Früher war alles besser. Früher sind wir ins Sauerland gefahren, um den “Fels anzufassen”. Mit Zelt, übers Wochenende und abends Lagerfeuer.
Dann kamen die Falken. Diese – zugegebener Maßen – schützenswerten Vögel suchten sich ausgerechnet die schönste Kletterwand als Nistplatz aus. Vorbei war es hier mit dem Klettern.  So einige Klettergebiete im Sauerland sind auch heute während der Brutzeit von Uhu und Falke gesperrt.

Klettern und Erholung im Landschaftspark Duisburg s

Klettern und Erholung im Landschaftspark Duisburg

Heute ist alles besser. Heute sind wir in kürzester Zeit in unserem Klettergebiet. Wir können Klettern ohne Ende und uns nach getaner “Arbeit” bei einem entspannten Grillabend erholen.

Nachdem Mauern und Brückenpfeiler als erste Möglichkeiten für unser urbanes Klettern herhalten mussten, gibt es nun für uns im Ruhrgebiet einen fast vollständigen Ersatz für das Klettererlebnis am echten Fels. Ausgerechnet im “Kohlenpott” steht heute die größte Outdoor-Kletteranlage Deutschlands, der “Klettergarten Emscherpark” im renaturierten Landschaftspark Duisburg Nord.

Zunächst entdeckten einige Kletterer das Terrain für sich, 1990 übernahm die DAV Sektion Duisburg die Betreuung und den Ausbau der Anlage.
Stück für Stück arbeiteten viele freiwillige Helfer an den verschiedenen Routen. Zum Teil sind diese mit Hilfe aufgeschraubter Klettergriffe gebaut, zum Teil wird die Struktur
der erodierten Wände genutzt.
Gerade dieser Umstand macht das Klettern spannend. Hier ist nicht wie in einer Kletterhalle Griff an Griff geschraubt und du weißt wo es langgeht. Hier musst du dir den Weg selber suchen. Der Schwierigkeitsbereich von 2 – 9 deckt sowohl die Ansprüche von Anfängern als auch von Profis ab.

“Schweine im Weltall”, “Schluss mit Lustig”, “Schiss vorm Riss” – das sind nur einige Namen der Routen, die davon zeugen, dass es abseits der Griffe jede Menge selbst zu entdecken gibt. Jeder Erstbegeher kann “seine” Route selbst benennen. Inzwischen gibt es circa 400 Kletterrouten – Langeweile ist also ausgeschlossen. Alle Routen sind übrigens ausschließlich im Vorstieg zu begehen.
Wenn ihr glaubt, dass euch der Regen einen Strich durch die Rechnung macht: Ein Sektor ist überdacht – da gibt es also keine Ausrede wegen des Wetters.

Die aktuellen Topos vom Klettergarten gibt es hier

Klettern im Landschaftspark

Klettern im Landschaftspark

Kopfüber

Kopfüber

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alpine Vorbereitung

Der Klettergarten bietet aber nicht nur den Freikletterern ein ideales Gelände, auch für die Vorbereitung auf alpine Unternehmungen ist er bestens geeignet. Abgesehen von Kraft und Geschicklichkeitstraining gibt es einen Klettersteig mit zum Teil sehr schwierigen Abschnitten (die sich aber – zum Glück – auch umgehen lassen).

 

Via Ferrata Monte Thysso
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An der großen Nachfrage nach Gurten, Klettersteigsets und Helmen in unseren Unterwegs-Läden merken wir, wie populär das Klettersteiggehen ist. Oft wird es als die einfachere Art des Kletterns angesehen, weil die Route ja entsprechend gesichert ist. Doch lass dich nicht täuschen: Manche Klettersteige, die als einfach eingestuft sind, entpuppen sich als gefährlich. In Italien war ich auf einem “Via Ferrata” unterwegs, der auch ohne Ausrüstung zu machen sein sollte. Was für erfahrenen Alpinisten (ich zähle nicht dazu) leicht zu bewältigen ist, kann für “Otto Normalverbraucher” ein Risiko darstellen.
Umso besser ist es, dass es im Landschaftspark die Möglichkeit gibt, sich mit Ausrüstung und Sicherungstechnik vertraut zu machen. Der Klettersteig “Via Ferrata Monto Thysso” wird ständig verbessert und erweitert.

Neuigkeiten, Topos und viele Fotos findet ihr hier

 

Drytooling-Anlage

Drytooling-Anlage – der neueste Coup im Klettergar

Drytooling-Anlage – der neueste Coup im Klettergarten

Wo kann man außerhalb der Alpen schon Spaltenbergung und den Gebrauch von Steigeisen und Eispickeln trainieren? Ihr ahnt es schon. An Holzbalken kann man sich nach oben “pickeln”, ein frei aufgehängter Holzbalken bietet eine besondere Herausforderung.
Die Spaltenbergung ist für alle Alpinisten, die sich in entsprechendes Gelände begeben, ein Muss.

 

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Für die, die jetzt Lust bekommen haben, mal selbst an die Wand zu gehen: Die DAV Sektion Duisburg bietet im Klettergarten auch entsprechende Kurse an. Das Kursprogramm findet ihr hier

Der Landschaftspark hält neben dem Klettergarten auch noch einige andere Überraschungen bereit: Hochseilparcours, Tauchen im größten Indoor-Tauchgewässer Europas, Wanderwege, Radwege…….
Ein Besuch lohnt sich also auch für Nichtkletterer.

und abends mit Beleuchtung…eine Lichtinszenierung des britischen Künstlers Jonathan Park taucht das alte Hüttenwerk in ein faszinierendes Meer von Licht und Farbe. Hier: “das Krokodil”

und abends mit Beleuchtung…eine Lichtinszenierung des britischen Künstlers Jonathan Park taucht das alte Hüttenwerk in ein faszinierendes Meer von Licht und Farbe. Hier: “das Krokodil”

 

 

Mehr Infos zum Landschaftspark: www.landschaftspark.de

Dank an Horst Neuendorf, der die Fotos zur Verfügung gestellt hat.
Fotos © Horst Neuendorf, außer “das Krokodil”