Rad am Ring 2015

Hier ein toller Gastbeitrag von dem Team “Seepferdchen” aus Bremen, die beim 24-Stunden-Radrennen “Rad am Ring 2015″ auf dem Nürburgring mitfuhren. Auf die Plätze, fertig – und los geht’s!

SpeedWas mit einer spontanen Idee im letzten Jahr begann, wurde dieses Jahr in die Tat umgesetzt. So fuhren wir mit zwei Vierer-Teams und Begleitung in die Eifel, um auf der legendären Nordschleife unsere Ausdauer und Leidensfähigkeit zu testen.

Bevor wir uns auf den Weg zum Nürburgring machen konnten, galt es, verschiedene Dinge zu klären: gemeinsame Trainingskilometer und Höhenmeter, Fahrt und Verpflegungs-Organisation, sowie – nicht zu unterschätzen – Sponsoren finden.

Neben der Ernährung war die Ausstattung des gesamten Team-Camps von entscheidender Bedeutung. Ein professioneller Partner für Outdoor-Aktivitäten war in Bremen schnell gefunden. Mit ausreichender Expertise kam nur Unterwegs am Domshof in Frage. Dort fanden wir direkt Gehör und Unterstützung durch ein Sponsoring. Unsere Wasserbestände hatten wir Dank der Kanister vom Unterwegs gut im Griff. Nudeln kochen, Hände waschen, Geschirr spülen, Tee und Kaffee kochen, sowie natürlich reichlich Wasserflaschen zu füllen war jederzeit möglich. Aber fast noch wichtiger waren die ultimativ bequemen Camping-Sessel, auf denen wir zwischen den Runden entspannen konnten.

Die gemeinsamen Ausfahrten waren nicht so zahlreich wie erhofft, aber mit verschiedenen Teilnehmern sind wir immerhin nach Brake, Bremerhaven, Bruchhausen-Vilsen und auf den Brocken gefahren. Ist es dabei Zufall, dass wir nur Ziele mit “B” angefahren sind? Aber jeder hat natürlich auch für sich allein sein Trainingspensum gemacht, so dass wir alle uns fit genug fühlten die Herausforderung des 24-Stunden-Rennens anzunehmen.

Die Anreise

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Typischer Festival-Dreikampf: ankommen, auspacken, aufbauen.

Was soll man sagen? Sommerferien, Freitag, A1. Es hätte sicherlich bessere Termine gegeben. Aber danach fragte keiner. Also in den Stau gestellt und still gelitten. Schließlich waren wir um 16:00 Uhr auf dem Gelände und bekamen einen ersten Eindruck von der Strecke, der Stimmung und der Aufgabe.

Ab ca. 21:00 Uhr hatten wir dann gut damit zu tun, den Pavillon am Boden und an Ort und Stelle zu halten. Außerdem wurden Abspannungen zu den Anhängern der Nachbarn und vorhandenen Anhängerkupplungen gezogen, denn der Wind wurde zum Sturm und der Niederschlag zum Gewitter. Nachdem der Wind kurz nach Mitternacht nachließ, konnten wir auch unseren mittlerweile gut abgespannten Pavillon alleine lassen und stiegen in die Schlafsäcke, um für das Rennen ausgeruht zu sein.

Der erste Morgen und kein Start

Am Samstag Morgen wurden wir von nicht wirklich besseren Bedingungen begrüßt. Weiterhin Regen (mal mehr, mal weniger), weiterhin “für die Jahreszeit zu kalt”. Und schon kurz nach 9:00 Uhr kam die Ansage, dass wegen einer weiteren Sturmfront der Start um drei Stunden verschoben wird. Nun wartete also ein 21-Stunden-Rennen auf uns, während wir in Winterklamotten unser Frühstück aßen.

Die Sturmfront war übrigens eine echte Sturmfront. Viele Zelte und Ausstellerpavillons haben im Laufe dieses Vormittags die Grätsche gemacht, wenn sie nicht schon in der Nacht zusammengebrochen waren.Wetter

Das Wetter wurde nicht wirklich besser, aber Ingo und ich haben uns als Startfahrer unserer beiden Teams kurz nach 15:00 Uhr in die Klamotten geworfen und uns warm gefahren. Galt es doch beim Start um 16:15 Uhr eine gute Figur zu machen und nicht gleich in der ersten Runde zu loosen. Während wir also im Regen ein paar Runden fuhren, hörte ich über die Lautsprecher etwas von “Start 20:00 Uhr”. Na super! Es ging also zurück zum Zelt, nasse Klamotten aus und weitere vier Stunden warten.

Der Start

… fand dann um 20:00 Uhr wirklich und endlich statt!! Das Wetter war deutlich besser. Kein Regen mehr, nur noch Sturm und kalt.

Die Fahrbahn war trocken und die Meute schob sich langsam vom Startbereich die ersten Abfahrten hinab. Noch vorsichtig, denn es war trotz der breiten Piste recht eng. Auch zeigte sich schnell, dass es unterschiedliche Fahrer-Qualitäten gab. Schnell bergauf kann nicht jeder, schnell bergab auch nicht. Auch in unseren beiden Teams kristallisierten sich schnell unterschiedliche Vorlieben heraus. Unter dem Strich ergab dies aber ausgesprochen homogene Rundenzeiten ;-)

Während der ersten Runde kam tatsächlich noch einmal die Sonne raus und ich konnte trotz der Anstrengung das Fahren auf dieser einmaligen Strecke genießen. Nicht so wirklich genießen konnte ich hingegen die „Hohe Acht“, als ich sie erreichte. 18 % Steigung sind eine Ansage. Absteigen gilt nicht (auch wenn das im Laufe des Rennens immer häufiger zu sehen war).

Kurz vor dem endgültigen Einbruch der Dunkelheit erreichte ich unseren Zeltplatz und Ingolf ging für unser Team auf Tour. Nach ein paar Minuten trudelte auch Ingo ein, der seine erste Runde auch gut überstanden hatte und übergab den Transponder an Stefan.

Die Nacht

Um unsere Schlafzyklen zu optimieren hatten wir in unserem Vierer-Team beschlossen, ab Mitternacht jeweils zwei Runden zu fahren. Nachts war die Strecke deutlich leerer als bei der ersten Runde, was sehr angenehm war. So konnte man bei den Abfahrten weitgehend Ideallinie fahren und Spaß haben. Dennoch denke ich, dass eine Höchstgeschwindigkeit von über 90 km/h nachts nicht drin gewesen wäre.

War es tagsüber schon nicht besonders warm, so wurde es nachts noch deutlich kühler. Um genau zu sein, sanken die Temperaturen auf 5 Grad. Und das im Juli! Aber es blieb trocken und der Wind legte sich.Beachflag

Der nächste Morgen

Als wären das Unwetter, die Stürme und was sonst noch alles, gar nicht gewesen, präsentierte sich die Eifel am Sonntagmorgen von ihrer schönsten Seite. Sonnig, nahezu windstill, warm, einfach super.

Michael und Stefan hatten die Ehre, für unsere Teams die jeweils letzte von 15, bzw. 16 Runden zu fahren. Wir hatten erst überlegt, die letzte Runde gemeinsam zu fahren., mussten aber mehrheitlich einräumen, dass uns dazu dann doch Motivation und vor allem Kraft fehlten. So warteten wir auf unsere beiden Helden im Zielbereich und feierten danach den gelungenen Abschluss unserer ersten Teilnahme bei “Rad am Ring” mit dem Vernichten unserer restlichen Grillvorräte.

 

Das Team

Das Team

 

Fazit

Viel Spaß!!! Gerne wieder!
Gerne mit weniger Sturm und Regen!
Tolles Team!!!
Tolle Sponsoren!!!