Endlich den richtigen Durchblick im Fernglas-Dschungel!

erstellt am: 26. 08. 2016 um 8:00 Uhr

Gut-zu-wissen-Fakten über Ferngläser Ferngläser sind durchaus eine Wissenschaft für sich. Ganze Bücher sind gefüllt mit der Entstehung, Entwicklung, den Funktionsweisen und Einsatzgebieten. Hier haben wir einmal die Basics für euch zusammengestellt, die ihr braucht, um die Angaben und Kennzahlen zu verstehen und somit auch die verschiedenen Ferngläser vergleichen zu können. Ganz kurz zur Geschichte Das erste funktionstüchtige Fernglas soll in den Niederlanden aus zwei Brillengläsern gefertigt worden sein. Das war so um das Jahr 1600 herum. Etwa zehn Jahre später griff Galileo Galilei die Fertigungsidee auf und verbesserte sie. Sein Fernrohr hatte damit immerhin schon eine Vergrößerung von 3x bis 5x, aber leider ein recht geringes Sehfeld. … Ab hier versteht ihr nur noch „Bahnhof“? Dann machen euch die folgenden Abschnitte jetzt schlauer ;-). Was bedeuten die Angaben 8×25 u.s.w.? Diese Zahlen geben an, wie viel man mit einem Fernglas sieht. Die erste Ziffer steht für die Vergrößerung und die zweite für den Durchmesser des Objektives. Also hat ein Fernglas mit der Bezeichnung 8×25 eine 8-fache Vergrößerung und einen Objektiv-Durchmesser von 25 mm. 8-fach bedeutet, dass ein 800 m entferntes Objekt so groß erscheint, als ob es nur 100 Meter entfernt ist. Der Objektiv-Durchmesser ist ein wichtiges Leistungsmerkmal, denn je höher dieser ist, desto größer ist der Lichteinfall und desto heller ist die Abbildung dessen, was man sieht. Etwa 20 – 25 mm sind ausreichend für Beobachtungen am Tag. Für eine gute Sicht in der Dämmerung (was oft bei Tierbeobachtungen der Fall ist) sollten es besser 40 – 50 mm sein (z. B. Nighthunter Xtreme). Dank dieser Bezeichnung können Ferngläser schon mal gut miteinander verglichen werden. Doch über die Qualität und die wirkliche Leistung sagen sie noch nicht alles aus. Beides kann nämlich zum Beispiel durch eine Vergütung der Gläser stark erhöht werden. Was ist Vergütung? Bei normalen optischen Linsen wird der Kontrast durch Streulicht vermindert. Das heißt, unvergütete Linsen lassen nur etwa 50 – 60 % des Lichtes durch. Ein sogenanntes vollvergütetes Glas lässt schon 70 – 75 % durch und mehrfach-vergütete sogar bis zu 95 %. Um diese Verbesserung zu erreichen, werden eine oder mehrere Mineralschichten auf die Linsen gedampft, welche reflexmindernd wirken. So wird die Durchlässigkeit für Lichtstrahlen gesteigert.
Was ist mit der Austrittspupille?
Die Austrittspupille ist der kleine Bildpunkt, welcher an der Okularseite auf das Auge des Betrachters trifft. Für Tageslicht ist eine Austrittspupille von 2 – 3 mm ausreichend. Für die Nutzung in der Dämmerung sollte ein Fernglas mit 5 – 7 mm gewählt werden, denn je größer sie ist, desto heller erscheint das Gesehene im Auge. Der Wert errechnet sich aus dem Objektiv-Durchmesser geteilt durch die Vergrößerung. Was bedeutet die Dämmerungszahl? Hier gilt: je größer die Dämmerungszahl (die Zahl liegt etwa zwischen 5 und 20), desto lichtstärker ist das Fernglas. Das heißt, in der Morgen- oder Abenddämmerung können Einzelheiten besser erkannt werden. Die Dämmerungszahl ist somit ein Maß für die Sehleistung und Detailerkennbarkeit bei Ferngläsern. Sie errechnet sich aus der Quadratwurzel von Objektivdurchmesser x Vergrößerung.
Was bezeichnet das Sehfeld?
Unter Sehfeld eines Fernglases versteht man das übersehbare Gelände bei einem Abstand von 1000 Metern vom Objekt. Es bezeichnet also den Durchmesser eines 1000 Meter entfernten Bildausschnittes. (z. B. 119 m auf 1000 m beim CL Pocket). Es gilt: Je höher die Vergrößerung des Fernglases, desto kleiner ist das Sehfeld. Was ist der Nahpunkt? Damit wird die kürzeste Distanz angezeigt, auf der die Objekte noch scharf dargestellt werden können. Dieser Wert ist zum Beispiel beim Gebrauch bei Kirchen- oder Museumsbesichtigungen oder Insektenbeobachtungen von Bedeutung. Warum sind einige Ferngläser mit Stickstoff gefüllt? Ein Befüllen mit Stickstoff verhindert ein inneres Beschlagen der Linsen bei feuchtem Wetter oder bei starken Temperaturschwankungen. Manche Ferngläser haben auch Ventile, über die die Befüllung von Fachleuten überprüft und erneuert werden kann (z. B. bei Gläsern von Steiner). Dachkant- oder Porroprismen – Was ist der Unterschied? Beide gehören heute zu den Standard-Bauarten von Ferngläsern. Porro-Gläser liefern bei entsprechender Herstellungsqualität hervorragende Ergebnisse. Viele Nutzer empfinden bei ihnen ein besseres räumliches und plastisches Sehen als bei Dachkant-Gläsern. Doch dafür ist eine breitere und schwerere Bauweise nötig. Dachkant-Ferngläser können schlanker und handlicher konzipiert werden.
Warum sind die Preisunterschiede so hoch, bei ähnlichen Werten? Viele der Werte sind rein rechnerische Werte (z. B. die Dämmerungszahl und die Austrittspupille). Das heißt, dass auch die Verarbeitungs-Qualität, die Qualität des verwendeten Glases oder die Hochwertigkeit der verschiedenen Vergütungen, neben den reinen Kennzahlen, für die Leistung eines Fernglases entscheidend sind. Hochwertige Verarbeitung und erstklassige Materialien kosten natürlich auch mehr. Deshalb bitte bei der Auswahl beachten: je höher der Preis, desto höher auch die Leistung des Fernglases. Die Preise können sich bei den gleichen Werten teilweise um mehrere hundert Euro unterscheiden. Hier hilft – zu uns in die Filiale kommen, die Sicht mit den verschiedenen Gläsern ausprobieren und so vergleichen 😉 Wir hoffen, dass wir euch den Blick für die Weiten der Fernglas-Welt etwas schärfen konnten! Hier kommt ihr direkt zu unserem Fernglas-Sortiment.

Beitrag teilen!





Kommentar schreiben:


Ihr Kommentar:



Willkommen auf elchblog.de – dem Blog für News, Tipps und Tricks aus den Bereichen Outdoor, Trekking, Reisen und Freizeit. Ihr findet hier alles rund um die große Outdoor-Welt. Der Elchblog ist eine Kreation von Unterwegs – unterweg.biz dem bekannten Online Outdoor Shop.