Auch in diesem Jahr war das Radsport-Team “Seepferdchen” aus Bremen wieder beim 24-Stunden Radrennen auf dem Nürburgring dabei. Im folgenden Gastbeitrag erzählen sie uns, was sie dort so erlebt haben.

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Das 24-Stunden-Rennen

 

Nach unserem erfolgreichen Start bei Rad am Ring 2015 war es klar, dass diese Aktion wiederholt werden muss. So waren wir in diesem Jahr wieder vor Ort, wenn auch mit etwas verkleinerter Mannschaft: ein 4er-Team und eine Einzelstarterin über 25 km.

Ja, Einzelstarterin. Unser Ober-Smutje Wiebke wollte sich die Strecke auch mal selber ansehen, statt immer nur unsere Schilderungen anzuhören.

Aber nun der Reihe nach…

 

                                                                   Die Vorbereitungen

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Der Proviant wurde standesgemäß mit dem Lastenrad organisiert ;-)

Rad am Ring wirkt sich schon in der Woche davor deutlich auf den Tagesablauf aus. Die Vorräte an Getränken, Pasta, Süßigkeiten und anderen Dingen wurden aufgefüllt. Letzte Einkäufe am Donnerstag, Pasta-Saucen kochen (ich), Polenta-Mais-Puffer und Milchreis an den Start bringen (Wiebke) und die Kühlkette planen.

Der von unserem Sponsor Sonsteby zur Verfügung gestellte T5 musste abgeholt, bei unserem Sponsor Unterweg die Sachen eingesammelt sowie letzte Camping-Utensilien besorgt werden. Dann in Bremen Nord das vom Ruderclub geliehene Teamcamp einladen. Der Gartenpavillon und die Bierzeltgarnitur sollten wieder unser Lebensmittelpunkt für das Wochenende werden. Dazu der bewährte Grill und ein Gaskocher, sodass die Versorgung mit heißen Speisen und Getränken gesichert war.

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Wieder dicke Regenwolken

Der Aufbau und die erste Nacht

Nach der Ankunft am Nürburgring wurde zunächst der Pavillon aufgebaut und die Küche eingerichtet. Und direkt nach dem Aufbau der Zelte konnte dann unsere persönliche Pastaparty starten.

Die Zeiträume zwischen dem Einschaufeln einzelner Nudel-Portionen haben wir immer wieder für den Wetter-Check genutzt. Hier die Ergebnisse:
- 4 Apps bringen mindestens 6 unterschiedliche Vorhersagen zustande.
- Wettervorhersagen, die eben noch stabil “kein Regen bis Sonntag Mittag” gesagt haben, wechseln innerhalb von Sekunden auf ganz andere Aussichten.
- Auch sehr klein aussehende und eigentlich vorbeiziehende Flächen auf dem Regenradar reichen für 40 Minuten Starkregen.

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Etwas Zeit zum Chillen auf der Outdoor-Couch :-)

Wir hatten am Abend trotz der guten Aussichten die empfindlichen Sachen noch halbwegs regensicher verpackt und so waren die Regenrückstände nach dem Abwischen von ein paar Flächen am nächsten Morgen schnell beseitigt.

Also konnte gefrühstückt werden… sofern das bei der steigenden Vor-Renn-Aufregung möglich war. Aber zum Glück hat jeder von uns ausreichend Wettkampferfahrung und im Laufe der Zeit auch eine Technik entwickelt, Müsli und Brötchen irgendwie noch durch einen immer enger werdenden Hals zu schieben. Ansonsten war die Stimmung entspannt. Das Wetter bot uns ca. 20 Grad und Sonne. Beste Voraussetzungen, um die Zeit auf der super-bequemen Outdoor-Couch von Unterwegs zu verbringen. Da liegt man so bequem, dass man eigentlich nicht wieder raus möchte; vor allem nicht, um sich dann durch 500 Höhenmeter zu quälen. Aber: wir waren ja nicht nur zum Spaß da!

Das Rennen

Als erstes ist Smutje Wiebke beim 25 km-Jedermannrennen gestartet. 15 Minuten später ist dann auch Ingolf auf die Startrunde vom 24-Stunden-Rennen gegangen.

Nachdem wir im letzten Jahr die Nordschleife aufgrund der Rennverkürzung nicht ganz so intensiv genießen konnten, waren die Eindrücke schon wieder ein wenig verblasst, bevor ich auf die Strecke ging. Aber die direkte Anfahrt nach dem Start frischte die Erinnerung auf. Der Kurs ist noch immer der Hammer und taugt für Grenzerfahrungen (sowohl in den Abfahrten als auch den Anstiegen).
560 Höhenmeter auf 25 km (von denen ca. 300 hm zwischen den Kilometern 11,5 und 15 liegen) und 83 Kurven die man (wenn die Strecke frei ist) mit dem Rad ohne zu bremsen fahren kann – Technik und Mut vorausgesetzt. Sicherlich hat die Strecke auch auch sagenhafte Aussichten. Nur dass ich – wie wahrscheinlich die Mehrheit der Teilnehmer – dafür echt kein Auge hatte.

Wiebke hatte ihr Soll erfüllt (Ergebnis: 7. von 17 Frauen und 3.(!!!) ihrer Altersklasse) und konnte sich nach kurzer Regeneration wieder um die Versorgung kümmern – Nudeln kochen. Etwas später wurde dann auch der Grill angeworfen und die ersten Würstchen auf den Weg gebracht.

1_rennen3Währenddessen ging das Rennen Runde um Runde seinen Weg. Unsere Parzelle lag im gleichen Bereich wie letztes Jahr, sodass wir auch die dort eingeübte Wechselroutine wieder umsetzen konnten. Unser Rundendurchschnitt lag tagsüber ziemlich genau bei einer Stunde und zum Glück konnten dieses Jahr alle ein paar Runden im Hellen drehen bevor es Richtung Nacht ging. Dann musste die Strategie für die Nacht besprochen werden. Das Ergebnis war: Joey fährt zu Nachtbeginn eine Doppelrunde und holt damit eine Nachtrunde vor. Melanie setzt eine Runde aus. Ingolf und Stefan bleiben beim normalen Rhythmus.

unterwegs

Das Teamcamp

Falls jemand fragen sollte… Ja, man muss schon einigermaßen verrückt sein, um sich nachts um zwei oder drei Uhr aus einem kuscheligen Schlafsack zu pellen, in bereits nassgeschwitzte Radklamotten zu steigen, um dann auf den Wechsel zu warten und mitten in der Nacht mit dem Fahrrad über den Nürburgring zu fahren.

Und irgendwann war auch diese Nacht vorbei. Keine Stürze, kein Platten, noch immer gute Stimmung, wenn auch die Kräfte mit dem neuen Tag nicht alle aufgewacht sind. Das Frühstück hat aber allen wieder Kraft gegeben, auch die letzten Runden zu schaffen.

Im letzten Jahr haben wir leider erst nach der damaligen Zieldurchfahrt von Michael erfahren, dass sich die anderen Teammitglieder vor der Zielgerade einordnen können, damit die Teams zusammen über die Ziellinie fahren können. Daraus haben wir gelernt und können daher in diesem Jahr ein amtliches Zielfoto und jeder eine Medaille mit nach Hause nehmen.

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Team Seepferdchen

Nach einem kurzen Regenschauer haben wir alles in Ruhe verpackt und sind aufgebrochen in Richtung Heimat. Mit weniger Verkehr, aber noch mehr Regen.

Fazit:
Alle Menschen und alle Räder sind heil geblieben!
Die Eifel kann keinen Nieselregen.
Es geht nix über ein gutes Teamcamp und gutes Essen.
Auf dem Rad werden wir niemals zu den Besten gehören, aber wir haben mächtig Spaß!
Es war anstrengend!!! Es war sehr lustig!!! Und im nächsten Jahr sind wir hoffentlich wieder dabei!!!

Ein großes Dankeschön an unsere diesjährigen Sponsoren Sonsteby und Unterwegs!