In der vergangenen Woche habe ich euch bereits von ein paar Wildkräutern berichtet. Da es hiervon wirklich eine ganze Menge gibt, habe ich mir überlegt, dass ich euch auch in dieser Woche von einigen erzählen möchte:

Nicht umsonst haben unsere Vorfahren jahrtausendelang Wildkräuter gesammelt und sich nicht nur davon ernährt, sondern sich diese auch für ihre medizinische Versorgung zu Nutze gemacht.

Was früher völlig normal war, schreckt heute ab
Während es für unsere Vorfahren völlig normal war, Waldfrüchte und -pflanzen zu verzehren, so schreckt heutzutage viele Menschen allein der Gedanke ab, etwas vom Boden zu essen und nur wenigen Kindern wird heute noch beigebracht, was in der Natur gegessen werden darf und was nicht. Dabei gibt es auf unseren Wiesen, Feldern und Wäldern so vieles zu entdecken, was früher zum Alltag gehörte.

Auch ich lasse mich von diesem Gedanken abschrecken und zögere, bevor ich etwas probiere, was ich nicht kenne. Dabei sind Kräuter eine tolle Erfindung der Natur. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich liebe zum Beispiel den Duft von frischem Basilikum im Haus. Und auch Schnittlauch esse ich sehr gerne. Vor allem mit einem Stück Schwarzbrot, etwas Schmierkäse und einer Gurkenscheibe kombiniert :) Doch auch die Kapuzinerkresse habe ich mittlerweile mit in meine kleine Kräuterküche aufgenommen und garniere damit gerne unsere Salate. Nachdem ich über meinen Schatten gesprungen bin und erst einmal von dieser hübschen Blüte probiert hatte, wurde ich neugierig und fragte mich, was ich noch so in unserem Garten finden könnte.

Wo findet man überall Wildkräuter?
Nachdem ich in unserem Garten nicht wirklich fündig geworden bin und es mir nicht genügte, nur eine Brennnessel entdeckt zu haben, ging ich auf dem Gelände von Unterwegs auf die Suche. Und siehe da… Hier gab es eine ganze Menge zu entdecken…

 

 

 

 

Diese Pflanzen habe ich bei Unterwegs finden können…
Zugegeben, dieses Thema ist mir völlig neu. Daher musste ich schon einmal genauer auf unsere Pflanzen schauen, bevor ich diese als Windkräuter entlarven konnte.

Bis vor Kurzem hatte ich noch nie etwas von der Pflanze Gundermann (Glechoma hederacea) gehört. Aber gesehen hatte ich diese Pflanze schon des öfteren. Denn dieser rankende Geselle ist vor allem im Schatten unter Bäumen oder Hecken zu finden. Hätte ich es nicht besser gewusst, wäre ich zuvor davon ausgegangen, dass es ein fleißig rankendes Unkraut sei. Dabei wäre es viel zu schade, diese Pflanze aus dem Garten zu verbannen, denn es handelt sich hierbei um ein Kraut mit einem sehr intensiven Geschmack, den ihr euch vor allem in Suppen zu Nutze machen könnt. Viele nutzen den Gundermann daher auch gerne als Petersilienersatz. Das Schöne an dieser Pflanze ist, dass der Gundermann immerzu grün und somit das ganze Jahr zu finden ist.

Auch als Tee und im Salat genießbar
Ebenso wie die Brennnessel könnt ihr auch die Blätter des Gundermanns als Tee aufgießen. Dazu pflückt ihr einfach ein paar Blätter, bereits ein Esslöffel davon genügt für den entzündungshemmenden Tee, der Blase und Niere anregt und zugleich schleimlösend und entgiftend wirkt. Diese Eigenschaften bieten sich daher ideal an, wenn ihr euch erkältet habt. Und was bietet sich für den Kampf gegen die Erkältung besser an als Salat? Genau, ein Salat mit Gundermann :)

 

Was ich außerdem entdecken konnte, war Giersch (Aegopodium podagraria). Dieses Wildkraut könnt ihr offensichtlich überall finden. Sei es bei euch zu Hause, im Wald oder auch auf dem Feld. Und für diese Pflanze könnte wohl keine Redewendung besser zutreffen als “das Zeug wächst wie Unkraut!” Denn er wächst und wächst und wächst und kommt einem im Garten immer wieder mal gerne in die Quere. Allerdings solltet ihr dieser Pflanze noch eine zweite Chance geben und sie einfach mal probieren. Vor allem dann, wenn die Blätter noch klein und glänzend sind. Auch dieser Geschmack erinnert schon sehr Petersilie und ebenso wie die Brennnessel ist auch Giersch eine wahre Vitaminbombe.

Lieber in Tee und Suppen….
Der Geschmack der rohen Blätter ist jedoch keinesfalls mit dem zu vergleichen, den Giersch in Suppen und Salaten entwickelt.

Kraut der müden Wanderer…
Darüber hinaus ist Giersch auch als “Kraut der müden Wanderer” bekannt. Ich selbst kann diese Wirkung zwar nicht bestätigen, aber solltet ihr demnächst eine längere Wanderung geplant haben, dann reibt eure Füße doch zwischenzeitlich einfach mal mit dem Saft der gepressten Pflanze ein und schaut was passiert. Im Idealfall sollte es danach erfrischt weitergehen :) Und solltet ihr während dieser Tour zufällig von den miesen, blutsaugenden Plagegeistern erwischt worden sein, dann faltet fix ein Blatt des Giersches zusammen und quetscht es zwischen euren Fingern. Dann tupft einige der dabei entstehenden Tropfen auf den Stich und ihr werdet sehen, dass der Juckreiz dadurch gelindert wird. Und auch gegen Gicht soll man sich damit wappnen können.

Schon interessant, was uns die Natur so alles zu bieten hat, oder?