16.05.2012, 20 Uhr

Ort: Unterwegs Wilhlemshaven

Ich war schon oft Bergwandern und Trekken, mit Rucksack und Zelt durch die Berge. Natürlich bin ich da auch schon mal ein bisschen gekraxelt, ab und an musste ich auch meine Hände zur Hilfe nehmen, um einen Felsen hinaufzukommen, aber richtig Klettern war ich noch nie. Als ich gehört habe, dass in unserer Wilhelmshavener Filiale eine Kletterschulung für die Mitarbeiter stattfindet, habe ich mich kurzerhand dafür angemeldet.

Ich treffe mich mit meinen Kollegen Torsten, Hauke, Floriana, Petra, Maik und Jens in unserer Filiale und kann gar nicht einschätzen, was da auf mich zukommt. Kletterschulung, noch dazu Theorie.

Vor uns ausgebreitet: Seile, Karabiner, Klettergurte und noch so einiges, was ich noch nie gesehen habe:

Theorieschulung Klettern für Unterwegs-Mitarbeiter

Unsere eifrigen Aufzeige-Aktivitäten auf Jans Frage, wer von uns noch nie geklettert ist, werden etwas gebremst durch die Nachfrage, ob wir uns sicher sind. Nach kurzem Nachdenken müssen wir zugeben, dass wir alle schon einmal geklettert sind: auf Bäume, über Zäune und Mauern und und und… da kommen Erinnerungen hoch. Und ich denke: schön, es geht um etwas, was doch nicht komplett unbekannt ist.

Trotzdem bleiben da all die Dinge, die es noch zu lernen gilt. Jan startet mit den Seilen: Halbseile, Einfachseil, Zwillingseil, dynamisch, statisch, Schlingen, Hammerschnur, Reepschnur, Fangstoß, Reißkraft, Kilonewton (kN)….. mir brummt schon der Schädel und es sind erst 15 Minuten vergangen. Zum Glück hat Jan den Hans mit gebracht:

Hans ist gut drauf und dient als anschauliches “Fallbeispiel”. Mit seiner Hilfe habe selbst ich als Mathe- und Physik-Null verstanden, wieso zur Sicherung beim Klettern im Vorstieg ein dynamisches Seil notwendig ist: würde man ein statisches Seil verwenden, würde man nach einem Sturz so aussehen:

Irgendwie bekomme ich ein mulmiges Gefühl…. Dass Jan dann noch Geschichten von Abstürzen zum Besten gibt, macht es auch nicht besser.

Karabiner, Schlingen, Sicherungsgeräte, Stopper, Cams,  Friends etc. kommen als nächstes dran. Auch dort gibt es viele unterschiedliche Produkte. Zum Glück schreiben unsere Azubis Floriana und Hauke alles mit. Hängen bleibt: es gibt so einiges an Ausrüstung, was den Kletterern hilft, sich am Fels zu sichern.

Cam

Der Klettergurt, mit allem ausgerüstet, was man zum Vorstieg braucht, wird herumgereicht. Ganz schön schwer. Um die drei Kilo wiegt er. Bleibt zu hoffen, dass man das Gewicht nicht so sehr spürt, wenn man den Klettergurt erstmal am Körper trägt.

Das darf Jens dann gleich mal testen. Bauch einziehen, gucken, ob der Gurt auch sicher “zurückgeschlauft” ist und schon hängt Jens in der Luft. Lässig gehalten von Petra. Kletterschulung bei Unterwegs

Sie hatte gedacht, dass sie mehr Kraft brauchen würde, um Jens in der Schwebe zu halten. Dass auch leichtgewichtigere Kletterer andere sichern können liegt an der Bremskraft der verwendeten Knoten.  Die Halbmastwurfsicherung, kurz HMS, ist eine der wichtigsten Sicherungen im Bergsteigen und Klettern.

Hm, denk ich so bei mir, dann ist es ja vielleicht doch nicht so anstrengend?

Doch dann zeigt uns Jan noch, wie man mit einer Steigklemme und einer Schlinge ein Seil hinaufkommt. Das könnte zum Beispiel für Geocacher interessant sein, die Caches auf Bäumen oder in Schluchten erreichen möchten. Das sieht nicht nur anstrengend aus, sondern ist es auch. Selbst Jan kommt ins Schnaufen…

Viel Theorie, viele Infos auf einmal. Um das zu ordnen und auch dafür zu sorgen, dass es dauerhaft im Hirn hängen bleibt, werden wir uns am Sonntag zum praktischen Teil der Kletterschulung treffen.

Ich bin gespannt!

 

Noch mehr Fotos von der Schulung findet Ihr auf unserer Facebook-Seite.