NORR – Das Skandinavien-Magazin bringt Euch auf nunmehr 100 Seiten Skandinaviens Natur und Menschen nahe. Tolle Reportagen, wunderbare Fotos und nützliche Informationen sind vier Mal im Jahr für Skandinavienfans und alle, die das noch werden wollen, im Handel erhältlich.

Hier kommt nun eine Leseprobe aus der aktuellen Sommerausgabe 2013, die am 31.05. erscheint. Wenn Euch dieser Schnupper-Artikel gefällt, könnt Ihr NORR auch abonnieren. Als Prämie gibt es unter anderem auch einen Einkaufsgutschein von Unterwegs.

Und nun viel Spaß beim Lesen!

NORR_1302_dalslandskajak_4.indd

Paddeln für Fortgeschrittene

 Eines der härtesten Paddelrennen der Welt feiert im August zehnten Geburtstag. Der Dalsland Kanumarathon+ ist eine extreme Herausforderung – zugleich auch Volksfest auf dem Wasser.

 Text: Martina Nossek

Foto: Julia Blüme

 Der Startschuss zum Kanumarathon fällt am zweiten Samstag im August – am Strand von Baldersnäs Herrgård, nördlich von Dals Långed. Der Laxsjön ist der erste See, den die rund 750 Teilnehmer überqueren. Von schnellen Rennkajaks bis hin zu robusten Kanadiern ist alles dabei – auf 55 Kilometern durch eines der besten Paddelreviere Europas. „Eigentlich ist die Strecke zu lang – aber das ist Absicht.“, erklärt Wettkampfleiter Crister Blume.

Offiziell haben Kanuwettkämpfe der Marathondistanz eine Länge von mindestens 20 Kilometern. Die meisten werden auf einer Strecke von ca. 30 Kilometern ausgetragen. Doch der Dalsland Kanumarathon+ ist ungefähr doppelt so lang und einer von zehn internationalen „Ultramarathons“, die Teil der „Classic Canoe Marathon World Series“ sind. In Dalsland bedarf es Muskelkraft, guter Technik und einer extra Portion Energie, um ins Ziel zu gelangen.

Als ich mich nach einer geeigneten Strecke für den Dalsland Kanumarathon+ umgesehen habe, wählte ich mit Absicht diesen extrem langen Kurs. Außerdem wollte ich die wunderschöne Natur hier miteinbeziehen.“, berichtet Crister.


NORR_1302_dalslandskajak_4.inddLangstrecke mit Volksnähe

Mit 275 Anmeldungen fing es 2003 an. 2012 waren es 750 Athleten aus 14 Nationen. Die schnellsten Frauen benötigen etwa fünf Stunden, die schnellsten Männer ca. 4:20 Stunden.

Pia Ruhm saß das erste Mal als kleines Kind im Kanu: „In Preetz gibt es viele Seen, da haben wir im Sommer öfters kleine Ausflüge mit dem Familienkanu gemacht. Im richtigen Rennkajak saß ich mit 15 Jahren.“ sagt die 22-jährige Industriekauffrau, die 2012 erstmals beim Dalsland Kanu Marathon+ mitgefahren ist und Platz 5 (5:55:55 Stunden) in der Eliteklasse der Damen erzielte. „Man muss schon vorher auch mal längere Strecken im Training fahren.“ berichtet Pia.

Doch es geht nicht nur um die Leistung. Der Dalsland Kanumarathon+ ist auch ein großes Volksfest mit vielen Zuschauern. Alle starten gleichzeitig – und werden dann nach ihrer jeweiligen Klasseneinteilung bewertet.“, erläutert Crister. Diese „Volksnähe” ist etwas, das Crister Blume und seine Mitarbeiter immer wieder betonen. Der Wettkampf soll eine Herausforderung sein, an der grundsätzlich jeder teilnehmen kann.


NORR_1302_dalslandskajak_4.inddAuf Siegerkurs

Jan Andersson hat Erfahrungen mit beiden Gruppen. „Als der Dalsland Kanumarathon+ 2003 zum ersten Mal stattfinden sollte, überredete Crister mich, mitzumachen – obwohl ich bis dahin nur einmal in einem Kajak saβ. Vor dem Rennen stieg ich dann zwei Mal zum Training ins Boot. Das war natürlich viel zu wenig. Schon bei der ersten Portage war ich total fertig. Ich brauchte 10 Stunden 50 Minuten bis nach Bengtsfors. Mein gesamter Körper tat weh, aber ich hatte es geschafft. Und nachdem ich mich erholt hatte, war für mich klar, dass ich im nächsten Jahr wieder mit dabei sein wollte.“

Ein Jahr später absolvierte Jan die Strecke in etwa sieben Stunden. Er feiert – genau wie das Rennen ­ im August 2013 sein zehnjähriges Kanumarathon-Jubiläum. „Das Paddeln ist ein wichtiger Teil meines Lebens geworden. Jedes Mal, wenn ich das Ziel erreiche, fühle ich mich wie ein Sieger. Aber auch die Gemeinschaft und die Natur spielen eine wichtige Rolle.

Dass der Dalsland Kanumarathon+ mehr als nur ein Wettkampf ist, zeigt sich auch an den Auswirkungen auf die Region. „Tausende Zuschauer feuern die Kanuten an. Zukünftig wollen wir aus dem Kanumarathon eine Art Festivalwoche machen.“, erklärt Crister. „Ganz wichtig ist auch das Krebsfest mit Live-Musik, das wir nach dem Zieleinlauf veranstalten. Dann wird aus dem Dalsland Kanumarathon+ ein richtiges Volksfest.“

www.kanotmaraton.se

Dieser Artikel ist ein gekürzter Text aus der aktuellen Ausgabe des NORR Magazins. Die vollständige Reportage sowie unseren Guide mit weiteren spannenden Outdoor-Wettkämpfen in Schweden könnt ihr in Ausgabe 2/2013 lesen.

NORR ist das führende deutschsprachige Magazin für Outdoor und Lifestyle im Norden. Die Zeitschrift bringt euch vier Mal im Jahr zur wunderbaren Natur Skandinaviens und präsentiert das Beste aus Musik, Fotografie und Design.

www.norrmagazin.de