Mitten durch die letzte Wildnis Europas

erstellt am: 02. 07. 2013 um 13:41 Uhr

Kungsleden_TitelHallo zusammen, ich bin Svenja und gehöre seit 2010 zum Unterwegs Team. Wie sollte es anders sein: Ich bin gerne draußen in der Natur unterwegs. Mein persönliches Lieblings-Reiseziel stelle ich euch in diesem Beitrag vor: Kilometerweit nichts als Tundra, Wald und Moorlandschaft. Rentierherden statt überfüllter Innenstädte, Plätschern der Bäche statt Verkehrslärm, frische Waldbeeren statt Fastfood. Es ist, als bewege man sich völlig in einer Parallelwelt. Der Kungsleden in Lappland: Wer einmal im Norden Skandinaviens unterwegs war, den lässt die beeindruckende Landschaft nicht mehr los. So ging es mir zumindest. Seit ich vor  einigen Jahren schon einmal in der Region unterwegs war, um den Kebnekaise (mit 2113 m der höchste Berg Schwedens) zu erklimmen, zieht es mich immer wieder zum Wandern auf den Kungsleden. Im letzten Winter habe ich auch meine erste Skitour auf diesem Weg gemacht, aber lest selbst: Der Kungsleden (zu deutsch: Königsweg) ist mit knapp 800 Kilometern einer der längsten Wanderwege Schwedens und führt durch unberührte Natur nahe der norwegischen Grenze entlang. Er ist aufgeteilt in 2 Abschnitte, den nördlichen und den südlichen Teil, wobei Vielen nur der nördliche Teil bekannt ist. Die 440 km sind eine Herausforderung, jedoch gut zu laufen. Erschaffen wurde der Weg Anfang des 20. Jahrhunderts vom Schwedischen Touristenverband, um die Nationalparks im Norden des Landes zu erschließen. Heute ist er ein beliebter Pfad und weitestgehend mit zum Teil unbewirtschafteten, aber auch bewirtschafteten Hütten zum übernachten ausgestattet. Wer jedoch in seinem eigenen Tempo laufen und sich völlig frei und unabhängig fühlen möchte, der macht vom Jedermannsrecht Gebrauch und zeltet oder biwakiert dort, wo es ihm gefällt. Gaaaanz wichtiger Tipp: Mückenmittel nicht vergessen, die Biester sind in den Hochmooren zu Hause!  
Kungsleden_Wandern

Wandern auf dem Kungsleden

Wandern im Sommer Durch die nördliche Lage ist der ideale Zeitraum zum Wandern kurz: Zwischen Mittsommer (21. Juni) und August ist der Boden nicht mehr vom Schmelzwasser aufgeweicht und wenn man Glück hat noch nicht wieder zugeschneit. Der Weg ist jederzeit gut erkennbar und ausgeschildert, sodass man mit gutem Schuhwerk super vorankommt. Brücken führen über Bachläufe und Schilder weisen auf interessante Abstecher hin. Ich persönlich finde den Herbst dort oben am schönsten. Die gelben Blätter der vereinzelten Birken stehen in tollem Kontrast zum knallroten Tundraboden, den tiefblauen Seen und dem ersten Schnee. Wer tagsüber frische Pilze und Waldbeeren sammelt, die überall zu finden sind, kann Abends ein tolles 5-Sterne Menü auf dem Kocher zubereiten. Bei untergehender Sonne  vorm Zelt zu sitzen und eine leckere, frische Pilzpfanne als Hauptmahlzeit und Milchreis mit frischen Blaubeeren als Nachtisch zu essen, während im Tal eine Herde Rentiere vorbeizieht, ist das Beste, was es auf einer Tour gibt.   Was man auf jeden Fall immer dabei haben sollte Neben passenden Schuhen, bequemem Rucksack und auf jeden Fall einer Regenjacke gehören noch weitere unabkömmliche Dinge ins Gepäck für eine Trekkingtour auf dem Kungsleden:
  • Wanderkarte und Kompass/GPS : trotz guter Beschilderung, eine Karte zum Planen der Tagesabschnitte muss sein
  • das eben schon erwähnte Mückenmittel oder -netz (zumindest bei Wanderungen im Sommer)
  • genügend Proviant: Schokolade, Nüsse oder Powerriegel geben Energie und gute Laune
  • eine Kamera, um die beeindruckende Landschaft mit nach Hause zu nehmen
 
Ideales Gebiet für Skitouren

Ideales Gebiet für Skitouren

Skitouren im Winter Doch auch für Wintertouren eignet sich das Gebiet ideal: Von Januar bis April sind die Seen zugefroren und Loipen gespurt. Das Vorankommen wird deutlich einfacher. Wer es warm haben möchte kann in den auch im Winter geöffneten Hütten übernachten, wer jedoch über gute Ausrüstung und ausgeprägten Abenteurergeist verfügt, der nimmt auch im Winter ein Zelt mit und kann – mit etwas Glück – mit einem heißen Tee weit ab von jeglicher Zivilisation das Polarlicht erleben. Zugegeben, eine Nacht im Zelt bei -20 °C ist ein tolles Erlebnis und mit der richtigen Ausrüstung gar kein Problem, trotzdem war ich froh, als wir uns am nächsten Tag für die Übernachtung in einer der Hütten entschieden. Auch der König der Wälder,  der Elch, ist bei Schnee einfacher zu erkennen. Nicht selten stand ein Exemplar mitten auf dem Weg und beobachtete uns in einer Seelenruhe, die man nur oben in den Weiten Lapplands erleben kann.   Die Anreise in den hohen Norden ist gar nicht so schwer: Während man mit dem Auto bestimmt 3 Tage unterwegs wäre, ist es einfacher zu fliegen. Stockholm als Ausgangspunkt ist von den meisten deutschen Flughäfen zu erreichen. Ab der schwedischen Hauptstadt kann man entweder mit dem Zug oder noch einmal mit dem Flugzeug nach Kiruna im nördlichen Schweden gelangen. Von hier aus geht es bequem und mehrmals täglich mit dem Bus weiter an verschiedene, entlegene Einstiegsorte des Kungsleden. Jedem, der einmal völlig abschalten, Wildnis erleben und sich absolut frei fühlen möchte, kann ich diesen Weg nur empfehlen.

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