt war alles ganz easy, aber als ich da stand und auf meinen Teamkollegen wartete und ringsherum das Wettkampffieber um sich griff, da hat es mich auch erwischt. Der Puls hat beschleunigt, bevor ich überhaupt unterwegs war. Fühlte sich wie früher beim Leichtathletik an, vor dem 800 Meter Lauf. Cool! Naja, und so richtig beruhigt hat sich der Puls dann auch erst, nachdem ich nach meiner Runde das Staffelband an Stefan übergeben hatte, denn holla, die Strecke hatte es wirklich in sich! Die Steigungen auf matschigem Untergrund und feuchtem Gras waren ganz schön knackig. Dazu dann noch die vielen Radler, die vor und hinter mir unterwegs waren. So konnte ich gar nicht ganz in Ruhe auf schwierige Passagen zufahren, nein alles war ein bisschen hektischer als sonst. Und siehe da: das geht auch! Wieso lange überlegen, wo man lang fahren soll, wenn neben dir plötzlich von hinten ein schneller Biker auftaucht und es dann eh nur noch geradeaus runter geht, weil du dem anderen sonst ins Gehege kommst. Und dann heißt es: Augen auf und das Beste draus machen 😉
Kurz vor der Einfahrt in die Wechselzone nach der ersten Runde

Kurz vor der Einfahrt in die Wechselzone nach der ersten Runde

Auch habe ich zügig gelernt, dass die schnellen Fahrer schon wissen, was sie tun, wenn sie andere an den „unmöglichsten“ Stellen überholen. Da kommt ein kurzer Zuruf von hinten: “Links” oder “Rechts”, so dass man weiß, auf welcher Seite sie vorbeifahren und dann rauschen sie auch schon vorbei.   Auf meiner zweiten Runde war die Strecke schon schön abgetrocknet, sodass die Anstiege und Abfahrten griffiger waren. Außerdem hatte sich das Fahrerfeld sehr entzerrt und konnte mich ganz auf mein Rad und mich konzentrieren. Als dann auch noch die Sonne rauskam, war das das I-Tüpfelchen der perfekten Runde. Das hat sich dann auch in der Zeit niedergeschlagen, diese Runde war meine schnellste. Von einer perfekten Runde konnte unser Nachzügler Torsten dann nicht reden, denn er hatte auf seiner ersten Runde gleich einen Platten und leider keinen Ersatzschlauch dabei. Wenigstens hatte er daran gedacht, sein Handy einzustecken, so konnte er uns Bescheid geben und wir uns auf dem Weg zu ihn machen, um den Schlauch zu wechseln. Das Schicksal mit dem defekten Schlauch hat mich dann bei meiner nächsten Runde auch getroffen. Besonders ärgerlich, da meine Zeit bis dahin eigentlich ganz gut aussah. Leider bin ich im Schlauch auswechseln noch nicht ganz so schnell wie die Jungs bei der Formal 1 beim Reifenwechsel. Und hätte ich gewusst, dass es zum Ziel gar nicht mehr so weit ist, wäre ich besser zu Fuß gegangen 😉 Nein, ich bin fest davon überzeugt, dass es inklusive Schlauchwechsel schneller ging als wenn ich geschoben hätte… Yeah!
Abendstimmung

Abendstimmung

Die Runde gegen 2 Uhr in der Nacht war noch einmal eine Herausforderung für sich. Es waren ca. 6 Grad, es war feucht und nebelig und auf dem Rad mit Fahrtwind ganz schön frisch. Das Gute daran war, dass nun keine Insekten mehr unterwegs waren, die mir in den zum Luft schnappen geöffneten Mund fliegen oder sich hinter die Sonnenbrille verirren. Die schon derbe ausgefahrene Strecke war im Dunkeln ganz schön knifflig.         Die Streckenposten des THW und das Wissen, dass mein Team über die Racemap App immer meinen Standort tracken kann, haben mir hier echte Sicherheit gegeben. Denn so viele Fahrer wie tagsüber waren nachts dann doch nicht unterwegs. Super schön war die Runde in der Morgendämmerung. Die Sonne über dem See aufgehen zu sehen, das Vogelgezwitscher in den Ohren, das war schon ein besonderer Moment. Einen Augenblick habe ich auch die nun schon etwas lahmen und daher im Anstieg zwickenden Oberschenkel vergessen.   Mein Fazit So ein Rennen ist etwas ganz anderes als die Ausfahrt am Wochenende, egal ob man da allein oder in einer netten Gruppe unterwegs ist. Die Ansteckung mit dem Wettkampffieber und der damit verbundene gesteigerte Leistungswille ist schon etwas Besonderes. Was nehme ich sonst noch aus dem Rennen mit?
  • Das Wissen, dass man auch mit einem Marathonläufer, einem Schwimmer, drei Bikern und einer Anfängerin ein tolles Team zusammenstellen kann.
  • Dass ich Windschattenfahrer, die sich nicht revanchieren, doof finde.
  • Dass es Spaß macht, an seine Grenzen zu gehen (auch mit lahmen Beinen geht die nächste Runde dann doch noch in ganz annehmbarer Zeit).
  • Dass man auch mit 40 noch viel dazulernen kann 😉
  • Dass die Teilnahme nächstes Jahr sehr wahrscheinlich ist….
Und hier noch das ganze Team:
Torsten, Stefan, Carsten, Nicola, ich, Maic

Torsten, Stefan, Carsten, Nicola, ich, Maic

Noch viel mehr Bilder und Impressionen vom Rennen gibt es auf Andi’s Radsportfoto Seite!

Die Berge rufen! Dieses Jahr hatten wir uns die nördliche Karwendelkette für unsere alljährliche Hüttenwanderung ausgeguckt. Ausgangspunkt war Seefeld in Tirol. Kommentar meiner Mutter: Oh, Seefeld ist schön, da habe ich mal ein Tennisturnier gespielt. Alles klar, Mama! 😉
 

Viel Spaß beim Lesen meines Tourenberichts!
 

1. Tag: Seefeld - Solsteinhaus

  • über Reither Spitz, Nördlinger Hütte, Ursprungssattel, Freiungen Höhenweg
  • insgesamt 550 Höhenmeter
  • mäßig schwierig und mäßig schwierig bis schwierig
  • 4-5 Stunden

Da wir aus unterschiedlichen Richtungen kommen und der Großteil auch erst morgens angereist ist, treffen wir uns um 10.30 Uhr. Und zwar bei perfektem Wetter: strahlend-blauer Himmel, Sonne und eine leichte Brise. Hier tauschen wir die luftigen Flip Flops und Sandalen gegen unsere Bergstiefel, präparieren uns ausreichend mit Sonnencreme und besprechen dabei den Tag. Gleich muss die erste Entscheidung getroffen werden: eine lange Tour von circa 9,5-10 Stunden oder die ersten Höhenmeter mit der Gondel überwinden und dann 5 Stunden bis zur ersten Unterkunft gehen? Aufgrund der für Wanderungen doch recht späten Startzeit entscheiden wir uns für die Gondel und lassen uns mit Bergtouristen mit Sandalen und Halbschuhen an den Füßen den Berg hochtragen bis zum Seefelder Joch. Von dort aus machen wir uns mit vielen anderen auf den angenehm ansteigenden Weg zur Seefelder Spitze, für viele schon das Endziel ihrer Wanderung. Einige der Ausflügler begleiten uns noch bis zur Reither Spitze, um dort das schöne Panorama zu genießen und ein Gipfelkreuzfoto zu schießen. Auf dem weiteren Weg lässt der Trubel schon etwas nach. Noch bis zur Nördlinger Hütte, wo wir eine kurze Getränkepause machen, sind noch einige Wanderer unterwegs. Die bisher zurückgelegten Höhenmeter waren mäßig schwierig und daher genau richtig zum Eingewöhnen.
 

Auf dem weiteren Weg sind wir plötzlich allein und können so die Berge auf uns wirken lassen. Aber auch nur in den Pausen, denn der Freiungen Höhenweg hat es ganz schön in sich. Der gesamte Weg ist als Steig gekennzeichnet und mit einem schwarzen Punkt versehen, das heißt, dass er als schwierig eingestuft wird. Und die Einstufung bekommen wir auch zu spüren. Wir müssen genau schauen, wo wir hintreten, zahlreiche ausgesetzte, steile Stellen erfordern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Aber: gerade das sind die Stellen, die uns am meisten Spaß machen! Der insgesamt sehr anspruchsvolle Weg geht erst im letzten Teil in einen einfacheren Fußweg über, was den Abstieg zum Solsteinhaus, unserer ersten Unterkunft, etwas angenehmer gestaltet. Dort angekommen gibt es erstmal ein erfrischendes Bergsteiger-Getränk, um die verlorene Flüssigkeit wieder wettzumachen. Das Resümee: für den ersten Tag war das ganz schön anstrengend!
 

Da noch etwas Zeit bis zum Essen ist, gehe ich erst einmal duschen. Für 2,50 Euro bekommt man eine Marke und die Aussage: 90-50-90. Häh??? 90 Sekunden läuft das Wasser zum nass machen, dann 50 Sekunden Pause zum einschäumen und dann nochmal 90 Sekunden Wasser zum Schaum entfernen. Die Bedenken, ob das reicht, erweisen sich als völlig überflüssig. Die ersten 90 Sekunden werden ganz schön lang, denn nass werden geht schnell. Ich nutze die restliche Zeit, um schon mal die Haare einzuschäumen, dadurch werden die 50 Sekunden zum Einseifen dann auch gleich sehr lang... seife ich mich zu Hause jemals sooooo gründlich ein???? Nun gut, die 90 Sekunden zum Schaum entfernen sind auf jeden Fall ausreichend. Vielleicht liegt es auch an meinen kurzen Haaren, dass ich so schnell fertig bin?
 

Frisch geduscht schmeckt das Bergsteiger-Essen dann doppelt gut. Deftiges Gröstl und dazu ein leckeres Weizen, das schmeckt! Gegen 20 Uhr fangen wir alle nacheinander an zu gähnen und die Frage taucht auf: können wir schon ins Bett gehen? Nicht zu früh, denn wir wollen ja nicht um 5 schon wieder wach sein... Hüttenruhe ist um 22Uhr, da liegen wir dann auch brav in unserem Hüttenschlafsack. Wir haben das Glück, dass genau über uns schräge Dachfenster sind und wir so den tollen Sternenhimmel betrachten können, bevor uns ziemlich schnell die Augen zufallen.
 

2. Tag: Gipfeltag mit Tagesgepäck

  • Großer Solstein: 800 Höhenmeter, ca. 3 Stunden
  • Kleiner Solstein: vom Großen Solstein noch weitere 200 Höhenmeter, 1 Stunde

Am nächsten Tag haben wir es nicht eilig, da wir eine weitere Nacht im Solsteinhaus verbringen werden und für den Tag eine Tagestour auf zwei Gipfel geplant ist. Der Weg auf den Großen Solstein ist zwar als leicht ausgegeben, aber es sind dennoch 800 Höhenmeter, die man bewältigen muss. Bei bestem Wetter machen wir uns auf den Weg und kommen dann auch recht zügig voran. Das Gipfelkreuz auf 2541 m ist nach 2,5 Stunden erreicht.
 

Eigentlich war danach noch der kleine Solstein mit 2637 m geplant, allerdings hatte uns der Hüttenwirt vom Solsteinhaus vor einem kniffeligen Schneefeld gewarnt. Nach kurzer Diskussion entscheiden wir: wir gehen mal ein Stück näher ran und gucken mal. Ja klar, nur gucken... Auf dem Weg zum kleinen Solstein kommen wir an eine Abzweigung Richtung Neue Magdeburger Hütte. Kurze Beratung: ist es nicht besser, eine kleine Runde über die Magdeburger Hütte zu gehen und von dort aus wieder zurück zum Solstein zu gehen, als auf dem Weg zum Gipfel des Kleinen Solstein umdrehen und dann denselben Weg wieder zurückgehen zu müssen? Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass der morgige Tag mit 6-8 Stunden und mäßig schwierigem Gelände ansteht?
 

Wir schauen kurz in die Karte und bekommen dann den Spruch zu hören, der uns den Rest der Tour begleiten wird: Da geht man ja quasi nur an den Höhenlinien entlang auf dem Rückweg von der Magdeburger Hütte zum Solsteinhaus, also alles ganz entspannt. Da macht es auch nichts, dass der Abstieg zur Neuen Magdeburger Hütte mit einem schwarzen Punkt versehen ist. Es geht ja schließlich nur bergab.
Also machen wir uns über Schutt- und Geröllfelder auf den Weg zur Neuen Magdeburger Hütte. Ziemlich anstrengend, ich persönlich finde Abstiege generell nicht so schön wie Anstiege und rutschiges Geröll oder Schutt, in den man zentimetertief einsinkt, sind auch nicht meine Favoriten. Aber: mitgehangen - mitgefangen. Ich beiße die Zähne zusammen und nach einer Weile kommt man in so einen Flow, man konzentriert sich darauf, wo und wie man die Füße hinsetzt und lässt sich auch schon mal vom Schutt einfach ein bisschen hinuntertragen. Nach ungefähr der Hälfte des Abstiegs fängt wieder der Bewuchs an und der Untergrund wird etwas angenehmer. Hier müssen wir nun wiederum auf die Baumwurzeln acht geben. Dennoch können wir Gas geben und kommen nach etwas mehr als einer Stunde an der Hütte an. Auf dem Schild angegeben waren 2 Stunden, so sind wir ganz schön stolz auf uns und gönnen uns ein leckeres alkoholfreies Weizen und eine Johannisbeerschorle.
 

Der Tom schaut noch einmal in die Karte und gibt plötzlich ein "Oh" von sich, das uns hellhörig werden lässt. Auf Nachfrage eröffnet er uns, dass wir wohl zwei Steige übersehen haben, einer davon ein Kamin. Gepunktet besagt (erneut):  schwierig. Das "oh" war also auch noch vollkommen gerechtfertigt. Der Achillessehnen-Verletzte unserer Gruppe findet diese Neuigkeit weniger witzig. Wir machen uns also auf den Weg. Der Gang entlang der Höhenlinie ist auch recht entspannt, allerdings haben es die beiden Steige auch wirklich in sich.
 

Spaß machen sie aber allemal und am Solsteinhaus angekommen schmeckt der Kuchen dann erst recht. Das Fazit des Tages: ein entspannter Tag sieht eigentlich anders aus, aber gerade die schwierigeren Abschnitte haben mal wieder sehr viel Freude bereitet!
 

3. Tag: Solsteinhaus - Pfeishütte

  • über Gipfelstürmerweg, Frau Hit Sattel, Seegrube, Mandlscharte
  • 1200 Höhenmeter
  • 6-8 Stunden
  • mäßig schwierig

Der 3. Tag beginnt erst einmal gemächlich mit sanftem Auf und Ab. Besonders schön ist auch, dass wir mal über grüne Wiesen mit farbenfrohen Blumen und Kräutern gehen und nicht nur über Geröll. Dort treffen wir auch eine Kuhherde. Die Tiere sind sehr aufmerksam und wirken ein wenig angriffslustig, das liegt wohl daran, dass sie ihre Kälber dabei haben.
 

Wir sehen zu, dass wir zügig an ihnen vorbeigehen, damit sie schnell wieder zur  Ruhe kommen. Da wir wissen, dass wir einen recht weiten Weg vor uns haben, ist unser Tempo sowieso recht flott. Auf einmal werden die Wiesen wieder durch Geröll abgelöst und es geht in steilen Serpentinen bergab. Jeder findet sein eigenes Tempo und sieht zu, dass er den Weg nach unten schafft, ohne sich ernsthaft auf den Bart zu legen. Konzentriertes Schweigen macht sich in der Gruppe breit. Nach einer Weile wird der Weg weniger steil und die Unterhaltungen frischen wieder auf. An einem Schneefeld vorbei führt der Weg nun wieder entspannt ohne nennenswerte Steigung weiter zwischen Geröllfeldern entlang. Und plötzlich tauchen Schilder auf, die nur einen Rückschluss zulassen: Wir haben eine Abzweigung verpasst!
 

So ein Mist... Wir schauen noch einmal auf die Karte und vermuten, dass die Abzweigung noch nicht so lange her sein kann. Wir gehen zurück und halten die Augen offen. Wir kommen wieder zum Schneefeld und sehen beim hinaufblicken oben am Felsen eine Markierung. Das erklärt einiges: das Schneefeld versteckt den eigentlich Weg unter sich. Wir kämpfen uns das Geröll hinauf und entdecken nach dem ersten steilen Anstieg ein Schild, dass von seiner Halterung gerissen wurde. Vermutlich auch durch Schnee und Geröll. So konnten wir den richtigen Weg fast gar nicht entdecken. Hier wird auch klar, warum der Tom morgens früh gesagt hatte: Das wird ein Ritt zur Frau Hitt.
 

Es geht steil bergauf, kurze Steige, aber hauptsächlich mal wieder Schutt und Geröllfelder. Wir arbeiten uns langsam den steilen Hang hinauf und sehen oben ein weiteres Schneefeld. Dort scheint jemand zu arbeiten, Steine und Schnee rutschen den Hang hinunter. Wir erreichen das Schneefeld und den Arbeiter. Wir müssen noch kurz warten und dürfen dann den neuen Weg begehen, den Hajo in mühevoller Arbeit freigeschaufelt hat. Vorsicht ist geboten, bis so ein Weg sich setzt, müssen so einige Wanderer dort entlanggehen. Die letzten Meter hoch zum Frau Hitt Sattel sind noch einmal steil und anstrengend.
 

Oben empfangen uns zwei Wanderer, die ihr Brot verzehren und dabei den herrlichen Blick genießen. Wir gehen noch ein Stück weiter, bis wir einen Platz finden, der uns allen eine Sitzgelegenheit bietet. Mit Blick auf Innsbruck füllen wir unsere Energiereserven wieder auf. Viel Zeit lassen wir uns nicht, denn einige Wolken sehen doch recht regenschwanger aus. Der Wirt des Solsteinhauses hatte uns morgens schon gesagt, dass am Nachmittag eventuell Gewitter möglich sein könnten.
 

Wir machen uns schnell auf den Weg weiter Richtung Seegrube. Diese erreichen wir nach insgesamt 5,5 Stunden. Mit Blick auf das Wetter und vor allem auf die bereits hinter uns liegenden Strapazen entscheiden wir uns für eine kurze Gondelfahrt. Von der Bergstation sind es auch noch gut 2 weitere Stunden bis zur Pfeishütte, der Adlerweg ist außerdem noch mit einigen Ansteigen gespickt. Als wir nach 7,5 Stunden an der Pfeishütte ankommen, empfangen uns neben supernetten Wirtsleuten auch Sonnenstühle auf der Terrasse. Von Regen oder Gewitter keine Spur mehr, wir können unsere Kaltgetränke in der Sonne genießen. Es ist eine Wohltat, endlich die Schuhe auszuziehen. Bis abends sitzen wir draußen, später gesellt sich unser Wegbereiter Hajo noch zu uns und erzählt uns, dass er ursprünglich nur einem befreundeten Hüttenwirt bei der Instandhaltung der Wege geholfen hat und dass sich daraus dann seine Tätigkeit für den Österreichischen Alpenverein entwickelt hat. Es sind noch zwei weitere Mitglieder des ÖAV auf der Hütte, die den Weg, den wir am nächsten Tag gehen wollen, gerade herrichten. Die Wege werden durch heftige Regenfälle und die Schneeschmelze ausgeschwemmt und müssen daher, je  nach Wetter, mehrmals im Jahr überprüft werden. Die Arbeiter bekommen einen Obolus vom Alpenverein, aber wegen des Geldes ist keiner der drei hier oben unterwegs. Die Liebe zu Bergen, der Spaß an der (oft harten) Arbeit und Verantwortungsgefühl sind die Gründe für ihren Einsatz.
 

4. Tag: Pfeishütte - Bettelwurfhütte

  • über Stempeljoch, Wilde Bande Steig
  • 500 Höhenmeter
  • 4 Stunden
  • mäßig schwierig

Am nächsten Tag starten wir nach einem guten Frühstück Richtung Stempeljoch. "Nach dieser Schlüsselstelle ist es ein Spaziergang...." so die Aussage des Hüttenwirtes. Das Schneefeld sei mit Vorsicht zu genießen. Der Weg hoch zum Stempeljoch ist vom Anstieg her human, auf der anderen Seite im Abstieg geht es dann aber zur Sache.
 

Die Jungs des ÖAV waren den Tag vorher schon fleißig und so ist ein Drittel des Weges ganz gut zu gehen. Es geht steil hinunter, wieder mal auf Schutt und Geröll. Für unsere Wanderstöcke, die uns in dem rutschigen Gelände wieder mal guten Halt geben, sind wir alle mehr als dankbar. Wir nähern uns dem besagten Schneefeld, das recht breit ist und an einem ziemlich steilen Hang liegt. Respekteinflößend liegt es vor uns, nacheinander queren wir es mit großer Vorsicht. Auf der anderen Seite schnaufen wir erst einmal durch.
 

Nüsse, Müsliriegel und ein ordentlicher Schluck aus der Wasserflasche geben uns nach diesem Abstieg neue Energie für den restlichen Weg. Dieser ist tatsächlich fast ein Spaziergang. Kurz vor der Hütte begegnen wir noch einer Gruppe Gämsen, die den Hang mühelos den Hang hinauf- und hinunterjagen und sich am Ende auf einem der Schneefelder zusammenfinden. Ein toller Anblick!
 

Die Bettelwurfhütte erreichen wir nach knapp vier Stunden. Diese hat eine einladende Sonnenterrasse über einem steil abfallenden Hang. Wir genießen die Spezialität der Bettelwurfhütte: Most mit Holundersaft und Wasser, sehr lecker! Die Überlegung, noch einen Gipfel zu machen, bleibt genau das: eine Überlegung. Wir verbringen den Nachmittag auf der Hütte in netter Gesellschaft und sehen den Wolken zu, wie sie sich zusammenziehen. Das angekündigte Gewitter braut sich zusammen und gegen 18 Uhr geht es los. Blitz, Donner, bizzare Wolkengebilde und starker Regen, faszinierend! Wir denken: "Gut, dass wir so etwas nicht unterwegs erlebt haben!" und: "Die Arbeit der ÖAV-Mitglieder an den Wegen wird morgen sicher wieder von vorne beginnen müssen." Sisyphos lässt grüßen.
 

5. Tag: Abstieg nach Hall

  • 1500 Höhenmeter bergab

Die erste Hälfte des Weges nach Hall geht noch einmal richtig in die Beine, zumindest bei mir. Und auch meine Fußballen lassen mich wissen: Abstieg finden sie eigentlich nicht so toll. Das Gute daran: die Blasen am Hacken spüre ich kaum 😉  Bei einer kurzen Pause haben wir noch einmal einen wunderbaren Blick zurück zur Bettelwurfhütte.
 

Am Parkplatz in Hall angekommen warten wir in der Sonne auf das Taxi, das uns nach Seefeld bringt. Dort genießen wir alle erst einmal, dass wir endlich wieder warm duschen können. Auf der Pfeishütte gab es nur kaltes Wasser, auf der Bettelwurfhütte nur einen Waschraum, keine Dusche. So lernt man auch die alltäglichen Dinge wieder zu schätzen. Wir fühlen uns wie neu geboren und schlendern durch Seefeld. Ganz schön viel Trubel nach der Einsamkeit in den Bergen. Leute gucken macht aber nach wie vor Spaß!
 

Spruch des Urlaubs: Wir gehen quasi nur an den Höhenlinien entlang!
 

Das Fazit des Urlaubs: schön wars mal wieder!
 

Informationen zu den Hütten und möglichen Touren bekommt ihr beim DAV und ÖAV. Eine Mitgliedschaft empfehle ich nicht nur wegen der vergünstigten Übernachtungspreise sondern auch, weil ihr über die Mitgliedschaft versichert seid und weil ihr so die Vereine unterstützt.
 

Karten: Alpenvereinskarten 5/1, Karwendelgebirge West und 5/2, Karwendelgebirge Mitte

Kungsleden_TitelHallo zusammen, ich bin Svenja und gehöre seit 2010 zum Unterwegs Team. Wie sollte es anders sein: Ich bin gerne draußen in der Natur unterwegs. Mein persönliches Lieblings-Reiseziel stelle ich euch in diesem Beitrag vor: Kilometerweit nichts als Tundra, Wald und Moorlandschaft. Rentierherden statt überfüllter Innenstädte, Plätschern der Bäche statt Verkehrslärm, frische Waldbeeren statt Fastfood. Es ist, als bewege man sich völlig in einer Parallelwelt. Der Kungsleden in Lappland: Wer einmal im Norden Skandinaviens unterwegs war, den lässt die beeindruckende Landschaft nicht mehr los. So ging es mir zumindest. Seit ich vor  einigen Jahren schon einmal in der Region unterwegs war, um den Kebnekaise (mit 2113 m der höchste Berg Schwedens) zu erklimmen, zieht es mich immer wieder zum Wandern auf den Kungsleden. Im letzten Winter habe ich auch meine erste Skitour auf diesem Weg gemacht, aber lest selbst: Der Kungsleden (zu deutsch: Königsweg) ist mit knapp 800 Kilometern einer der längsten Wanderwege Schwedens und führt durch unberührte Natur nahe der norwegischen Grenze entlang. Er ist aufgeteilt in 2 Abschnitte, den nördlichen und den südlichen Teil, wobei Vielen nur der nördliche Teil bekannt ist. Die 440 km sind eine Herausforderung, jedoch gut zu laufen. Erschaffen wurde der Weg Anfang des 20. Jahrhunderts vom Schwedischen Touristenverband, um die Nationalparks im Norden des Landes zu erschließen. Heute ist er ein beliebter Pfad und weitestgehend mit zum Teil unbewirtschafteten, aber auch bewirtschafteten Hütten zum übernachten ausgestattet. Wer jedoch in seinem eigenen Tempo laufen und sich völlig frei und unabhängig fühlen möchte, der macht vom Jedermannsrecht Gebrauch und zeltet oder biwakiert dort, wo es ihm gefällt. Gaaaanz wichtiger Tipp: Mückenmittel nicht vergessen, die Biester sind in den Hochmooren zu Hause!  
Kungsleden_Wandern

Wandern auf dem Kungsleden

Wandern im Sommer Durch die nördliche Lage ist der ideale Zeitraum zum Wandern kurz: Zwischen Mittsommer (21. Juni) und August ist der Boden nicht mehr vom Schmelzwasser aufgeweicht und wenn man Glück hat noch nicht wieder zugeschneit. Der Weg ist jederzeit gut erkennbar und ausgeschildert, sodass man mit gutem Schuhwerk super vorankommt. Brücken führen über Bachläufe und Schilder weisen auf interessante Abstecher hin. Ich persönlich finde den Herbst dort oben am schönsten. Die gelben Blätter der vereinzelten Birken stehen in tollem Kontrast zum knallroten Tundraboden, den tiefblauen Seen und dem ersten Schnee. Wer tagsüber frische Pilze und Waldbeeren sammelt, die überall zu finden sind, kann Abends ein tolles 5-Sterne Menü auf dem Kocher zubereiten. Bei untergehender Sonne  vorm Zelt zu sitzen und eine leckere, frische Pilzpfanne als Hauptmahlzeit und Milchreis mit frischen Blaubeeren als Nachtisch zu essen, während im Tal eine Herde Rentiere vorbeizieht, ist das Beste, was es auf einer Tour gibt.   Was man auf jeden Fall immer dabei haben sollte Neben passenden Schuhen, bequemem Rucksack und auf jeden Fall einer Regenjacke gehören noch weitere unabkömmliche Dinge ins Gepäck für eine Trekkingtour auf dem Kungsleden:
  • Wanderkarte und Kompass/GPS : trotz guter Beschilderung, eine Karte zum Planen der Tagesabschnitte muss sein
  • das eben schon erwähnte Mückenmittel oder -netz (zumindest bei Wanderungen im Sommer)
  • genügend Proviant: Schokolade, Nüsse oder Powerriegel geben Energie und gute Laune
  • eine Kamera, um die beeindruckende Landschaft mit nach Hause zu nehmen
 
Ideales Gebiet für Skitouren

Ideales Gebiet für Skitouren

Skitouren im Winter Doch auch für Wintertouren eignet sich das Gebiet ideal: Von Januar bis April sind die Seen zugefroren und Loipen gespurt. Das Vorankommen wird deutlich einfacher. Wer es warm haben möchte kann in den auch im Winter geöffneten Hütten übernachten, wer jedoch über gute Ausrüstung und ausgeprägten Abenteurergeist verfügt, der nimmt auch im Winter ein Zelt mit und kann – mit etwas Glück – mit einem heißen Tee weit ab von jeglicher Zivilisation das Polarlicht erleben. Zugegeben, eine Nacht im Zelt bei -20 °C ist ein tolles Erlebnis und mit der richtigen Ausrüstung gar kein Problem, trotzdem war ich froh, als wir uns am nächsten Tag für die Übernachtung in einer der Hütten entschieden. Auch der König der Wälder,  der Elch, ist bei Schnee einfacher zu erkennen. Nicht selten stand ein Exemplar mitten auf dem Weg und beobachtete uns in einer Seelenruhe, die man nur oben in den Weiten Lapplands erleben kann.   Die Anreise in den hohen Norden ist gar nicht so schwer: Während man mit dem Auto bestimmt 3 Tage unterwegs wäre, ist es einfacher zu fliegen. Stockholm als Ausgangspunkt ist von den meisten deutschen Flughäfen zu erreichen. Ab der schwedischen Hauptstadt kann man entweder mit dem Zug oder noch einmal mit dem Flugzeug nach Kiruna im nördlichen Schweden gelangen. Von hier aus geht es bequem und mehrmals täglich mit dem Bus weiter an verschiedene, entlegene Einstiegsorte des Kungsleden. Jedem, der einmal völlig abschalten, Wildnis erleben und sich absolut frei fühlen möchte, kann ich diesen Weg nur empfehlen. Fotosession für den Unterwegs Onlineshop Vielleicht fragt ihr euch: Warum ein Fotoshooting? Wir sind dabei, dem Unterwegs Onlineshop ein neues Design zu verpassen und dazu gehören auch mehr Fotos. Von unseren Herstellern gab es nicht die Fotos, die wir im Kopf hatten und so haben wir uns daran gemacht, ein eigenes Fotoshooting zu organisieren. In diesem Beitrag berichte ich, an was man alles denken muss und wie wir das Shooting über die Bühne gebracht haben.

Models organisieren

Die erste große Frage war: Gibt es überhaupt Mitarbeiter, die bereit sind, sich für unseren Onlineshop ablichten zu lassen? Die Frage war schnell und eindeutig beantwortet: Es haben sich so viele Kolleginnen und Kollegen gemeldet, dass ich sogar einigen absagen und sie auf das nächste Mal vertrösten musste. Diese Bereitschaft ist einfach toll!

Outfits zusammenstellen

Nach der Auswahl der Models dann die nächste Herausforderung: die Outfits zusammenstellen. Ich wusste zwar, wie die einzelnen Models aussehen, aber ich wusste nicht, in welchen Klamotten sie sich wohlfühlen, welche Farben ihnen stehen etc. Und ihr wisst ja selbst: fühlt man sich in einem Outfit nicht wohl, sieht man das sofort. Das sollte natürlich unbedingt vermieden werden. So habe ich die Models gebeten, sich selbst aus unserem Sortiment auszusuchen, was sie anziehen möchten. Ich habe nur das Thema/die Kategorie und somit die Art der Kleidung vorgegeben. Zum Beispiel sollte Svenja sich ein Top für den Sommer und einen Hut für den Herbst aussuchen. Das hat super geklappt, herausgekommen sind farbige Outfits, die den Models hervorragend stehen und in denen sie sich wohl fühlen. Es entstanden Listen über Listen mit Größen, Produkten, Alternativ-Produkten und allen nötigen sonstigen Informationen. Die Outfits wurden dann hier bei uns aus dem Lager herausgesucht und aus den Filialen angefordert. Christine, Sandra und Moni haben einen ganzen Tag gebügelt, um die Kleidungsstücke für das Fotoshooting herzurichten. Wir selbst würden die Sachen einfach so anziehen, aber die Fotografin war überzeugt, dass die Liegefalten auf den Fotos besonders gut zu sehen sein würden.  Und sie muss es ja wissen. Da viele der Funktionsmaterialien nicht auf hoher Stufe sondern nur lauwarm gebügelt werden dürfen, war eine Engelsgeduld gefragt.

Daumen drücken für gutes Wetter

Nach all den Vorbereitungen hieß es dann nur noch ein ganzes Wochenende: Daumen drücken, damit am Montag gutes Wetter ist! Denn natürlich wollten wir die Fotos gerne draußen im Freien schießen.

Das Shooting vor Ort

Jens sucht nach dem Outfit für sein erstes Foto

Jens sucht nach dem Outfit für sein erstes Foto

Am Montag ging nach dem Weckerklingeln der erste Blick gen Himmel und siehe da: der Wetterfrosch war voll und ganz auf unserer Seite! Keine Wolken! Der Wetterbericht im Radio kündigte einen sonnigen Tag an. Juchu! Mit zwei voll beladenen Autos ging es dann zum Fotostudio in Wilhelmshaven. Das Photohouse Schworm liegt zwar mitten in der Stadt, besitzt aber einen riesigen Garten und ein kleiner verwilderter Wald grenzt an das Grundstück. Perfekt geeignet für ein Outdoor-Fotoshooting. Pünktlich um 9 Uhr stand alles bereit, Kartons mit Schuhen und Hartware, Kleiderständer mit allen Outfits, schön geordnet nach Namen, und natürlich waren auch die Models und die Fotografin pünktlich zur Stelle.  
Models können auch assistieren

Models können auch assistieren

Dann hieß es: umziehen, Maske (nur etwas Puder), posen, lächeln. Wenn ihr mich fragt: all unsere Mitarbeiter haben schon mal heimlich ein Shooting mitgemacht! Denn sie waren alle super! Die Anweisungen von Daniela haben sie hervorragend umgesetzt, sodass der erste Schwung von Fotos wirklich schnell im Kasten war. Gelangweilt hat sich der Rest der Models nicht. Wenn sie sich nicht gerade umgezogen haben, wurden sie zum Assistieren bestellt. Abschatten, Äste aus dem Foto heraushalten oder auch mal dem ein oder anderen Model stabilen Halt geben, Aufgaben gab es genug.  
Kaffeepause beim Unterwegs Fotoshooting

Kaffeepause beim Unterwegs Fotoshooting

Die gute Arbeit wurde dann auch mit einer Kaffeepause belohnt. Hier hat sich gezeigt, dass der Spaß an den Produkten nicht nur auf die Arbeit beschränkt ist. Es gab regen Austausch darüber, wie unsere Produkte wo überall zum Einsatz kommen, wer wann wegfährt und was dort für Outdoor-Aktivitäten auf dem Plan stehen. Klettern im Elbsandstein-Gebirge wie es unser Kollege Philipp gemacht hat, wird wohl auch darunter sein. Ich hoffe, dass wir Euch hier im Blog noch von der ein oder anderen Reise berichten können.  
Auf der Suche nach dem perfekten Platz für Outdoor-Fotografie

Auf der Suche nach dem perfekten Platz für Outdoor-Fotografie

  Nach der Kaffeepause ging es dann quer durch den Wald auf der Suche nach den perfekten Fotoplätzen. Das Foto-Equipment und die großen “Segel” zum Sonne einfangen oder Abschatten waren für unsere outdoor-erprobten Kollegen dann aber doch ungewöhnliches Gepäck und haben durch die etwas unhandlichen Größen für viel Spaß gesorgt. Das Wäldchen hatte viele schöne Plätze zu bieten und die Fotografin hat das Beste aus Wetter, Umgebung und den Models herausgeholt. Was am Ende dabei herausgekommen ist, könnt ihr bald auf den Seiten unseren Onlineshops sehen. Hier gibt es auf jeden Fall schon mal eine Diashow der Bilder, die ich beim Fotoshooting hinter den Kulissen gemacht habe. Viel Spaß beim Anschauen!

Produkttest Lavvo 6-8 von Bergans

Unser Kooperationspartner Sven vom Freiluft-Blog ist auch bei den Lorentzweiler Pfadfindern aktiv. Diese haben für das internationale Lager Roverway in Finnland, aber auch für weitere Lager zwei robuste Zelte gesucht und bei uns gefunden. Einen ersten Kurzbericht hatte Sven bereits auf dem Freiluft-Blog veröffentlicht, hier folgt nun als Gastbeitrag der Erfahrungsbericht der Pfadfindergruppe nach dem Einsatz der Zelte in Finnland. Viel Spaß beim Lesen!

  Produkttest Lavvo 6-8, das Zelt steht   Wir, als luxemburgische Pfadfinder aus Lorentzweiler, haben uns speziell für den Kauf von zwei Zelten namens „Lavvo“ der Marke Bergans entschieden, weil sie sich durch ihre Leichtigkeit auszeichnen. Da wir an dem internationalen Lager „ROVERWAY“ in Finnland im Sommer 2012 teilnehmen wollten und einen Flugzeugtransport bestreiten mussten, war dieses Kriterium für uns von hoher Bedeutung.   Aufbau/Abbau Bevor wir dann am 18. Juli aufbrachen, bauten wir das Zelt einmal bei uns hinter dem Pfadfinderheim in der Wiese auf, um uns mit dem Aufbau und der Zusammensetzung vertraut zu machen. Wir haben mit der Befestigung des Bodens angefangen und dann den äußeren Teil des Zeltes über den Boden zurechtgelegt. Dann haben wir die 5 Teile der Stange zusammengebaut und einer ist ins Zelt unter den äußeren Teil hineingegangen um die Mittelstange zu platzieren. Als wir dann schon fast fertig waren mit dem Spannen des Zeltes, und die Spitze, welche ein einzelnes Teil ist, darauf setzen wollten, fiel uns auf, dass dies nun unmöglich ist, da man die Spitze nicht mehr erreichen konnte. Somit mussten wir die Stange noch einmal herausnehmen und die Spitze darauf legen und ein paar von uns mussten die Abspannseile unten festhalten, während wir die Stange aufrichteten, damit sie nicht herunterfällt, was wir als umständlich empfanden, da sie sehr leicht verrutschte und dies bei windigeren Wetterverhältnissen wohl ein Problem gewesen wäre. Einfacher wäre es zum Beispiel gewesen, wenn die Spitze gleich oben an der Stange befestigt gewesen wäre. Nach der Überwindung dieses Problems jedoch verlief der Rest des Aufbaus reibungslos. Das nächste Problem kam auf beim Zusammen- und Einpacken der Zelte. Die 5 Stücke, aus denen die große Mittelstange zusammengesetzt wird, mussten wieder alle zusammen in das größte Stück gepackt werden. Dies gestaltete sich als sehr kompliziert, da die Reihenfolge, nach welcher diese 4 anderen Stangenteile in das eine kamen, keinesfalls egal war und auch nicht in einer logischen klein-nach-groß oder groß-nach-klein Reihenfolge zusammengesetzt war. Somit brauchten wir eine gewisse Zeit, bis wir die Reihenfolge, nach der die einzelnen Teile zusammengesteckt werden müssen, herausgefunden hatten. Nachdem dies geschafft war, kamen keine weiteren Probleme auf. Fotostrecke:
  Pfadfinderlager in Finnland Um das Zelt im Flugzeug zu transportieren, teilten wir es uns auf. Somit trugen sechs Leute verschiedene Teile des Zeltes, also zum Beispiel die Stangen, den Boden, oder die Heringe mit sich und es wurde für niemanden zu viel Gewicht. Nach dem ersten Aufbau in Viitasaari in Finnland richteten wir das Zelt zum ersten Mal ein. Es gab genügend Platz für sechs Leute mit Gepäck. Das Zelt ist gedacht für 6-8 Personen, wobei es bei acht Personen mit Gepäck jedoch sehr eng und ungemütlich wäre. Das durchwachsene Wetter in Finnland war kein Problem für das Zelt und somit bot es auch an regenreichen Tagen guten Schutz. Auch der Boden hielt sehr gut dicht. Nur einige Male war das Zelt innen feucht, da wir uns nach dem Duschen und Schwimmen dort umgezogen und aufgehalten hatten, was aber eher eine logische Folge als ein Mangel des Zeltes ist. Auch sehr praktisch während des Gebrauchs des Zeltes waren die Öffnung in der Spitze und die kleinen Fenster am Boden um zu lüften und frische Luft hineinkommen zu lassen, ohne das ganze Zelt offenstehen zu lassen. Auch nachdem das Zelt einen Tag lang eingepackt war, ohne es trocken werden zu lassen, da dies zeitlich nicht möglich war, gab es an dem zweiten Ort in Evo in Finnland keine Probleme mit der Wetterfestigkeit des Zeltes.   Schlussfolgerung Zusammenfassend kann man sagen, dass das Zelt sehr handlich und gut transportierbar ist und vor allem beim Gewicht punktet. Jedoch hat es auch sonst fast alle Kriterien erfüllt und nachdem man weiß wobei beim Auf- und Abbau zu achten ist, ist das Zelt schnell auf- und abgebaut. Wir sind mit dem Entschluss, diese Zelte zu kaufen, sehr zufrieden und freuen uns auf viele weitere Pfadfinderlager mit dem Lavvo von Bergans.   Pfadfindergruppe Lorentzweiler – Ranger-Rover

Im Juli war es wieder einmal so weit: Wandern mit den Osnabrücker Freunden stand auf dem Plan. Dieses Mal hatte Nancy die Tour selbst zusammengestellt. Da wir einmal die Osnabrücker Hütte besuchen wollten (schließlich sind einige von uns auch in der DAV Sektion Osnabrück Mitglied), wurde die Tour um diese Hütte herum geplant. Im schönen Kärnten gelegen gab es viele Auswahlmöglichkeiten, aber am Ende haben wir uns für folgende Tour entschieden:
 

  • 1. Tag: Ankunft in Gmünd und gemütlicher Start mit 3-4 Stunden gemächlicher Wanderung von Malta zur Gmünder Hütte (1187m)
  • 2. Tag: von der Gmünder Hütte zur Kattowitzer Hütte (2320m), mit optionaler Besteigung des Großen Hafner (3076m)
  • 3. Tag: von der Kattowitzer Hütte zur Osnabrücker Hütte (2032m) über die Kölnbreinsperre (1903m)
  • 4. Tag: von der Osnabrücker Hütte zur Kölnbreinsperre, über die Schwarzhornseen durch das Kleinelendtal

 

Bei der Planung ist der Tourenplaner von Outdooractive sehr hilfreich, dort bekommt ihr für jede Etappe ein ein Höhenprofil, eine Karte im Maßstab 1:25.000 und zusätzlich nützliche Tipps. Die Anmeldung in der Community ist kostenlos und schnell gemacht.
 

1. Tag

  • Pflügerhof (alternativ Gemeindehaus Malta) - Gmünder Hütte
  • Länge: 7,5 km
  • Höhenmeter: 642m bergauf, 297m bergab
  • Dauer: 3 Stunden

 

Da wir unterschiedlichste Anfahrtswege hatten, haben wir als Treffpunkt Samstag, 10 Uhr, in Gmünd ausgemacht. Der Plan: nach der langen Nachtfahrt zusammen frühstücken, am Startpunkt die Autos abstellen, umziehen und los. Bevor wir uns zum Frühstück treffen, möchten zwei von uns noch schnell in den DAV eintreten. Wie der Zufall es will, ist die erste Vorsitzende der DAV Sektion Osnabrück gerade in Gmünd, sitzt mit Ihrem Kollegen vom OEAV beim Frühstück und intensiviert die seit Jahren bestehende Partnerschaft der beiden Sektionen. Sie ist auch überaus hilfsbereit. Per Telefon und Fax bekommen Annette und Maic eine vorläufige Mitgliedschaft, so dass sie sowohl Versicherung als auch Vergünstigungen auf den Hütten direkt nutzen können. Vielen Dank für die unkomplizierte Unterstützung an Melanie Grimm!
 

Nun aber auf zum Frühstück, die anderen warten schon! Meine Empfehlung: Bäckerei Jury, zentral im Ort gelegen, nach Wunsch belegte Brötchen, leckerer Kaffee, und vor allem: super nette Bedienung inklusive Wetterauskunft. Letztere ist leider nicht so berauschend: ab dem späten Vormittag Dauerregen. Das glauben wir aber erst, als wir am Gemeindehaus in Malta, dem Nachbarort von Gmünd und unser Startpunkt, unsere Autos abstellen und es anfängt zu tröpfeln, während wir uns umziehen. Das Tröpfeln entwickelt sich dann ziemlich schnell zum angekündigten Dauerregen. Kurzentschlossen steigen wir in den Postbus und verlegen unseren Startpunkt zum Pflügerhof, somit haben wir unsere Strecke um einige Kilometer verkürzt. Als Einstieg sind dann die 7,5 km mit 642 Höhenmetern bergauf und 297 Höhenmetern bergab für uns doch relativ übermüdete Wanderer genau richtig.
 

Wir setzen unsere Kapuzen auf, ziehen unseren Rucksäcken die Regenschutzhüllen über und machen uns frohgemut auf den Weg. Zunächst geht es auf einem befestigten Rad/Wanderweg gemächlich entlang dem Malta-Fluss und der Malta Hochalmstraße bergauf. Es ist genügend Luft übrig, um alle Neuigkeiten auszutauschen, denn wir haben uns schon länger nicht mehr gesehen. Nach einer Stunde versiegen die Unterhaltungen. Das Prasseln des Regens auf unsere Kapuzen wird lauter, weil der Regen intensiver wird. An der Mautstelle überqueren wir die Straße und nun geht es endlich auf einem schönen Pfad durch den Wald, weg von Verkehr und befestigtem Weg. Trotz des Dauerregens ist die Stimmung gut. Beim Hinweisschild auf den Bienenlehrpfad tönt es von hinten: "Was lernen denn die Bienen hier?" Es riecht nach Waldboden, der Regen fällt auf das Blätterdach der Bäume, findet seinen Weg aber auch bis zu uns. Mittlerweile ist alles nass, denn auch wenn die Jacken wasserdicht sind, hermetisch abschließen tun sie nicht und so rinnt das Wasser oben in den Kragen oder sammelt sich am Jackensaum. Aber was soll's? Spaß macht es trotzdem.
 

Nach drei Stunden kommen wir an der Gmünder Hütte an. Diese liegt auf 1187m an der Mautstraße und ist dementsprechend keine einsame Berghütte, sondern eher ein Gasthaus, das auch ein paar Betten hat. Dass es keine DAV-Hütte im ursprünglichen Sinn ist, merken wir, als uns die nette Wirtin erklärt, dass es keinen Trockenraum gibt. Hm, wohin nur mit all den nassen Klamotten??? Wir breiten uns einfach auf dem gesamten Flur im 2. Stock aus, nutzen das Treppengeländer und jeden Nagel in der Wand, um unsere Sachen zum Trocknen aufzuhängen. Und hoffen, dass alles bis zum nächsten Tag schon wieder trocken sein wird. Es dauert ein bisschen, bis wir alle sieben die winzige Dusche genutzt haben und schön trocken gerubbelt in der Gaststube sitzen. Dort lassen wir uns dann die Kärntner Spezialitäten schmecken. Lecker!
 

2. Tag

  • Gmünder Hütte - Kattowitzer Hütte
  • Länge: 6,4 km
  • Höhenmeter: 1527m bergauf, 8 m bergab
  • Dauer: 3 Stunden, 20 Minuten
  • Optional: Besteigung Großer Hafner, zusätzlich ca. 3,5 Stunden

 

Nach einem leckeren Frühstück starten wir am nächsten Tag um kurz vor 9 Uhr. Alle Sachen sind trocken, bis auf die Schuhe. Tolles Gefühl, in die noch nassen kalten Schuhe einzusteigen. Egal, nach den ersten paar Metern merken wir davon schon nichts mehr. Es geht ein kurzes Stück an der Straße entlang und dann führt der Weg rechts über einen Bach in den Wald. Hier geht es in Serpentinen recht steil bergauf. Das Herz pocht, es ist doch immer noch eine ungewohnte Beanspruchung der Muskulatur. Außerdem ist es ja auch noch recht früh am Tag. Wenigstens ist es trocken, auch wenn es recht bewölkt ist.
 

Ab und an schafft es die Sonne durch die Wolken und beglückt uns mit wärmenden Strahlen. Nicht dass uns kalt wäre. Bei der ansehnlichen Steigung geraten wir doch schon ordentlich ins Schwitzen. Nach ca. 1 Stunde geht der Weg in einen Forstweg über, der nun nicht mehr so steil, sondern moderat bergauf führt. Da können wir uns etwas erholen. Die Bäume lichten sich und wir haben tolle Ausblicke auf die Berge ringsherum. Ab und zu tröpfelt es aus den Wolken, aber die paar Tropfen können uns nach der gestrigen Regentour nicht mehr schockieren. Wir passieren die Untere und die Obere Maralm, machen an letzterer noch eine kurze Brotzeit und gelangen irgendwann ans Ende des Forstwegs. Dort findet sich ein großer Stapel mit Holzscheiten und ein Schild, auf dem sinngemäß steht: "Wer auf der Kattowitzer Hütte eine warme Suppe essen möchte, der bringe einen Holzscheit mit." Jeder nimmt einen Scheit in die Hand oder befestigt ihn am Rucksack.
 

Dann geht es noch einmal richtig steil in Serpentinen eine halbe Stunden hoch zur Hütte. Dort werden wir mit einem heißen Kaffee mit (mit dem Schneebesen) aufgeschäumter Milch verwöhnt. Lecker!
Wir stärken uns mit einem Energieriegel und machen uns auf den Weg zum Großen Hafner. Der Hüttenwirt warnt: es kann oben vereist sein! Wir schauen ihn etwas ungläubig an, denn gerade scheint hier doch die Sonne und es sind gefühlte 20 Grad!
 

Je höher wir steigen, desto trüber und kälter wird es. Zwar kommt die Sonne manchmal durch, aber irgendwann sind wir in den tiefhängenden Wolken. Den Gipfel sehen wir nicht mehr und als es dann auf den Grat geht, auf dem wir letzten Höhenmeter zurücklegen müssten, sehen wir, dass der Hüttenwirt recht hatte: die Felsen sind tatsächlich vereist und es hängen Eiszapfen herunter. Wir beschließen umzudrehen. Auch so haben wir noch einige Höhenmeter geschafft und tolle Aussichten genießen können.
 

Wieder an der Hütte angekommen, lassen wir uns das Radler schmecken. Im Waschraum gibt es eine schöne Überraschung: es gibt zwar keine Dusche, aber das Wasser, das aus dem Wasserhahn kommt, ist lauwarm! Welch ein Luxus! Nachdem wir uns frisch gemacht haben, lassen wir uns im urigen Gastraum nieder. Es sind noch eine vierköpfige Familie und eine Zweierguppe da, mehr nicht. Die Speisekarte ist übersichtlich, aber bereits am Nachmittag hatte es lecker nach frisch zubereiteten Speisen gerochen. Wenn man Glück hat, steht auch Kaiserschmarrn auf der Karte. Ist das der Fall, kann ich nur sagen: zuschlagen!!! Erna, die Pächterin der Hütte, hat dafür wirklich ein Händchen, super lecker! An diesem Abend sitzen wir lange zusammen, spielen Uno, schnacken mit dem Wirt und trinken auch mal einen Zirbenschnaps. Der schmeckt ein bisschen so, wie ein guter Sauna-Aufguss riecht. Hüttenruhe ist um 22 Uhr, und um 21.55 Uhr sagen wir den Wirtsleuten gute Nacht.
 

3. Tag

  • Kattowitzer Hütte - Osnabrücker Hütte
  • Länge: 13,3km
  • Höhenmeter: 603m bergauf, 890m bergab
  • Dauer: 3-4 Stunden
  • Optional: Wanderung zum Brunkarsee

 

Als ich um halb sieben morgens mit meinem Kaffee vor der Hütte stehe und die Morgenruhe der Berge genieße, zeigt das Thermometer 1 Grad Celsius an und das Barometer "sehr schön". Frisch, aber sonnig, schön! Nach dem Frühstück starten wir gemächlich.
 

Es geht erst einmal bergab, und das auf ziemlich schmalen und dabei sehr matschigen Pfaden. Hier ist Vorsicht geboten, denn schnell rutscht man seitlich ab. Teilweise fühlen wir uns auch in die Kindheit zurückversetzt, denn manchmal fühlt es sich an wie Hinkepinke - so hüpfen wir von Stein zu Stein. Auch ein großes Geröllfeld überqueren wir. Das macht mir besonders viel Spaß.
 

Dann kommt die Kölnbreinsperre in Sicht. Das ist die höchste Staumauer Österreichs und sie ist wirklich imposant. Natürlich ist sie auch ein Ausflugsziel, so sind wir auf einmal wieder inmitten der Zivilsation. Holländer, Familien und Senioren tummeln sich hier. Nach einer kurzen Getränkepause wandern wir mit allen anderen am Stausee entlang. Der ist mal tiefblau, mal türkis, je nach Tiefe und Sonneneinstrahlung. Irgendwann werden die Spaziergänger auch weniger und wir starten den Endspurt. Der Weg zieht sich ganz schön. Es ist eine "Autobahn", aber am Ende kommt noch mal ein Anstieg. Durch die schwierige Wegbeschaffenheit des ersten Teils haben wir nun doch länger gebraucht, als geplant. Die optionale Wanderung zum Brunkarsee nehmen wir nun nicht mehr in Angriff. Stattdessen lassen wir uns das Radler und die Schorle auf der Osnabrücker Hütte in der Sonne schmecken. Zusammensitzen, schnacken, oder auch mal nichts sagen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen gehört auch zu unseren Wandertagen. Einfach schön!

4. Tag

  • Osnabrücker - Schwarzhornseen - Kölnbreinsperre
  • Länge: 14,7km
  • Höhenmeter: 982m bergauf, 1083m bergab
  • Dauer: 5 Stunden

 

Anstatt denselben Weg zurückzugehen (der dazu ja auch noch recht unspektakulär ist) folgen wir dem Rat des Hüttenwirts der Kattowitzer Hütte und nehmen den Weg über die Schwarzhornseen durch das Kleinelendstal. Das bedeutet noch einmal richtig Höhenmeter. Und die haben es in sich! Direkt nach dem Start geht es steil bergauf, es wird sogar ein bisschen kraxelig und wir müssen auch schon mal unsere Hände zur Hilfe nehmen. Schön, dass in unserer Gruppe jeder sein eigenes Tempo bestimmen kann, niemand wird gehetzt oder gebremst. Beim Warten auf die Gruppe haben wir ja auch immer die Möglichkeit, das Panorama zu genießen. Einfach schön, wie entspannt alles zugeht.
 

Ja, der Aufstieg ist heftig, wir werden jedoch mit wunderschönen Ausblicken belohnt. Die Schwarzhornseen sind einfach fantastisch. Sowohl der untere als auch der obere Schwarzhornsee spiegeln den blauen Himmel mit den Schäfchenwolken. Nach dem wir den oberen See passiert haben, geht es noch einmal steil hoch zur Zwischenelendscharte, danach haben wir "nur noch" den Abstieg vor uns. Der ist sehr abwechslungsreich, führt mal über schmale Pfade und auch mal über große Blockschuttfelder, bei denen man genau hinschauen muss, wo man seine Füße hinsetzt. Inmitten dieser rauen Bergwelt entdecken wir kleine, wirklich sehr hübsche blau blühende Pflänzchen. Immer wieder sind wir erstaunt, dass hier oben noch etwas blüht. Zu Hause gegoogelt weiß ich jetzt: es ist Frühlingsenzian. Spannend auch, dass wir zwei recht große Schneefelder passieren müssen. Gut, dass wir Wanderstöcke dabei haben, denn der Schnee ist richtig rutschig und an einigen Stellen sinken wir auch recht tief ein.
 

Etwas weiter unten kommen uns nun auch einige Wanderer entgegen. Die Rundtour von der Kölnbreinsperre durch das Kleinelendtal zu den Schwarzhornseen ist ein Naturlehrweg und natürlich auch wegen der spektakulären Aussichten recht beliebt. Wir haben die Uhr im Blick, denn der Bus, der uns zurück nach Gmünd nimmt, fährt um 15.15 Uhr. Das schaffen wir jedoch locker. Wir haben sogar noch Zeit für eine gesunde Pommes. Davon hatte Til, mit 15 Jahren der jüngste in unserer Gruppe, schon stundenlang geschwärmt.
 

In Gmünd angekommen freuen wir uns über unsere bequemen Betten und die Duschen auf den Zimmern. Bevor wir diese aber ausgiebig nutzen, treffen wir uns auf ein Willkomens-Bier auf dem Marktplatz der Künstlerstadt. Kaum sitzen wir auf den Bänken, fängt es auch schon an zu regnen. Wie der Start, so das Ende.
 

Mein Fazit: tolle, abwechslungsreiche Wanderung in Kärnten, die auch Kondition und Trittsicherheit fordert. Durch die Möglichkeit, von den Hütten immer noch einen Gifpel oder einen See zu erwandern, ist die Wanderung auch gut geeignet für Gruppen, die ein unterschiedliches Leistungsniveau haben.
 

Mein Tipp: Wenn noch Zeit ist, lohnt sich ein Bummel durch die vielen Gallerien von Gmünd. Fotoausstellungen, Skulpturen, abstrakte Kunst und für Autofans das Porschemuseum; für jeden Geschmack ist etwas dabei.
 

Meine Packliste:

  • lange Wanderhose
  • kurze Wanderhose
  • bequeme Hose für abends
  • Schlafanzug (da kann man auch das Shirt für den nächsten Tag anziehen)
  • Wanderstiefel
  • Hüttenschuhe/Badelatschen
  • warme Socken für abends
  • Waschlappen (haben nicht unbedingt immer eine Dusche)
  • T-Shirts/Funktionsshirts fürs Wandern
  • 1-2 Langarmshirts
  • Fleecejacke
  • Regenjacke
  • Blasenpflaster
  • Duschzeug
  • Wandersocken
  • Sonnenbrille
  • Mütze/Cap/Tuch
  • Hüttenschlafsack
  • Sonnencreme
  • Mückenschutz
  • ein kleines Buch oder ein Kartenspiel
  • genug Bargeld - keine Kartenzahlung!
  • Alpenvereinsausweis und Pass
  • Outdoorhandtuch
  • Handschuhe (gegen Kälte, helfen aber auch gegen Stahlsplitter von Drahtseilen an gesicherten Stellen)
  • Getränkeflasche
  • ein paar Nüsse, Energieriegel, Trockenobst für tagsüber
  • Stirnlampe oder Taschenlampe (wer will schon nachts die Treppe runterfallen, nur weil er mal zur Toilette muss?)

 
Auf der Unterwegsseite mit Reiseberichten könnt auch Ihr von Euren Reisen und Outdoor-Erlebnissen berichten. Wenn Euer Bericht es auf die Seite schafft, belohnen wir das mit einem Einkaufsgutschein im Wert von 50 Euro!
 

Weitere Fotos von meiner Wanderung im schönen Kärnten findet Ihr im Fotoalbum auf unserer Facebook-Seite.

Vom 12. bis 15. Juli war es wieder so weit: die OutDoor 2012 in Friedrichshafen hatte ihre Tore geöffnet. Aber was heißt hier eigentlich “wieder”? Ich war das erste Mal dabei und war schon ganz gespannt, was die Outdoor Fachmesse für Entwickler und Händler zu bieten hat. Für die Messe habe ich mit drei meiner Kollegen auch gerne die Fahrt quer durch Deutschland auf mich genommen. Die verlief glücklicherweise auch ohne Stau, so dass wir um 19.30 Uhr auch mit dem Aufbau der Zelte fertig waren. Einige von uns Unterwegslern reisen mittlerweile etwas komfortabler:

Die Zeltunterkünfte sahen im Vergleich so unspektakulär aus, dass ich sie gar nicht mehr fotografiert habe.
 

Die OutDoor ist DIE Fachmesse der Outdoorbranche und auch in diesem Jahr ist die Zahl der Aussteller wieder gewachsen. Insgesamt 907 Unternehmen aus 39 Nationen haben sich in Friedrichshafen präsentiert. Nach drei Tagen vollgepackt mit Terminen mit den Herstellern kristallisiert sich heraus, dass es gar nicht so viel Neues gibt: keine bahnbrechenden neuen Technologien, die die gesamte Branche revolutionieren, wie es wasserdichte Beschichtungen und winddichte Softshells getan haben. Stattdessen haben es sich die Hersteller zur Aufgabe gemacht, ihre Produkte und Technologien zu perfektionieren. So rüsten einige ihre Textilien zusätzlich noch mit einem Insekten- und UV-Schutz aus. Außerdem widmen sich viele Hersteller dem Thema "hohe Funktion bei minimalem Gewicht". Trailrunning und schnelle Bergsportarten verlangen leichte und klein verpackbare Ausrüstung mit hoher Funktionalität. Dabei achten viele Hersteller mittlerweile darauf, recyclebare und naturbelassene Materialien zu verwenden. Erfreulich ist auch, dass immer mehr Firmen den Fokus nicht nur allein auf das Produkt legen sondern auf den gesamten Herstellungsprozess. Transparenz, Nachhaltigkeit und Verantwortung sind dabei die Aspekte, die immer wichtiger werden. Vaude mit der Green Shape Kollektion, Meindl mit der Identity Serie oder Mountain Equipment mit dem Down Kodex bei Daunenprodukten sind nur drei Beispiele, wie Firmen die Themen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung innovativ im Unternehmen aufgreifen können.
 

Natürlich war es nicht möglich, sich alle 907 Hersteller anzuschauen. Unser Tagesablauf war durchgeplant, morgens um 9 Uhr der erste und abends um 16 oder 17 Uhr der letzte Termin. Die Hersteller haben uns ihre Highlights der Sommersaison 2013 vorgestellt, von Projekten berichtet und natürlich wurde auch über die bisherige und zukünftige Zusammenarbeit gesprochen. Alles ganz schön spannend für jemanden, der das erste Mal dabei ist. Zuhören, Notizen machen, Fotos schießen, Smalltalk betreiben, Messestände suchen... mir haben nicht nur die Füße sondern auch der Kopf gequalmt.
 

Mein persönlichen Messe-Highlights habe ich gleich am Donnerstag entdeckt:
 

Bei diesem Regenmantel hat 66° North wirklich alles getan, damit man bei schlechtem Wetter gut gesehen wird und der Kinderschlafsack sieht einfach knuffig aus.
 

Generell kann ich sagen, dass es im kommenden Sommer recht bunt zugehen wird. Besonders die skandinavischen Hersteller wie zum Beispiel Haglöfs, Klättermusen oder Norona haben sich für kräftig leuchtende Farben entschieden. Hier ein Beispiel von Klättermusen:

Am Ende des Tages nach viel Input waren wir froh, dass wir uns um nichts mehr kümmern mussten, denn Vaude hatte zum Grillen & Chillen am Bodensee eingeladen. In lockerer Atmosphäre ein bisschen schnacken und den Tag ausklingen lassen.

Abends im Zelt habe ich gerade noch Zeit zu denken: Mist, hätte ich bloß die Eyeshades von Eagle Creek mitgenommen. Die Beleuchtung des Parkplatzes ist super für Leute, die nachts mal zur Toilette müssen, aber im Zelt ist es fast taghell. Das beste Mittel: tagsüber so viel Input und Termine, dass man einfach überall und bei jedem Licht schlafen kann!
 

Am nächsten Tag überqueren wir auf dem Weg von einem Termin zum nächsten auch einmal das Außengelände. Dort ist eindeutig ein Trend sehr präsent: Slacklinen! Überall sind die Lines aufgespannt und coole Jungs und Mädels führen ihre akrobatischen Kunststücke vor. Toll, was es da zu sehen gibt!

Schöffel startet mit einer groß angelegten Imagekampagne inklusive Fernsehwerbung, der Slogan "Ich bin raus" hat sicherlich einen hohen Wiedererkennungswert. Der Hersteller möchte etwas jünger und noch mehr "Outdoor" daherkommen. Ob das gelingt, werden die Kunden entscheiden.
 

Die kleinen Outdoorfans dürfen natürlich auch nicht zu kurz kommen (auch wenn sie selber noch kurz sind), so haben wir uns unter anderen Herstellern auch bei Elkline und Finkid die Neuheiten des nächsten Sommers zeigen lassen.
 
Aber auch neue Firmen bekommen eine Chance. Sherpa Adventure Gear, die seit sieben Jahren ihren Teil zur Outdoor Bekleidung beitragen, haben wir uns angeschaut. Outdoor Bekleidung inspiriert von jenen Menschen, die im Himalaya den Bergsteigern treue Begleiter sind. Die Produkte werden von Bergsportathleten getestet und so immer weiter perfektioniert. Daniel und Christoph haben zwei Jacken etwas genauer unter die Lupe genommen.

Auch an diesem Messetag wurden wir mit vielen leckeren Kleinigkeiten an den Messestände verwöhnt. Leider haben wir den Leberkäse bei Tatonka verpasst. Daher haben wir uns dann entschlossen, abends zu grillen. Kaum hatten wir es uns gemütlich gemacht und die Grills angeworfen, fing es an zu regnen, aber so richtig. Zusammengerückt, Tarp gespannt, Regenschirm besorgt und dem Grillvergnügen stand nichts mehr im Wege.

Regelmäßiges Wasserabführen hat dafür gesorgt, dass die Pfütze auf dem Tarp nicht zu riesig wird. Super war, dass wir das Regenwasser gleich zum Vorspülen des Geschirrs nutzen konnten. Ich habe mir ein bisschen Sorgen über die Wasserdichtigkeit meines Zelts gemacht. Mit guten 12 Jahren ist es ja nun doch schon in die Jahre gekommen. Zum Glück hat der Regen irgendwann nachts aufgehört. Die nächste große Anschaffung wird ein schönes, leichtes Trekkingzelt werden, da werde ich mich aber im Detail noch von unserer Hardwaren-Expertin Jessica beraten lassen.
 

Nach einer wieder mal kurzen Nacht gab es am Samstag noch viele weitere tolle Termine. Bei einigen Schuhherstellern steht das Thema Barfuß-Schuhe und natürliches Laufen derzeit hoch im Kurs. Auch da gibt es die verschiedensten Ansätze. Solerunner zum Beispiel ist ein Vertreter der Minimal Footwear Philosophie. Der Schuh als Schutz vor widrigen Bodenverhältnissen ohne jegliche unterstützende Funktion. Merrell bietet ebenfalls Schuhe ganz ohne stützende Funktion an, allerdings gibt es von dem Hersteller auch Schuhe mit einer geringen Sprengung sozusagen als vorgelagerte Modelle auf dem Weg zum Barfußschuh. Denn das Barfußlaufen will trainiert sein. Teva vertritt die Meinung, dass Barfußlaufen sicher gesund ist, und dass Naturvölker heute und die Menschheit vor langer Zeit sicherlich auch Barfußläufer sind. Allerdings haben sich die Bedingungen mittlerweile geändert. Wir laufen nicht mehr über Feld und Wiesen sondern die meiste Zeit über geteerte oder auf andere Art befestigte Straßen und Wege. Daher hat Teva einen Schuh mit einer geringen Sprengung entwickelt, der auf der einen Seite die natürlichen Bewegungsabläufe unterstützt, aber auch den Bedingungen des heutigen Berufs- und Freizeitalltags gerecht wird. Wir möchten und können gar nicht entscheiden, welche Philosophie die richtige ist. Jede hat gute Argumente. Im Endeffekt müsst ihr entscheiden!

Am Ende des Tages gab es dann noch die berühmt berüchtigte Outdoor Party als besonderes Schmankerl. Von Polartec gesponsert wurde viel Programm geboten. Zwei Bands auf zwei Bühnen und eine Partyzone mit Housemusic, Bullriding, gute Stimmung und ausgelassenes Feiern, es war für jeden Partytyp etwas dabei.
 

Es gab natürlich auch ein vielseitiges Rahmenprogramm mit interessanten Vorträgen und Diskussionsforen. Diese hätten allerdings unseren Zeitrahmen gesprengt. Wer sich informieren möchte, zum Beispiel auch über denn Outdoor Industry Award, findet auf der Seite der OutDoor ausführliche Infos und Bilder. Einfach mal hier vorbeischauen.
 

Ein Fotoalbum mit Schnappschüssen von der OutDoor 2012 haben wir für euch auf unserer Facebook-Seite hochgeladen.

Nachdem die Theorieschulung schon so spannend war, konnte ich es kaum erwarten, einiges aus der Schulung in die Praxis umzusetzen. Meinen Kollegen ging es ähnlich. So haben wir es dann auch gerne in Kauf genommen, an einem Sonntag den Wecker zu stellen. Ja, ihr habt richtig gelesen! Um 9 Uhr war Treffpunkt am Kletterbunker Monte Pinnow in Sande. Auf der Autofahrt dorthin fallen ein paar Regentropfen aus dem verhangenen Himmel und ich denke: Muss das denn sein? Hoffentlich lässt Petrus das gleich. Ich steige aus dem Auto und sehe den schiefen Kletterturm vor mir aufragen. Ein wenig mulmig wird mir, und das liegt nicht daran, dass ich als sonntäglicher Morgenmuffel eigentlich noch im Bett liegen sollte. Ganz schön hoch, der Bunker… Der DAV Wilhelmshaven hat hier viel Arbeit und Zeit hineingesteckt und den Bunker zur größten Kletteranlage in Niedersachsen gemacht. Die bekletterbare Fläche beträgt 1379 qm,  es gibt inzwischen fast 60 Kletterrouten vom 2. bis zum 10. Schwierigkeitsgrad sowie zusätzlich definierte Boulder. Die Neigung des Bunker beträgt 18 Grad und die höchste Stelle ist 18 Meter. Die Höhe ist auch das, was mir ins Auge sticht und mir Respekt einflößt.   Jan macht sich fertig und beginnt mit dem Vorstieg. Und ratzfatz ist er den halben und bald schon den ganzen Bunker hochgeklettert. Bei ihm sieht es super leicht und entspannt aus.
Ich schaue in die Gesichter meiner Kollegen und sehe, dass auch sie etwas bleich geworden sind. Denken sie auch: “Da soll ich hoch? Niemals!”??? Kletterschulung der Unterwegs Mitarbeiter Wilhelmshaven Aber: dafür sind wir ja nun hier und alle früh aufgestanden. Jens schreitet mutig zur Tat und meldet sich als erster zum Aufstieg. Klettergurt anlegen, das Seil mit gestecktem doppeltem Achter befestigen und los gehts. Nach den ersten Metern soll er erst einmal das Ablassen üben. Also Beine durchstrecken und nach hinten lehnen. Das scheint ein komisches Gefühl zu sein und ihn einige Überwindung zu kosten. “Immer schön dem Seil folgen, ganz entspannt”, tönt es von Jan. Nachdem das klappt, klettert Jens dann auch weiter nach oben. Das ist dann auch der Ablauf für uns alle: erst einmal testen, wie das mit dem Abseilen/Ablassen klappt und dann gehts los und aufwärts. Immer nur so weit, wie der Kletterer möchte und sich wohl fühlt.
Als ich dran bin, muss ich feststellen, dass ich doch einen etwas erhöhten Puls habe als normal. Beruhigend finde ich, dass Jan und Sonja so entspannt beim Sichern sind und mir vermitteln, dass ich mich voll auf sie verlassen kann. Nach den ersten Metern am Bunker soll auch ich mich am Abseilen versuchen. Das Durchdrücken der Beine fällt mir schon ein wenig schwer, aber nachdem ich mich das erste Mal nach hinten in den Klettergurt und das Seil gelehnt habe, geht es eigentlich. Also mache ich mich auf den Weg nach oben. Ungefähr auf der Hälfte erwischt mich die berühmte “Nähmaschine“, ein unkrontrolliertes Zittern der Muskeln in der rechten Wade. Nicht, weil ich keine Kraft mehr habe, sondern eher weil ich psychisch etwas überfordert bin. Kräftemäßig geht das alles, aber ich will unbedingt bis nach oben, und plötzlich überkommen mich Zweifel, ob ich dieser neuen Situation wirklich gewachsen bin. Jan ruft hoch: “Einfach mal die Ferse nach unten drücken!”. Das mache ich und es wird ein bisschen besser. Schöner wäre es, wenn es ganz aufhören würde…. denke ich. Mein zweiter Gedanke: das schaffst du jetzt! Und weiter gehts. Nun wird auch meine Frage, wieso Kletterschuhe eigentlich immer so klein müssen, beantwortet. Meine alten Laufschuhe, die beim Laufen wunderbar viel Platz vorne haben, sind am Bunker nun doch nicht das richtige Schuhwerk. Ich bekomme kein Gespür für die kleinen Öffnungen oder die Vorsprünge im Mauerwerk und habe das Gefühl, dass ich nicht so wirklich sicher stehe. Egal, nun habe ich es fast bis nach oben geschafft, der Rest geht auch noch! Und dann bin ich oben, drehe mich um und schaue über das weite flache Land Frieslands. Hammer Aussicht! Runtergucken kostet mich dann doch ziemliche Überwindung. Jans Tipp: immer die Leute angucken und nicht einfach bis auf den Boden. Das hilft. Und nun: “einfach” nach hinten fallen lassen, Beine durchstrecken und beim Abseilen locker dem Seil folgen…ja, nee, is klar! Als ich unten ankomme, habe ich ganz schön weiche Knie, bin aber stolz wie Oskar! Und: Respekt, dass Hauke den Bunker umarmt und sozusagen ohne festen Handgriff ganz oben steht. Sein lockerer Spruch: “Bin ich schon rum?”
Weil es regnet und auch, weil wir alle ein bisschen Entspannung brauchen, schauen wir uns den Bunker von innen an. Jans Vorwarnung, dass es ein komisches Gefühl und dass uns vielleicht schwindelig wird, finde ich erst etwas merkwürdig, aber als ich das Innere betrete, wird mir doch etwas komisch. Drinnen ist eben auch alles um 18 Grad geneigt. Wände und Boden sind schief und man hat keinen wirklichen Anhaltspunkt, was denn nun wirklich senkrecht ist. Wir müssen uns wirklich erst einmal an alles gewöhnen. Einen kleinen Eindruck könnt ihr vielleicht vom dem folgenden Foto und von unserem Video auf YouTube gewinnen, auch wenn dort die Ausleuchtung nicht 100%ig ist. Nach dem Ausflug in die schräge Welt des Bunker-Inneren (ich frage mich bis heute, wie man da drin dann auch noch klettern kann, ohne dass einem total schwindelig wird) und bei jetzt wieder trockenem Wetter, möchte ich jetzt noch wissen, wie es ist, wenn man quasi am anderen Ende des Seils steht, also sichert. Jans Freundin Sonja vertraut sich mir an, obwohl ich das noch nie gemacht habe. Das finde ich klasse! Und dann geht es los. Immer die Augen auf den Kletterer gerichtet, und bei der HMS Sicherung immer eine Hand am Bremsseil. Ganz schön anstrengend! Das Gefühl der Verantwortung ist ganz schön hoch und ich für meinen Teil lasse Sonja keine Sekunde aus den Augen, bis sie wieder festen Boden unter den Füßen hat. Hinterher merke ich, wie die Anspannung von mir abfällt und dass ich doch ziemlich verkrampft war. Mir kommt die Frage in den Sinn, wie lange man das machen muss, wenn man so entspannt und locker da unten stehen will wie Jan und Sonja, wenn sie andere sichern… Naja, ich werde den Muskelkater in den nächsten Tagen noch spüren. Zum Bouldern geht es dann auf die andere Seite des Bunkers, die mit Überhang. Jan schwingt sich in die Wand, auch das sieht leicht, locker und elegant aus. Hauke und Torsten müssen feststellen: es sieht nur so aus, die Anfänge sind extrem anstrengend. Aber: Spaß machts!
Auf dem Klettersteig können wir dann noch das Klettersteigset ausprobieren. Auch hier empfehlen sich Konzentration, Schuhe, die griffig sind, und ein Partner, der ansagt, wo man seine Füße am besten platzieren kann. Die Stellen kann man manchmal von oben wirklich schlecht sehen. Jens und Hauke finden: Super spannend!
Es waren wirklich tolle Stunden da draußen. Hier ein paar Zitate der Teilnehmer: Petra: Der Spaß für mich war die Gemeinschaft, das Respektieren von Grenzen und das Anfeuern! Außerdem habe ich über mich gelernt, dass ich mich ruhig fallen lassen kann, denn ich werde gehalten. Jens: Mich hat überrascht, dass man sich mit wenig Kraftaufwand selbst sichern kann. Generell hätte ich nicht erwartet, wie wenig Kraft man beim Klettern aufwenden muss. Ich werde auf jeden Fall noch einmal klettern gehen. Als nächstes wird ein Klettergurt und Co angeschafft. Floriana: Also, über mich habe ich gelernt, dass ich definitiv nicht so fürs Klettern gemacht bin…. zumindest nicht in solchen Höhen. Die Begehung des Bunkers innen war doch sehr lustig aufgrund des nicht vorhandenen Gleichgewichtssinnes. Hauke: Am meisten Spaß hat mir definitiv das Bouldern gemacht, da ich mich da komplett auf das klettern an sich konzentrieren konnte. Aber auch den Klettersteig fand ich super. Mein Fazit: Es war toll, in dieser Gruppe die ersten Klettererfahrungen zu sammeln. Beim Klettern habe ich viel über mich gelernt, meine Grenzen erkannt, sie ausgetestet und akzeptiert. Die Verantwortung, die man für denjenigen hat, den man sichert, ist groß, es ist aber auch ein wirklich gutes Gefühl, dass mir jemand so sehr vertraut. Ganz viele Fotos findet ihr hier auf unserer Facebook-Seite. Weitere Videos werden in Kürze auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht! Hier findet ihr den Trailer zum Film: http://www.youtube.com/watch?v=W6IdOmm_fSE&list=UUVUNTuSnLFTKatIpvvX75YA&index=1&feature=plcp Hier ist nun auch der Zusammenschnitt unseres Videomaterials zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=KaGqBvWIunI&list=UUVUNTuSnLFTKatIpvvX75YA&index=1&feature=plcp 16.05.2012, 20 Uhr Ort: Unterwegs Wilhlemshaven Ich war schon oft Bergwandern und Trekken, mit Rucksack und Zelt durch die Berge. Natürlich bin ich da auch schon mal ein bisschen gekraxelt, ab und an musste ich auch meine Hände zur Hilfe nehmen, um einen Felsen hinaufzukommen, aber richtig Klettern war ich noch nie. Als ich gehört habe, dass in unserer Wilhelmshavener Filiale eine Kletterschulung für die Mitarbeiter stattfindet, habe ich mich kurzerhand dafür angemeldet. Ich treffe mich mit meinen Kollegen Torsten, Hauke, Floriana, Petra, Maik und Jens in unserer Filiale und kann gar nicht einschätzen, was da auf mich zukommt. Kletterschulung, noch dazu Theorie. Vor uns ausgebreitet: Seile, Karabiner, Klettergurte und noch so einiges, was ich noch nie gesehen habe: Theorieschulung Klettern für Unterwegs-Mitarbeiter Unsere eifrigen Aufzeige-Aktivitäten auf Jans Frage, wer von uns noch nie geklettert ist, werden etwas gebremst durch die Nachfrage, ob wir uns sicher sind. Nach kurzem Nachdenken müssen wir zugeben, dass wir alle schon einmal geklettert sind: auf Bäume, über Zäune und Mauern und und und… da kommen Erinnerungen hoch. Und ich denke: schön, es geht um etwas, was doch nicht komplett unbekannt ist. Trotzdem bleiben da all die Dinge, die es noch zu lernen gilt. Jan startet mit den Seilen: Halbseile, Einfachseil, Zwillingseil, dynamisch, statisch, Schlingen, Hammerschnur, Reepschnur, Fangstoß, Reißkraft, Kilonewton (kN)….. mir brummt schon der Schädel und es sind erst 15 Minuten vergangen. Zum Glück hat Jan den Hans mit gebracht: Hans ist gut drauf und dient als anschauliches “Fallbeispiel”. Mit seiner Hilfe habe selbst ich als Mathe- und Physik-Null verstanden, wieso zur Sicherung beim Klettern im Vorstieg ein dynamisches Seil notwendig ist: würde man ein statisches Seil verwenden, würde man nach einem Sturz so aussehen: Irgendwie bekomme ich ein mulmiges Gefühl…. Dass Jan dann noch Geschichten von Abstürzen zum Besten gibt, macht es auch nicht besser. Karabiner, Schlingen, Sicherungsgeräte, Stopper, Cams,  Friends etc. kommen als nächstes dran. Auch dort gibt es viele unterschiedliche Produkte. Zum Glück schreiben unsere Azubis Floriana und Hauke alles mit. Hängen bleibt: es gibt so einiges an Ausrüstung, was den Kletterern hilft, sich am Fels zu sichern.
Cam
Der Klettergurt, mit allem ausgerüstet, was man zum Vorstieg braucht, wird herumgereicht. Ganz schön schwer. Um die drei Kilo wiegt er. Bleibt zu hoffen, dass man das Gewicht nicht so sehr spürt, wenn man den Klettergurt erstmal am Körper trägt. Das darf Jens dann gleich mal testen. Bauch einziehen, gucken, ob der Gurt auch sicher “zurückgeschlauft” ist und schon hängt Jens in der Luft. Lässig gehalten von Petra. Kletterschulung bei Unterwegs Sie hatte gedacht, dass sie mehr Kraft brauchen würde, um Jens in der Schwebe zu halten. Dass auch leichtgewichtigere Kletterer andere sichern können liegt an der Bremskraft der verwendeten Knoten.  Die Halbmastwurfsicherung, kurz HMS, ist eine der wichtigsten Sicherungen im Bergsteigen und Klettern. Hm, denk ich so bei mir, dann ist es ja vielleicht doch nicht so anstrengend? Doch dann zeigt uns Jan noch, wie man mit einer Steigklemme und einer Schlinge ein Seil hinaufkommt. Das könnte zum Beispiel für Geocacher interessant sein, die Caches auf Bäumen oder in Schluchten erreichen möchten. Das sieht nicht nur anstrengend aus, sondern ist es auch. Selbst Jan kommt ins Schnaufen…
Viel Theorie, viele Infos auf einmal. Um das zu ordnen und auch dafür zu sorgen, dass es dauerhaft im Hirn hängen bleibt, werden wir uns am Sonntag zum praktischen Teil der Kletterschulung treffen. Ich bin gespannt!   Noch mehr Fotos von der Schulung findet Ihr auf unserer Facebook-Seite.       Das kennt Ihr doch bestimmt auch, man ist mit einem Tagesrucksack unterwegs, genießt die schöne Natur und erfreut sich an seiner Tour. Ein Bach, ein Fluss oder eine Quelle wird entdeckt und man fragt sich unweigerlich kann ich das trinken und wenn ja ist das auch unbedenklich? Hier möchte ich Euch nun ein paar Punkte und Tipps vorstellen, damit Ihr Euch im Vorfeld einer Tour oder einer Wanderung Gedanken zu Trinkwasser machen könnt. Welches Wasser sollte ich bevorzugen? Das Wasser einer Quelle schmeckt am besten, ist am reinsten und sollte bevorzugt werden. Steht Euch keine Quelle zur Verfügung, folgt schnell fließendes Wasser aus Bächen, dann langsam fließende Bäche. Jedenfalls sollte das Wasser hier auch klar sein. Das Wasser aus Seen, die einen Zufluss und Abfluss haben, ist mit Einschränkungen genießbar, da leichte Verunreinigungen im Wasser zu finden sind. Zu Eurer Sicherheit solltet Ihr das Wasser 10 Minuten abkochen, das gilt auch für Wasser aus stehenden klaren Gewässern. Grundsätzlich gilt es, Gewässer zu meiden, die in der Nähe von Agrarland liegen, wo Vieh gehalten wird, andere Abwässer in den Boden gelangen können oder sich sonstige Zivilisation vor Eurer Wasserentnahmestelle befindet. Schnee ist auch eine gute Alternative und mit ein bisschen Glück auch im Sommer zu finden. Aber auch hier empfehle ich Abkochen und Entkeimen ist als Vorsichtsmaßnahme. Schnee ist nahezu destilliertes Wasser und enthält kaum Mineralien. Diese können mit entsprechenden Tabletten oder aus der weißen Asche eines Holzfeuers ergänzt werden. Drückt den Schnee beim Schmelzen im Topf an, sonst verdampft er gleich. Merkmale für ein geringes Risiko einer Verunreinigung:
    • in den Bergen gilt: je höher gelegen, desto besser die Qualität des Wassers
    • Entnahmestelle in der Nähe einer Quelle
    • kaltes Wasser
    • schnell fließendes Wasser
    • klares Wasser
    • Entnahmestelle sollte oberhalb der Zivilisation sein (Fließrichtung)
    • reiches Tierleben im Wasser
    • Moosbewuchs am Uferrand und auf den Steinen
    • steiniger oder sandiger Grund
Merkmale für schlechte Wasserqualität mit erhöhtem Risiko: (hier empfehle ich: abkochen, filtern,entkeimen)
  • warmes Wasser
  • trübes Wasser
  • langsam fließendes Gewässer
  • stehendes Gewässer
  • Algenbildung im Wasser
  • schlammiger Grund
  • Ansiedlungen
  • Brennesseln am Ufer