Es ist Samstagnachmittag, als wir uns am Flughafen in Bremen treffen. Wir, das sind 14 bunt gemischte Mitarbeiter aus den verschiedenen Unterwegs-Filialen und der Zentrale. Auserkoren, einer großzügigen Einladung des irischen Rucksack-Herstellers Bach nachzukommen.

Mit dabei sind:

Adam aus Bielefeld Andreas aus Bremen Daniel aus Oldenburg Hannes aus Flensburg Holger aus Hamm Jessica aus Oldenburg / Wilhelmshaven (Einkauf) Lars aus Bremen (Orange) Markus aus Jever Michael aus Wilhelmshaven (Online Shop Service) Regina aus Münster Rudi aus Erfurt Sarah aus Duisburg Steve aus Flensburg

…und zu guter Letzt ich aus der Online Redaktion in Wilhelmshaven.

Ich freue mich darauf, zu den vielen Mails endlich einmal auch ein paar Gesichter sehen zu können. Immerhin ist die Unterwegs-Gruppe inzwischen so groß, dass man in der Regel weit davon entfernt ist, jeden Kollegen persönlich zu kennen. Die Reise scheint unter einem guten Stern zu stehen. Alle haben es pünktlich zum Flughafen geschafft. Lediglich Rudi ist zunächst unauffindbar, reiht sich dann aber doch noch rechtzeitig seelenruhig in die Schlange für die Sicherheitskontrolle ein.

Die SicherheitskontrolleJa, da hatte die gute Jessica vorab in einer Info-Mail für all jene, die noch nie geflogen sind, schon interessante Dinge zu geschrieben. Mit einem kleinen Augenzwinkern stand dort zum Thema Handgepäck: “Und denkt bitte daran ausnahmsweise keine Messer, sonstige Waffen und spitze Gegenstände (inkl. Nagelfeile) im Gepäck zu haben!” Nun ja, es gibt Menschen, die sehen solch einen Hinweis dann durchaus als Herausforderung an. Warum also nicht noch schnell das kleine Opinel Messer einpacken? Einen Versuch ist es ja wert 🙂 Gut, dass wir reichlich Zeit bis zum Abflug haben. Die Bundespolizei hat ihren Test zumindest bestanden und das Messer wird wohl seinen Frieden finden…

Martin-Maarten-Bach-UnterwegsKaum später landen wir auch schon in Dublin. Typisch irisches Wetter empfängt uns. Selbst für Ende Mai ist es vergleichsweise kühl und der Regen macht es nicht unbedingt gemütlicher. Wir treffen auf unsere Gastgeber: Martin “Mr. Bach” ist ein Urgestein in der Outdoor-Szene und begrüßt uns super gelaunt in schweizer-deutsch. Begleitet wird er von Maarten. Der gebürtige Niederländer soll in die Fußstapfen von Martin treten, wenn dieser in den wohlverdienten Ruhestand geht.

“Temple Martin” Wir verteilen uns auf vier Mietwagen. Ich lande mit Lars und Andreas im “holländischen Racing-Car” bei Maarten. Daniel und Holger lassen sich auf die Herausforderung des Linksverkehrs ein und schaffen es während der gesamten Zeit, dem rasanten Fahrstil von Martin und Maarten mitzuhalten. So kommen wir etwa zwei Stunden später bei Martins irischem Zweitwohnsitz an. “Temple Martin” liegt etwas abseits in Kilkenny und haut erst einmal alle aus den Socken. Zelte-Unterwegs-bei-BachGemütliche 20.000 Quadratmeter Grundstück stehen hier zur Verfügung, um uns unterzubringen. Auch hier wurde bereits vorgesorgt. Der Zelthersteller Hilleberg war so freundlich, sieben Zelte für unsere Unterbringung auszuleihen. Diese stehen schon großzügig verteilt im Regen auf der frisch gemähten Wiese. Für eine erholsame Nacht sollten zudem gespendete Trail Pro Matten von Therm-A-Rest sorgen.

Martins Haus-Unterwegs-bei-BachNach einer unterhaltsamen Vorstellungsrunde und erstem Kennenlernen im Haus zieht es die ersten dann in die Schlafsäcke. Andere fröhnen noch den zwei irischen Klassikern Bier und Whiskey.

Die erste Nacht… In der ersten Nacht fällt der Schlaf entsprechend mager aus. Die Temperaturen sacken auf bis zu 3°C ab. Gut dran ist, wer den dicken Schlafsack eingepackt hat. Und so kommen am nächsten Morgen alle mehr oder minder früh zum gemeinsamen Frühstück zusammen. Insgesamt 16 Leute, aber nur eine Dusche. Erstaunlich, wie gut das – auch dank der unterschiedlichen Aufstehgewohnheiten – klappt. Rechtzeitig um 09:00 Uhr können wir so in Richtung TransBach Ltd. aufbrechen.

Bei Bach in Kilkenny Überraschend klein und unauffällig ist sie, die Bach Zentrale in Kilkenny. Hier treffen wir auf Bridget, Nelly, Catrina und Tony. Später stößt auch noch Lucia aus dem Innendienst dazu. Sie alle sind an diesem Sonntag extra gekommen, um uns die Produktion zu zeigen und zusammen mit uns ein paar coole Erinnerungsstücke zu nähen. Es ist eine kleine Familie, die wir antreffen. Bridget ist bereits seit 30 Jahren bei Bach. Auch ihre Schwester Nelly ist schon über 20 Jahre an der Entstehung zahlreicher Bach-Backpacks beteiligt. Tony bringt ebenfalls seit 20 Jahren die Nadel bei Bach zum Glühen. Catrina, ebenfalls eine langjährige Mitarbeiterin, ist inzwischen aus dem Arbeitsleben ausgeschieden, lässt es sich aber nicht nehmen, an dieser Runde teilzuhaben. Einfach wunderbar!

Nach einer kurzen und interessanten Vorstellung des Unternehmens Bach geht es für uns direkt nach und nach an die Nähmaschinen. Die vier geben uns eine kleine Einweisung, nach der wir uns direkt auf eines der drei vorbereiteten Produkte stürzen können. Es liegen Nähschablonen für einen Kulturbeutel, eine Tragetasche und einen kleinen Rucksack bereit. Auch wenn die Kulturbeutel aufgrund von Kurven, Mesh-Material und Reißverschluss ziemlich schwierig erscheinen, entschließen sich Hannes und ich, es einfach mal zu wagen. Maarten steht uns fröhlich bei und versichert uns vehement, dass unsere später genauso aussehen wie die Muster. Skepsis ist hier bei uns aber zunächst wirklich angebracht.

Bach Übersicht

Unfassbar, wie viel Spaß es dann macht, sich aus dem vielfältigen Rohstofflager Stoffe für sein Produkt heraus zu suchen. Welche Farbe nehme ich? Ripstop oder Cordura? Die Möglichkeiten sind äußerst vielfältig. Ich kann recht schnell anfangen, mit Hilfe der Schablonen die einzelnen Teile auf die Stoffbahnen zu malen. Fix ausschneiden und dann kann es auch schon an die Nähmaschine gehen. Wir wechseln uns ab, Schritt für Schritt zeigen uns Bridget, Nelly, Catrina und Tony geduldig, wie die einzelnen Teile zusammengenäht werden müssen.

Stoffe schneiden-Unterwegs-bei-Bach

Die ersten Verzweiflungsrufe lassen natürlich nicht lange auf sich warten. Diese Nähmaschinen haben schon echt viel Speed. Feingefühl ist gefragt. Beim Aufnähen des Bach Logos höre ich ein wenig zu früh auf zu nähen. Catrina sagt, ich solle noch einen halben Nadelstich machen. Einen halben Nadelstich? Puh?! Ich versuche es und hacke 3 Stiche über das Logo hinweg. Verdammt! Also wieder zurück und von vorn. Nach ein paar Versuchen ist der richtige Abstand gelungen. An den Gesichtern der anderen erkenne ich, dass es ihnen nicht viel besser ergeht. Der “halbe Nadelstich” wird zur Legende…

Während wir gut gelaunt unsere Stoffe zu einem ansehlichen Produkt werden lassen, vergehen die Stunden wie im Flug. Eine kurze Mittagspause unterbricht das Hämmern der Nähmaschinen. Einige haben ihr erstes Werk nach der Pause bereits fertig. Andreas war mutig und hat sein erstes Muster der Umhängetasche direkt nach seinen Wünschen umgestaltet. Aus hochkant wurde quer und die offene Tasche bekam kurzerhand einen Reißverschluss. Cool! Rudi schlägt einen anderen Weg ein und verdoppelt einfach mal den Materialeinsatz seiner Umhängetasche. Dass diese später einen wahrlich unzerstörbaren Eindruck macht, ist da kein Wunder mehr. Andere werden beim zweiten Produkt mutiger und fangen an herum zu experimentieren. Erste eigene Ideen entstehen. Daniel werkelt an einer Stifttasche für seinen Sohn, Steve braucht dringend noch eine Tasche für sein Handy. Und so steht am Ende eine riesige Sammlung selbstgenähter Werke auf dem Tisch vor uns.

Unterwegs-bei-Bach

Nachdem wir alle unsere letzten Stiche vollführt haben erklärt uns Martin noch etwas zum Tragesystem der großen Trekking-Rucksäcke. Er zeigt uns, wie die Alu-Stangen zugeschnitten und zurechtgebogen werden.

Doch nun wird es erst richtig beeindruckend. Tony bereitet die Stoffe für eine kleinere Produktion der kommenden Woche vor. In diesem Zuge sollten wir nun erfahren, wie das Team zu dritt einen Lite Mare Lady Backpack vor unseren Augen von vorn bis hinten produziert. Es folgen etwa 70 Minuten des Staunens. Unfassbar schütteln fast alle regelmäßig den Kopf, als sie sehen, mit welcher Präzision und Geschwindigkeit die Nadel durch das Material getrieben wird. Bemerkenswert! Wir erfahren, dass Catrina und Co. viel schneller nähen als die “Kolleginnen” in Fernost. Martin gibt uns nebenher viele interessante Informationen zum Ablauf der Produktion und lädt uns noch zu einem kleinen Ratespiel ein: Aus wie vielen Einzelteilen besteht der Rucksack? Es sind viele, das ist allen sofort klar. Doch wie viele genau. Maarten geht herum und notiert unsere Tipps. Am Ende gehen die Meinungen dann doch recht weit auseinander. Von 110 bis 375 Teilen reichen die Schätzungen. Als Belohnung soll der beste Tipper den soeben hergestellten Rucksack erhalten. Wow, coole Aktion!

Rucksack nähen-Unterwegs-bei-Bach

Wir fahren zurück nach “Temple Martin”. Bridget, Nelly, Catrina und Tony begleiten uns und zaubern in der vergleichsweise kleinen Küche ein unfassbar tolles Abendessen für uns alle. Als sich alle satt und zufrieden zurücklehnen, gibt es sogar noch einen leckeren Nachtisch. Danke dafür! Nun wird auch das Rätsel um die Anzahl der Rucksack-Bestandteile gelöst. Es sind recht genau 200. Als Gewinner freut sich Andreas darüber, dass Martin ihm anbietet, den Damenrucksack gegen ein Herrenmodell zu tauschen. Der Großzügigkeit keine Grenzen gesetzt, geht das Damenmodell dann an Sarah. Super!

Der Abend ist noch recht jung und so haben wir noch reichlich Zeit, einander kennenzulernen. Ich habe das Gefühl, alle amüsieren sich prächtig. Der Geräuschpegel steigt, Martin und Maarten haben viele coole und lustige Geschichten zu erzählen und der Uhrzeiger nähert sich erneut mit rasender Geschwindigkeit Mitternacht…

Der nächste Tag beginnt wieder einmal früh. Überraschend schnell kommt Rudi aus seinem Zelt geschlichen. Den Fehler, am Vortag auf Kaffee warten zu müssen, wollte er heute nicht noch einmal begehen. Erst Amtshandlung ist also die Herstellung des braunen Gemisches. Sichtlich zufrieden kann es auch unter die Dusche gehen. Man muss ja Prioritäten setzen 🙂

Saltee Islands Heute steht eine Reise zu den Saltee Islands an. Wir haben Glück – dem Regenwetter der Vortage ist strahlend blauer Himmel gewichen. Bei Regenwetter wäre eine Wanderung in den Bergen Irlands die Alternative gewesen. Kein Vergleich zu dem, was uns heute noch erwarten soll. Gut eineinhalb Stunden dauert unsere Fahrt zum Hafen von Kilmore Quay. Nachdem Martin uns an einer orangefarbenen Ampel erfolgreich abgehängt hat, sind wir mit Maarten am Steuer die neuen Anführer unserer Reisegruppe. Maarten steuert uns in Richtung Wasser. Der direkte Weg? Ich bin mir nicht sicher. Maarten schon: “Ab hier ist es einfach!”. Und im gleichen Zuge: “Oh, shit… glaub ich hätte da vorne abbiegen müssen…” Wir lachen uns halb tot und finden dann aber doch den Weg wieder. Eines steht zumindest fest, die Autofahrten für sich waren schon ein echtes Erlebnis und Maarten ein wirklich charismatischer und lustiger Wegbegleiter.

Wir fahren vorbei an weiten Wiesen mit Schafen und Kühen. Viel los ist hier nicht in Irland. Ein kleines Dorf reiht sich an das nächste. Große Städte sind auf der grünen Insel eher Mangelware. Bei immer noch angenehmem Wetter erreichen wir unser Ziel. Am Hafen müssen wir nicht mehr lange auf den Fährer warten. Bis auf Hannes beteuern alle, seefest zu sein. Doch auch der Flensburger übersteht die etwa 20-minütige Überfahrt problemlos. Vielleicht fließt ja doch etwas Seemannsblut in den norddeutschen Adern…

InschriftenNach dem Anlanden auf den Saltees gibt uns Martin eine kurze Geschichte zur Insel zum Besten. Und die hat es in sich: Es war einmal ein Ire namens Michael. Michael war der festen Überzeugung, dass die Saltees im Besitz seiner Familie seien. Totaler Quatsch, wie sich leider herausstellte. Also entschloss er sich, die Inseln zu kaufen. Gesagt getan. Michael erkor sich selbst zum Herrscher über die Saltees. “Michael the first” stellte Gedenksteine auf, baute sich ein Haus auf der Insel und krönte sich selbst. Da darf sogar der eigene steinerne Thron nicht fehlen! Eine eigene Währung hatte er glaube ich nicht. Viel gefehlt hat aber wohl nicht.

PapageientaucherAndreas Thron-Unterwegs-in-IrlandHeute ist die Vogelinsel nach wie vor im Privatbesitz der Nachkommen Michael I. Die zwei Inseln südlich von Irland kommen auf eine Gesamtfläche von 1,2 km² und beherbergen große Kolonien von Eissturmvögeln, Tölpeln, Krähenscharben, Möwen, Tordalken und Papageientauchern.

 

Nachdem einige von uns den Thron Michaels bestiegen haben, verteilen wir uns über die Insel. Einfach unglaublich, welch große Ansammlungen von Tieren die Saltees als Heimat nutzen. Fast alle Vögel nisten an den steilen Klippen der Insel. Saltee Island-Unterwegs-bei-BachAuf der Oberfläche zeigen unzählige Löcher im Boden, dass sich hier eine ganze Schar Hasen wohlfühlt. Gesehen habe ich allerdings leider keinen. An der einen Steilküste regen sich uns jedoch pelzige Köpfe aus dem Wasser entgegen. Hier lebt eine große Gruppe Kegelrobben. Neugierig schauen sie uns entgegen. Da kann man sich schon fast fragen, wer hier die Attraktion ist. Wir verbringen ein paar schöne Stunden auf der Insel. Das Wetter meint es dabei immer noch sehr gut mit uns. Viel Sonne wird nur von ein paar Wolken hier und da unterbrochen.

 

Um 15:30 holt uns der Fährer wieder ab. Er wird glücklicherweise immer erst nach der Rückkehr am Festland bezahlt 😉 Toll ist wieder einmal die flexibel gestaltete Tagesplanung von Martin und Maarten. Wir überlegen gemeinsam worauf wir nun Lust haben und entscheiden uns für ein klassisches Fish&Chips Mahl im nahegelegenen Wexford.

Kilkenny Castle Da das Wetter auch in Kilkenny immernoch super ist, nutzen wir die Chance, uns Kilkenny Castle anzuschauen. Schnieker Rollrasen und akribisch gestaltete Blumenbeete umgeben die Burg aus dem Mittelalter. Nach einer kleinen Runde im städtischen Pub geht es dann dem letzten Abend in Irland entgegen.

Kilkenny Burg-Unterwegs-bei-Bach

Auch der letzte Morgen beginnt mit strahlend blauem Himmel. Das irische Wetter verabschiedet uns gebührend. Ich glaube alle hätten gerne noch einen oder zwei Tage mehr mit Martin und Maarten verbracht. Die Rückfahrt zum Flughafen endet dann noch auf einer hoffnungslos überfüllten Tankstelle auf welcher Maarten unglücklich parkend so einige Iren irre werden lässt. Seiner holländischen Gelassenheit kann das aber genauso wenig anhaben, wie der finale Verfahrer kurz vor der Autovermietung 🙂 Auch dieses Mal wieder mit Ansage: “…wir müssen nur noch da geradeaus…”

Wir kommen stressfrei zurück in Bremen an und verteilen uns wieder in alle Richtungen gen Heimat. Es war schön, so viele Kollegen persönlich kennenzulernen. Die Herzlichkeit des gesamten Bach Teams war einfach nur wunderbar und der ein oder andere von uns hat zumindest kurz mit dem Gedanken gespielt, sich nun auch privat eine kleine Nähmaschine anzuschaffen 😉

Ein ganz großes Danke also nach Irland und in die Schweiz zu Bach und ebenfalls an unseren Chef Christoph, der uns diesen ganz besonderen Trip ermöglicht hat!

Ergebnisse-Unterwegs-bei-Bach

Wie sich der Reisekomfort mit dem Pacsafe Venturesafe 25L GII verändern kann:

Es ist 5 Uhr in der Früh und noch ist es vergleichsweise ruhig am Flughafen in Düsseldorf. Wo sich sonst Menschenmassen zumeist hektisch zwischen den Gates bewegen, ist an diesem Montag zunächst noch etwas mehr persönliche Komfortzone möglich. Auf der Boardingkarte ist dieses Mal Miami als Zielflughafen eingetragen. Der Flug hat allerdings aufgrund von "außerplanmäßigen Wartungsarbeiten" über eine Stunde Verspätung. Das hört man doch gerne. Hey, kein Problem! Vielleicht ist ja nur die Turbine ein wenig kaputt... Da wir solche unglücklichen Zufälle recht häufig auf unserer Seite haben, gehen wir das Ganze recht routiniert an. Drei Stunden vor Abflug muss man vor Ort sein, da macht die eine Stunde mehr dann auch nichts mehr aus
(oh doch, grrrrrrrr... :-().

...noch ist es leer...

Noch ist es relativ leer...

Was mich allerdings wirklich stört, ist die rapide steigende Anzahl an Menschen, die sich an mir vorbeiquetschen als würden sie versuchen, mich wie ein Tier zu markieren. Nach rund zwei Stunden wird es nämlich langsam richtig voll auf den Gängen. Der Tatsache bewusst, dass sich auf den Flughäfen unglaublich viele Langfinger herumtreiben, habe ich bei den letzten Flügen gefühlt alle paar Sekunden hinter mich geschaut. Fummelt da jemand an meinem Rucksack rum? Alle wichtigen Unterlagen für die Reise geballt an einem Ort. Mindestens genauso wichtig: Die Süßigkeiten für den Flug! Da will gut drauf aufgepasst werden. 2011 gab es allein am Flughafen Düsseldorf 900 Diebstahlsfälle, 2012 sogar über 1000. Tendenz steigend! Damit ist Düsseldorf Deutschlands unsicherster Flughafen. Und das, obwohl an den Drehkreuzen München und Frankfurt deutlich mehr Passagiere unterwegs sind. In der Vergangenheit hatte ich daher die Reißverschlüsse mit vergleichsweise kleinen TSA-Zahlenschlössern abgesichert, war mir allerdings nie so richtig sicher, ob diese auffällige Methode nicht noch mehr das Interesse besagter Diebe weckte. Zumal Rucksäcke ja heute auch sehr gerne mit einem scharfen Messer aufgeschlitzt werden. Da hilft das beste Schloss nix...

 

Pacsafe Venturesafe 25L GII Day Pack

Pacsafe Venturesafe 25L GII Day Pack

Dieses Mal sollte jedoch alles anders sein. Zwar erwischte ich mich im Zug nach Düsseldorf noch ein paar Mal dabei, voller Sorge nach dem Rucksack zu schauen, doch das neue Modell sorgte bereits jetzt für einen deutlich entspannteren Start in den Urlaub. Unendlich genervt von der mangelnden Sicherheit meines alten Rucksacks habe ich mich vor dieser Reise dazu entschlossen, mir ein neues Modell der Marke Pacsafe zuzulegen. Natürlich in schwarz! Muss ja schließlich zum Rest passen. Der 25 Liter Rucksack schluckt bequem alles, was ich auf einer Reise als so wichtig einstufe, dass ich es nicht mit in den Koffer packe. Das Design ist dabei beabsichtigt sehr unauffällig. Dass hier ohne Ende Sicherheits-Features verpackt sind, sieht man dem Venturesafe 25L GII Day Pack von Pacsafe nicht an.

Meine erste Sorge, jemand könne den Rucksack öffnen und mein Zeug klauen, wird hier schon mal sehr komfortabel gelöst. Die Zipper bestehen aus einem Drahtgeflecht und können an einem unauffälligen Karabiner befestigt werden. Kein Schloss, klar... aber wenn hier noch jemand bei geht, bekommt man das ganz sicher mit. Auch gegen das Aufschlitzen bin ich nun gewappnet. Durchzogen mit einem Edelstahlgeflecht wird durch dieses Material an der Frontseite des Rucksacks so schnell keiner schneiden. Selbst die Schultergurte sind mit jeweils zwei Drähten verstärkt. Erstaunlicherweise sind all diese Sicherheitsmaßnahmen immer noch leichter, als es meine beiden alten TSA-Schlösser waren :-).

Die Wartezeit zieht sich und der Magen fängt an zu knurren. Zeit für Frühstück! Auswahl gibt es hier genug. Wir gehen immer gerne zum "marché" Restaurant. Hier gibt es handgemachte Brötchen und frisch gepresste Säfte. Nachdem wir endlich einen Platz ergattert haben, zeigt sich der nächste Vorteil des neuen Rucksacks. Einer der Schultergurte endet am unteren Ende in einem verschließbaren Karabiner. Er lässt sich dort abmachen und kann so zum Beispiel um ein Tischbein gewickelt und wieder befestigt werden. So kann sich niemand den Rucksack schnappen und abhauen. Gut, die Gefahr, dass so etwas im Airport passiert ist recht gering. Im Café draußen an der Straße sieht das aber schon ganz anders aus.

Sichere Zipper

Die Zipper werden an einem verdeckten Karabiner befestigt.

Befestigung des Schultergurts am Tischbein

Befestigung des Schultergurts am Tischbein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viel zu viele Minuten später beginnt dann endlich das Boarding. Hier werde ich - natürlich ich! - noch einmal für eine Taschendurchsuchung direkt vor dem Einstieg herausgepickt. Sehe ich echt so verdächtig aus? Beim letzten Mal hat es mich auch schon erwischt. Hm... Nun gut, der nette Bundespolizist ist zumindest erst einmal ziemlich verwirrt, als er am Reißverschluss zerrt und nichts passiert. Ich kläre ihn also auf, wie er den Rucksack zu öffnen hat. "Cool, das hab ich ja auch noch nicht gesehen!", lautet das Feedback. Während ich nun mein Tablet einschalte um zu beweisen, dass es sich dabei nicht um eine Bombe handelt, war nun auch der Kollege aufmerksam geworden und löcherte mich nach dem Namen des Rucksacks. Für seine Tochter. "Die ist ständig unterwegs und gibt mein Geld aus!" Haha!

RFIDsafe™ blockierende Tasche

RFIDsafe™ Tasche

Viele Kilometer und etwa 10,5 Stunden später stehen wir am Miami International Airport. Zunächst einmal müssen wir erst noch den netten TSA-Mitarbeiter von unseren friedlichen Absichten überzeugen. Diese Hürde überwunden fällt schnell auf: Hier ist nun wirklich die Hölle los und ich bin wahrlich froh über meinen neuen Begleiter. Selbst die High-Tech Diebe 2.0 gehen mit ihren Lesegeräten bei mir leer aus. Reisepässe und Kreditkarten sind im RFIDsafe™ Fach untergebracht, welches das Auslesen der Daten blockiert. So huschen wir in Richtung "MIA Mover", um zum Parkhaus der Mietwagen-Firmen zu gelangen. Die Verzögerung in Düsseldorf hat meinen schönen Zeitplan zunichte gemacht :-(. Herrlichem Sonnenschein und angenehmen 30° C entgegenblickend konnte von schlechter Laune jedoch keine Rede sein. Auch wenn es in der automatisch fahrenden Bahn noch einmal richtig voll ist. Doch DAS soll nun wirklich nicht mehr meine Sorge sein...