So langsam aber sicher machen sich die herbstlichen Temperaturen bemerkbar, oder? Und der Winter lässt auch nicht mehr lange auf sich warten. Daher beschäftigt sich der folgende Beitrag mit kuscheligen Begleitern für die kalte Jahreszeit.

Was wollt ihr?
Seid ihr auch bereits auf der Suche nach einer Jacke, die euch im Herbst vor Wind und Wetter schützt und die euch aber genauso gut im Winter mit viel Wärme und Schutz vor der eisigen Kälte versorgt? Oder sucht ihr vielleicht sogar gezielt nach einem kleinen Allroundtalent, das winddicht, wasserdicht oder stark wasserabweisend, atmungsaktiv und noch dazu auch als Schicht unter einer Hardshell geeignet ist? Dann könnte zum Beispiel eine PrimaLoft® Jacke genau die richtige Wahl sein. Sucht ihr jedoch nach einer Jacke, in der ihr euch so richtig hineinkuscheln wollt, wenn ihr mal eine Pause während einer schweißtreibenden Kletter- / Skitour benötigt? Dann wiederum ist die Daune eine gute Wahl.

Wie ihr seht, ist es bei Jacken nicht anders als bei Schlafsäcken. Es gibt die unterschiedlichsten Kompositionen  und gleichzeitig drei verschiedene Füllarten, die wiederum gerne von den Herstellern kombiniert werden.

  • Daune
  • Kunstfaser
  • Hybrid

 

Die Allrounder unter den Jacken
Jede dieser Füllarten hat ihre besonderen Eigenschaften und es gibt kein besser oder schlechter. Je nach Einsatzzweck mal die klassische Daune und mal eine industriell entwickelte Kunstfaser. Darüber hinaus findet ihr unter der großen Auswahl an Winterjacken auch die verschiedensten Konstruktionen. So gibt es praktische 3-in-1 Jacken, bei denen ihr das Innenfutter beliebig herausnehmen und die äußere als auch die innere Jacke separat tragen könnt. Ich zum Beispiel hab mich letzten Winter bei -20 Grad ganz bewusst für solch einen Mantel entschieden. Somit kam die wasserdichte und atmungsaktive Außenhülle mit Meshfutter meines Tatonka Suva Damen Mantels 2 quasi das ganze Jahr über zum Einsatz. Bei den knackigen Temperaturen war ich echt froh, dass ich mich für diese Investition entschieden hatte. Vor allem als ich zwei Stündchen mit meiner Fellnase unterwegs war, genoss ich es, dass ich weder einen kalten Rücken, noch ein kaltes Steißbein bekam. Als die Temperaturen so langsam aber sicher milder wurden, trennte ich einfach die äußere Jacke von der wattierten Innenjacke und somit konnte mir auch das unbeständige nordische Wetter nix anhaben :)

 

Fest gefütterte Winterjacken
Genauso gibt es aber auch fest gefütterte Jacken, bei denen die Isolation fest mit der Jacke verbunden ist. Da die Jacke in einem Stück am Körper sitzt, macht diese Konstruktion Bewegungen sehr gut mit. Bei einer 3-in-1 Jacke hängt die Innenjacke immer etwas am Körper und vermindert die Bewegungsfreiheit. Aus diesem Grund sind viele Jacken für sportliche Einsätze im Winter, wie Skifahren, Schlittentouren, Klettern fest gefüttert.

Ein Tipp: Trennt bei einer Kombijacke einfach das Futter von der Außenjacke und hier habt den gleichen Effekt. Das Futter kann dabei natürlich sowohl aus weicher Wattierung, kuscheligen Kunstfasern oder auch luftigen Daunen bestehen.

 

Daunen – Der Klassiker unter den Winterjacken
Die Daunenjacke zählt bereits seit Jahrzehnten zu den Klassikern der Winterjacken, da sie über eine enorme Isolationseigenschaft verfügt. Darüber hinaus ist sie hoch atmungsaktiv und luftig leicht. Da ich selber keine Daunenjacke besitze, habe ich erst einmal etwas recherchieren müssen, bevor ich herausgefunden habe, dass ein Produkt mit einem Daunenanteil von zum Beispiel 90/10 oder mehr als sehr hochwertig gilt. Dieses Verhältnis bezeichnet den Anteil Daunen in Bezug zum Federanteil. Die Wärmeleistung bestimmt jedoch die Bauschkraft (in cuin angegeben) dieser Kombination.

 

Wofür steht eigentlich cuin?
Der cuin-Wert (cubic inches per ounze) bezeichnet den Faktor, um den sich die Daune ausdehnt. Je größer dieser Wert, umso höher ist auch die Wärmeleistung. Ihr erkennt gute Daunenjacken an Werten ab 500. Die Oberklasse liegt bei 650 bis fast 800cuin. So zählt der Womens Chelsea Coat (siehe Foto) der Firma  Marmot beispielsweise zu der 650er Variante. Zwar gibt es auch tolle Daunenjacken, aber wenn ich mich für eine Daunenfüllung entscheiden würde, fiele meine Wahl auf einen Mantel oder auch eine länger geschnittene Jacke, die über die Hüfte geht und somit meine empfindlichen Bereiche, wie den Bereich um die Nieren herum, mit viel Wärme versorgt. Der Chelsea Coat verfügt übrigens sowohl über kuschelige Fleece Ärmelbündchen als auch über einen modischen Fellbesatz an der Kapuze. Zwar bin ich kein großer Fan von Fellbesätzen, aber dieser kann jederzeit von der ebenfalls abnehmbaren Kapuze entfernt werden. Also… rundum ein toller Mantel für die Damen :)

 

Was ihr noch über die Daune erfahren solltet…
Besitzt ihr bereits eine Daunenjacke, dann ist euch sicherlich der Tipp mit den Tennisbällen im Trockner bekannt, oder? Falls euch dieser Tipp jedoch völlig neu ist, probiert es doch einfach mal selbst aus. Nachdem ihr eure Daunenschätze nach dem Waschen etwas abtropfen lassen habt, steckt ihr diese einfach zusammen mit einigen Tennisbällen (zum Auflockern der Füllung) in euren Trockner. Zwar besitzen Daunen ein sehr gutes Wärmrückhaltungsvermögen, aber dieses verlieren sie, sobald sie nass werden. Daher ist eine Daunenjacke auch nicht so gut geeignet für schweißtreibende Aktivitäten, bei denen sie sich vollsaugen können. Stattdessen ist sie genau dann richtig, wenn ihr eine warme Hülle sucht, in der ihr euch von solchen Sportarten erholen und wieder Kräfte sammeln könnt. Nicht umsonst waren Daunenjacken zum Beispiel während der Olympischen Spiele in London so beliebt. :)

 

Die Natur macht es vor, der Mensch lernt davon
Da bislang keine Kunstfaser besser isoliert als es bei der Daune der Fall ist, arbeitet die Industrie bereits seit vielen, vielen Jahren daran, eine vergleichbare Wärmespeicherung durch Kunstfasern zu imitieren. Daher zählen heute unter anderem die Füllungen PrimaLoft®  und  CoreLoft® zu den beliebtesten Isolationsfasern. Entscheidend für die Leistungsfähigkeit dieser Fasern ist natürlich ihre Qualität. Trotz der kontinuierlichen industriellen Fortschritte, ist diese Kunstfaser immer noch nicht 100%ig mit der Leistung der Daune vergleichbar. Dafür bietet sie jedoch andere Eigenschaften, mit denen die Daune nicht mithalten kann.

 

Was ist daran so besonders?
PrimaLoft® kann quasi als kuschelige und zugleich wasserabweisende Alternative zur Daune betrachtet werden. Dieses Material ist sehr weich, leicht und noch dazu hoch atmungsaktiv. Darüber hinaus saugt es sich im Gegensatz zur Daune nicht voll und besitzt somit hervorragende wasserabstoßende Eigenschaften, die euch selbst bei richtig ungemütlichen Witterungsbedingungen warm und vor allem trocken halten.  Das heißt Wärme wird gespeichert und Feuchtigkeit wird absorbiert.

 

Das Leichtgewicht unter den Winterjacken
Da PrimaLoft® aus ultrafeinen Hohlfasern besteht, ist die Faser somit ein synthetisches Isolationsmaterial mit einem sehr geringen Gewicht. Daher überzeugt Primaloft® insbesondere durch das Verhältnis von Packmaß und Wärmeleistung. Diese Eigenschaft kann vor allem für schweißtreibende Touren und lange Wanderungen sehr von Vorteil sein, bei denen insbesondere das Gewicht eine große Rolle für euch spielt. Mit einer solchen Jacke könnt ihr euch so beispielsweise das Herumschleppen einer voluminösen Fleecejacke ersparen. Und schwupps ist euer Rucksack auch schon um ein Paar Gramm leichter :) . Aber auch für sämtliche andere Sport- und Freizeitaktivitäten ist eine PrimaLoft® Jacke eine gute Wahl.

Tolle Isolation
Von der Isolation her ist bereits eine Füllung von 60g/m² vergleichbar mit einem 200er Fleece. Durch den windabweisenden und wasserabweisenden Außenstoff kann sie ebenso wie die 3-in-1 Jacken als Allrounder betrachtet werden.

Absolut pflegeleicht und robust
Ein weiteres Plus für PrimaLoft® oder auch CoreLoft® Bekleidung ist es, dass diese sehr pflegeleicht und noch dazu sehr langlebig sind. So könnt ihr diese beispielsweise bei einer niedrigen Temperatur von 40 Grad in der Maschine waschen. Achtet nur bitte darauf, dass ihr hierfür ein möglichst flüssiges Waschmittel verwendet und auf Bleiche sowie Weichspüler verzichtet.

 

So viele Zahlen und Fakten – mein persönliches Urteil
Nach so vielen Zahlen und Fakten wollte ich einfach mal selber erleben, was eigentlich dahinter steckt. Meine Wahl fiel dabei auf die Womens Atom SV Hoody. Auf den ersten Blick wirkte diese mit CoreLoft®  gefütterte Winterjacke zunächst eher unscheinbar und recht dünn. Und auch das geringe Gewicht ließ mir diese Jacke zunächst sehr unspektakulär erscheinen. Doch schon kurze Zeit, nachdem ich diese Jacke angezogen hatte, merkte ich, wie schnell sich ihre Wärme an meinem Körper entfaltete. Daher kann ich nur sagen, dass Kunstfasern nicht umsonst auch als Füllung für Schlafsäcke verwendet werden und dass mir eine solche Anschaffung ihr Geld absolut wert wäre. Allerdings bin ich mit meinem Tatonka Suva erst einmal für die nächsten Jahre bestens ausgestattet :)

So, das war es erst einmal wieder von meiner Seite.

Bis zum nächsten Mal

Eure Dori von Unterwegs