Auf Einladung des deutschen Schuhherstellers Hanwag begaben sich einige unserer Unterwegs Kollegen Mitte Mai auf den Weg nach Süddeutschland. Welche neuen Kenntnisse sie durch diese Erfahrung gesammelt und was sie dort erlebt haben, erfahrt ihr in dem folgenden Erfahrungsbericht von unserem Kollegen Hauke.

Darf ich vorstellen…?
2011 angefangen als Azubi in unserer Unterwegs Filiale in Wilhelmshaven, ist Hauke heute Teil des festen Serviceteams unseres Onlineshops. Gemeinsam mit einigen weiteren Kollegen aus den verschiedensten Unterwegs Filialen hatte er vor ein paar Wochen die Möglichkeit, sich einen Einblick in die Geschichte und die Arbeit des Herstellers Hanwag aus Vierkirchen zu verschaffen. Die Firma Hanwag wurde 1921 gegründet und nach seinem Firmengründer HANs WAGner benannt und gilt bis heute als Spezialist für Berg- und Trekking-Schuhe höchster Qualität.

Unterwegs-Gruppenbild-HanwagSchon einige Wochen vor unserem Ausflug stieg unsere Vorfreude auf unseren bevorstehenden Ausflug nach Vierkirchen, dem Firmensitz der Firma Hanwag, mit dem Eintreffen eines großzügigen Testpakets von Hanwag und Fjällräven. Angefangen beim leichten und wasserdichten Tatra GTX Trekkingstiefel von Hanwag bis hin zur Regenjacke von Fjällräven, waren wir nun bestens für unseren Hanwag-Ausflug ausgestattet. Mitte Mai war es dann so weit. Nachdem die Kollegen aus den unterschiedlichsten Filialen am Münchener Hauptbahnhof eingetroffen waren, wurden wir von Jürgen Siegwarth, dem Geschäftsführer von Hanwag, mit einem Bus abgeholt. Das erste Kennenlernen, auch untereinander, ging ziemlich schnell und so verlief die gut eine Stunde dauernde Busfahrt gen Süden wie im Fluge. Dort ging es dann in Richtung der Schönfeldhütte in der Nähe des Spitzingsees, die dem DAV München angehört.

Im Anschluss an den gut einstündigen Aufstieg zur Hütte bei bestem Wetter, folgte zunächst die Verteilung der Zimmer. Daraufhin erwartete uns ein reichhaltiges und leckeres Abendessen. Gut gestärkt und bestens gelaunt, folgte eine kleine Vorstellungsrunde zur Einstimmung auf einen äußerst unterhaltsamen Abend. Diesen zogen wir jedoch nicht zu sehr in die Länge, da uns unser Guide Hans das Angebot gemacht hatte, am nächsten Morgen – noch vor dem Frühstück – den Aufstieg zum Gipfel des Jägerkamps in Angriff zu nehmen, den wir am Vorabend aus zeitlichen Gründen leider nicht mehr geschafft hatten.

So versammelte sich ein Großteil der Gruppe um kurz vor 6 vor der Hütte, um ein wenig “Frühsport” zu betreiben. Dafür sollten die Frühaufsteher allerdings auch reichlich belohnt werden. Der Ausblick vom Gipfel aus, war (nicht nur dank der gerade aufgegangenen Sonne) grandios! Am Gipfel angekommen, genossen wir einen tollen Rundumblick über die Alpen sowie das Voralpenland.Unterwegs-Foto-Gipfel-Jaegerkamp

Unterwegs-HanwagNachdem wir diesen Moment mit einem Gruppenfoto festgehalten hatten und zum Abstieg zurück zur Hütte aufgebrochen waren, erwartete uns ein leckeres Frühstück mit vielen selbst gemachten Marmeladen und Pestos. Gut gestärkt begaben wir uns auf den Abstieg, der über einen alternativen Weg entlang eines Sessellifts führte. Unten angekommen, wartete schon unser Bus auf uns, mit dem wir an München vorbei und schließlich nach Vierkirchen zu Hanwag fuhren.

Im Anschluss an eine kleine Mahlzeit sowie der Vorstellung einiger Mitarbeiter, die für die einzelnen Regionen Deutschlands zuständig sind, wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Während sich die eine Gruppe ein Bild von der Produktion eines Hanwag Schuhs verschaffen konnte, erhielt die andere Gruppe einen Einblick in das breite Sortiment der Firma Hanwag. Im Anschluss wurden die Gruppen getauscht, sodass jeder die Möglichkeit hatte alles zu erfahren.

Schritt für Schritt zum fertigen Schuh…

Hanwag-SerieDass in einem hochwertigen Wanderschuh viel Zeit und Wissen steckt, konnten wir während unserer Führung durch die Hanwag Werkstatt live erleben. Die Zeit, die es benötigt, um aus den Rohstoffen zu einem fertigen Schuh zu werden, beläuft sich auf etwa einen Arbeitstag (exklusive Trocknungszeiten!). So entstehen in vielen aufwendigen Arbeitsschritten aus den Häuten europäischer Rinder  zahlreiche Wanderschuhvarianten für die verschiedensten Outdoor-Liebhaber – angefangen beim Freizeitwanderer bis hin zum erfahrenen Alpinisten. Auch für unsere kleinen Nachwuchswanderer bietet Hanwag eine tolle Auswahl!

Nachdem uns Jürgen die verschiedensten Lederarten und deren Verwendung erläutert hatte, folgte der nächste Schritt in die Hanwag Werkstatt. Hier spielt, neben den hochwertigen Materialien, insbesondere die traditionelle Handwerkskunst eine große Rolle. Dort beobachteten wir unter anderem das Stanzen der einzelnen Lederteile. Da möglichst viele Ausschnitte für die verschiedenen Schuhe auf einem Stück Leder untergebracht werden müssen, ist bereits bei diesem Schritt ein hohes Maß an räumlicher Vorstellungskraft sowie das manuelle Bedienen der Maschine gefragt, um das Leder für bis zu drei Paar Schuhe pro Quadratmeter vorzubereiten.

Hanwag-HandarbeitWährend ein Zuschnitt dem anderen folgte, ging es für uns weiter in die Schneiderei.  Hier werden die einzelnen Lederteile miteinander vernäht sowie Haken und Ösen angebracht, damit die fertigen Teile auf die Leisten gezogen werden können.

Hanwag-Leisten-HandarbeitUm einen reibungslosen Produktionsablauf zu gewährleisten, sind die Leisten, die je nach Modell unterschiedlich aufgebaut sind, jeweils in ausreichender Stückzahl verfügbar. Im Anschluss wird der halb fertige Schuh mit Druck und Wärme in Form gebracht und für das Anbringen der Brandsohlen vorbereitet.

Geroellschutz-Handarbeit-HanwagHervorzuheben ist hier, dass sowohl das Anbringen eines Kreppbandes sowie das Versehen der Schuhe mit einem Klebstoff per Hand erfolgt. Auch der nächste Schritt, das Aufsetzen des Geröllschutzrandes, erfolgt in präziser Handarbeit. Nachdem die Schuhe ihre Sohle erhalten haben, werden noch einige Säuberungsarbeiten durchgeführt, um den Schuh abschließend mit Schnürsenkeln und Co. für den Versand vorzubereiten.

 

 

Unterwegs-Abschlussabend-HanwagAls beide Gruppen mit ihren Führungen durch waren, ließen wir unseren letzten Abend gemütlich im Biergarten ausklingen, wo wir neben typischen bayrischen Gerichten wie Obazda mit Brezn oder Semmelknödel auch das bayrische Bier testen konnten ;) Am nächsten Morgen ging es gleich nach dem Frühstück wieder zum Bahnhof, von wo aus wir uns wieder auf den Weg in die Heimat begaben.

Danke für die tolle Zeit!
Es war sehr interessant und eine tolle Erfahrung, zu sehen, welchen Weg das Leder nimmt, bevor wir ihn euch schließlich als fertigen Schuh in unseren Unterwegs Fachgeschäften präsentieren können. Jürgen Siegwarth beantwortete all unsere Fragen und war während unseres Aufenthalts immer dabei. So konnten wir einen tollen Einblick in das Unternehmen erhalten und die Produkte noch besser kennenlernen.

Vielen Dank noch einmal an alle Beteiligten für die tolle Vorbereitung und die schönen Tage! Es war ein rundum toller Ausflug, der keine Wünsche offen ließ!

Euer-Unterwegs-Team