Jazz & Flyfishing in Aktion

Jazz & Flyfishing in Aktion

Das beliebte Skandinavien Magazin Norr hat in seiner aktuellen Ausgabe viele interessante Beitrage, darunter auch einen Beitrag übers Fliegenfischen kombiniert mit Jazzmusik, den wir Euch hier vorstellen wollen. Die Redaktion hat uns freundlicherweise diesen Artikel für Euch zur Verfügung gestellt.

2009 fanden fünf Jungs aus drei skandinavischen Ländern zusammen, um zwei außergewöhnliche Leidenschaften miteinander zu verbinden. Das Ergebnis heißt Jazz & Flyfishing. NORR erzählt die Geschichte der Band.

 Text: Philipp Olsmeyer   Fotos: Jazz & Flyfishing

 Dieser Text ist aus der Ausgabe 01/2012 des NORR Magazins. Weitere Informationen unter www.norrmagazin.de

 Joona Toivanen ist Jazzpianist, sein Leben eine Tour. Es könnte ein Musikertraum sein, gäbe es da nicht diese wunderbaren Seen und Buchten, die der Bus stets ignorant links und rechts liegen lässt. Bei jedem blinkenden Gewässer schmerzt das Herz und zuckt die Hand des Finnen, bereit, die Bambusrute zu greifen und die Schnur über das Wasser tanzen zu lassen. Und Joona fragt sich, warum er sein Dasein mit Bandkollegen verbringt, die zwar seine Leidenschaft für den Jazz, aber nicht für das Fliegenfischen teilen. Müsste es nicht … ? Schnitt.

Zur gleichen Zeit an einem anderen Ort: Petri »Petzi« Luukainen ist jazzbegeisterter Dokumentarfilmer, sein Leben eine Story. Es könnte ein Filmemachertraum sein, gäbe es da nicht diese wunderbaren Seen … So in etwa liest sich der Plot zur Entstehungsgeschichte von Jazz & Flyfishing, einem Band- und Filmprojekt, dessen Akteure die Liebe zum einen wie zum anderen verbindet. Schließlich brachten das Schicksal und ein gemeinsamer Bekannter Joona Toivanen und Petzi Luukainen zusammen.

Ein paar Gläser später stand das Konzept zu einer Doku-Serie. Nun brauchte man nur noch eine Band. Tapani, Bassist und zufällig Joonas Bruder, bot sich an. Auch der schwedische Schlagzeuger Fredrik Hamrå passte perfekt. Gittarist Håvard Stuvo wurde in der norwegischen Jazzszene gecastet. Joona entdeckte ihn auf dessen Myspace-Seite – mit einem achtpfündigen Saibling in der Hand.

 2009 gingen die fünf Jungs auf Tour, fuhren Tausende von Kilometern durch Finnland, Norwegen und Schweden, spielten auf großen Festivals oder verlassenen Fjäll-Gipfeln.

Und der Bus hielt trotzdem immer wieder an. An den wunderbarsten Seen und Buchten Skandinaviens griffen die Musiker zur Bambusrute und ließen die Schnur über das Wasser tanzen. Zwei Kameramänner und ein Tontechniker folgten dem Quintett wie ein Schatten und dokumentierten den Traum von Jazz und Fliegenfischen. Parallel dazu wurde der Blog Jazzandflyfishing.com gelauncht, auf dem man bis heute das ungewöhnliche Unternehmen verfolgen kann. 2010 erschien das Album »Slow Walking Water«. Leider wurde die TV-Serie von der Finanzkrise gefressen. Aber die Band lebt weiter und bringt 2012 ihre Lebensgeschichte auf DVD heraus. Im Februar spielten die fünf Jungs auf dem Filmfest in Göteborg und im Herbst steht eine Tournee durch Norwegen an. Was Jazz und Fliegenfischen gemeinsam haben? Joona Toivanen fasst es zusammen: »Beides ist pure Improvisation. In beides kann man unendlich tief eintauchen. Beide Dinge kennen kein Ziel – nur den Augenblick.«

Tipp: Die fünf Bandmitglieder dokumentieren ihr Leben demnächst auch auf DVD, die ab dem 16. April erhältlich ist.