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Ihr habt von dem Tier bestimmt auch schon gehört, oder? Und bestimmt habt auch ihr schon danach gesucht. Einen Sportwagen, der auch zum Umzug taugt. Eine Kamera mit allen Möglichkeiten einer Spiegelreflex aber klein, leicht und ohne Wechselobjektive. Ein maßgeschneiderter Anzug von der Stange. Einen bequemen Ohrensessel mit Lehnen, der aber nicht viel Platz wegnimmt. Ich könnte noch einige Beispiele aufführen.
Google wirft bei der Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau 499.000 Ergebnisse dafür aus. Bilder gibt es in Hülle und Fülle. Bei Google Maps kann man den Routenplaner bemühen. Bücher sind darüber geschrieben worden.
Ja, auch ich bin schon mal auf der Suche nach dem Viech, obwohl ich es ja besser wissen müsste. Gefunden habe ich es aber noch nicht. Und schade, auch bei Unterwegs ist es nicht im Programm, obwohl sich unsere Einkäufer alle erdenkliche Mühe geben.
Sicher, wir haben Multifunktionsjacken, Multitools, Multifuel Kocher – aber (jetzt kommt der Haken), auch diese Produkte sind nicht für alle Zwecke, die man sich denken kann, gleich gut geeignet. Zu unterschiedlich sind die Ansprüche von Wanderern und Extrembergsteigern, Winter- und Sommerurlaubern, Fernreisenden und Campingurlaubern.

Damit ihr genau das findet, was ihr braucht, stehen wir mit unserer Beratung zur Verfügung. Auf ihren zahlreichen Reisen sammeln unsere Mitarbeiter Erfahrungen, die sie an euch weitergeben können. Das können sowohl positive als auch negative Erfahrungen sein, aber auch davon könnt ihr natürlich profitieren.
Nicht zuletzt finden diese Erfahrungen auch Einfluss auf die Sortimentsgestaltung bei Unterwegs.

Nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen

Spatz

Man sollte sich nicht immer für den Extremfall rüsten wollen. Meine Erfahrung ist, dass der Extremfall äußerst selten auftritt und dass es summa summarum besser sein kann, einmal nicht so gut ausgerüstet zu sein, dafür aber mit dem Produkt die anderen hundertmal bestens bedient zu sein.

 

 

Beispiel: Schuhe. Auch wenn ihr euch z. B. mit dem Gedanken tragt, in Zukunft vielleicht mal eine Gletschertour zu machen, für Tageswanderungen ist ein steigeisenfester Schuh eher ungeeignet. Er ist schwerer und rollt nicht so gut ab, wie ein Leichtwanderschuh. Damit könnte euch eventuell der Spaß am Wandern ganz genommen werden, dann fällt auch die Gletschertour ins Wasser. Manchmal ist aber auch der etwas festere Schuh mit besserer Passform die richtige Wahl. Mit dem lässt sich dann auch eine Trekkingtour bewältigen. Probiert die Schuhe in Ruhe an, ihr werdet den Unterschied merken.
Die eierlegende Wollmilchsau ist ein Schuh, der leicht ist und eine hohe Sohlenstabilität hat, dabei aber hervorragende Abrolleigenschaften hat, nicht zu hoch ist, aber eine super Gelenkunterstützung bietet, steigeisentauglich natürlich, im Sommer kühl, im Winter warm hält – fällt euch noch was ein?

Beispiel: Rucksack. Wer mehrtägige Wanderungen mit viel Gepäck plant oder auf Weltreise geht, der sollte sich nach einem großen Rucksack umschauen. Für Tageswanderungen ist ein Trekkingrucksack nicht tauglich. Er hat deutlich mehr Gewicht und verführt dazu, mehr mitzunehmen, als man benötigt. Mit einem vernünftigen Wanderrucksack, in dem man die Marschverpflegung und eventuell benötigte Kleidung unterbringen kann, macht es richtig Spaß zu laufen. Wenn euch hier schon der Spaß verdorben wird, rückt die Trekkingtour in weite Ferne. Rucksäcke gibt es in verschiedenen Rückenlängen oder sie sind verstellbar, auch hier gilt: aufsetzen und ausprobieren.
Die eierlegende Wollmilchsau: ein Rucksack, der extrem leicht ist, das Volumen dem Einsatzzweck anpasst, mit einem Tragesystem, das sowohl für Trekkingtouren als auch für leichte Wanderungen optimal ist, gut belüftet ist, aber einen festen Sitz am Rücken hat. Die Hersteller arbeiten dran.

Beispiel: Schlafsack. Viele unserer Kundinnen und Kunden haben Angst, nachts im Schlafsack zu frieren. Ich muss ja zugeben, das ist auch eine sehr unangenehme Vorstellung. Trotzdem solltet ihr euch die Frage stellen, für welchen Einsatzzweck ihr den Schlafsack braucht. Sonst stellen wir euch die Frage. Damit wir wissen, was ihr benötigt. Ein bisschen Reserve ist ja o.k., wer jedoch die Wintervariante für den Sommer wählt, wird zwar nicht frieren, aber ziemlich sicher schwitzen. Es sei denn, man nutzt den Schlafsack nur zum drauf liegen.
Ich erinnere mich an meine Wanderung im Grand Canyon, als ich mit einem 2kg schweren Schlafsack durch die Gegend gelaufen bin, nur um bei 20°C Nachttemperatur darauf zu liegen. Beim Abstieg in den Canyon war es noch nicht so schlimm, aber beim Aufstieg (das sind, glaube ich, 1400 Höhenmeter), habe ich mich schwarz geärgert. Es ist lange her, damals war ich noch jung und unerfahren. Wenn jedes Gramm zählt, dann ist ein überflüssiges Kilo ganz besonders ärgerlich. Das habe ich nach der Tour schnell geändert und mir einen leichten Daunenschlafsack gegönnt. Der existiert immer noch und ich habe in ihm noch nicht gefroren. Ihr könnt euch an der Europäischen Norm EN 13537 orientieren, die gibt euch einen guten Anhaltspunkt über die Temperaturbereiche bei Schlafsäcken.
Die eierlegende Wollmilchsau ist schnell zusammen gefasst: warm im Winter, kühl im Sommer, kleines Packmaß und leicht, leicht, leicht.

Diese Beispiele lassen sich auch für Bekleidung, Zelte und Zubehör finden. Sie verdeutlichen, dass ihr durch gute Beratung viel Ärger, aber auch Geld sparen könnt. Und eine Ausrüstung habt, die genau auf eure Bedürfnisse abgestimmt ist.

Die Kirche im Dorf lassenDie Kirche im Dorf lassen

Wenn ich euch bisher von extremer Ausrüstung für leichte Touren abgeraten habe, so rate ich natürlich auch davon ab, extreme Sachen mit der Ausrüstung für leichte Touren zu machen. Die Sachen für eine Trekkingtour lassen sich nicht in den Wanderrucksack quetschen. Das Tragesystem eines leichten Rucksacks ist auch nicht für großes Gewicht ausgelegt. Mit dem Sommerschlafsack und langer Unterwäsche könnt ihr im Schnee unangenehme Nächte verbringen. Der Halbschuh taugt weder für den Gletscher noch für die Trekkingtour. Bei einer Wanderung in Neuseeland ist einer aus unserer Gruppe mit Halbschuhen auf Tour gewesen und hatte 15kg Gepäck auf dem Rücken. Er ist umgeknickt und hat den Rest des Weges im Helikopter der Luftrettung zurückgelegt. So etwas braucht keiner. Abgesehen davon, dass ich das 3-Mann Zelt von ihm aufgeladen bekam. :-(
Ich habe natürlich Verständnis dafür, dass man für eine einmalige Unternehmung (oder eine Unternehmung, die bei Gefallen dann doch fortgesetzt werden soll) sich nicht so ausrüstet, als würde man jedes Jahr die Achttausender stürmen. Viele möchten auch nicht so viel Geld dafür ausgeben. Aber bei anspruchsvollen Unternehmungen braucht man auch die entsprechende Ausrüstung. Und die kostet, zugegeben, etwas mehr. Sie erspart euch aber eventuell auch viel Ärger. Wenn ihr aufgrund schlechten oder fehlenden Equipments eine Tour abbrechen müsst, werdet ihr euch in den ….. beißen.

In einem Blog habe ich vor kurzem einen Artikel zur Bodenständigkeit gelesen, in dem zu lesen war, dass man für “normale” Outdoor-Unternehmungen keine Hightech – Ausrüstung braucht. Das stimmt. Außer ein paar Unannehmlichkeiten wie Blasen an den Füßen und durchnässter Bekleidung ist nicht unbedingt was zu befürchten. Da stand aber auch, dass man in sicherheitsrelevanten Fragen keine Kompromisse eingehen sollte. Das sehe ich genau so.

Deshalb schreiben wir fachgerechte Beratung bei Unterwegs GANZ GROß.
Wir haben den Anspruch, dass ihr nicht nur mit dem Gefühl, das richtige Equipment zu haben, das Geschäft verlasst, sondern, dass ihr auch nach eurer Tour noch der gleichen Ansicht seid.

 

Titelbild: Friedrich Graf