Sicherlich kann man unseren Trip nicht als klassischen Outdoor-Urlaub bezeichnen, aber einfach mal raus und pure Erholung muss doch auch schließlich mal sein, oder? Das dachten mein Mann und ich uns auch, als wir unseren Urlaub buchten. Wir merkten, wie uns die winterlichen Temperaturen immer mehr einholten und kamen daher noch ganz spontan auf die Idee, einen kurzen Urlaubstrip mit viel Sonne zu buchen. Da sich der Wetterumschwung nicht nur bei uns im Lande sichtlich bemerkbar macht, fiel unsere Wahl schließlich auf Tunesien, das nördlichste Land Afrikas, das heutzutage als eines der  beliebtesten ganzjährigen Urlaubsziele gilt. Unser genaues Ziel war dabei die Hafenstadt Sousse.

 

Über Sousse
Diese Stadt liegt etwa 130 Kilometer südlich der tunesischen Hauptstadt Tunis am Mittelmeer und zählt mit ca. 173.047 Einwohnern zu der drittgrößten Stadt Tunesiens. Durch die unmittelbare Nähe zum Mittelmeer laden auch die feinsandigen weißen Strände zum Abschalten und Erholen ein. Darüber hinaus ist Sousse auch für seine Altstadt (Medina) bekannt. Diese geht bis auf das 9. Jahrhundert zurück und wird von einer 2,25 Kilometer langen und noch sehr gut erhaltenen Stadtmauer umgeben, die seit 1988 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Ganz in der Nähe der Medina erstreckt sich außerdem der ab 1899 angelegte Hafen.

 

So haben wir Tunesien erlebt…
Nachdem wir um 23.30 Uhr (Ortszeit) nach einem etwa dreistündigen Flug in der Hauptstadt Tunis gelandet waren, standen uns erst einmal noch weitere zwei Stunden Fahrt mit dem nachfolgenden Transfer bevor. Gegen halb zwei in der Nacht kamen wir dann endlich ziemlich erschöpft in unserem Hotel El Ksar an. Dieses Hotel liegt inmitten der Hafenstadt Sousse. An diesem Abend suchten wir lediglich noch unsere Zimmer auf und dort angekommen, fielen wir auch schon so ins Bett :)

Am folgenden Tag erkundeten wir nach einem ausgiebigen Frühstück erst einmal die Hotelanlage, den Pool und auch den endlosen Sandstrand, der wirklich direkt hinter unserem Hotel lag. Da wir jedoch nicht nur nach Tunesien geflogen waren, um jeden Tag die Stille und den Strand zu genießen, sondern auch mehr von diesem Land sehen und unseren Urlaub recht abwechslungsreich gestalten wollten, buchten wir erst einmal fleißig einige Ausflüge.

 

 

 

 

Mehr als nur ein Badeurlaub
Besonders gut gefielen uns die Licht- und Lasershow im Medinat Alzarah Parc, die Fahrt zu dem bekannten Friguia Tierpark, eine 90 minütige Quadtour durch die tunesische Landschaft sowie ein kurzer Ausflug zu einer großen Straußenfarm. Außerdem liehen wir uns immer wieder auf’s Neue einen Jetski am Strand aus – nur zu empfehlen!

 

Medinat Alzarah Parc
Die Veranstaltung begann bereits am späten Nachmittag mit einer Reitvorstellung und weiteren kleinen Attraktionen auf dem Gelände. Im Anschluss daran erfolgte eine etwas längere Bauchtanzshow, die mit einem gemeinsamen Abendessen verbunden wurde. So saßen wir in einem großen Saal mit etwa 500 Touristen aus sämtlichen Ländern und erhielten unser Dreigänge-Menü mit viel Couscous und typischen tunesischen Spezialitäten. Ich muss jedoch gestehen, dass die tunesische Zubereitung von Speisen reine Geschmackssache ist und dass es nicht wirklich unser Fall war. Das Brot im Hotel sowie an diesem Abend ist pappig und Tomaten, Kartoffeln, Auberginen oder auch andere Gemüsesorten werden in der Regel mit reichlich Öl getränkt und haben dennoch kaum Geschmack.

Nachdem wir das Essen hinter uns gebracht hatten, folgte ein wirkliches Highlight unseres Urlaubes, eine raffinierte Laser- und Lichtershow mitten im Amphitheater des Medinat Alzarah Parkes. Hierbei beobachteten wir ein Lichterschauspiel, das die historische Entwicklung Tunesiens beschrieb und uns mit auf eine Reise durch die Geschichte Tunesiens von der Berberzeit über Karthago bis hin zur Gegenwart nahm. Begleitet von passender Musik spielte das Ensemble Szenen zu den einzelnen geschichtlichen Abschnitten und drei verschiedene Erzähler begleiteten dieses Stück in unterschiedlichen Sprachen (Englisch, Französisch und Deutsch). Es war wirklich eine sehr originelle Inszenierung, die ich nur weiterempfehlen kann.

 

Friguia Tierpark
Dieser Park ist sehr gut gelungen und schön aufgeteilt. Mit 62 Tierarten und insgesamt 420 Tieren erstreckt sich dieser kleine aber feine Tierpark auf 36 Hektar. Besonders schön waren dabei die Giraffen anzusehen. Diese erschienen uns sehr neugierig und folgten uns zwischenzeitlich auf Schritt und Tritt.

 

 

 

 

Was mir an diesem Park am meisten gefiel, war jedoch ein Plateau, das über mehrere größere Gehege entlang führte. Gehege von Leoparden, Tigern, Löwen und Hyänen. Vor allem faszinierte mich aber der Anblick der weißen Tiger sowie der süßen Tigerbabys und die Fütterung der lachenden Hyänen, die sich wie wild auf ihre Mahlzeit stürzten und darum kämpften.

 

 

 

 

Gleichzeitig hatten wir auf diesem Steg einen hervorragenden Ausblick auf die tolle Landschaft, geprägt von zahlreichen Olivenbäumen. Neben den Dattelpalmen gehören diese Pflanzen zu jenen, die die Landschaft Tunesiens auszeichnen. Ganz gleich, welchen Ausflug wir in Angriff nahmen, überall waren riesige Olivenbaumgruppen zu finden. Und immerzu erzählten uns die Tunesier stolz von dieser am weitesten verbreiteten Kulturpflanze Tunesiens und ihren Früchten, die entweder eingelegt werden oder aus denen ein qualitativ sehr hochwertiges Öl gewonnen wird.

 

Mein persönliches Highlight war jedoch eine Delfinshow, bei der es anschließend möglich war, gemeinsam mit diesen außergewöhnlichen Tieren zu schwimmen und ihnen hautnah zu begegnen. Da es schon seit Langem mein großer Traum ist, einmal mit Delphinen in der freien See zu schwimmen und mir die Delfine in den kleinen Becken sehr leid taten, entschied ich mich dazu, mir diesen Traum erst einmal lieber beizubehalten und diese Show nicht weiter zu unterstützen. Aber es war dennoch ein sehr schöner Moment einem dieser Tiere so nah kommen zu können.

 

 

Straußen- und Kamelfarm
Bei der Farm, die wir besuchten, handelte es sich um eine reine Schaufarm, die sich lediglich durch die Besuche der Touristen und durch Spenden finanziert, nicht aber durch das Schlachten der Tiere.

Dort angekommen erfolgte ein etwa 20-minütiger Ausritt mit einer Kamelkarawane quer über die Straußenfarm. Leider ist es nicht ganz so einfach gewesen, auf dem holprigen Kamelrücken ein Foto von uns zu schießen. Aber immerhin ist mir dieses Schattenbild gelungen :)

 

 

 

 

 

 

Direkt nach unserem Ausritt erhielten wir die Möglichkeit von dem frisch gewonnenen Olivenöl zu kosten und einem Kamel per Mund ein Stück Kaktus zu überreichen. Gesagt, getan… Das Brot mit dem Öl war wirklich sehr frisch, weich und lecker. Also absolut empfehlenswert. Und auch der Kamelkuss war eine Erfahrung wert!

 

 

 

 

Gleich danach begann die Führung über die Farm, bei der wir einiges über Strauße lernen konnten. Es war schon wirklich erstaunlich zu sehen, wie groß diese Tiere sind und ich fand es auch sehr interessant zu erfahren, dass die Hähne bis zu 250 Zentimeter hoch werden und ein Gewicht bis zu 135 Kilogramm erreichen können, während die Weibchen in der Regel eher 175 bis 190 Zentimeter hoch und 90 bis 110 Kilogramm schwer werden. Außerdem erklärte uns der Reiseleiter, dass die Weibchen ein sehr unscheinbares, bräunliches Gefieder besitzen, während die Hähne durch ihr schwarzes Gefieder sehr schön aus der Masse herausstechen.

 

Im Anschluss an die Führung zeigte uns der Reiseführer ein paar Straußeneier und erklärte uns, dass diese am Tage von der Henne und bei Nacht vom Hahn bebrütet werden. Außerdem teilte er uns mit, dass diese Eier in der Regel 15-16 cm lang sind und die Schale eine Stärke von über 3 mm hätten. Um zu demonstrieren, wie viel ein solches Ei aushält, stellte er sich auf fünf dieser Eier und alle kamen unbeschadet davon.

 

 

 

 

 

Zum Abschluss entdeckten wir noch den direkt am Hotel gelegenen Kletterpark für uns. Es ist der erste Kletterpark in Tunesien und es gibt ihn auch erst seit etwa einem halben Jahr. Da weder mein Mann, noch ich schon einmal eine Erfahrung mit einem solchen Park gemacht hatten, waren wir sehr neugierig darauf und ich persönlich kann Kletterparks nun nur wärmstens weiterempfehlen. Ich muss jedoch gestehen, dass ich bei dem ein oder anderen Pfad bereits an meine Grenze gelangt bin. Aber es war ja auch mein erster Versuch und bestimmt nicht der Letzte :) Leider konnte ich von dem Park selbst keine Fotos schießen, da es mir einfach zu riskant war, meine Kamera mit in den Park zu nehmen. Und im Internet konnte ich lediglich diesen Link entdecken, da der Park einfach noch zu neu zu sein scheint.

http://www.holidaycheck.de/reisetipp-Urlaubsbilder+Kletterpark+Jungle+Park+Sousse-ch_ub-zid_143533.html?action=detail&detailPage=4#detailView