Der Reisejournalist und Fotograf André Schumacher ist auf den Kanaren unterwegs. Aber er ist nicht einfach unterwegs, wie die meisten von uns es sein würden: er erkundet die Kanaren zu Fuß! Von dort berichtet er auf seinem Kanaren Gehen Blog von seinen Erlebnissen.

Hier bekommt ihr eine Leseprobe in Form seiner neuesten Kolumne von unterwegs. Viel Spaß beim Lesen!

 

Steckbrief Tenerife

Inseldaten

Fläche: 2.034 km²

Länge: 83 km

Breite: 51 km

Höchster Gipfel: Pico del Teide (3.718 m)

Einwohner: 906.854 (425 Einw./km²)

Hauptstadt: Santa Cruz de Tenerife

Reisedaten

Zurückgelegte Distanz: 260 Kilometer

Gestiegene Höhenmeter: 9.800 Meter

Zeitraum: 27.08.2012 – 26.09.2012

Für Neugierige: www.poletopole.de/tenerife

Übernachten

Meine Lieblingsherbergen auf der Insel! Eine jede auf ihre Weise speziell. Geführt von Menschen, die bewegen und etwas geschaffen haben, das über das bloße Urlaubmachen hinausgeht. Absolut empfehlenswert!

Erholung für die ganze Familie, 5 Schlenderminuten von einem der besten Naturschwimmbäder der Insel.

Hotel Principe Paz (Santa Cruz de Tenerife)

Zentrischer geht es nicht. Und auch nicht schöner. Denn das Hotel liegt genau am vogelzwitschernden Plaza del Principe mit seinen uralten Lorbeerbäumen. [Link: http://www.hotelprincipepaz.com/es]

Hotel San Roque (Garachico)

Ein altes Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, stilvoll und edel hergerichtet. Samt Michelin-Empfehlung und Design-Award. Traumhaft! [Link: http://hotelsanroque.com/ES/]

Parador (Las Cañadas del Teide)

Die spanischen Paradores de Turismo sind ohnehin eine Klasse für sich. Doch dieser ist etwas ganz besonderes: Er liegt inmitten der größten Caldera der Welt! [Link: http://www.parador.es/de/parador-de-las-canadas-del-teide]

Wandern mit den Ohren

Seit 20 Jahren wandere ich ohne Musik. Und das aus gutem Grund: Ich möchte die Natur hören! Den Wind, die Vögel, das Rauschen des Meeres und das Knacken der Tannenzapfen, wenn die Morgensonne auf sie fällt. Doch für all das ist dieses Mal reichlich Zeit. Ein halbes Jahr.
Schon auf der ersten Insel wurde klar: So ein tragbares Abspielgerät ist eine feine Sache. Kate Bush hatte ich im Ohr. 50 Words for Snow – ein Album so leise und zart, so minimal wie die Landschaft Lanzarotes, in der ein grüner Busch bereits eine Farbexplosion darstellt. Wenn ich fliegen möchte, dann werfe ich Klaus Schulze an. Moondawn oder Farscape. Wenn gar nichts mehr geht, lasse ich mir von Robert Fripp die Gitarre über den Schädel ziehen: King Crimson. Energie pur. Am besten The ConstruKction of Light. Oder, wenn man es noch wilder braucht: Heavy Construkction. Doch seit ich auf Teneriffa bin, höre ich nur noch eines: Pangaea. Miles Davis. In Osaka. Am 1. Februar 1975. 90 Minuten lang. Miles auf Schmerztabletten und Kokain, konsequent hinter dunkler Sonnenbrille, mit dem Rücken zum Publikum. Haushohe Lautsprechertürme und ein ohrenbetäubendes Geflecht lang angelegter Improvisationen, die alles, was den Jazz bis dato bestimmt hatten, völlig eliminierten. Mit einem Wort: brutal. Musik wie ein Vulkanausbruch! Auf dem Plattencover steht: „We suggest that you play this record at the highest possible volume to fully appreciate the sound of Miles Davis.“
Also, Leute, holt euch diese Scheibe, legt eure Wohnung mit Schaumstoff aus, lächelt noch einmal den Nachbarn zu und dann windet euch auf dem Boden. Denn wenn erst einmal jedes einzelne eurer Körperteile damit begonnen hat, ein Instrument zu interpretieren, dann werdet ihr zum aufrechten Gang nicht mehr fähig sein!
Und so liege ich hier: Unter mir der Schlafsack, über mir die Sterne und um mich herum die größte Caldera der Welt. In ihrer Mitte erhebt sich der Teide. Doch ich sehe ihn nur selten, denn mein Kopf übernimmt gerade die Congas. Juhu!