Philipp_Unterwegs_Kletterurlaub

Philipp und seine Jungs

Philipp gehört seit drei Jahren als fleißiger Azubi zu unserem Team in Oldenburg. Zwar stammt er gebürtig aus Duisburg, doch aufgewachsen ist er in Oldenburg. Er ist 19 Jahre alt und begeistert sich für die unterschiedlichsten Outdoorsportarten. Vom Kanufahren bis hin zum Klettern. Erst vor ein paar Tagen war er er noch im Elbsandsteingebirge in der Sächsischen Schweiz unterwegs. Selbst das trübe Wetter konnte seine Vorfreude aufs Klettern nicht zügeln.

 

 

 

Als Philipp ein paar Tage bei uns in Wilhelmshaven war, um auch mal hinter die Kulissen unseres Onlineshops www.unterwegs.biz zu schauen, nutzte ich gleich die Gelegenheit für ein kurzes Interview zu seinem Kletterurlaub.

 

Ausblick_Philipp_Kletterurlaub

Felsen, Höhlen und eine tolle Aussicht

Felsen und Höhlen, Burgen und Schlösser: Für viele Leute ist das Elbsandsteingebirge ein beliebtes Reiseziel und der schönste Abenteuerspielplatz für Jung und Alt. Was hat dich in dieses Gebiet der sächsischen Schweiz gezogen?
Es war nicht mein erster Urlaub in der sächsischen Schweiz. Ich war bereits als Jugendlicher im Elbsandsteingebirge und hatte diesen Ort daher noch sehr positiv in Erinnerung. Ursprünglich hatten meine Freunde und ich jedoch einen Trip in den Harz geplant. Auf das Elbsandsteingebirge sind wir nur zufällig gekommen. Während unserer Planungen stellten wir drei Jungs fest, dass der Harz einfach nicht das war, worauf wir richtig Bock hatten. Und nach dem vielen hin und her Überlegen schossen mir meine Erinnerungen vom Elbsandsteingebirge wieder in den Sinn. Ich erzählte den Jungs davon und zack stand unser endgültiges Reiseziel fest.

 

Boofe_Elbsandsteingebirge_Philipp_Unterwegs

Ab in die Boofe

Leider warten wir nach wie vor vergebens auf den Frühling. Konntet ihr euren Kletterurlaub denn trotz der anhaltenden Kälte genießen? Wie habt ihr euch auf diese eher winterlichen Temperaturen vorbereitet?
Ja, wir hatten ein paar echt tolle Tage! Es stimmt! Das Wetter hat leider nicht so richtig mitgespielt. Wir wussten ja, dass es kalt wird und das es nachts auch echt richtig kalt wird aber dass es SOOO KAAAAALTT wird, hätten wir nicht gedacht. Zudem kam noch ein richtig krasser Wind mit bis zu 50 km/h. Das war dann in manchen Situationen doch zu heftig. Wir hatten tagsüber immer so zwischen -10 bis -2 Grad mit toller Sonne, aber halt auch echt krassem, kalten Wind. Nachts ist es dann immer bis auf -15 Grad herabgekühlt, der Wind ist geblieben und die Sonne war weg, da waren das doch mal gefühlt -50 Grad. Wir hatten keine Zelte dabei. Wir haben nur in Biwaksäcken und Boofen (Felsvorsprünge, kleine Höhlen) geschlafen. In der ersten Nacht hatten wir eine echt tolle Boofe gefunden. Darin haben wir super schlafen können. Es war windgeschützt und ein bisschen wärmer als in der zweiten Nacht. Die zweite Boofe war dann leider nicht mehr so richtig schön windgeschützt und die Nacht war definitiv auch noch mal kälter. Wir sind absolut an unsere Grenzen gekommen und hatten sogar leichte Erfrierungen an der Nase. Wir hatten auch einfach die falschen Schlafsäcke dabei. Haben uns definitiv verschätzt. Aber auch solch eine Erfahrung muss man mal gemacht haben. 

 

Blick_in_die_Ferne_Philipp_Unterwegs

Blick in die Tiefe

Phillipp, du hast mit deinen ersten Kletterversuchen eine neue Leidenschaft entdeckt. Wann hat es dich zum ersten Mal in die Berge gezogen? Wo konntest du deine ersten Erfahrungen sammeln?
Ich habe mit 14-15 Jahren die ersten Klettererfahrungen mit Baumklettern und im Elbsandsteingebirge gesammelt. Habe es dann bis zur Unterwegs-Zeit wieder ein bisschen schleifen lassen. Doch es dauerte nicht lange und das Kletterfieber hatte mich wieder gepackt.

 

 

Was war es für ein Gefühl, als du bei deinen ersten Kletterversuchen zum ersten Mal in die Tiefe geschaut hast?
Der erste Gedanke war, entschuldige bitte die Ausdrucksweise, meine Fresse… ist das hoch! Ich muss gestehen, ich hatte schon einen enormen Respekt vor diesem Anblick! Aber als ich dann in die Ferne schauen konnte und einen tollen Ausblick genießen durfte, war die ganze Panik wieder vergessen! Die Mühe hatte sich definitiv gelohnt!

 

Viele Leute denken, Kletterer hätten keine Angst. Hältst du Angst für überlebenswichtig bei dieser Sportart?
Angst haben sie auch gar nicht unbedingt. Aber ich bin mir ziemlich sicher, jeder hat ein gewisses Maß an Respekt vor der Tiefe. Ohne das würde es meiner Meinung nach auch nicht funktionieren. Wie groß dieser Respekt ist, hängt sicherlich von jedem Einzelnen ab. Der eine hat mehr Respekt oder vielleicht auch ein bisschen Angst und der andere weniger. Viel wichtiger ist es beim Klettern ehrlich zu sich selbst zu sein und bloß keinen falschen Stolz zu zeigen. Das kann überlebenswichtig sein!

 

Was ist es, dass dir diesen Nervenkitzel beim Klettern verschafft?
Ganz klar die Höhe! Und der Adrenalinpegel, den man nach geschaffter Route/Tour etc. hat, hat ganz viel damit zu tun, dass man seine Höhenangst und seine Bedenken bezwungen hat. Und im Idealfall folgt am Ziel ein richtig toller Ausblick als Belohnung.

 

Welche Kletterart bevorzugst du?
Anfangs entdecke ich das Baumklettern für mich. Allerdings war mir das Bouldern und Toprope-Klettern bis dato noch nicht bekannt. Aktuell begeistert mich vor allem das Bouldern, da es dort auf viel Ruhe und eine gute Technik ankommt. Die Höhe selber ist dabei nicht unbedingt wichtig, da man hierbei nicht gesichert ist. Man kann einfach ein bisschen freier klettern. Erst vor Kurzem habe ich dann das Toprope-Klettern durch meine Freunde mehr vertieft und auch diese Kletterart hat mich auf Anhieb begeistert. Hier kämpfe ich jedoch auch stark mit meiner Höhenangst, aber auch das kriegt man hin und es gibt kein besseres Gefühl als die Höhenangst besiegt zu haben!

 

Philipp_Unterwegs_Kletterhalle

Philipp in Action

Kletterst du oft in deiner Freizeit? Wenn ja, wo?
Ja, es zieht mich vor allem oft nach Bremen. Ich bouldere dort gerne in der “Linie7″. Toprope-Klettern kann man übrigens auch super in der Lüneburger Heide. Da hat ein Sportverein seit Neuestem erst eine echt tolle Kletterhalle eröffnet. In dem Urlaub im Elbsandstein habe ich dann das erste mal Klettersteige kennengelernt. Das macht auch echt Spaß und ist absolut zu empfehlen!

 

 

 

 

Was war für dich die bisher größte Herausforderung beim Klettern?
Für mich stellt die Höhe immer wieder eine Herausforderung dar! Ansonsten konnte ich mich bisher immer ganz gut einschätzen und habe noch keine krassen Situation oder richtig große Herausforderungen erlebt. Man lernt ja immer mehr dazu und lernt auch seinen Körper immer besser kennen. Ich finde die größte Herausforderung besteht immer wieder darin, sich selbst zu sagen: “Du schaffst das!” und anschließend über seinen eigenen Schatten zu springen.

 

Was ist dein nächstes Reiseziel?
Also wir möchten auf jeden Fall noch mal zurück ins Elbsandsteingebirge und die Tour “beenden”. Es gibt dort noch ein paar Sachen, die wir gerne machen wollen. Ansonsten bin ich jemand der eher spontan entscheidet.

 

Wo möchtest du unbedingt mal klettern?
Darüber habe ich mir überhaupt noch keine Gedanken gemacht. Aber meine Jungs, mit denen ich unterwegs war, gehen diesen Sommer auf die Zugspitze. Das würde mich auch noch sehr reizen. Einmal auf den höchsten Berg Deutschlands!

Hast du zum Abschluss noch einen persönlichen Tipp für Anfänger?
Nicht so richtig, da ich selber noch nicht so super viel gesehen habe. Wenn jemand das Klettern erst mal ganz neu ausprobieren möchte, ist das Bouldern und Toprope-Klettern !indoor! eine super Variante, um zu schauen wie es einem gefällt. Man hat immer perfekte Bedingungen und es ist für jeden etwas dabei. Das heißt, man hat auf jeden Fall ein Erfolgserlebnis!