Tipps für unterwegs: So bleibt ihr im Schlafsack warm und trocken

erstellt am: 12. 01. 2018 um 13:10 Uhr

Wer seine Urlaubsnächte nicht im Hotel, sondern im Zelt oder im Freien erleben möchte, ist auf einen hochwertigen Schlafsack angewiesen. Denn, selbst im Juni kann es noch zu Frost kommen und Sommer ist nicht gleich Sommer. Zelten und Camping gehören im Frühling, Sommer und Herbst zu den beliebten Outdoor-Erlebnissen. Im Winter ist diese Vorstellung jedoch nicht jedermanns Sache. Doch warum eigentlich? Gerade dann, wenn es so richtig schön kalt ist und der Schnee die Felder, Wälder und Wiesen bedeckt, ist die Luft besonders klar und die Kulisse einfach traumhaft! Und wer blickt nicht gerne in den Himmel einer sternenklaren Winternacht? Doch was genau brauche ich, damit die Nächte im Schlafsack warm und erholsam werden und welcher Schlafsack ist der Richtige? Gibt es DEN Schlafsack? Erfahrt jetzt mehr!


Ein Schlafsack für alle Fälle?

Gibt es überhaupt DEN Schlafsack für alle Jahreszeiten? Nicht direkt! Zwar gibt es so genannte 3-Jahreszeiten Schlafsäcke (3 Season), doch so einfach ist das Thema leider nicht abgehakt. Kurz: DEN Schlafsack gibt es nicht! Dass die Auswahl an Schlafsäcken so groß ist, hat seinen Grund. Zum einen liegt es daran, dass jeder von uns andere Anforderungen an seinen Schlafsack stellt und zum anderen variieren die Temperaturen und das Klima von Region zu Region. Daher reicht die Auswahl von besonders leichten, nahezu hauchdünnen Inletts bis hin zu Schlafsäcken für arktische Temperaturen.

 

Wichtig: Bevor ihr euch für die Investition in einen hochwertigen Schlafsack entscheidet, solltet ihr euch genau überlegen, für welchen Einsatzzweck ihr diesen benötigt und euch anschließend persönlich in einer unserer Unterwegs Filialen beraten lassen. Sommer ist eben nicht gleich Sommer und unterscheidet sich von Ort zu Ort. Dasselbe gilt auch für den Winter und frostige Temperaturen. Selbst dann, wenn die Temperatur draußen unter Null Grad liegt, heißt es nicht, dass ein Daunenschlafsack immer die richtige Wahl ist.


Worin unterscheiden sich die Materialien?

Die Materialwahl ist entscheidend für erholsame Nächte in eurem Schlafsack. Während Daunenschlafsäcke mit besten Isolationseigenschaften und minimalem Packmaß glänzen, punkten Kunstfaserschlafsäcke durch ihre große Einsatzbreite und schnelle Trocknungszeit. Daune ist als Füllmaterial einzigartig und gilt in Bezug auf Gewicht, Packmaß und Schlafkomfort nach wie vor als das beste Isolationsmaterial. Wer heute „lightweight” unterwegs sein will, ist mit einem Daunenschlafsack bestens ausgestattet. Wer jedoch oft in feuchten Gebieten unterwegs ist, und für den Gewicht oder Packmaß keine große Rolle spielen, dem empfehlen wir einen Kunstfaser-Schlafsack.

 

Kunstfaser Daune
pro pro
Nimmt kaum Feuchtigkeit auf Hervorragende Wärmeleistung
Schnelle Trocknungszeit Äußerst angenehmes Schlafklima
Isoliert selbst im feuchten Zustand Besonders leicht
Allgemein sehr pflegeleicht und unempfindlich Geringes Packmaß
Günstige Alternative zu Daunen
contra contra
Großes Packmaß Feuchtigkeitsempfindlich, Daunen verklumpen
Relativ schwer im Vergleich zu Daune (bei gleicher Wärmeleistung) Schlechte Isolationsleistung im feuchten Zustand
Sehr lange Trocknungszeit
Höhere Investitionskosten


Woher weiß ich, welcher Schlafsack warm genug ist?

Bei der enormen Auswahl an Schlafsäcken kann man schon schnell den Überblick verlieren. Daher gibt es die einheitliche DIN Norm: EN-Norm 13537. Diese Angaben sind das Resultat aus genormten Testverfahren. Hiernach richten sich die Temperaturangaben der Schlafsack-Hersteller. 

  • Comfort: Dieser Wert orientiert sich an einer "Standard"-Frau, die sich auf dem Rücken liegend in kurzer Unterwäsche in ihrem Schlafsack warm und wohl fühlt.
  • Limit: Bei der Ermittlung dieses Wertes orientiert sich das Labor an dem Empfinden eines "Standard"-Mannes in langer Unterwäsche und zusammengerollter Schlafposition
  • Extrem: Grenzwert für den Erhalt lebenswichtiger Organe. Erholsamer Schlaf? Unmöglich!

Das Problem bei der ganzen Sache ist, dass sich Menschen mit ihren unterschiedlichen Gewohnheiten und Vorlieben nicht in eine Norm „zwängen“ lassen. So gilt die Norm lediglich für Erwachsene, die der "Norm" der einheitlichen Testverfahren entsprechen.


Ein Beispiel für einen guten Allrounder:

Ihr sucht nach einem Schlafsack für euren nächsten Sommer-Urlaub an der Nordseeküste. Ihr wollt die Nächte im Zelt verbringen und euch über Schlafsäcke informieren. Die Auswahl ist groß und ihr könnt euch nicht so recht entscheiden. Daher lasst ihr euch persönlich beraten und eure Wahl fällt schließlich auf einen 3-Jahreszeiten Schlafsack mit wasserabweisendem Außenmaterial im Kopf- und Fußbereich mit den folgenden Angaben:

  • Comfort: +2°C

  • Limit: -4°C

  • Extrem: -20°C

Diese Art von Schlafsäcken ist eine tolle Lösung für jemanden, der einen guten „Allrounder“ für leicht frostige bis milde Temperaturen sucht. Neben dem Schlafsack, hat euch der Verkäufer außerdem ein leichtes Inlett zum Schutz eures Schlafsackes empfohlen. Euer Urlaub steht an, ihr fühlt euch gleich von der ersten Nacht an pudelwohl in eurem neuen Schlafsack und denkt: „Das war die perfekte Wahl! Etwas Besseres gibt es wohl kaum!” Die Nachttemperaturen variieren um einige Grad, schreiten jedoch nie unter 2 Grad Celsius.

Dann lautet euer nächstes Reiseziel: Skandinavien. Hier werdet ihr von so einigen Temperatursprüngen überrascht. Selbst im Juli können die Nachttemperaturen bei um die -5 Grad liegen. Gleichzeitig gibt es bis in den September hinein auch sehr viele schwüle Nächte mit Temperaturen bis zu 18 Grad. Ihr seid froh, dass euch der Verkäufer ein Inlett zu unserem Schlafsack empfohlen hat. Ansonsten wäre euch euer Schlafsack viel zu warm oder zu kalt und ihr denkt: „DEN Schlafsack gibt es nicht.” Dank des Inletts habt ihr jedoch noch eine zusätzliche Schicht für leicht frostige Winternächte parat oder könnt dieses als reinen Sommerschlafsack in schwülen Nächten nutzen.


Tipps für warme Nächte im Schlafsack

Gewusst wie: Das Thermolite® Inlett von Cocoon ist ein persönlicher Tipp unserer Einkäuferin Jessica. Das mumienförmige Inlett besteht aus 100% Polyester und ist besonders elastisch und schnelltrocknend. Es bietet euch nicht nur einen tollen Schutz für euren Schlafsack, sondern eignet sich auch hervorragend als leichter Schlafsack für heiße Sommertage und tropisch warme Klimazonen. Es ist besonders leicht, atmungsaktiv und liegt äußerst angenehm auf der Haut.


Ein Extrembeispiel für eine Winter-Tour:

Ihr freut euch auf eure mehrtägige Winter-Tour in Skandinavien. Mit dabei habt ihr euren Partner und einen Schlafsack mit den folgenden Werten:

  • Comfort: - 9°C
  • Limit: - 16°C
  • Extrem: - 38°C

Laut Wetterbericht sollen die nächsten Nächte schön frostig werden. Daher rechnet ihr mit wenig Luftfeuchtigkeit und freut euch auf einen erholsamen Schlaf bis in den Morgen hinein. Doch dann spielt euch das Wetter über Nacht einen kleinen Streich: Draußen liegt die Temperatur bei knapp unter Null Grad Celsius. Es wird im Schlafsack warm, wärmer und ihr beginnt zu schwitzen und euch darin unwohl zu fühlen. Euer Schlafsack ist plötzlich viel zu warm. Nun wisst ihr, was der Verkäufer meinte, als er sagte: „Den Schlafsack gibt es nicht!” und es ist vorbei mit dem erholsamen Schlaf.

 

Das ist passiert: Draußen war es knapp unter Null Grad Celsius. Bei dieser kritischen Temperatur ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch. Ihr habt beide geatmet, geschwitzt und hattet über Nacht ein Kondensproblem: Zum einen stieg der Wasserdampf zur Decke eures Zeltes und tropfte dann peu à peu auf euren Schlafsack und zum anderen nahm der Schlafsack die Feuchtigkeit eures Körpers von innen auf. Leider sehen die anderen Nächte nicht anders aus. Daher verklumpte die Füllung an den betroffenen Stellen und der Schlafsack verlor seine Isolationsleistung.

 

Unser Tipp für solche Winter-Erlebnisse: Um solch negative Erfahrungen bei plötzlichen Temperaturschwankungen zu vermeiden und euren Schlafsack in solchen Situationen (hierbei handelt es sich einen äußerst seltenen Extremfall!) zu schützen, empfehlen wir euch, sich nicht auf den Wetterbericht zu verlassen. Nicht immer habt ihr die Gelegenheit euren Schlafsack zu trocknen. Gerade dann, wenn ihr mehrere Tage unterwegs seid, solltet ihr euch immer auf den Extremfall vorbereiten. Bei Temperaturen von knapp unter Null Grad wird es mit zwei Personen schnell zu warm im Zelt. Um sicher zu gehen, dass euer Schlafsack auch bei kritischen Temperaturverhältnissen trocken bleibt und nicht verklumpt, empfehlen wir euch die Kombi aus schnelltrocknender Funktionswäsche, einem atmungsaktiven, elastischen Inlett, einem VBL Linerbag als Dampfsperre und einem wasserdichten Biwaksack als wasserdichte Außenhülle für euren Schlafsack. Durch die Kombi dieser Schichten vermeidet ihr die Gefahr, dass sich das Kondenswasser auf und im Innern eures Schlafsackes absetzt, seine Füllung verklumpt und seine Funktion einschränkt.


Schlafsack Formen im Vergleich

Und zuletzt... Die Form

Schlafsäcke unterscheiden sich nicht nur durch die oben genannten Eigenschaften, sondern auch in ihrer Form. Diese entscheidet ebenfalls über das Isolationsvermögen, Gewicht und Packmaß. So gibt es die besonders körpernahen, platzsparenden Mumienschlafsäcke (1), eiförmig geschnittene Schlafsäcke (2) sowie besonders luftige Deckenschlafsäcke (3). Die letzte Variante ist jedoch ausschließlich für milde und warme Temperaturen geeignet! Es gilt: Je niedriger die Temperatur ist, desto entscheidender ist der eng anliegende Schnitt für die optimale Wärmeisolation. Aus diesem Grunde ist die Auswahl an Mumienschlafsäcken so enorm groß.


8 Tipps für erholsame Nächte: So kommt ihr im Schlafsack warm durch die Nacht:

  1. Ein Schlafsack entfaltet seine volle Wärmeleistung nur bei optimaler Bauschkraft. Daher empfehlen wir euch, euren Schlafsack frühzeitig in eurem Zelt auszubreiten und aufschütteln, so dass ihr abends nur noch hinein schlüpfen müsst.
  2. Isomatte nicht vergessen! Sowohl Schlafsack als auch Isomatte sollten genau für ihren Einsatzzweck konzipiert sein. Daher bieten immer mehr Hersteller komfortable Systemlösungen an, bei denen Schlafsack und Isomatte perfekt aufeinander abgestimmt sind. Selbst ein noch so hoch funktioneller Schlafsack bedarf die Kombi mit einer passenden, isolierenden Unterlage!
  3. Etwas Sport vor dem Schlafen gehen kann nicht schaden und gibt euch einen kleinen Energieschub für die Nacht.
  4. Vor dem Schlafen gehen oder auch nachts raus wagen und Blase entleeren! Ansonsten verbraucht euer Körper nur unnötig Energie, um diesen Ballast auf Kerntemperatur zu halten.
  5. Sich waschen und verschwitzte, salzhaltige Kleidung gegen frische und trockene Schlafwäsche (ideal: Funktionswäsche) tauschen. So bleibt es in eurem Schlafsack warm und trocken.
  6. Ein kleiner Snack für die Nacht kann zwar keine Wunder bewirken, aber er gibt euch einen kleinen Energiekick und eben diesen benötigt euer Körper, um seine Temperatur zu halten.
  7. Damit es eure Füße richtig schön warm im Schlafsack haben, empfehlen wir euch ein Extra-Paar Socken darüber. Das Zwiebelprinzip funktioniert auch prima an den Füßen.
  8. Eine Mütze kann in einer kalten Nacht sehr von Vorteil sein. Gerade über den Kopf verlieren wir schnell Wärme. Daher der Tipp: Vor dem Schlafen gehen, Mütze auf!

Ihr habt noch Fragen zum Thema Schlafsäcke? Wir beraten euch gerne - persönlich oder auch telefonisch!
Außerdem findet ihr hier unsere ausführliche Produktberatung für Schlafsäcke

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