Merinowolle – die natürliche Alternative zur Kunstfaser

erstellt am: 19. 07. 2012 um 8:08 Uhr

Moin Outdoor-Freunde, ich weiß ja nicht, wie das Wetter in den letzten Tagen bei euch aussah, aber hier an der Küste ist der Sommer noch nicht wirklich eingetroffen. Zwar gab es zwischenzeitlich schon einmal den ein oder anderen Lichtblick und nur wenige Gelegenheiten im T-Shirt draußen zu sein und gemütlich mit den Nachbarn zu grillen, aber das war es auch erst einmal wieder. Aufgrund dieses typisch nordischen unbeständigen Wetters, ist hier das bekannte „Zwiebelprinzip” angesagt. Daher kombiniere ich beispielsweise gerne ein sommerliches Top mit einer gemütlichen Strickjacke. Da ich hier in der letzten Zeit schon einiges über die unterschiedlichen Materialien unserer Produkte aufgeschnappt habe, bin ich auch irgendwann über „Merinowolle“ gestolpert. Mir persönlich war diese tolle Wolle bislang noch nicht bekannt. Als ich meiner Oma davon erzählte, wusste sie als gelernte Näherin natürlich sofort Bescheid und meinte, ich sollte mir unbedingt ein oder zwei Teile aus Merinowolle zulegen. So weit, so gut… Bevor ich dem Rat meiner weisen Oma folgte, machte ich mich allerdings erst einmal schlau. Immerhin hat Qualität auch ihren Preis. Gerade Merinowolle ist sehr hochwertig und daher auch nicht gerade ein Schnäppchen für mich als Studentin…   Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:
  1. Ein Großteil der Wolle stammt von den gleichnamigen Schafen aus Neuseeland.
  2. Der wesentliche Unterschied zu normaler Wolle liegt in der Feinheit der Merinofaser (nur bis zu 16,5µ dick).
  3. Die Merinofaser ist als feinste Wolle bekannt und ihre edle Struktur wirkt sehr hochwertig.
  4. Bei Merinoprodukten ist kein Bügeln erforderlich.
  5. Merinowolle erzeugt ein angenehmes Tragegefühl auf der Haut.
  6. Da Merinowolle atmungsaktiv und leicht ist, eignet sich dieses Produkt sehr gut als Baselayer.
  7. Merinowolle wärmt den Körper auch noch im feuchten Zustand, was diese Faser für Funktionsbekleidung geradezu prädestiniert.
  8. Die Wolle der Merinoschafe bietet einen natürlichen Lichtschutzfaktor (UPF 25-50+).
  9. Merinowolle ist auch nach mehrtägigem Tragen geruchsneutral – ohne Zusätze von Silber und Einbringung von Chemie.
  10. Die Merinofasern sind robust und strapazierfähig.
  11. Nervige elektrostatische Aufladungen kommen beim Tragen von Merinowolle nicht zustande.
  12. Kleidungsstücke aus Merinowolle sind waschmaschinengeeignet (Easy Care)
  13. Selbstreinigende Wirkung durch die natürlichen Fette in den Fasern.
  14. Merinowolle ist voll recyclebar, da es ein vollwertiges Naturprodukt ist.
  15. Durch die Webetechnik ergibt sich eine natürliche Stretcheigenschaft, daher ist das Einbringen von Kunstfasern überflüssig.
  Das Paradebeispiel…Icebreaker Ein besonders bekannter Hersteller von funktionalen Produkten aus Merinowolle (siehe Video links) ist der neuseeländische Merino-Spezialist Icebreaker. Dieser ist mittlerweile mit über 2000 Vertriebsstellen weltweit vertreten. Solltet ihr noch mehr über die Herkunft und die Verarbeitung der Wolle von der Firma Icebreaker erfahren wollen, ist eine Rückverfolgung vom Produkt bis hin zur Farm über  einen Baacode möglich. Dort findet ihr auch interessante Videos über die einzelnen Produktionsstätten. Ich hab mich aber wie gesagt selbst darüber schlau gemacht und möchte euch meine Zusammenfassung nicht vorenthalten 🙂 Los gehts… 5 Normen, die erfüllt werden müssen:
  1. In Verträgen zwischen Icebreaker und seinen Schafzüchtern ist das Mulesing ausdrücklich verboten.
  2. Die Tiere dürfen nicht durstig oder hungrig sein.
  3. Den Tieren müssen angemessener Schutz und Komfort bereitgestellt werden.
  4. Verhütung bzw. schnelle Diagnose und Behandlung von Verletzungen, Erkrankungen und Parasitenbefall muss gewährleistet sein.
  5. Die Möglichkeit, normale Verhaltensmuster an den Tag zu legen, muss gegeben sein.
  Icebreaker setzt auf Nachhaltigkeit und vermeidet Massentierhaltung Nicht nur, dass Icebreaker lange Zeit nach entsprechenden Farmen gesucht hat, die ihren Ansprüchen an eine tierfreundliche Zucht gerecht werden, sie widmen sich auch intensiv dem Thema Nachhaltigkeit. Aus diesem Grunde legt Icebreaker nicht nur besonderen Wert darauf, dass die Schafe auf den Farmen frei leben und durch die Berge umher streifen und auf dem Weideland grasen dürfen, sondern auch darauf, dass der gesamte Produktionsprozess möglichst umweltfreundlich und genau durchdacht erfolgt. Beispielsweise verwendet Icebreaker das während der Produktion entstandene Abwasser für seine eigene Aufbereitungsanlage weiter. Gleichzeitig erfolgt die Extraktion des aus der Wolle gewonnenen Lanolinöls als Rohstoff für die Kosmetikindustrie. Von diesem Öl kommt während des Waschens und des Pressens der Wolle eine ganze Menge zustande. Ebenso wie die systematische Verwertung von Rohstoffen ist auch die soziale Verantwortung für Icebreaker ein entscheidender Faktor für die Wahl der entsprechenden Produktionsstätten. Darüber hinaus unterliegt auch die Faser selbst strengster Qualitätskontrollen. Sie wird nicht nur ordentlich durchgewaschen, gepresst und getrocknet, sondern auch wieder und wieder gekämmt. Anschließend erfolgt eine weitere Qualitätskontrolle der einzelnen Bündel. Jene, die nicht der Norm entsprechen, werden direkt aussortiert. Noch mehr über Icebreaker und seine Unternehmensphilosophie erfahrt ihr außerdem unter dem folgenden Link: http://de.icebreaker.com/About-Icebreaker/how-we-began,de,pg.html   Mein Tipp: Nach meiner ausführlichen Recherche rund um Merinowolle, habe ich mich schließlich in unser Lager begeben und mir ein paar Teile herausgepickt, die mich auf Anhieb sehr ansprachen: Da Merinoprodukte sehr leicht und atmungsaktiv sind und eine natürliche Stretcheigenschaft haben, empfinde ich das Tragegefühl wirklich als sehr angenehm. Es gibt von Icebreaker unterschiedliche Dicken, die in Grammwerten angegeben werden. So ist die mittlere Stärke beispielsweise sehr  angenehm weich und immer noch so leicht, dass diese auf der Haut kaum wahrzunehmen ist. Superfine 150 oder auch 200 ist sehr atmungsaktiv und bietet über das ganze Jahr hinweg eine gute Ausgewogenheit zwischen Isolation an kühlen und einem erfrischenden Gefühl an warmen Tagen. Daher habe ich mir gleich zwei Tops dieser Qualität zugelegt und ich hab diese Entscheidung bisher auch ganz und gar nicht bereut 🙂 Ob ihr mir das jetzt glaubt oder nicht… Ich trage diese Jacke seit etwa zwei Monaten fast täglich. Sie ist von innen aufgeraut und  daher sehr kuschelig. Mittlerweile ist sie eines meiner liebsten Stücke in meinem Kleiderschrank. Doch auch die beiden leichten Tops möchte ich nicht missen. Sie sind sehr leicht auf der Haut und passen sich meiner Meinung nach auch sehr gut dem Körper an. Das Top in der Farbe gulf kombiniere ich auch äußerst gern mit meiner neuen blauen Eroberung – das optimale Zwiebeloutfit 😉       Die richtige Pflege Auch nach mehrmaligem Waschen in unserer Waschmaschine haben weder die Jacke noch die Tops ihre Leuchtkraft verloren. Noch dazu habe ich noch keine Knötchenbildung (Pilling) an meinen Merino-Eroberungen wahrnehmen können. Allerdings solltet ihr schon auf das ein oder andere Detail beim Waschen von Merinowolle achten. Das Waschen selbst ist kein Problem, aber die Wassertemperatur sollte 30° C nicht überschreiten. Am besten ist es natürlich, wenn ihr die Kleidungsstücke einfach schnell per Hand wascht. Das ist der schonendste Weg, die Fasern optimal in Schuss zu halten:
  1. Handwarmes Wasser in eine Wanne einfüllen.
  2. Gutes Wollwaschmittel genau nach Dosierung zugeben.
  3. Das Kleidungsstück aus Merinowolle reinlegen und mit den Händen vorsichtig drücken und so schnell waschen.
  4. Das Kleidungsstück aus dem Wasser mit dem Waschmittel nehmen und mit Wasser derselben Temperatur mehrmals ausspülen.
  5. Das so gewaschene und ausgedrückte Kleidungsstück in der richtigen Form liegend auf einem Frottiertuch trocknen lassen.
Das Beste kommt zum Schluss – Kein Bügeln erforderlich Eine weiteres Kaufargument war für mich die Tatsache, dass Merinoprodukte nicht gebügelt werden müssen. Knitterfalten hängen sich tatsächlich über Nacht von alleine aus 🙂 Solltet ihr doch ein paar Falten entdecken, könnt ihr die Kleidung auch problemlos auf einen Bügel in die feuchte Nachtluft hängen oder in eurem Badezimmer die heiße Dusche aufdrehen und die Merinokleidung in das feucht gewordene Badezimmer über Nacht hängen lassen. Solltet ihr eure Kleidungsstücke dennoch bügeln wollen, dann bitte in der Einstellung “Wolle” mit einem feuchten Tuch dazwischen. So, das war es auch erst einmal wieder von meiner Seite 🙂 Eure Dori von Unterwegs        

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Zu zweit ist es doch gleich viel schöner, oder? | Elchblog - hier bloggt der Elch von Unterwegs.biz | am 1. August 2012 um 14:16 Uhr

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Wolle – Natur pur und Wärme satt | Elchblog - hier bloggt der Elch von Unterwegs.biz | am 13. November 2012 um 15:46 Uhr

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Leicht, leichter Microlight… | Elchblog - hier bloggt der Elch von Unterwegs.biz | am 8. April 2016 um 11:01 Uhr

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