Heute hab ich einen spannenden Reisebericht mit vielen tollen Fotos für euch. Dieses Mal von unserer studentischen Aushilfe Judith. Sie arbeitet seit April 2014 in unserer Unterwegs Filiale in Bremen und hat uns den folgenden Bericht und diese faszinierenden Fotos von ihrer Reise zugeschickt. Viel Spaß beim Lesen!

Der Beginn einer einzigartigen Reise durch Bolivien
Das tückische an einem großen Rucksack ist, dass man viel Platz hat und dadurch oft zu viel mitnimmt. Solche Weisheiten hört man des Öfteren bei Unterwegs. Blöd nur, wenn man den eigenen Tipp ignoriert. So bereute ich bereits nach der Ankunft in El Alto, dem höchstgelegenen internationalen Flughafen der Welt (etwa 4200m) meine Entscheidung, doch noch den freien Platz im Gepäck durch weitere Kleidung zu füllen. Denn am frühen Morgen ging es nicht, wie geplant, nach einer 27-stündigen Anreise mit dem Bus nach La Paz, sondern zu Fuß durch zahlreiche Straßenblockaden und brennende Autoreifen? Warum? Weil dort ausgerechnet an diesem Tag gestreikt wurde. Dies ist übrigens ein Phänomen, dem man häufiger in Bolivien begegnet, wie wir noch einige Male auf unserer Reise feststellen konnten. Wir, das sind zwei Geschwister, die sich entschieden haben, gemeinsam für drei Wochen Urlaub zu machen und die Vielfalt Boliviens kennenzulernen.

Bananenpalmen in Coroico

Bananenpalmen in Coroico

Da uns leider nur ein kurzer Zeitraum zur Verfügung stand, konnten wir lediglich einen Teilbereich des Landes bereisen, wie den Titicacasee, den Yungas, der Hochlandebene um La Paz, die Salztonebene im Süden und den Nationalpark Eduardo Avaroa nahe der chilenischen Grenze. Doch die Landschaft ist umwerfend, beeindruckend und verfügt über eine unglaubliche Weite, wie ich es mir vorher nicht schöner hätte vorstellen können. Wir besuchten fast schon paradiesische Orte, wie Coroico, wo wir morgens von den Geräuschen exotischer Vögel geweckt wurden, ehe man die Augen öffnete und einen Blick auf grüne Berge mit üppiger Vegetation bei strahlendem Sonnenschein hatte.

Flamingo an der Laguna Colorada

Flamingo an der Laguna Colorada

Dies war wohl auch der wärmste Ort, den wir während unseres kurzen Aufenthaltes besucht haben, denn auf unserer Reise in den Süden des Landes, in die Salar de Uyuni, der größten Salztonebene Südamerikas, und im Nationalpark sanken die Temperaturen auch Mal weit unter die 0°C. Die Salar ist sehr beeindruckend mit ihrer weiten, weißen und salzigen Landschaft, die unendlich scheint. Nur in weiter Ferne kann man Berge erkennen oder gar kleine Inseln, wie die Isla del Pez (Fischinsel), die aussieht wie ein halber Fisch. Doch während der Regenzeit liegt ein dünner Wasserfilm auf dem salzigen Untergrund, wodurch sich die Insel darin spiegelt und ein ganzer Fisch erkennbar wird. Leider konnten wir dieses Phänomen nicht selber beobachten. In der Nähe der Salar befinden sich einige Nationalparks, wie dem Nationalpark Eduardo Avaroa. Hier kommt man an zahlreichen Lagunen, Vulkanen, bunten Bergketten, Felsformationen und Geysire vorbei und sieht dabei Tiere, wie Flamingos, Vincuñas, Lamas oder Andenfüchse.

 

Die Sicht auf Illiampu von der Isla del Sol (Sonneninsel)

Die Sicht auf Illiampu von der Isla del Sol (Sonneninsel)

Das wohl ruhigste Fleckchen Erde während unserer Reise war die Isla del Sol (Sonneninsel). Die Inkas glaubten, dass hier die Sonne geboren wurde und war somit bereits damals ein mystischer Ort. Für mich war es wundervoll, so friedlich – trotz zahlreicher Touristen – und die Landschaft war beeindruckend. Um den See herum erkennt man die hohen, schneebedeckten Gipfel der Anden, und auf der Insel hat man nur die Natur, andere Touristen, ein paar Einheimische, Lamas, Alpakas und Esel. Autos oder Straßen sucht man hier vergebens und nachts leuchtet nur aus einzelnen Hütten etwas Licht, perfekte Bedingungen für den wohl hellsten Sternenhimmel, den ich je gesehen habe.

 

Bolivien ist auf jeden Fall ein beeindruckendes Land mit einer vielfältigen Landschaft. Aus zeitlichen und leider auch aus gesundheitlichen Gründen (die dünne Höhenluft ist nicht zu unterschätzen) konnten wir leider nicht mehr den Amazonas oder die weite Tieflandebene im Osten des Landes besuchen. Aber aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben. Es ergibt sich sicherlich nochmal die Möglichkeit, dieses südamerikanische Land der Superlative zu bereisen. Was ich dann aber unbedingt wieder in meinen Rucksack packen werde sind Sonnencreme, Sonnenbrille, Thermowäsche, Mückenschutz mit Deet (min. 40%), Wanderschuhe, eine Softshelljacke und ein paar warme Kleidungsstücke, aber nicht zu viele, sonst wird der Rucksack wieder zu voll.

Hier noch weitere Einblicke in die Schönheit des Landes…

Árbol de piedraAuf der Isla del Sol (Sonneninsel)  Aussicht von Coroico Blick von der Isla de Pez (Fischinsel) in der Salar de Uyuni Copacabana das bolivianische Hochland die Mariastatue von Oruro Die Montañas Blancas (bunten Berge) Fahrrad fahren auf Bolivianisch Laguna Roja (rote Lagune) Lamas auf dem Weg nach Uyuni Überreste des Tempel 'Puma' in Tiwuanaku