Es ist 5 Uhr in der Früh und noch ist es vergleichsweise ruhig am Flughafen in Düsseldorf. Wo sich sonst Menschenmassen zumeist hektisch zwischen den Gates bewegen, ist an diesem Montag zunächst noch etwas mehr persönliche Komfortzone möglich. Auf der Boardingkarte ist dieses Mal Miami als Zielflughafen eingetragen. Der Flug hat allerdings aufgrund von “außerplanmäßigen Wartungsarbeiten” über eine Stunde Verspätung. Das hört man doch gerne. Hey, kein Problem! Vielleicht ist ja nur die Turbine ein wenig kaputt… Da wir solche unglücklichen Zufälle recht häufig auf unserer Seite haben, gehen wir das Ganze recht routiniert an. Drei Stunden vor Abflug muss man vor Ort sein, da macht die eine Stunde mehr dann auch nichts mehr aus
(oh doch, grrrrrrrr… :-( ).

...noch ist es leer...

Noch ist es relativ leer…

Was mich allerdings wirklich stört, ist die rapide steigende Anzahl an Menschen, die sich an mir vorbeiquetschen als würden sie versuchen, mich wie ein Tier zu markieren. Nach rund zwei Stunden wird es nämlich langsam richtig voll auf den Gängen. Der Tatsache bewusst, dass sich auf den Flughäfen unglaublich viele Langfinger herumtreiben, habe ich bei den letzten Flügen gefühlt alle paar Sekunden hinter mich geschaut. Fummelt da jemand an meinem Rucksack rum? Alle wichtigen Unterlagen für die Reise geballt an einem Ort. Mindestens genauso wichtig: Die Süßigkeiten für den Flug! Da will gut drauf aufgepasst werden. 2011 gab es allein am Flughafen Düsseldorf 900 Diebstahlsfälle, 2012 sogar über 1000. Tendenz steigend! Damit ist Düsseldorf Deutschlands unsicherster Flughafen. Und das, obwohl an den Drehkreuzen München und Frankfurt deutlich mehr Passagiere unterwegs sind. In der Vergangenheit hatte ich daher die Reißverschlüsse mit vergleichsweise kleinen TSA-Zahlenschlössern abgesichert, war mir allerdings nie so richtig sicher, ob diese auffällige Methode nicht noch mehr das Interesse besagter Diebe weckte. Zumal Rucksäcke ja heute auch sehr gerne mit einem scharfen Messer aufgeschlitzt werden. Da hilft das beste Schloss nix…

 

Pacsafe Venturesafe 25L GII Day Pack

Pacsafe Venturesafe 25L GII Day Pack

Dieses Mal sollte jedoch alles anders sein. Zwar erwischte ich mich im Zug nach Düsseldorf noch ein paar Mal dabei, voller Sorge nach dem Rucksack zu schauen, doch das neue Modell sorgte bereits jetzt für einen deutlich entspannteren Start in den Urlaub. Unendlich genervt von der mangelnden Sicherheit meines alten Rucksacks habe ich mich vor dieser Reise dazu entschlossen, mir ein neues Modell der Marke Pacsafe zuzulegen. Natürlich in schwarz! Muss ja schließlich zum Rest passen. Der 25 Liter Rucksack schluckt bequem alles, was ich auf einer Reise als so wichtig einstufe, dass ich es nicht mit in den Koffer packe. Das Design ist dabei beabsichtigt sehr unauffällig. Dass hier ohne Ende Sicherheits-Features verpackt sind, sieht man dem Venturesafe 25L GII Day Pack von Pacsafe nicht an.

Meine erste Sorge, jemand könne den Rucksack öffnen und mein Zeug klauen, wird hier schon mal sehr komfortabel gelöst. Die Zipper bestehen aus einem Drahtgeflecht und können an einem unauffälligen Karabiner befestigt werden. Kein Schloss, klar… aber wenn hier noch jemand bei geht, bekommt man das ganz sicher mit. Auch gegen das Aufschlitzen bin ich nun gewappnet. Durchzogen mit einem Edelstahlgeflecht wird durch dieses Material an der Frontseite des Rucksacks so schnell keiner schneiden. Selbst die Schultergurte sind mit jeweils zwei Drähten verstärkt. Erstaunlicherweise sind all diese Sicherheitsmaßnahmen immer noch leichter, als es meine beiden alten TSA-Schlösser waren :-) .

Die Wartezeit zieht sich und der Magen fängt an zu knurren. Zeit für Frühstück! Auswahl gibt es hier genug. Wir gehen immer gerne zum “marché” Restaurant. Hier gibt es handgemachte Brötchen und frisch gepresste Säfte. Nachdem wir endlich einen Platz ergattert haben, zeigt sich der nächste Vorteil des neuen Rucksacks. Einer der Schultergurte endet am unteren Ende in einem verschließbaren Karabiner. Er lässt sich dort abmachen und kann so zum Beispiel um ein Tischbein gewickelt und wieder befestigt werden. So kann sich niemand den Rucksack schnappen und abhauen. Gut, die Gefahr, dass so etwas im Airport passiert ist recht gering. Im Café draußen an der Straße sieht das aber schon ganz anders aus.

Sichere Zipper

Die Zipper werden an einem verdeckten Karabiner befestigt.

Befestigung des Schultergurts am Tischbein

Befestigung des Schultergurts am Tischbein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viel zu viele Minuten später beginnt dann endlich das Boarding. Hier werde ich – natürlich ich! – noch einmal für eine Taschendurchsuchung direkt vor dem Einstieg herausgepickt. Sehe ich echt so verdächtig aus? Beim letzten Mal hat es mich auch schon erwischt. Hm… Nun gut, der nette Bundespolizist ist zumindest erst einmal ziemlich verwirrt, als er am Reißverschluss zerrt und nichts passiert. Ich kläre ihn also auf, wie er den Rucksack zu öffnen hat. “Cool, das hab ich ja auch noch nicht gesehen!”, lautet das Feedback. Während ich nun mein Tablet einschalte um zu beweisen, dass es sich dabei nicht um eine Bombe handelt, war nun auch der Kollege aufmerksam geworden und löcherte mich nach dem Namen des Rucksacks. Für seine Tochter. “Die ist ständig unterwegs und gibt mein Geld aus!” Haha!

RFIDsafe™ blockierende Tasche

RFIDsafe™ Tasche

Viele Kilometer und etwa 10,5 Stunden später stehen wir am Miami International Airport. Zunächst einmal müssen wir erst noch den netten TSA-Mitarbeiter von unseren friedlichen Absichten überzeugen. Diese Hürde überwunden fällt schnell auf: Hier ist nun wirklich die Hölle los und ich bin wahrlich froh über meinen neuen Begleiter. Selbst die High-Tech Diebe 2.0 gehen mit ihren Lesegeräten bei mir leer aus. Reisepässe und Kreditkarten sind im RFIDsafe™ Fach untergebracht, welches das Auslesen der Daten blockiert. So huschen wir in Richtung “MIA Mover”, um zum Parkhaus der Mietwagen-Firmen zu gelangen. Die Verzögerung in Düsseldorf hat meinen schönen Zeitplan zunichte gemacht :-( . Herrlichem Sonnenschein und angenehmen 30° C entgegenblickend konnte von schlechter Laune jedoch keine Rede sein. Auch wenn es in der automatisch fahrenden Bahn noch einmal richtig voll ist. Doch DAS soll nun wirklich nicht mehr meine Sorge sein…